Trend Schamhaarrasur: Die perfekte Intimrasur

6 Tipps für eine glatte Intimrasur
Vor der Intimrasur sollten Männer duschen, denn durch die Wärme werden die Haarfollikel elastischer und lassen sich besser rasieren

Während der Vollbart wieder Trend ist, bleibt untenrum die freie Fläche angesagt. Männer mit Schamrasur gelten als gepflegt und sexy. Hier erfahren Sie, welche Methoden und Stylings es gibt und wie Sie Hautirritationen verhindern

In diesem Artikel:

Sollten sich Männer überhaupt im Intimbereich rasieren?

Laut einer Studie der Universität Leipzig trimmen 88 Prozent der Frauen und 67 Prozent der Männer regelmäßig ihre Schamhaare. Aber warum? Fakt ist: Ihren evolutionsbiologischen Sinn hat die Behaarung unserer Genitalien längt verloren. Sie ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten wie der Blinddarm oder die Weisheitszähne.

Ursprünglich diente das Schamhaar als sichtbares Zeichen der Geschlechtsreife, verteilte Duftstoffe (Pheromone) aus den umliegenden Drüsen, um Paarungsbereitschaft zu signalisieren und schützte den Intimbereich vor Krankheitserregern. Aber durch unsere verbesserte Körperhygiene und das Tragen von Kleidung haben die Schamhaare ihre Aufgaben heute weitestgehend verloren. Es spricht also grundsätzlich nichts gegen eine Intimrasur. Für viele Männer und Frauen gehört das Rasieren der Schamhaare inzwischen so selbstverständlich zur täglichen Pflege wie Duschen und Haare waschen – die blanke Intimzone ist insbesondere bei Jüngeren zum Massenphänomen geworden.

Die Forscher der Uni Leipzig begründen diese Entwicklung mit der Darstellung von Nacktheit in den Medien, dem Trend zu knapper Bademode und die allgemein gestiegene Akzeptanz von Pornofilmen sowie deren Inszenierung der Intimzone. Prominente wie Model Mirja Du Mont bekennen sich öffentlich zum Kahlschlag und prägen Sätze wie: „Je kürzer die Hecke, desto größer das Haus.“ Will heißen: Ein rasierter Intimbereich kann den Penis größer wirken lassen. Allerdings sollte jeder, der zum Rasierer greift, auch über die Gefahren der Intimrasur Bescheid wissen: Beim Entfernen der Schambehaarung können kleine Verletzungen entstehen, die Krankheitserregern Tür und Tor öffnen. Die Folge können schmerzhafte Genitalwarzen an Penis, Harnröhre oder am After sein, die sich schlimmstenfalls im gesamten Intimbereich ausbreiten. 

Wie bereitet man die erste Rasur vor?

„Im Prinzip macht es keinen großen Unterschied, ob man seine Bart- oder Schamhaare loswerden will. Zur Vorbereitung muss man Haut und Haare mit Rasierschaum gut einweichen. Beim ersten Mal die langen Schamhaare eventuell vorher mit einer Schere kürzen,“ sagt Frank Schäfer, Friseur und ehemaliger Schamhaarfriseur, Haarschneiderei Berlin. Dann mit einem Nassrasierer vorsichtig ans Werk gehen, so Schäfer. Am sichersten sind vergitterte Klingen. Einziger Unterschied: Verzichten Sie auf Rasierwasser oder ähnliches – es würde höllisch brennen! Eine fetthaltige Creme hat dagegen beruhigende Wirkung.

Bei der ersten Intimrasur sind kleinste Schnittverletzungen und Pickel übrigens vorprogrammiert. Nach dem dritten oder vierten Mal hat sich die Haut aber daran gewöhnt und alles läuft glatt. Am Anfang sollte man daher die Schamhaare nicht öfter als einmal die Woche stutzen, damit die Haut sich zwischendurch wieder erholen kann. Natürlich kann man auch zum elektrischen Rasierer greifen. Das kann allerdings vor allem an der Naht des Hodensacks ziemlich unangenehm sein. Wer die Rasur in den Sex miteinbezieht, hat mit Schaum sowieso viel mehr Spaß. Zumal es sich auf jeden Fall besser rasiert, wenn der Penis etwas erigiert ist – denn dadurch wird auch die Haut am Hodensack fester. Und je schlaffer, desto größer das Risiko, sich in eine Hautfalte zu schneiden.

In 6 Schritten zur perfekten Rasur


Für jeden Typ gibt es die perfekte Methode der Rasur – © Shutterstock

Autsch! Bei der Intimrasur kann einiges schiefgehen. Mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung läuft bei Ihnen alles glatt:

1. Vor-Rasur: Stutzen Sie Ihren Wildwuchs und Langhaare auf Millimetermaß hinunter. Andernfalls verstopfen die Rasierklingen des Nassrasierers und bearbeiten Ihre Haut zu einem blutigen Schlachtfeld.

2.Reinigen: Waschen Sie die Stellen, die Sie rasieren möchten. Es können sonst Schmutz oder Keime in die Haut eindringen und das kann zu Entzündungen führen. 

3.Aufwärmen: Sie sollten die Haarentfernung im Idealfall nicht vor, sondern während oder nach dem warmen Duschen anpacken. Sie wollen gerade nicht Duschen? Dann machen Sie es wie die Cowboys beim Barbier: Nehmen Sie einen heißen Waschlappen und legen Sie ihn auf die zu rasierende Haarpartie. Wärme erweitert die Blutgefäße. Die Poren Ihrer Haut öffnen sich, die Haarfollikel werden elastischer und die Haare lassen sich besser abrasieren. Sie beugen so Hautirritationen vor.

4. Straffen: Ziehen Sie die Haut der zu rasierenden Stelle mit der freien Hand straff. Dann fahren Sie mit dem Rasierer in der anderen Hand vorsichtig über die Stelle - am besten in Haarwuchsrichtung. Die Rasur gegen den Strich ist zwar gründlich, kann bei empfindlichen Stellen wie dem Intimbereich aber zu Rötungen führen. Wenn es unbedingt sein muss, rasieren Sie anschließend einmal quer zur Haarwuchsrichtung. Rasierschaum mit warmem Wasser abwaschen.

5. Abkühlen:Spülen Sie die rasierten Bereiche mit kaltem Wasser ab, damit sich die Blutgefäßen wieder schließen - das vermindert auch den Blutaustritt, falls Sie den Rasierer mit zu viel Druck geführt haben sollten und einen Schnitt davongetragen haben. Für Warmduscher: Salben Sie sich mit einer kühlenden Aloe-Vera-Creme ein.

6.Geschmeidiges Anziehen: Eine Feuchtigkeitscreme macht Ihre Haut schön glatt und ist daher nicht zu vernachlässigen. Teebaumöl wirkt übrigens antibakteriell. Versuchen Sie, nach der Rasur auf hautenge Unterwäsche zu verzichten. Nicht nur, damit die Feuchtigkeitssalbe tatsächlich Ihre Haut und nicht Ihre Feinripp-Brief geschmeidig cremt, sondern vielmehr, um Reizungen auf der Haut durch reibenden Stoff vorzubeugen. Legen Sie eine Boxershorts an, ein leichtes Hemd oder gleich nichts von beiden.

Welche Methoden gibt es?

Rasierschaum leistet bei der Intimrasur gute Dienste – © Hirurg/Shutterstock

Die Nassrasur ist nicht die einzige Möglichkeit, lästige Intimbehaarung loszuwerden. Wir haben die besten Alternativen für Sie gesammelt: 

  • Sie können Ihre Schamhaare auch mit einem Trockenrasierer stutzen, dann bleiben Haarwurzelentzündungen aus. No-Go: Den Rasierer fürs Gesicht auch unten benutzen.
  • Problem der Rasur, egal ob nass oder trocken: Sie hält nur wenige Tage, da die Haarwurzeln unangetastet bleiben. Anders verhält es sich bei der Epilation per Epiliergerät oder Wachs. Bei dieser Methode der Haarentfernung werden die Haare samt Wurzeln entfernt. Das hält bis zu 4 Wochen. Nachteil: Die Epilation ist deutlich schmerzhafter. Und bestimmte Stellen des männlichen Intimbereichs wie die Hoden sind nicht fürs Wachsen geeignet.
  • Noch länger glatt und schön als durch die Epilation bleibt der Intimbereich bei derIntimhaar-Verödung. Per Laser oder Pulslicht werden die Haare verödet und fallen nach einigen Tagen ab. Der Effekt hält bis zu mehreren Jahren an. Nachteil: Die Verödung ist die teuerste der Intimrasur-Methoden. Sie müssen zehn Sitzungen bei einem Spezialisten in Anspruch nehmen, die mit 80 bis 120 Euro pro Sitzung vor allem Ihrer Geldbörse Schmerzen bereiten.
  • Günstiger und vor allem schmerzfrei ist die Benutzung von Enthaarungscreme. Allerdings sollte man, aufgrund der möglichen Gefahr einer Kontaktallergie, die Creme erst an einer kleinen Körperstelle ausprobieren. „Nachdem dies erfolgt ist, kann eine Behandlung auf einer größeren Fläche begonnen werden. Jedoch bleibt zu beachten, dass eine Unverträglichkeit eventuell auch noch später auftreten kann," so Hautarzt Dr. Beuschel aus Bayern.
Eine stachelige Angelegenheit
Intimrasur und Schamhaar-Styling: der blanke Wahnsinn
Intimrasur und Schamhaar-Styling: der blanke Wahnsinn 33 Bilder

Welche Stylings sind möglich?

Nicht nur auf dem Kopf, auch im Intimbereich sind viele verschiedene Intimfrisuren möglich. Die Trends ändern sich hier wie bei anderen Beautyphänomen immer wieder. Am beliebtesten ist derzeit die Komplettrasur, bei der die gesamte Schambehaarung entfernt wird. Alternativ können Sie aber auch einen schmalen Streifen, den sogenannten Landing Strip, oder ein kleines Dreieck aus gestutzten Intimhaaren stehen lassen. Ihre Partnerin freut sich vielleicht über eine kleine Überraschung in Form eines Herzchens. Diese Intimfrisur aus der Schambehaarung zu formen, erfordert allerdings etwas Übung. Eine Schablone kann hierbei hilfreich sein. Wem das zu aufwendig ist, der kürzt seine Schambehaarung lediglich soweit ein, dass sie nicht seitlich nicht aus dem Slip oder der Badehose herauswuchert. Tipp: Besonders Mutige oder Trendbewusste verbinden Ihr Intimstyling mit einem modischen Tattoo oder einem Piercing im Genitalbereich.

Was tun gegen Hautirritationen?

Lästige Begleiterscheinungen der Intimrasur sind kleine Pickelchen, Verletzungen durch Schnitte und brennende, juckende Haut. Mit der richtigen Pflege bekommen Sie diese jedoch ganz easy in den Griff: Benutzen Sie grundsätzlich eine scharfe Klinge, da ein stumpfes Werkzeug leichter zu Abschürfungen führt. Wer empfindliche, gereizte oder trockene Haut hat, sollte bei der Intimrasur immer ein mildes Rasiergel oder Rasierschaum verwenden. Nach der Rasur beruhigen Jojobaöl oder Babypuder die gestresste Haut. Bei Entzündungen oder Rötungen kann Heilsalbe mit Dexpanthenol Abhilfe schaffen. Haben Sie nach der Intimrasur Schmerzen, bilden sich Ausschläge oder großflächige Entzündungen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Intimrasur fürs Erste ruhen lassen.

Intimrasur: Modeerscheinung oder Must-have?

Derzeit ist „untenrum“ Kahlschlag angesagt, der Busch hat (vorerst) Pause. Was aber viele nicht wissen: Die Intimrasur ist keine Erfindung der Neuzeit. Bereits für die alten Ägypter galt der haarlose Körper als Schönheitsideal und auch im antiken Griechenland und Rom war die Schamhaarentfernung sehr gefragt. Bei uns ist es seit den 90er-Jahren wieder en vogue, die Genitalbehaarung zu trimmen – bei Männern wie bei Frauen. Übrigens: Die Sorge, der kahlrasierte Intimbereich könnte Assoziationen zu nackten Kindern wecken, ist unbegründet. „Diese Art der Körperpflege hat überhaupt nichts Pädophiles an sich“, meint Professor Norbert Kluge, Sexualwissenschaftler an der Universität Koblenz-Landau. Ob Sie also auch zum Rasierer greifen wollen, liegt ganz bei Ihnen. Denn mit der Intimrasur verhält es sich wie mit jedem anderen Trend auch – ob wir ihm folgen wollen, ist jedem Einzelnen selbst überlassen.

Seite 1 von 1

Sponsored SectionAnzeige