Intensivkur: Was tun gegen Schuppen?

Unter Schuppen in den Haare leidet man am ehesten im Winter
Wer unter Schuppen leidet sollte ein mildes Shampoo für fettiges Haar benutzen

Ein schneeweißer Flokati auf dem Fußboden in Ihrem Wohnzimmer: Damit liegen Sie erstens absolut im Trend und zweitens ist er ideal fürs Probeliegen mit der Traumfrau. Aber ein weißer Teppich auf den Schultern – bitte nicht! Zwar ist an Schuppen noch kein Mensch gestorben, doch die fiesen Flocken sind alles andere als eine Augenweide und für ihren Besitzer mitunter recht peinlich. Im Folgenden lesen Sie, wie Sie das kopflastige Problem loswerden.

Wie entstehen überhaupt Schuppen?
Ob man nun unter den fetten (Pityriasis steadoides) oder den trockenen Schuppen (Pityriasis simplex) leidet, verantwortlich ist in beiden Fällen eine überfleißige Kopfhaut. Normalerweise erneuert sich der Skalp etwa alle 28 Tage. Entgleist dieser Prozess (und das passiert bei immerhin fast 40 Prozent aller Männer), geschieht das wesentlich schneller, manchmal in lediglich fünf Tagen. Dann kommt es zu Verhornungen, das bedeutet, dass Hautzellen zu kleinen Plättchen verklumpen, die dann als unangenehme Schuppen auf Hemd, Sakko oder Pullover rieseln.

Neue Kopfhaut
Die überschnelle Kopfhauterneuerung kann ganz verschiedene Ursachen haben: Vitaminmangel, zu viel Stress, Pilzbefall, Veranlagung, große Hitze, Anwendung verkehrter Pflege- und Styling-Produkte. "Aber auch die männlichen Hormone können die Fett- und Schuppenbildung im Haar beschleunigen, da sie die Talgdrüsen zu erhöhter Produktion anregen", erklärt die Hamburger Dermatologin Dr. Birgit Kunze. "Viele Männer wissen auch nicht, dass es verschiedene Arten von Schuppen gibt, die entsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen."

Der Test

Legen Sie ein schwarzes Blatt vor sich und beugen Sie sich darüber. Jetzt schütteln Sie Ihr Haupthaar. Mit Sicherheit landen ein paar weiße Schüppchen auf dem Untergrund. Aber keine Sorge: Jede Kopfhaut stößt täglich sechs bis zehn Gramm alte, mikroskopisch kleine Hornzellen ab.
Wenn allerdings richtig viele Flocken auf dem Papier gelandet sind (an einzelnen Stellen mehr als 15 pro Quadratzentimeter), dann haben Sie ein Problem: Das physiologische Gleichgewicht Ihrer Kopfhaut ist gestört.

Schuppen – wasch und weg?

Die meisten Anti-Schuppen-Shampoos enthalten speziell entwickelte Wirkstoffe, bieten Schutz gegen Pilze und Bakterien und regulieren gleichzeitig eine zu rasche Zellteilung auf der Kopfhaut. Zu diesen Ingredienzien zählen beispiels-
weise Zinkpyrithion, Pirocton Olamin, Climbazol und Octopirox. Bei Schuppen, die durch Vitaminmangel, Föhnluft oder Seifen verursacht wurden, sind diese Mittel allerdings wirkungslos. Andere Shampoos enthalten Fumarsäure, Schwefel, Salicylsäure oder Selendisulfid – Substanzen, die häufig in medizinischen Präparaten stecken. Sie wirken wie ein sanftes Peeling, lösen hartnäckige Schuppen von der Kopfhaut und normalisieren die Zellproduktion.

Die Hersteller von Naturkosmetik setzen dagegen auf pflanzliche Inhaltsstoffe wie Teebaumöl, das Erleichterung beim Auswaschen von Schuppen bringt, oder auf die milden, desinfizierenden Extrakte aus Brennnessel, Birke und Rosmarin.
Allerdings: In vielen Fällen entscheidet ein einziger Wirkstoff darüber, ob ein Mittel gegen Ihre Schuppen hilft oder nicht. Und deshalb gibt es nur einen Weg zur Entscheidung für das richtige Produkt: Sie müssen ausprobieren, welches Anti-Schuppen-Shampoo bei Ihnen wirkt.

Unsere besten Tipps

Tabu sind dann stark entfettende Waschsubstanzen, sehr heißes Wasser und häufiges, heißes Föhnen. Hilfreich sind milde Shampoos mit hydratisierenden und rückfettenden Substanzen wie Harnstoff (Urea), Shea-Butter oder Glycerin. Auch Panthenol, Hafer-Extrakt oder Kamille besänftigen eine strapazierte Kopfhaut.

Wenn’s dagegen vom Kopf runter geht wie Öl, spricht man von vermehrtem Talgfluss oder Seborrhöe. Elendes Ergebnis: Die abgestorbenen Hautzellen verkleben zu Schuppen und bleiben auf der Haut haften, bis sie nicht mehr richtig atmen kann und zu kribbeln beginnt. „Schuld am Juckreiz ist oft der Malessezia furfur, ein zur natürlichen Hautflora gehörender Hefepilz, dessen Population explodieren und zur Zellabschilferung führen kann“, erklärt Hautärztin Kunze. Beim klassischen Fritten-Look geht es also vordergündig darum, Fett zu reduzieren. Als Ölstopper eignen sich Shampoos mit Teebaumöl. „Unterlassen Sie Trockenrubbeln der Haare und heftiges Kämmen, das regt die Talgdrüsen nur zu mehr Fettproduktion an“, sagt Kunze.

Nach ungefähr vier bis sechs Wochen Anti-Schuppen-Behandlung müsste sich der Zustand der Kopfhaut deutlich gebessert haben. Falls nicht, sollten Sie zu einem Hautarzt gehen – es könnte eine Schuppenflechte, Neurodermitis oder ein allergisches Ekzem dahinter stecken.
Manchmal wirken alte Hausrezepte kleine Wunder. Naturmediziner Dr. Jörg Zittlau aus Bremen rät, gegen die übermäßige Fett- und Schuppenbildung Hamamelis- oder (Cystus-)Rosenwasser (in Apotheken) auf die Kopfhaut zu träufeln. Sogar Apfelessig beugt Schuppen durch Säurezufuhr vor. Vermischen Sie je eine Tasse Essig und Wasser und massieren Sie den Mix zwischen den Haarwäschen gründlich in die Kopfhaut ein. Er fördert die Durchblutung und stillt den Juckreiz. Ideal bei trockenen Schuppen ist Erdnuss- oder Olivenöl. Massieren Sie es in die Kopfhaut ein und lassen Sie es über Nacht einwirken, morgens gründlich auswaschen. Wer sich Teebaumöl-Shampoo selber machen (und dabei Geld sparen) möchte, sollte es einmal mit folgendem Rezept versuchen: Mixen Sie 60 Tropfen Teebaumöl mit 100 Millilitern pH-neutralem Shampoo und shamponieren Sie wie gewohnt – aber hoffnungsvoller.

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