Zu viel Magensäure kann zu Sodbrennen führen. lightwavemedia / Shutterstock.com

Schluss mit Sodbrennen: Das hilft bei Reflux

Sodbrennen Das hilft, wenn deine Speiseröhre brennt

Sodbrennen fühlt sich an, als ob die Speiseröhre brennt. Wer öfter unter Reflux leidet, sollte die Auslöser und diese Hausmittel kennen

Wer es kennt, der hasst es: Dieses saure Aufstoßen nach einem leckeren Essen oder einem stressigen Tag. Sodbrennen ist ebenso häufig wie lästig – und doch weiß man nie richtig, was zu tun ist, um es wieder loszuwerden.

Damit du in Zukunft nicht bloß warten musst, bis der Schmerz vergeht, haben wir dir hier gemeinsam mit HNO-Arzt Dr. Jörn Richter aus Hamburg mögliche Ursachen und Lösungen für Sodbrennen zusammengestellt.

Was ist Sodbrennen?

"Das klassische Sodbrennen ist ein brennender Schmerz, der häufig hinter dem Brustbein auftritt, aber auch bis in den Rachen hochgehen kann", verrät Dr. Richter. "Sodbrennen entsteht, wenn die Magensäure hochsteigt und die Schleimhaut in der Speiseröhre angreift, so dass diese sich entzündet. Die Magensäure kann bis in den Mund- und Rachenbereich hochschwappen."

Bei manchen Patienten führe das bis hin zur Kehlkopfverätzung, die sich durch Husten, Halsschmerzen und Sodbrennen erkennbar machen kann. In der Regel bleibt es aber bei dem unangenehmen Brennen im Brustbereich, was lediglich beim Aufstoßen bis in den Rachen verspürt wird.

Was sind die Ursachen fürs Sodbrennen?

Allen voran: Überproduktion der Magensäure. Wenn zu viel Magensäure gebildet wird, kann es einfach passieren, dass der überschüssige Teil der ätzenden Substanz hochschwappt und in die Speiseröhre gelangt. Eine Überproduktion der Magensäure kann folgende Ursachen haben:

  1. Schlechte Essgewohnheiten: "Fettes Essen, zu üppige Mahlzeiten, Süßigkeiten und saure Lebensmittel (wie Zitrusfrüchte) können im wahrsten Sinne des Wortes das Fass zum Überlaufen bringen", erklärt Dr. Richter. Bei deren Verdauung erhöht sich der Druck im Bauchbereich und das kann beispielsweise beim Bücken den Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre begünstigen.
  2. Das falsche Getränk: Alkohol, Kohlensäure und Koffein gehören zu den häufigsten Auslösern von Sodbrennen. Sie regen die Magensäureproduktion an und führen so oft zum schmerzvollen Reflux. Kohlensäure verleitet darüber hinaus zum Aufstoßen, wodurch die Magensäure noch einfacher hochgestoßen wird.
  3. Stress macht sauer: Neben den falschen Lebensmitteln kann Sodbrennen auch durch psychosomatische Faktoren entstehen – eine Ursache, die laut Experte nicht zu unterschätzen sei. Stress, Angst oder Nervosität sorgen dafür, dass Stresshormone ausgeschüttet werden. Diese kurbeln wiederum die Magensäureproduktion an und fördern daher Sodbrennen.
  4. Übergewicht und Sodbrennen: Bei übergewichtigen Menschen kommt es vergleichsweise öfter zum Reflux als bei denen, die schlanker sind. Das liegt daran, dass durch das höhere Gewicht auch mehr Druck auf die Organe ausgeübt wird – unter anderem auf den Magen. Mit der Folge, dass die Magenflüssigkeit leichter aus dem Magen austritt.
  5. Sodbrennen in der Schwangerschaft: Ähnlich wie beim Übergewicht ist es auch hier der Druck, der beim Tragen des wachsenden Embryos von unten auf den Bauch und somit den Magen ausgeübt wird, der Sodbrennen zur häufigen Begleiterscheinung einer Schwangerschaft macht.
  6. Funktionsstörung des Magenschließmuskels: Als "Pförtner" zwischen Magen und Speiseröhre hat der Magenschließmuskel die Aufgabe, Mageninhalte vom Eintritt in die Speisröhre abzuhalten. Insbesondere in der Nacht, wenn der Körper in liegender Position entspannt ist, kommt es bei unzureichender Schließfunktion des Muskels häufig zum Reflux. "Rund 10-20 Prozent der Menschen leiden mit zunehmendem Alter unter Sodbrennen, weil der Magenpförtner nicht richtig schließt", so Dr. Richter. Hier kann man bereits von einer chronischen Refluxerkrankung sprechen, da das Sodbrennen ständig und unabhängig von der Überproduktion der Magensäure auftreten kann.
  7. Achtung bei Schmerzmitteln: "Ibuprofen, Paracetamol und ähnliche frei verkäufliche Schmerzmittel führen auf Dauer auch zu Schädigungen der Schleimhaut", warnt der HNO-Arzt. Der Grund: Das in den Medikamenten enthaltene Pfefferminzöl regt die Produktion der Magensäure an und begünstigt somit das schmerzhafte Sodbrennen. Um dem vorzubeugen rät Dr. Richter, Schmerzmittel bei längerem Gebrauch immer in Kombination mit Magenschutzpräparaten einzunehmen.

Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?

Schon ein paar einfache Verhaltensregeln helfen, um das unangenehme Brennen auszubremsen:

  • Gut gekaut ist halb verdaut: Das Sprichwort stimmt, denn halbherzig gekautes Essen verursacht im bereits gereizten Magen nur noch mehr Aufruhr und bedarf mehr Aufwand, um von der Magensäure zersetzt zu werden. "Es ist wichtig, den Magen bei Sodbrennen nicht weiter zu belasten. Es ist daher auch besser, fünf kleine Mahlzeiten einzunehmen als wenige und dafür üppige", erklärt Dr. Richter.
  • Lockere Kleidung tragen: "Enge Kleidung oder ein enger Gürtel können dazu führen, dass die Verdauung nicht richtig arbeitet", warnt Richter. Der Druck, der zum Beispiel von Hosen mit fehlendem Stretchanteil auf den Bauch ausgeübt wird, kann auch den Rückfluss der sauren Magenflüssigkeit in die Speiseröhre begünstigen. Nach Möglichkeit solltest du also zu lockere Kleidungsstücke tragen – der perfekte Vorwand für einen entspannten Tag in Jogginghose.

Welche Hausmittel helfen bei Sodbrennen?

Wenn du bereits das brennende Gefühl im Brustbein verspürst und nicht weiter verschlimmern willst, gilt es spätestens jetzt, auf die richtige Ernährung zu achten. Auf die oben genannten Lebensmittel und Essgewohnheiten solltest du daher so weit wie möglich verzichten. Darüber hinaus können diese Hausmittel das Sodbrennen lindern.

    • Backpulver hilft: Mit Natron als Hauptbestandteil hilft dieses basische Hausmittel, die Magensäure zu neutralisieren. Am besten lässt sich das Backpulver in einem Glass Wasser aufgelöst in kleinen Schlucken trinken.
    • Ausreichend trinken: Die Magensäure muss verdünnt werden, um weniger ätzend auf die Speiseröhre und den Rachen zu wirken. Aber Vorsicht: "Kalte Getränke verursachen bei einer Magentemperatur von 37°C einen Kältereiz", sagt Dr. Richter. Besser: lauwarmes Wasser oder Tee, da sie den Magen nicht weiter strapazieren.
    • Die richtigen Gewürze kennen: Tatsächlich variieren die Auslöser beim Sodbrennen von Mensch zu Mensch: "Einige reagieren eher auf fetthaltige Nahrungsmittel, die anderen ganz stark auf Gewürze und haben dahingehend Probleme mit der Magensäure", so der Experte. Um auf Nummer sicher zu gehen lohnt es sich also, auf Gewürze wie Chilli, Curry oder Pfeffer zu verzichten, da diese den Magen weiter reizen. Dahingegen wirken zum Beispiel Ingwer und Kurkuma aufgrund ihrer basenbildenden Fähigkeiten beruhigend und neutralisierend. Übrigens: Die gleiche Vorsicht ist auch bei Tees geboten. Ingwer- und Kräutertee sind sehr hilfreich, während beispielsweise Pfefferminztee das Sodbrennen nur verschlimmert.
    • Basisches Gemüse: Lebensmittel basischer Zusammensetzung können die aufgestoßene Magensäure neutralisieren. Vor allem basische Gemüsesorten wie Kartoffeln, Sprossen, Karotten oder Zucchini solltest du in deinen Speiseplan einbauen, wenn du die Schmerzen vom Sodbrennen lindern möchtest. Das sind die 10 basenhaltigsten Lebensmittel.
  • Heilerde bindet Säure: Mit ihrer Fähigkeit, Säure zu binden, ist Heilerde bei Refluxbeschwerden ein hilfreiches Hausmittel. Heilerde ist sowohl in Kapseln als auch als feines Pulver erhältlich. Sie ist in jeder Drogerie und Apotheke zu finden.

Wie kann man Sodbrennen mit Medikamenten behandeln?

Ob in Pulver- oder Gelform – "Magensäurebinder sind frei in der Apotheke erhältlich und wirken, indem die Magensäure neutralisiert wird", so Dr. Richter. Wenn die richtige Ernährung und Hausmittel nicht ausreichen, kann sich ein Gang zur Apotheke also durchaus lohnen.

Das sind Beispiele für gängige, frei verkäufliche Magensäurebinder:

Eine ausgewogene Ernährung hilft, Sodbrennen weitestgehend vorzubeugen. Aber wenn du nach einem ausgiebigen Essen oder einem Abend mit guten Drinks trotzdem ein unangenehmes Stechen im Hals spürst, weißt du jetzt genau, was zu tun ist.

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