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Juckende Kopfhaut 6 Experten-Tipps gegen nervigen Juckreiz am Kopf

Ihre Kopfhaut juckt und brennt ständig und nichts hilft? Wir helfen Ihnen herauszufinden, wieso Ihr Kopf juckt und was Sie dagegen tun können

Wie das juckt! Zum Verrücktwerden. Kleiner Trost: Mit Juckreiz auf der Kopfhaut sind Sie nicht allein: Fast 75 Prozent der Weltbevölkerung leidet darunter. Aber Hilfe naht! Unsere Experten verraten, welche Ursachen hinter dem Juckreiz stecken und geben Tipps, was Sie bei Kopfhautproblemen tun können. Ob Bio-Pflegeprodukte, Anti-Schuppenshampoos aus der Drogerie oder einfache Hausmittel, es ist garantiert für jeden Kopfhauttyp etwas dabei.

Wieso juckt die Kopfhaut?

Wenn die Kopfhaut juckt oder brennt, dann ist die "Hautbarriere", also der natürliche Schutzmantel der Haut, gestört. Die Gründe hierfür können unter anderem Veranlagung, Stress oder die falsche Ernährung sein. Aber auch trockene Heizungsluft im Winter oder übermäßige UV-Strahlung im Sommer können zu Juckreiz führen, weil beides die Kopfhaut austrocknet.

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"Meist kommt Juckreiz nicht allein. Begleiterscheinungen sind oft Rötungen, Schuppen, Papeln, Pusteln und Bläschen“, betont die Hamburger Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus. All diese Veränderungen können ein Hinweis für eine Entzündung sein und so die Ursache für das Kopfhautjucken. Hier die 5 häufigsten Ursachen für Kopfhautjucken:

1. Oft ist falsche Haarpflege das Problem

Viel hilft viel? In diesem Falle nicht! "Zu viele Pflegeprodukte, zu häufiges heißes Waschen und Föhnen können die Kopfhaut auf Dauer aus dem Gleichgewicht bringen. Besonders gefährlich sind Shampoos mit aggressiven Tensiden  die bilden den Schaum, lösen Fett und Schmutz aus dem Haar", betont Hautärztin Steinkraus. Besser geeignet hingegen sind spezielle Shampoos für sensible Kopfhaut, die mit weniger Tensiden auskommen. Auch chemische Behandlungen – zum Beispiel Colorationen – können Juckreiz auf der Kopfhaut verursachen.

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https://amzn.to/2K8tDiXAchtung! Egal, wie mild Ihr Shampoo ist, achten Sie beim Haarewaschen darauf, dass das Shampoo vollständig ausgespült wird. Ansonsten kann schnell ein Juckreiz auftreten.

2. Juckende Kopfhaut kann ein Zeichen für Schuppen sein

Wenn Sie sich häufig am Kopf kratzen, haben Sie möglicherweise Schuppen. Mit Schuppen und Juckreiz reagiert der Körper auf Irritationen. Schuppen können sowohl banale als auch medizinisch relevante Ursachen wie allergische Reaktionen haben. Wer talgreiche Haut und gelbliche Schuppen zu beklagen hat, sollte auf jeden Fall lieber einen Arzt aufsuchen. "Solche Schuppen entstehen häufig im Rahmen eines seborrhoischen Ekzems, eine entzündliche Hauterkrankung", erklärt Dr. Steinkraus. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann spezielle Mittel verschreiben. Ein einfaches Anti-Schuppenshampoo aus der Drogerie reicht nämlich in der Regel nicht aus.

3. Trockene Kopfhaut juckt

Sollten Sie auch anderen Stellen Ihres Körpers zu Trockenheit neigen, ist wahrscheinlich eine trockene Kopfhaut die Ursache für Ihren Juckreiz. Jeder Haartyp kann betroffen sein, egal ob dickes, dünnes, glattes oder lockiges Haar, ob Sie Schuppen haben oder nicht. Auch hier gilt: Am besten ein Shampoo speziell für sensible, trockene Kopfhaut verwenden, immer gründlich ausspülen und die Haare nicht zu heiß föhnen.

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4. Pilz- oder Bakterieninfektion lösen starken Juckreiz aus 

Auch ein Pilz auf der Kopfhaut führt zu Juckreiz. "Hier kann die Haut dann zusätzlich rote und schuppige Flecken aufzeigen. Zusätzlich können die Lymphknoten im Nacken und Halsbereich vergrößert sein", erklärt die Heilpraktikerin Claudia Dippel. Achtung: Der Juckreiz kann auch von Läusen kommen. Eltern sind besonders häufig davon betroffen. Die Läuse bilden kleine Nissen (Eier), die beim genauen Inspizieren der Kopfhaut gut auffindbar sind.

5Die falsche Ernährung stört die Balance Ihrer Kopfhaut

Nicht nur äußeren Einflüsse wie Wärme oder Kälte können Ihre Kopfhaut belasten. Auch was Sie täglich essen, wirkt sich auf die Balance Ihrer Kopfhaut aus. Unverträglichkeiten oder aber fehlende Mineralien und Aminosäuren können Gründe für ein Kopfhautjucken sein. Lassen Sie am besten Ihr Blut auf eventuelle Mängel untersuchen, falls der Juckreiz trotz angepasster Pflegeroutine nicht verschwindet.

Was tun gegen juckende Kopfhaut?

"Juckende Kopfhaut kann harmlose temporäre Ursachen haben, sie kann aber auch auf ernst zu nehmende Erkrankungen hinweisen", betont die Hautärztin Susanne Steinkraus. Es ist daher essentiell, bevor Sie Ihre Kopfhaut behandeln, zu wissen, was überhaupt das Problem ist. Doktern Sie bitte nicht zu lange an sich herum, sondern suchen Sie auf jeden Fall zeitnah eine Ärztin oder einen Arzt auf. "Die Ursachenfindung sollte immer im Vordergrund stehen", rät unsere Expertin. Je nach Ursache können  unterschiedliche Hausmittel, Kosmetika oder schulmedizinische Behandlungen von großer Hilfe sein:

Weniger Styling für weniger Juckreiz
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Milde Pflege-Produkte und weniger Styling reduzieren den Juckreiz

Tipp 1: Steigen Sie auf eine mildere Pflege um

Checken Sie, ob Ihre Pflegeprodukte Ihre Kopfhaut reizen! Heilpraktikerin Claudia Dippel empfiehlt dafür, die Haarpflegeroutine einfach mal genau zu beobachten. Angefangen mit dem Shampoo, über Styling-Produkte bis hin zur Kopfbedeckung: Lassen Sie einzelne Dinge weg und beobachten Sie genau, ob der Juckreiz nachlässt.

"Am besten die Haare nicht jeden Tag mit Shampoo waschen und zwischendurch nur mit Wasser", so Dippel. Sie rät zu basischen Bioshampoos mit Teebaumöl oder Schwarzkümmelöl. Auch Haarseife, also Waschstücke fürs Haar, gelten als besonders schonend – übrigens auch für die Umwelt, weil Sie damit Verpackungsmüll reduzieren. Wenn Sie zusätzlich unter Schuppen leiden, sollten Sie ein spezielles Schuppen-Shampoo verwenden.

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Tipp 2: Teebaumöl-Spray zum Selbermachen

Teebaumöl ist nicht nur bei Hautunreinheiten eine Wohltat, sondern auch bei Juckreiz auf der Kopfhaut. Der Grund: Das ätherische Öl wirkt antiseptisch, also antientzündlich, weil es Bakterien und Pilze abtötet. Für ein selbstgemachtes Anti-Juckreiz-Teebaumöl-Spray nehmen Sie eine leere Sprühflasche und füllen diese mit 95 ml Wasser auf. Anschließend fügen Sie 5 ml Teebaumöl hinzu. Kräftig schütteln. Wenn Sie eine empfindliche, trockene Kopfhaut haben, sollten Sie zunächst mit einer niedrigeren Dosis Teebaumöl beginnen: 2 ml reichen dann aus.

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Tipp 3: Eine Bürste mit Wildschweinborsten verbessert die Durchblutung

Sollten Sie immer mal wieder mit Juckreiz auf der Kopfhaut zu kämpfen haben, können Sie präventiv – in juckreizfreien Zeiten – mit einer Bürste aus Wildschweinborsten die Kopfhaut massieren. "Dadurch wird die Durchblutung Ihrer Kopfhaut angeregt. Die Talgproduktion reguliert sich. Trockenheit, aber auch zu fettiges Haar bessern sich", erklärt Heilpraktikerin Dippel.

Tipp 4: Hausmittel wie Backpulver helfen bei Schuppen

Wer nicht gleich zur Chemiekeule greifen möchte, kann es mit Backpulver, Apfelessig, Zitronensaft oder Kokosöl probieren. Natürliche Produkte helfen zumindest bei gelegentlicher und leichter Schuppenbildung sehr effektiv – und vor allem schonender als manches Anti-Schuppenshampoo. 

Tipp 5: Mit der richtigen Ernährung können Sie viel verändern

"Eine Ernährungsumstellung kann je nach Ursache sehr hilfreich sein“, so Dippel. "Vor allem bei einer Übersäuerung und bei einem hohen Stresslevel kann eine gesunde Ernährung viel wieder gut machen. Denn in solchen Fällen fehlen meist wichtige Mineralien und Aminosäuren, die für eine gesunde Kopfhaut als Baustoff nötig sind."  Die Expertin empfiehlt daher gesunde Fette wie Omega 3 und 6 Fettsäuren zu sich zu nehmen. Diese sind beispielsweise in Lein- oder Hanföl enthalten.

Aber: "Bevor Sie mit einer (aufwendigen) Ernährungsumstellung starten, sollten Sie erstmal Ihre üblichen Pflegeprodukte weglassen oder durch anderen ersetzen. Meist reagiert die Kopfhaut auf bestimmte Inhaltsstoffe allergisch und gereizt", weiß Dippel.

Bei Juckreiz bloß nicht kratzen
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Bei Juckreiz bloß nicht kratzen, das macht es nur noch schlimmer

Was sollten Sie auf keinen Fall machen?

Leichter gesagt als getan, aber: Geben Sie dem Juckreiz nicht nach! "Durch Kratzen wird es im Zweifelsfall nur schlimmer, da durch Miniverletzungen Bakterien eindringen können", so die Hautärztin Dr. Steinkraus.

Häufiges Haarewaschen sollte ebenfalls vermieden werden. Und nach dem Waschen sollten Sie niemals zu heiß föhnen. Besser nur lauwarm. Auch zu viel Styling kann die Kopfhaut irriteren. Deshalb ist es auch sinnvoll, Stylingprodukte über längere Zeit ganz wegzulassen.

Kopfhaut-Probleme verschwinden meist nur durch eine regelmäßige und vor allem passende Behandlung. Achten Sie nicht nur auf äußere Faktoren, sondern auch auf Ihre Ernährung. Grundsätzlich gilt: Geben Sie Ihrer Kopfhaut etwas Zeit, sich zu regulieren und suchen Sie auf jeden Fall eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn der Juckreiz trotz unserer Tipps nicht nachlässt.

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