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Schluss machen: So beendest du eine Beziehung

Schluss machen So beendest du eine Beziehung richtig

Aller Anfang ist schwer. Für Partnerschaften ist allerdings das Beziehungsende der schwierigste Teil – für beide! So bringst du es deinem künftigen Ex-Partner bei – und beendest deine Beziehung anständig

Der Anfang vom Ende ist in der Regel der schwerste Teil in der Beziehung. Wenn dein:e Partner:in Schluss macht, ist das zwar hart, aber einfach: Dein Handlungsspielraum tendiert gegen Null. Doch wenn du unzufrieden bist, musst du agieren und dem/der Partner:in, den/die du womöglich noch sehr gerne hast, verletzen. Das bedeutet, du brauchst Mumm und Einfühlungsvermögen. Einfach weglaufen, nicht mehr anrufen, staubfrei ausziehen, das ist nicht die feine Art. Im Gegenteil, dazu gehört Selbstbeherrschung: Persönlich mit jemanden Schluss machen, ehrlich sein, kein Sex mit der/dem Ex und so weiter. Du bist dir noch gar nicht so sicher, ob du wirklich Schluss machen willst? Diese Checkliste hilft dir bei deiner Entscheidung.

Wie bleibst du beim Schluss machen fair?

"Indem man dem anderen durch sein Handeln zeigt, dass man ihn respektiert", sagt der Organisations-Coach Mathias Voelchert aus München, der Familienunternehmen in Trennungssituationen berät. "Maßstab dafür ist die Frage: Schadet mein Verhalten einem von uns jetzt oder später?"

Diese Mindestanforderungen sollten beim Schluss machen gelten:

  • Sei ehrlich.
  • Sag es persönlich.

Telefon, SMS, E-Mail oder Brief sind ungeeignet. Steh zu deiner Entscheidung. Gleichgültiges Verhalten erschwert die Trennung nur und stachelt den Hass an. Im schlimmsten Fall leidet deine Sachen, dein Ruf oder dein Haustier darunter. Unfair wäre es auch, die/den Partner:in so lange mies zu behandeln, bis ihr/ihm aus Selbstschutz nichts anderes übrig bleibt, als selber Schluss zu machen. Manche denken, dadurch könnten sie eine weiße Weste behalten, aber die Verantwortung bleibt. Andere benehmen sich in der Annahme "Dann wird’s leichter für den Partner, denn so kann er mich schließlich hassen" wie ein Fiesling. Der Haken daran ist nur, dass diese Menschen keinem anderen Partner mehr vertrauen werden. Bedenke dabei: Es wird auch für dich einfacher, wenn dein:e Ex schneller wieder jemanden lieben kann.

Die Grundregeln fürs Schluss machen in Abhängigkeit nach Beziehungsdauer

Nach einem Date: Ihr habt ein paar schöne Stunden verbracht, aber mehr soll nicht draus werden? "Auch nach nur einem Date solltest du eine kurze Rückmeldung geben", rät Ferdinand Krieg, Paartherapeut aus Berlin. Eine SMS reicht: "Danke für den schönen Abend, aber das wird leider nichts mit uns." Dein Date weiß nun, woran es ist – und du ersparst dir weitere Anrufe.

Nach 3 Tagen: Es war nur ein nettes Wochenende? Wenn du das jetzt ehrlich zugibst, wird dieser Schnitt keine tiefen Narben hinterlassen.

Nach 3 Wochen: Aus einem Date sind ein paar mehr geworden. Jetzt wird es ernst, jedoch nicht mit dir. Bedenke trotzdem: "Bei dem anderen ist möglicherweise schon eine gewisse Bindung entstanden, vielleicht hat sie/er sich sogar verliebt", sagt Krieg. Sag klar, dass du keine Beziehung möchtest – und warum. Auf die schnelle Absage per SMS verzichtest du. Ein Telefonat, besser ein persönliches Gespräch, ist Pflicht.

Nach 3 Monaten: Ihr seid zwar ein Paar geworden, aber nüchtern betrachtet entpuppt sich die Beziehung als Reinfall. Der Beziehungs-Coach: "Nach etwa 3 Monaten ist die erste Verliebtheitsphase vorbei." Trotzdem ist die/der baldige Ex Teil deines Lebens geworden. Sie/er hat es verdient, dass du die Beziehung in einem persönlichen Gespräch beendest. Ideal: ein neutraler Ort, mit genug Rückzugsmöglichkeiten für beide. Ihr solltet ungestört sprechen können. Was gar nicht geht: sich zurückziehen und Fragen ausweichen, bis der andere selbst merkt, dass du es beenden möchtest.

Nach einem Jahr: Ihr teilt seit mehr als einem Jahr Tisch und Bett, vielleicht wohnt ihr sogar schon zusammen. Überlege dir gut, ob du dich wirklich trennen willst – oder ob der Mensch an deiner Seite vielleicht doch der/die Richtige sein könnte? Denn ist die Idee erst auf dem Tisch, hast du schon etwas zerstört. Gut überlegt? Okay. Die Trennung ist ein Prozess: Oft sind mehrere Gespräche nötig. Vermeide, Vorwürfe zu machen. Sprich über dich und deine Gefühle. Hör dir auch die andere Sichtweise an – aus einer Trennung kannst du einiges für deine nächste Beziehung lernen. Wenn du den Impuls hast, nach der Trennung noch irgendwie zu helfen, kannst du ruhig nachfragen. Ein "Nein" solltest du aber akzeptieren.

Nach 3 Jahren: Eine lange Zeit, viele Gemeinsamkeiten: Wohnung, Haustier und Freunde. Redet nicht zu Hause darüber – dort verbindet euch zu viel miteinander. Sprich ehrlich über alles. Vielleicht befindet ihr euch auch nur in einer - für Beziehungen typische - Zweifelphase? Wenn jedoch die Liebe verflogen ist, hilft nur der Abschied für immer.

Nach einer Ewigkeit: Ihr habt geheiratet, gemeinsame Konten, Wohnung, womöglich Kinder. "Die Trennung findet auf verschiedenen Ebenen statt", erklärt Krieg (www.einzelundpaartherapie.de). Viele Gespräche sind nötig. Ihr trennt euch als Liebespaar, aber auch als Hausbesitzer, Wirtschaftsgemeinschaft, Eltern. Im Idealfall vermischen sich die Ebenen nicht. Die Streitereien eurer Beziehung haben in der Frage nach der Aufteilung eures Besitzes nichts verloren. Ihr schafft es nicht die Grenzen einzuhalten? Vielleicht holt ihr euch professionelle Unterstützung in einer Trennungsberatung, bei einem Therapeuten.

Überlege dir gut, ob du die Trennung wirklich willst
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Eine Trennung sollte gut überlegt sein – sobald du das Thema ansprichst, hast du schon etwas zerstört

Schlussmachen Schritt für Schritt: Wie du die Trennung vorbereitest

Kurzschlussreaktionen tun allen beiden Beteiligten nur weh. So bereitest du das Beziehungende Schritt für Schritt vor:

Schritt 1: "Du solltest dir ganz sicher sein, dass du so nicht weitermachen kannst", erklärt Mathias Voelchert. "Sortiere deine Gefühle: Das Meiste ist Drama – aber was echt ist, fühlst du klar und frei von Zweifeln." Wenn du dich deiner Sache nicht sicher bist, prüfe deine Beziehung: Falls weniger als sechs der folgenden Aussagen zutreffen, solltest du über einen klaren Schnitt nachdenken:

  1. Der Sex mit ihr war früher klasse und verspielt. Ich denke, das wird schon wieder.
  2. Ab und zu überrascht sie mich noch mit einer netten Aktion. Bei so was ist sie toll.
  3. Wir verbringen mindestens einmal pro Woche einen schönen Abend zu zweit.
  4. Wenn sie mich kritisiert, dann eigentlich nie vor anderen Leuten.
  5. Unsere Vorstellung vom zukünftigen Leben ist ziemlich ähnlich, auf jeden Fall vereinbar.
  6. Ich war am Anfang so richtig in sie verliebt.
  7. Ein paar von ihren Freunden sind mittlerweile auch meine geworden – und umgekehrt.
  8. Ich denke beim Streiten nicht an Trennung.
  9. Sie versteht meinen Humor.
  10. Ich bin ihr treu. Und ich glaube, sie ist es auch.

Schritt 2: Geh emotional gewappnet ins Trennungsgespräch. Und schminke dir einen schmerzlosen Abschied ab – den gibt es nicht. Du überbringst der/dem Partner:in eine der herbsten Kränkungen des Lebens. "Es kommt zu einer Verletzung, und es gibt leider keine Tricks, wie man das vermeidet", so Psychotherapeutin Dr. Doris Wolf aus Mannheim. "Nur wenn die/der Partner:in am gleichen Punkt ist wie du, geht es leichter. Das ist jedoch selten der Fall." Doris Wolf beschreibt in ihrem Buch "Wenn der Partner geht" (Pal-Verlag) Phasen des Liebestods: Erst mal zerbricht die Welt der Noch-und-doch-nicht-mehr-Geliebten. Mach dich auf herzergreifende Szenen gefasst.

Schritt 3: Nimm dir für den emotionalen Sturm vor, Fels in der Brandung zu bleiben. Du kannst davon ausgehen, dass die Gegenseite alle gefühlsmäßigen Gewalten auffahren wird, um dich umzustimmen.

    • Ja, du willst gehen
    • Nein, es ist nicht nur eine Phase der Unsicherheit
    • Ja, das ist endgültig
    • Nein, du findest nicht, dass eine kurze Auszeit reicht. Wenn du an diesem Punkt schwach wirst, dann hängst du nur noch ein weiteres schmerzvolles Kapitel an die gescheiterte Beziehung

Was ist der geeignete Ort für die Trennung?

Dass du eure Beziehung nicht vor Publikum beenden solltest, weißt du hoffentlich selbst. Den perfekten Platz für eine Gefühlskatastrophe gibt es nicht. Bei ihr zu Hause könnt ihr ungestört reden, und dein:e Partner:in kann sich ein bisschen gehen lassen. Deine eigene Wohnung taugt gar nicht, denn dort kannst du (wenn die erste Tränenflut verebbt) nicht den Rückzug antreten. In der Öffentlichkeit, etwa in einem Café, entgehst du eventuell einer Megaszene, aber das ist feige.

Eine weitere No-go-Zone ist ein Ort, mit dem ihr während der Beziehung etwas Schönes verbunden habt, denn damit zerstörst du positive Erinnerungen. Und: "Auf keinen Fall im Bett, womöglich nachdem ihr miteinander geschlafen habt", erklärt Doris Wolf, "das ist unmöglich." Dadurch fühlt sich die/der Partner:in ausgenutzt. Die Psychotherapeutin schlägt stattdessen einen Spaziergang im Wald vor: "Man ist zu zweit allein, und die Bewegung baut ein wenig Spannung ab. Außerdem sitzt man sich nicht starr gegenüber und schaut sich ins Gesicht, sondern beide gucken nach vorne." Und vergiss bitte die Taschentücher nicht!

Eine schmerzfreie Trennung gibt es nicht
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Eine schmerzfreie Trennung kannst du dir abschminken – die gibt es einfach nicht

So vollziehst du konkret die Trennung

Zeig, dass du auch in schweren Zeiten ein Mensch der Worte und Taten bist. Sag, dass es mit euch beiden nicht weitergeht. Dass das gute Gefühl weg ist. Ohne Hass, ohne Wut – ruhig und bestimmt. "Mehr als das gibt es nicht", erklärt Doris Wolf, "konstruiere keine Gründe." Wer zu erklären versucht, was nicht zu erklären ist, verstrickt sich leicht in Vordergründigem oder fängt mit Schuldzuweisungen an.

Sollte ich trösten?

Nein. Du bist der Letzte dafür. Trösten müssen Dritte. "Gib dem Partner Zeit und Raum, mit dem Schock umzugehen", empfiehlt Voelchert. Sag schlicht, wie leid es dir tut. Das Einzige, was du sonst noch tun kannst, ist ihr zu versichern, dass sie/er ein liebenswerter Mensch ist, dass es gut und schön war.

Erwähne ich die/den Neue:n?

Auch wenn es wehtut: Erzähle von der/dem Neuen – ohne zu schwärmen. Es würde nur noch mehr verletzen, wenn man es hintenrum erführe.

Was tun, wenn der Partner durchdreht?

Startet die/der Ex-Partner:in Erpressungsversuche oder spricht Selbstmordpläne aus, will sie/er Schuldgefühle provozieren, um dich zu sich zu zwingen. Auf Zeit zu bleiben bringt nichts, denn es ändert deine Gefühlslage nicht. Du solltest jedoch unbedingt Back-up besorgen: "Schalte beste Freund:innen ein, ruf Freunde an und sag, dass es ihr/ihm, schlecht geht", rät Doris Wolf.

Was, wenn sie/er nach der Trennung immer anruft?

Dann hat sie/er noch nicht losgelassen. Die Hoffnung treibt sie/ihn zu dir, doch sie/er wird sich nur weiterhin wehtun. Hilf der/dem Leidenden, indem du nicht hilfst – nicht mit dem kaputten Auto und nicht mit dem unaufgebauten Ikea-Regal. "Nimm auch nicht die Dienste deiner/deines Ex in Anspruch", empfiehlt Doris Wolf. Du willst doch nicht, dass die/der Ehemalige denkt "Er braucht mich noch".

Sollen wir Freunde bleiben?

Doris Wolf meint: "Liebe in Freundschaft umzuwandeln geht manchmal, nicht immer, und schon gar nicht sofort." Anfangs wird sie/er bei jedem Treffen den Versuch starten, dich zurückzugewinnen oder zu beweisen, wie toll sie/er doch ist. Laut Therapeutin Wolf muss man nach einer langen Beziehung etwa ein Jahr warten, bis man Freunde werden kann.

Das sind No-gos beim Schlussmachen

Diese 5 Sätze solltest du dir beim Schlussmachen sparen. Weil sie alles nur noch schwerer machen – und dich zum Plattitüden-König.

"Ach, bitte wein jetzt nicht."
Kannst du deinen Tränenfluss kontrollieren? Na, siehst du. Wann soll ein Mensch denn schließlich weinen, wenn nicht in dieser Situation? Und vor allem: Warum sollte man es ausgerechnet dir leicht machen, wo du den Schmerz doch verursachst? Da musst du jetzt durch.

"Ich weiß auch nicht, warum es vorbei ist."
Wie kannst du dir dann sicher sein, dass die Trennung überhaupt richtig ist? Sag klar: "Ich liebe dich nicht mehr." Das ist ein Grund.

"Ich brauche einfach mehr Freiheit."
Mal ehrlich, es geht hier nicht um deine Freiheit, sondern um dein Glück.

"Ich bin noch nicht reif für eine feste Partnerschaft."
Na, das hättest du dir auch früher überlegen können. Ehrlicher wäre: "Ich will die Verantwortung für eine feste Partnerschaft nicht tragen."

"Ich bin nicht gut genug für dich."
Fishing for compliments? Das ist albern in der Situation. Und gelogen.

Fazit: Die Beziehung ist zu Ende, das Leben geht weiter

Mach ohne Hass, ohne Wut Schluss. Rede ruhig und bestimmt. Und gib dem Partner Zeit und Raum, mit dem Schock umzugehen. Ganz wichtig: Wenn du ehrlich bist, kannst auch du jetzt ein wenig Trost gebrauchen, weder die Entscheidung noch die Durchführung waren leicht. Etwas ging zu Ende, das auch ein Teil von dir war, ein Kapitel deines Lebens. Ganz wichtig: Um das Beziehungsaus schneller zu überwinden, entsorge Beziehungsmüll – innerlich wie äußerlich (in der Wohnung). Die Beziehung ist zu Ende – aber das Leben geht weiter.

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