Es ist doch zum Verrücktwerden. Monatelang hast du dich in Geduld geübt und dir einen stylischen Vollbart gezüchtet. Und jetzt? Juckt und juckt die Haut darunter beinahe unausstehlich. Warum ist das so und was ist zu tun? Abrasieren? Bitte nicht! Hier verraten wir, was genau für juckende Bärte verantwortlich ist und was den Juckreiz stillt – ohne den mühsam gezüchteten Bart zu opfern.
Keine Frage, Bärte sehen lässig aus und sind voll angesagt. Aber Fakt ist: So ein Bart ist auch ein Schlachtfeld für Bakterien. Und die sind maßgeblich für den lästigen Juckreiz verantwortlich. Hinzu kommen dann noch abgestorbene Hautschüppchen, die sonst einfach abfallen würde, sich aber allzu leicht in den Haaren verfangen und dadurch Juckreiz auslösen können. Was dagegen hilft? Diese 4 Tipps.
Deine Hände bieten Bakterien die allerbesten Transportbedingungen. Wann immer du an deinen Barthaaren herumfummelst, schleust du genau die Mikroben ein, mit denen du vorher auf der Toilette, im Bus oder beim Einkaufen in Kontakt gekommen bist. "Immer wenn du mit deinen Fingern durch deinen Bart fährst, werden Bakterien und Pilze übertragen", sagt Dermatologe Joshua Zeichner. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird dein Bart dann zur Brutstätte von Bakterien. Deshalb: Finger aus dem Gesicht. Wenn du deinen juckenden Bart anfasst, dann nur, um ihn zu reinigen. Übrigens: So pflegst du einen 3-Tage-Bart
"Hautschuppen, die sich täglich in den Barthaaren verfangen, tragen ebenfalls wesentlich zum gefürchteten Juckreiz bei", sagt Richard Tucker, Bartexperte im Londoner Szene-Barbershop Ruffians, "Männer sollten auf ihre Bartpflege achten und ihren Bart regelmäßig waschen, dann bekommt man das Problem in den Griff." Aber Achtung: Waschen bedeutet nicht, den Bart mit Duschgel unter der Dusche zu bearbeiten. Investiere lieber in ein richtiges Bart-Shampoo. Duschgels entfetten das Haar, machen es strohig und kratzig. Kein Problem für den 3-Tage-Bart, wohl aber für den Vollbart. Auch Bartöl und eine Bartbürste lohnen sich für längere Bärte: Die Tools bringen die Haare nicht nur zum Glänzen, sondern pflegen, beleben und besänftigen gleichzeitig die Gesichtshaut.
Vor allem krause, unregelmäßig gewachsene Barthaare bieten Mikroorganismen eine gute Basis. "Im schlimmsten Fall verursachen in den Haarbiegungen gefangene Bakterien Infektionen", sagt Zeichner, "Lockiges und verdrehtes Barthaar kann zudem in Richtung Haut wachsen und dort eine Pseudo-Follikulitis verursachen." Eine 'Pseudofolliculitis barbae', so der dermatologische Fachjargon, ist eine durch Barthaare verursachte Reizung der Haut, die in Kombination mit Bakterien Juckreiz, eingewachsene Barthaare und Entzündungen auslösen kann. "Neigst du dazu, solltest du eine Bartroutine entwickeln, die ein gerades Barthaar-Wachstum fördert", so Barbier Tucker. Er rät:
Wenn der Bart juckt, kann es auch daran liegen, dass du die Konturen nicht korrekt ausrasierst, beziehungsweise das falsche Gerät dafür verwendest. "Vor allem Elektro-Rasierer können Hautirritationen und schlimmstenfalls auch Infektionen auslösen, da sie schwerer zu reinigen sind", sagt Tucker, "Barbiere empfehlen, sich um den Bart herum nass zu rasieren."
Das geht mit einem Standard-Nassrasierer. Aber Rasierhobel sind für Bartträger erste Wahl. "Damit gelingen präzise Konturen. Aber vor allem schneiden sie das Haar scharf ab, ohne an der Haarwurzel zu ziehen", so der Experte. Das könnte nämlich wieder zu Entzündungen und Juckreiz führen.
Klar, Barthobel, Pflege und Styling-Produkte sind in der Regel etwas teurer als Duschgel und Standard-Rasierer. Aber richtige Bart-Tools und Pflegeprodukte tragen dazu bei, dass dein Bart nicht nur lässig aussieht, sondern sich auch so anfühlt. Und das ist es dir doch bestimmt wert, oder?