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Sexuelle Enthaltsamkeit Das passiert mit dir, wenn du längere Zeit auf Sex verzichtest

Ein erfüllendes Liebesleben hält Mann gesund. Die Folgen von Enthaltsamkeit sind schwerwiegend – was passiert, wenn du dauerhaft auf Sex-Entzug bist

Selbst auferlegter Sex-Verzicht? Das machen doch nur Mönche! Wenn das deine spontane Reaktion ist, bist du damit nicht allein und hast auch nicht ganz Unrecht. Sexuelle Enthaltsamkeit ist in der Regel unfreiwillig und äußeren Umständen geschuldet: viel Stress, Krankheit oder dem Single-Dasein. US-Forscher der University of San Diego legten in einer Studie offen, dass wir heute weniger Sex haben als noch vor 20 Jahren. Laut den Ergebnissen hatten Menschen in den Neunzigerjahren noch 60- bis 65-mal im Jahr Sex, heute nur noch rund 53-mal. Eine Studie der Universität Leipzig untermauert den rückläufigen Trend, besonders junge Menschen leben asketisch: Fast 30 Prozent der alleinstehenden Männer und Frauen zwischen 15 und 30 Jahren hatten im Jahr vor der Studie keinen Sex (Selbstbefriedigung ausgenommen). 

Es gibt aber auch Menschen, die sich freiwillig Keuschheit verordnen, quasi wie ein Sex-Fasten. Dahinter steckt der Glaube, sich etwas Gutes zu tun – das Gegenteil ist jedoch der Fall. Nicht zu verwechseln ist die auferlegte Asexualtität übrigens mit einem Sex-Trend, der aus dem USA nach Europa geschwappt ist: die so genannte NoFap-Bewegung. Die Anhänger, die sich in Internetforen austauschen, verzichten bewusst auf Masturbation zu Sexfilmen. Grund: Sie leiden unter Porno-Abhängigkeit, können keinen realen Sex mehr genießen. In solchem Fall kann die Abstinenz tatsächlich helfen. Warum und wie die Enthaltsamkeit deinem Körper ansonsten sogar schaden kann, zeigen wir dir im Folgenden.

No Fap: der freiwillige Verzicht auf Sex
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Auf Entzug: Anhänger der NoFap-Bewegung verzichten freiwillig auf die Masturbation

1. Du schwächelst in der Performance

Gab es in deinem Leben mal eine Phase, in der du lange keinen Sex hattest? Wenn nein, hast du Glück! Wenn doch, kennst du vielleicht das unbeholfene Gefühl beim ersten Mal nach der Durststrecke. Es fehlt der "Flow", die Angst, zu versagen, ist groß. Und tatsächlich kann es nach langer Enthaltsamkeit zu Problemen mit der Erektion kommen. Dieses Phänomen wird umgangssprachlich auch "Witwersyndrom" genannt. Grund für die mangelnde Standfestigkeit ist ein niedriger Testosteronspiegel und fehlende Übung. Denn der Penis und seine Performance bleiben nur in Form, wenn du ihn regelmäßig trainierst – wer rastet, der rostet. Heißt: Die Schwellkörper im Penis müssen regelmäßig gut durchblutet werden. Masturbation und Sex mit Partnerin trainieren nicht nur das Rhythmusgefühl, sondern auch die Standhaftigkeit des besten Stücks.

2. Durch Enthaltsamkeit kann dein Blutdruck ansteigen

Wer regelmäßig Sex hat, dessen Blutdruck bleibt in Stresssituationen niedriger. In einer Studie, veröffentlicht im Fachmagazin Biological Psychology, belegen Wissenschaftler, dass regelmäßiger Sex den Blutdruck senkt. Bei Probanden, die sich über ein erfülltes Sexleben freuten, maßen sie einen niedrigeren Blutdruck in Stresssituationen als bei Probanden, die selten oder nie Sex hatten. Und es macht auch einen Unterschied, ob sie masturbieren oder gemeinsam Liebe machen: Bei Probanden, die regelmäßig Sex mit einer Partnerin hatten, maßen die Forscher einen noch geringeren Blutdruck als Männern, die sich regelmäßig selbst befriedigen.

3. Das Risiko für Prostatakrebs nimmt zu

Männer, masturbiert! Sogar Forscher raten, wenigstens zu onanieren, falls Mann derzeit keine Partnerin hat, um die Liebe zu teilen. Studien der Harvard Medical School in den USA erwiesen, dass das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt, je seltener ein Mann ejakuliert. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen: Männer, die 4 bis 7 Mal pro Woche ejakulieren, haben ein geringes Risiko an Prostatakrebs zu erkranken.

Keuschheit verursacht Stress
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Sex hilft auch gegen Stress

4. Du fühlst dich gestresster

Nach einer leidenschaftlichen Nacht kann dich selbst der cholerische Chef oder dringende Deadlines nicht aus dem Konzept bringen. Das ist kein Zufall. Beim Sex werden die Hormone Oxytocin und Endorphin ausgeschüttet, die das Stresshormon Cortisol hemmen und die Laune heben. Heißt umgekehrt: Wenn du wegen Stress auf Sex verzichtest, kann es dir deswegen sogar doppelt so schlecht gehen. Entspanne dich also besser mit der Liebsten im Bett statt auf dem Sofa vorm Fernseher.

5. Du verschenkst einen natürlichen Muskelwachstumsbeschleuniger

Forscher haben festgestellt, dass Leistungssportler, die Schnellkraftsportarten ausüben, 24 bis 48 Stunden vor einem Wettkampf oder einem harten Training auf Sex verzichten sollten. Grund: Beim Orgasmus sorgt das ausgeschüttete Hormon Oxytocin dafür, dass die Aggressivität sinkt. Um einen Wettkampf für sich entscheiden zu können, ist jedoch ein gewisser Grad an Aggressivität entscheidend. Sex macht außerdem gelassen. Für Athleten, die einen Sport ausüben, der viel Konzentration verlangt, wie zum Beispiel Bogenschießen, kann Sex (bis zu 4 Stunden vor dem Wettkampf) deswegen zu einer verbesserten Treffsicherheit führen. Abgesehen von der sportlichen Performance sorgt regelmäßiger Sex aber auch für einen Anstieg von Testosteron im Blut und trägt somit zum gesunden Muskelwachstum bei. Eine Studie der Zhejiang University in China belegt: Wenn eine Ejakulation ausbleibt, bleibt der Testosteronspiegel für 6 Tage erhalten. Mit jedem weiteren Tag ohne Samenerguss sinkt er.

Enthaltsamkeit schadet dem Immunsystem und der Beziehung
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Herrscht für lange Zeit Flaute im Bett, schadet das auch der Partnerschaft

6. Sex-Abstinenz macht dein Immunsystem schwächer

Das beste Mittel gegen Erkältungen: ein Orgasmus – mindestens einmal pro Woche. US-Psychologen der University of Pennsylvania stellten in einer Untersuchung fest, dass regelmäßiger Sex das Immunsystem stärkt. Sie nahmen Speichelproben von Probanden, die 1- bis 2-mal pro Woche Sex hatten. Das Ergebnis: Die Proben enthielten eine sehr hohe Konzentration des gegen Erkältung wirkenden Antikörpers Immunglobulin A. Der Wert war deutlich höher als bei Männern, die keinen oder selten Sex hatten.

7. Die Leistung beim Job lässt nach

Offenbar kann der Mangel vom Sex auch die Arbeitsleistung und den Antrieb für andere Aktivitäten senken. US-Wissenschaftler der Oregon State University fanden in einer Studie heraus, dass Paare mit aktivem Sex-Leben zufriedener bei der Arbeit sind und am Arbeitsplatz ein höheres Engagement an den Tag legen. Die Erklärung: Sex führt zu einer Ausschüttung von Dopamin. Das Hormon ist eng verknüpft mit dem Belohnungszentrum im Hirn. Der Effekt der sprudelnden Hormone hält bis zu 24 Stunden an, so die Forscher.

Viel Sex fördert das Liebesglück
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Paare mit aktivem Sex-Leben sind zufriedener im Job

8. Enthaltsamkeit schadet deinem Beziehungsglück

Herrscht für lange Zeit Flaute im Bett, schadet das auch der Partnerschaft. Lehnt einer der Partner Annäherungsversuche regelmäßig an, fühlt der andere Partner sich bald wie auf dem Abstellgleis – das kann im Teufelskreis enden. Außerdem fehlen beiden Partnern ohne Sex die Ausschüttung des Bindungshormon Oxytocin beim Körperkontakt und dem Orgasmus. Es sorgt dafür, dass die Partner sich zueinander hingezogen und fühlen und einfühlsamer miteinander umgehen. Durch intime Berührungen beweist ihr euch gegenseitig Vertrauen und die Bereitschaft, euch auf einander einzulassen. Und, nicht zu vergessen: Wenn du Lust auf deine Partnerin hast, ist es das beste Kompliment, dass du ihr machen kannst.

Fazit: Sex ist das beste Hausmittel

Eine Dürreperiode tut dir genauso wenig gut wie deiner Zimmerpflanze. Die Ursachen, die wir als Ausreden für Sex-Pausen vorschieben (Stress, Schmerzen, Lustlosigkeit) gelten nicht. Denn Forscher bewiesen: Sex ist gegen all diese Gründe ein wirksames Hausmittel. Damit deine Sex-Health-Balance im Gleichgewicht bleibt, gibt's ab jetzt Sex auf Rezept. Wenn du keine Partnerin hast, solltest du selbst Hand anlegen. Das Schäferstündchen ist übrigens auch ein Akt der Nächstenliebe: Frau lebt nämlich ebenfalls gesünder und entspannter, wenn sie regelmäßig Sex hat.

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