Das müssen Einsteiger beim Krafttraining unbedingt beachten

Krafttraining für Anfänger
Das müssen Einsteiger beim Krafttraining unbedingt beachten

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 09.01.2026
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Krafttraining starten als Anfänger
Foto: gettyimages/Hirurg

Krafttraining ist weit mehr als ein Mittel für breitere Schultern oder größere Arme. Wenn du regelmäßig trainierst, stärkst du deinen gesamten Körper. Deine Haltung verbessert sich, Rückenschmerzen werden seltener, dein Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und du verbrennst mehr Kalorien – selbst in Ruhe. Dazu kommt der mentale Effekt, denn nach einem guten Workout fühlst du dich fokussierter, ausgeglichener und oft auch selbstbewusster.

Kurz gesagt: Jede Trainingseinheit ist ein Investment in deine Gesundheit, deine Leistungsfähigkeit und dein Wohlgefühl.

Wie oft solltest du als Einsteiger trainieren?

Für den Einstieg reichen zwei bis drei Krafttrainings pro Woche völlig aus. Du musst nicht täglich im Gym stehen, um Fortschritte zu machen. Wichtiger ist, dass du regelmäßig trainierst und deinen Körper an die neue Belastung gewöhnst.

Am besten startest du mit Ganzkörper-Workouts. So aktivierst du in jeder Einheit alle großen Muskelgruppen und baust ein stabiles Fundament auf, statt einzelne Muskeln "herauszupumpen". Gerade in den ersten Monaten kommst du mit einem gut strukturierten Ganzkörperplan deutlich schneller voran als mit komplizierten Split-Plänen.

Was du vor deinem ersten Training unbedingt beachten solltest

Ein kurzer Check-up beim Arzt kann sinnvoll sein, wenn du über 40 bist, länger keinen Sport gemacht hast oder Vorerkrankungen mitbringst. Das kostet nicht viel Zeit, gibt dir aber Sicherheit.

Bevor du mit Gewichten loslegst, wird aufgewärmt. Fünf bis sieben Minuten reichen:

Ideen fürs Warm-up:

  • leichtes Rudergerät
  • lockeres Fahrradfahren
  • Hüft- und Schulter-Mobilisation
  • 1 bis 2 leichte Aufwärmsätze vor jeder Übung

So schützt du Muskeln, Bänder und Gelenke – und bekommst ein besseres Körpergefühl.

Freihanteln oder Maschinen – womit solltest du starten?

Beides! Gerade am Anfang ist eine Mischung ideal.

Maschinen helfen dir, die korrekte Bewegung zu lernen und den Zielmuskel zu treffen. Freihanteln dagegen beanspruchen mehrere Muskeln gleichzeitig und verbessern deine Körperstabilität.

Kurz gesagt:

  • Maschinen = sicher, geführt, ideal für Technikaufbau
  • Freihanteln = funktional, alltagsnah, langfristig effektiv

Trainierst du zu Hause, reichen Kurzhanteln oder eine Kettlebell für die ersten Wochen völlig aus.

Die besten Übungen für Einsteiger

Als Anfänger solltest du es einfach halten. Sechs bis zwölf Übungen pro Einheit reichen vollkommen.

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Grundübungen, die du kennen solltest:

Ein typischer Ablauf: Du startest mit einer Beinübung, gehst dann zu Rücken und Brust über, ergänzt Schulter und Rumpf und beendest das Training mit Armen. So bist du konzentriert, wenn die großen Bewegungen dran sind.

Wie findest du das richtige Gewicht?

Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, möglichst viel aufzuladen. Besser ist aber das Gegenteil: In den ersten zwei bis drei Trainings wählst du bewusst leichte Gewichte, um den Bewegungsablauf zu lernen und ein gutes Gefühl für die Übung zu entwickeln.

Wenn die Technik sitzt, kannst du dich langsam an dein Arbeitsgewicht herantasten. Für Muskelaufbau ist ein Bereich von etwa sechs bis zehn Wiederholungen pro Satz ideal. Schaffst du eine Übung locker deutlich häufiger, ist das Gewicht zu leicht. Kommst du kaum über fünf Wiederholungen, ist es für den Einstieg zu schwer. Ziel ist, dass die letzten zwei Wiederholungen sich anstrengend anfühlen, aber noch kontrolliert und sauber sind.

Wie lang sollten Pausen im Training sein?

Pausen gehören genauso zum Training wie die Sätze selbst.

Empfehlung:

  • 1 bis 1,5 Minuten bei kleineren Muskelgruppen
  • 2 bis 3 Minuten bei großen Muskeln und komplexen Übungen

Zwischen zwei Workouts sollte mindestens ein Ruhetag liegen. So gibst du deinem Körper Zeit zum Aufbau – denn der passiert außerhalb des Gyms.

Wie hart solltest du als Einsteiger trainieren?

Du musst dich schon fordern, aber nicht jedes Mal bis an die Schmerzgrenze gehen. Ein guter Richtwert ist, dass du das Gefühl hast, wirklich gearbeitet zu haben, aber nach dem Training nicht völlig zerstört bist.

Plane pro Übung drei Sätze ein und bleib am Anfang bei zwei bis drei Trainingstagen pro Woche. Nach acht bis zwölf Wochen kannst du die Belastung steigern. Zum Beispiel, indem du aus drei Sätzen vier machst, einzelne Übungen austauschst oder einen zusätzlichen Trainingstag einbaust. Dein Körper gewöhnt sich schnell an wiederkehrende Reize, deshalb braucht er regelmäßig kleine "Updates", um weiter Fortschritte zu machen.

Wichtig: Erhöhe zuerst den Umfang, also die Gesamtanzahl der Sätze, und erst danach die Intensität über höhere Gewichte oder kürzere Pausen. So gibst du Muskeln, Sehnen und Gelenken genug Zeit, sich anzupassen.

Wie wichtig ist Technik?

Gerade bei Grundübungen ist saubere Technik entscheidend. Sie sorgt dafür, dass du wirklich die Muskeln triffst, die du trainieren willst, und schützt dich vor Überlastungen und Verletzungen.

Am besten lässt du dir im Gym beim ersten Training die wichtigsten Übungen zeigen und dir erklären, worauf du achten musst. Wenn es dein Budget zulässt, können eine oder zwei Personal-Training-Stunden eine sehr sinnvolle Investition sein. Für zu Hause bietet sich an, dass du dich mit dem Smartphone filmst und deine Ausführung überprüfst oder die Videos von einem Trainer gegenchecken lässt.

Fehlende Technik bringt dir auf Dauer nur eins: Frust. Du trainierst hart, siehst aber wenig Fortschritt oder handelst dir Beschwerden ein. Das kannst du dir mit ein bisschen Anleitung von Anfang an sparen.

Wie bleibst du langfristig motiviert?

Dranbleiben ist oft schwerer als anfangen. Aber Motivation kann trainiert werden!

So bleibst du am Ball:

  • feste Trainingstage
  • Fortschritte dokumentieren (Gewichte, Wiederholungen, Fotos)
  • immer zur gleichen Uhrzeit trainieren
  • Trainingspartner suchen
  • kleine Ziele setzen

Nach sechs Wochen fühlt es sich nicht mehr nach "Müssen", sondern nach Routine an.

Wie solltest du als Anfänger essen?

Du brauchst keinen komplexen Ernährungsplan – nur ein paar Grundregeln.

Vor dem Training (1 bis 2 Std.): Kohlenhydrate für Energie(z. B. Haferflocken, Vollkornbrot, Nudeln, Banane)

Nach dem Training: 20 bis 40 g Protein (z. B. Shake, Quark, Joghurt, Käsebrot)

Achte außerdem auf ausreichend Wasser und guten Schlaf – das sind unterschätzte Faktoren für Fortschritt.

Was du bei Muskelkater tun solltest

Leichter Muskelkater ist normal, aber kein Zeichen dafür, dass du hart genug trainiert hast.

Hilfreich:

  • warmes Bad
  • Sauna
  • Spaziergänge
  • Kirschsaft (antientzündlich)
  • ausreichend Schlaf

Trainiere die betroffenen Muskeln erst wieder, wenn der Schmerz deutlich abgeklungen ist.

FAQ: Häufige Fragen zum Krafttraining als Einsteiger

Fazit