Muskelaufbau: Anabolika machen aggressiv

Anabolika machen aggressiv
"Du meinst also, ich hätt´ne Anabolika-Glatze?"

Noch lange nach dem Absetzen von Muskelaufbau-Präparaten sind psychische Nachwirkungen spürbar

Finger weg von Anabolika. Das gilt besonders für Jugendliche. Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass Doping sogar psychische Spätfolgen haben kann. Schon lange wird vermutet, dass so genannte androgen-anabolische Steroide bei jungen Menschen die Gehirnchemie dauerhaft verändert.

In einem Versuch mit jungen Hamstern, konnten Jill Grimes und Richard Melloni von der Northeastern-Universität zeigen, dass Anabolika noch lange nach dem Absetzen ein extrem aggressives Verhalten fördern. Was daran lag, dass die mit Anabolika behandelten Tiere einen wesentlich geringeren Serotonin-Spiegel im Gehirn hatten als ihre unbehandelten Artgenossen.

Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet und beeinflusst die Stimmungslage des Menschen. "Während des Wachstums entwickelt sich das Serotonin-System im Gehirn erst", sagt Melloni. Testosteron und die chemisch eng verwandten Anabolika hemmen die Bildung der Nervenzellen, die Serotonin produzieren.

Das führt bei längerem Gebrauch zu einer dauerhaft verminderten Serotoninproduktion, was sich in aggressivem Verhalten ausdrückt. "Wir wissen, dass die Aggressivität nicht einfach aufhört, wenn die Hormone nicht mehr eingenommen werden", sagt Melloni.

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