Das Männerhormon: Testosteron

Testosteron sorgt für Muskelkraft und Männlichkeit.
Gibt Ihnen Kraft und lässt Ihre Muskeln wachsen: Testosteron

Es ist die Mutter aller Männerhormone – der Stoff, der den Mann zum Mann macht. Hier finden Sie umfassende Infos zu dem Botenstoff Testosteron, der Ihnen nicht nur zum stylishen Moustache verhelfen kann, sondern auch zu Kraft und Muskeln.

In diesem Artikel:

„Ohne Testosteron gibt es kaum eine Erektion, kein Muskel kann nennenswert wachsen, kein Bart wird dicht“, sagt Professor Dieter Hesch, Endokrinologe und Männerarzt aus Landschlacht. Auch Frauen haben das Hormon im Blut, aber nur wenig. Zum Vergleich: Bei Männern liegt der Testosteron-Blutwert zwischen 12 und 40 nmol/l (Nanomol pro Liter), bei Frauen unter 3 nmol/l, teilweise sogar so niedrig, dass Labore es gar nicht nachweisen können. Ein Wert von 1 nmol/l bedeutet, dass in 1 Milliliter Blut, den der Arzt mit der Spritze abnimmt, weniger als 1 Milliardstel Gramm des Hormons steckt. Wenig – aber wirksam.

Was ist Testosteron genau?

Testosteron ist das wichtigste, männliche Sexualhormon (Androgen). Wie bei allen anderen Hormonen des menschlichen Körpers, ist auch Testosteron ein biochemischer Botenstoff – es hat also eine chemische Zusammensetzung. Diese basiert auf Androstan, also auf organischen Kohlenwasserstoff-Molekülen. Erstmals entdeckt wurde das Hormon im Jahre 1935 von Ernst Laquer. Der Mediziner und Pharmakologe setzte sich lange mit der Hormonforschung auseinander. Nach der Entdeckung des weiblichen Hormons (Östrogen) mitte der zwanziger Jahre, isolierte er aus Stierhoden – zehn Jahre später – das von ihm benannte Sexualhormon Testosteron.

Kurz & knapp:
  • Männliches Sexualhormon 
  • Chemische Summenformel: C19H28O2
  • Entdeckt 1935 von Ernst Laquer, der das Hormon aus Stierhoden isolierte

Was bewirkt der Botenstoff? Und wo wird er im Körper gebildet?

Eines sei vorweg gesagt: Er leistet nicht nur unterhalb der Gürtellinie wertvolle Arbeit. So veredelt das Männerhormon Ihren gesamten Körper. Auf den ersten Blick schwimmen im Blutkreislauf eines Mannes nur verschwindend geringe Mengen vom Botenstoff. Doch der gesamte Körper reagiert sehr sensibel auf das Männerhormon und auf Schwankungen seines Pegels. Die 3 Nanogramm (also 3 Milliardstel Gramm) pro Milliliter Blut, die bei gesunden Männern mindestens vorhanden sein sollten, haben eine enorme Wirkung.

Der größte Produktionsstandort für Testosteron sind die Hoden. Bis zu 95 Prozent des Testosterongehalts im männlichen Körper werden hier gebildet. Die restlichen fünf Prozent übernimmt die Nebennierenrinde. Gesteuert wird die Ausschüttung des Männerhormons jedoch vom Gehirn. Immer wenn die Zentrale im Kopf bemerkt, dass nicht genug vom Botenstoff im Blutkreislauf vorhanden ist, schüttet sie ein weiteres Hormon, nämlich Lutropin (LH), aus. Sobald dies in die Hoden gelangt, signalisiert es den dort ansässigen Zellen, dass sie ihre Arbeit beschleunigen sollen. Sofort läuft die Hormonproduktion auf Hochtouren. Das neu entstandene Testosteron gelangt nicht nur in die Blutbahn, sondern lässt aus unreifen Vorläuferzellen ein Millionenheer aus putzmunteren Spermien für Fortpflanzungszwecke reifen.

Testosteron steuert aber nicht nur die Sexualität und Fruchtbarkeit eines Mannes. Es wirkt in allen Organen. Während es also zur Spermienbildung beiträgt, ist es ebenso für Ihre Muskulatur verantwortlich. Außerdem unterstützt das Hormon den Knochenstoffwechsel und fördert das Knochenwachstum bei Heranwachsenden. Im Laufe der körperlichen Entwicklung eines Mannes ist der Botenstoff überdies an dem Aufbau und Erhalt der Knochendichte beteiligt.

Kurz & knapp:

  • Im Körper eines Mannes befinden sich 3 Nanogramm Testosteron pro Milliliter Blut
  • Produktionsort: 95% in den Hoden, 5% in den Nebennieren
  • Das Gehirn steuert die Testosteron-Ausschüttung
  • Testosteron beeinflusst alle Organe (Geschlechtsorgane, Muskeln & Co.) und viele Körperfunktionen (wie z.B. das Wachstum der Knochen)

Testosteron: Nebenwirkungen, Wechselwirkungen & Co.

Es gibt zahlreiche Medikamente, die auf dem Männerhormon basieren und Ihren Testosteronspiegel ausgleichen können. Da jeder Mensch unterschiedlich auf Arzneimittel reagiert, können Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auftreten – müssen aber nicht.

Wir stellen Ihnen die gängigsten Testosteron-Produkte vor. Unter anderem finden Sie hier umfassende Informationen zu Hormonpflastern, Gelen, sowie weiteren Medikamenten, um den Hormonhaushalt zu steigern. Plus: Mögliche Nebenwirkungen und Wechselwirkungen.

Außerdem geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihren Testosterongehalt natürlich steigern können – Erfahren Sie hier, was ein gesunder Lebensstil alles bewirken kann. 

Ist Testosteron nur ein Trend-Hormon?
Testosteronzufuhr: Fluch oder Segen?

Lifestyle-Hormon oder sinnvolle Ergänzung?

Diese Frage ist berechtigt: Häufig wird Testosteron nur eingenommen, um bessere Erfolge beim Sport zu erzielen oder um die Muskeln zu stählen. Letzteres war besonders häufig in der Bodybuilder-Szene der Fall. Anabolika wurden hier besonders oft eingenommen, womit sich die Sportler einem erheblichen Risiko ausgesetzt haben. Bezüglich des Themas "Leistungsbeeinflussende Substanzen im Breiten- und Freizeitsport", sind die Meinungen von Sportmedizinern und Sportwissenschaftlern, laut dem Deutschen Ärzteblatt, gespalten. Demnach werden Vermutungen aufgestellt, dass die Tendenz zum Doping mit Testosteron steigt. Andere widerlegen diese Vermutungen mit Aussagen, dass wohl Rückläufe diesbezüglich zu verzeichnen seien.

Fest steht: Die Studien, die diese Themen beleuchten, sind meist nicht repräsentativ genug – befragt werden also oft zu wenig Personen oder die Erhebungen sind regional begrenzt. Da es sich um nicht überprüfbare Selbsauskünfte handelt, geht man von einer sehr hohen Dunkelziffer aus. 

Doch falls Sie jetzt denken, dass eine Testosteronzufuhr in Form von Medikamenten in jedem Fall gesundheitsschädlich ist: Dies ist nur die Kehrseite der Medaille. Der Botenstoff kann auch einen positiven Effekt auf Ihren Körper haben. Beispielsweise kann der Hormonersatz bei einem festgestellten Testosteronmangel eingesetzt werden und bei mangelndem sexuellen Verlangen (Libidoverlust) helfen. Testosteron kann dem Körper auf unterschiedlichen Wegen zugeführt werden. Sei es die herkömmliche Einnahme von Tabletten, eine äußerliche Anwendung auf der Haut oder die Injektion (per Spritze). 

Unser Tipp und Rat: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre möglichen Symptome und lassen Sie sich von ihm beraten. Er wird Ihnen sagen können, ob eine zusätzliche Testosteronzufuhr für Sie persönlich sinnvoll ist.

Testosteronwerte, Diagnose & Co.

Hätten Sie das gedacht? Laut einem Bericht des Fachmagazins The Royal Society Publishing*, haben US-amerikanische Wissenschaftler rausgefunden, dass Männer des Volkes der Tsimane in Bolivien weniger Testosteron im Blut haben, als Männer in Industrieländern. Und das obwohl sie körperlich viel härter arbeiten. Die Jäger und Sammler dieses Regenwaldstammes überstehen zudem sämtliche Krankheiten und sind teilweise von fiesen Parasiten geplagt. Laut Michael Gurven, einem Leiter des wissenschaftlichen Teams der University of California (Santa Barabara), ist unser Lebensstil eine Anomalie. Also eine Abweichung der Lebensweise vor Jahrtausenden von Jahren. Mythos widerlegt: Hohe Testosteronwerte machen demnach nicht gleichzeitig männlicher!
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*Stand: 28.03.2012

Die Testosteronkurve bei Männern.
So viel Testosteron schütten Männer im 24-Stunden-Rhythmus aus.

Testosteronkurve: Welcher Wert ist normal?

Der durchschnittliche Testosterongehalt im Blut eines erwachsenen Mannes liegt etwa zwischen 12 und 40 nmol/l (Nanomol pro Liter). Männer schütten das Hormon im 24-Stunden-Rhythmus aus – das hat unter anderem Folgen für Sex und Krafttraining. Hier eine grobe Zeiteinteilung:

  • 7:00 Uhr: Der Testosteronspiegel beginnt jetzt zu steigen und erreicht zu diesem Zeitpunkt sein Tagesmaximum. Wenn Sie beim Arzt Ihren Hormonspiegel checken lassen, wird Ihnen frühmorgens Blut abgezapft, um den Maximalwert zu ermitteln. Bei Männern mit Testosteronmangel ist der Testosteronspiegel morgens ebenso niedrig wie am Abend.
  • 13.00 Uhr: Im Laufe des Tages sinkt der Testosteronspiegel allmählich. Die Produktion des Hormons verringert sich aber nicht ganz gleichmäßig, sondern kann zwischendurch auch wieder leicht ansteigen – etwa, wenn Ihr Körper spontan auf Reize knapp bekleideter Kolleginnen reagiert.
  • 20.00 Uhr: Ab geht's? Zu diesem Zeitpunkt sinkt die Hormonproduktion auf ihr Tagesminimum. Das bedeutet aber nicht, dass die Abendstunden generell ein schlechter Zeitpunkt für Sex sind. „Neue Studien zeigen, dass Schwankungen des Testosteronwertes immer einen Reiz auslösen können, auch wenn der absolute Wert sinkt“, so Endokrinologe Professor Dieter Hesch. Wenn Sie also Ihre ganz reizende Angebetete ein wenig reizen, klappt es.

Wann sollte der Testosteronwert bestimmt werden?

Da der Hormonspiegel in Ihrem Körper stark schwankt und von äußerlichen Einflüssen schnell beeinflusst werden kann, wird empfohlen die Messung möglichst früh vorzunehmen – etwa zwischen 8:00 Uhr und 10:00 Uhr morgens. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Hausarzt beraten.

Diese Symptome sollten eine Messung des Testosteronwertes in jedem Fall mit sich bringen:

  • Impotenz (Erektile Dysfunktion / Potenz- bzw. Erektionsstörungen)
  • Verdacht auf Tumore der Nebennieren und / oder den Hoden
  • Verdacht auf eine Unterfunktion der männlichen Keimdrüsen oder einer angeborenen Überfunktion der Nebennierenrinde

Wie wird der Testosteronwert gemessen? 

In der Regel wird dieser von Ihrem Arzt per Blutabnahme vorgenommen. Andere Methoden zum Erfassen des Testosteronwertes sind zum Beispiel die Speichel- oder Urinprobe.

Wann ist der Testosteronwert zu niedrig und wann zu hoch?

Wenn Ihr Hormonwert zu niedrig ist, kann das unterschiedliche Gründe haben. Bei Männern sind zu geringe Werte meist mit einer Unterfunktion der Keimdrüsen; einer Einnahme von Anabolika; Leberzirrhose; Drogenmissbrauch oder schwerer Unterernährung verbunden. Aber auch Frauen können zu wenig Testosteron im Blut haben. Dies macht sich dann häufig in einer Unterfunktion der Eierstöcke bemerkbar. Aber auch eine Therapie mit Antiandrogenen; die Einnahme von Östrogenen (also die weiblichen Hormone), sowie die Einnahme von Anabolika; Leberzirrhose und eine Unterernährungen, können den Wert sinken lassen.

Es kann aber auch das genaue Gegenteil eintreten. Nämlich, dass Ihr Testosteronwert zu hoch ist. Bei Männern kann der Wert dann zu hoch sein, wenn sie eine zusätzliche Testosteronzufuhr – zum Beispiel mit Dopingmittel – vornehmen. Aber auch in Fällen von Hodentumoren; Nebennierenkrebs oder einer Androgen-Resistenz, kann es zu einem erhöhten Wert kommen. Bei Frauen können eine Überfunktion der Eierstöcke oder der Nebennierenrinde zu einer Erhöhung des Hormonwertes kommen. Auch bei ihnen kann es durch Nebennierenkrebs oder bereits bei einer vorzeitigen Pubertät dazu führen.

Aha-Moment: Unser umfassendes Testosteron-Wissen.
Wir verschaffen Klarheit über das Männerhormon 

Gebündeltes Testosteron-Wissen: 6 Wissenschaft-News

Wussten Sie’s? Wann ein Mann wirklich zum Mann wird, steht schon vor seiner Geburt fest. Das ist nämlich abhängig vom Testosterongehalt im Bauch der Mutter. Eine aktuelle Studie der Royal Society in London* soll sogar bestätigen, dass der Testosterongehalt in der Nabelschnur vorhersagen kann, ob das Neugeborene eher männliche oder weibliche Charakterzüge im Gesicht haben wird.

Aber nicht nur das: Das Hormon kann sogar auch bei der Verhütung helfen und Forscher tüfteln immer noch daran, die „Pille für den Mann“ auf den Markt zu bringen. Hier finden Sie viele, interessante Fakten, Erkenntnisse und Informationen zum Männerhormon. Wir sagen Ihnen, wieso die Verhütung mit Testosteron umstritten ist, welche Nebenwirkungen es geben kann und vieles mehr.
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*Stand: 23.09.2015

Wieso Männer häufiger an Sex denken, als Frauen.
Herz in die Hose gerutscht? Männer denken häufiger an Sex, als Frauen.

Hirnforschung: Wieso Männer anders denken als Frauen!

Männer sind anders. Und das schon sehr früh, nämlich bereits im Bauch der Mutter.

"Vor der Geburt schwimmen männliche Hirne förmlich in Testosteron", sagt die amerikanische Neurobiologin und Autorin Dr. Louann Brizendine* von der University of California in San Francisco. Gut so, denn nur darum verlassen sie den voreingestellten, weiblichen Weg. Hirnregionen, die Erinnerungen speichern, Gefühle verarbeiten oder Sprache steuern, werden im Testosteron-Bad geschrumpft.

Stattdessen wachsen bei ihm die Areale für Sex, Aggressivität und räumliches Vorstellungsvermögen. Deshalb macht ein erwachsener Mann später weniger Worte – etwa 7000 am Tag, eine Frau kommt auf das 3-Fache. Er denkt häufiger an das eine – nämlich alle 52 Sekunden – und ist schneller in der Parklücke als eine Frau. Im Idealfall zumindest, denn das Gehirn ist wesentlich komplexer als eine Weiche, die Testosteron in die eine oder andere Richtung umlegt. Sie dürfen also gern mal mehr reden. Keine Frau wird deshalb Ihre Männlichkeit anzweifeln.
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*Aus dem Buch: "Das männliche Gehirn. Warum Männer anders sind als Frauen". Pendant dazu:"Das weibliche Gehirn. Warum Frauen anders sind als Männer", Hoffmann und Campe

Kondome: Platz 1 auf dem Verhütungs-Treppchen.
Bisher das einzige, erfolgreiche Verhütungsmittel für Männer: Das Kondom.

Verhütung mit Testosteron: Alternative zu Kondom, Pille & Co.? 

Da der Botenstoff für die Spermienreifung wichtig ist, könnte es sich sogar für Verhütungszwecke nutzen.

Mit Testosteron verhüten – das soll gehen? Jein. Bis Mitte 2011 forschte die Weltgesundheitsorganisation an einer hormonellen Verhütungsmethode für den Mann. Dabei wurde das Hormon von außen, per Spritze, zugeführt.

Ziel: Die körpereigene Testosteronproduktion hemmen. Folge: Das Hirn lehnt sich daraufhin beruhigt zurück – es ist ja genug Testosteron im Blut. Ohne Befehl aus dem Hirn steht die Hormonproduktion in den Hoden bald still. Das körperfremde Testosteron gelangt jedoch genau dort nicht in ausreichender Menge hin. So zappelt bald kein einziges Spermium mehr im Ejakulat. Das Präparat sollte alle zwei Monate gespritzt werden. Wollten die Probanden das Medikament absetzen, waren sie nach einem Jahr wieder fruchtbar. Allerdings brachte diese Verhütungsmethode viele Nebenwirkungen und keinen 100-prozentigen Schutz mit sich, weshalb die Studie abgebrochen wurde.

Weitere, mögliche Folge: Da die Hodenzellen arbeitslos sind, werden sie schlapp. Das Gewebe wird weicher, und die Hoden fühlen sich allmählich an wie alte Pflaumen. Das Gleiche kann bei Bodybuildern passieren, die sich Testosteron – meist in einer noch höheren Dosis – zu Dopingzwecken injizieren. Ein Hoffnungsschimmer: Sobald sie damit aufhören, wird das Gewebe wieder praller, und die hormonproduzierenden Zellen nehmen ihre Arbeit wieder auf – meistens jedenfalls.

Safety first! Nichtzuletzt, dass solche Verhütungsmethoden ihre Nebenwirkungen mit sich bringen, schützen sie auch nicht zu 100 Prozent vor einer Schwangerschaft Ihrer Partnerin. Laut der ÄrzteZeitung*, gelingt eine Unterdrückung der Spermienbildung durch Testosteron bei etwa 10 bis 15 Prozent der Männer nicht ausreichend. Mit aus diesem Grund hat bislang kein Pharmakonzerm den Schritt gewagt, ein derart innovatives Verhütungsmittel für den Mann auf den Markt zu bringen. Das Kondom ist demnach die bislang einzig, erfolgreiche Verhütungsmethode für Männer.
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*Stand: 30.10.2015

Wie sich Testosteron aufs Gehirn auswirkt.
Testosteron: Der Schlüssel zum Erfolg?

Testosteron als Antrieb für Ihr Gehirn?

Der Körper reagiert sensibel auf Hormonschwankungen. Schon kleinste Veränderungen haben große Wirkung.

Testosteron macht den Mann selbstbewusst, ehrgeizig, dominant und hält sein Gehirn lange fit – vermutlich, weil es Nervenzellen vor zerstörendem Stress schützt. Ein Testosteronmangel soll den Verfall hingegen begünstigen. Was droht sind Depressionen und, im späteren Alter, Alzheimer und Demenz. Versuche zeigen, dass die Testosteron-Zufuhr im Alter quasi sofot schlauer macht.

Ähnliches erlebt jeder tagtäglich selbst. Morgens, wenn der Testosteron-Wert am höchsten ist, löst man Aufgaben zum räumlichen Denken besonders gut. Am späten Nachmittag, bei niedrigerem Hormonwert, steigt dagegen die Fehlerquote, wie eine englische Studie der University of Leeds gezeigt hat.


Doch es gibt auch zu viel des Guten. Im Reagenzglas treiben große Mengen Testosteron Nervenzellen nach wenigen Stunden in den Selbstmord. Auf natürlichem Wege ist das selbstverständlich nicht möglich. Für Männer, die sich mit Anabolika dopen, legen wir aber nicht unsere Hand ins Feuer.

Wieso Frauen bei Migräne mehr leiden als Männer.
Eine Runde Mitleid? Ihre Partnerin leidet bei Migräne wirklich mehr als Sie es vielleicht tun.

Testosteron als natürliches Schmerzmittel

Leidet Ihre Freundin bei Schmerzen mehr? Kein Wunder! Sie hat ja auch weniger Testosteron.

"Frauen reagieren nahezu doppelt so empfindlich auf Schmerzreize wie Männer", erklärt Professor Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik in Kiel. Wahrscheinlich setzt das männliche Hormon natürliche Schmerzmittel frei. Göbel: "Testosteron scheint die Schmerzempfindlichkeit zu reduzieren." Der umgekehrte Effekt zeigt sich übrigens bei Östrogen, dem weiblichen Geschlechtshormon. Ein Grund mehr für Mitleid, wenn Ihre Partnerin mal wieder Migräne hat.

Hat der Botenstoff eine positive Wirkung auf Ihr Herz?
Mukkis fürs Herz durch Testosteron? 

Ist Testosteron gut fürs Herz?

Testosteron gibt dem Herzen Kraft, macht eine müde Pumpe munter und schützt die Blutgefäße. "So sind etwa Zellen aus dem Knochenmark, die geschädigte Gefäße reparieren, bei Testosteronmangel in deutlich geringerer Zahl vorhanden", sagt der Hamburger Urologe Professor Hartmut Porst. Männer mit niedrigem Hormonspiegel leiden eher an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und haben eine geringere Lebenserwartung. 

Doch Vorsicht! In Bodybuilder-Dosen kippen Anabolika (Muskelaufbau-Substanzen) den Schutzeffekt! Das Herz wächst dann auf eine ungesunde Größe an, der Blutdruck steigt. Folge: Schlaganfall und Herzinfarkt drohen.

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