Vater-Tochter-Beziehung: Das wünschen sich Mädchen

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Vater-Tochter-Beziehungen Das wünschen sich kleine Mädchen von ihrem Daddy

14 erwachsene Frauen haben uns verraten, was sie sich damals als kleines Kind insgeheim von ihrem Vater erhofft hätten. Lesen und anders machen

Die Frage hat sich wahrscheinlich jeder Papa schon einmal gestellt: "Bin ich ein guter Vater?" Am besten könnte diese Frage natürlich das eigene Kind beantworten - jedenfalls in der Theorie. Kommen wir also zur Praxis: Wir haben 14 Mama-Bloggerinnen gefragt, was ihr Vater hätte anders machen sollen als sie noch kleine Mädchen waren. Die Antwort: "Ich hätte mir von meinem Vater gewünscht, dass er...

… mich als Mädchen akzeptiert hätte, statt sich nach einem Jungen zu sehnen."


"Ehrlich gesagt, wünschte ich mir, er hätte mein Geschlecht akzeptiert — mit allem, was bei Mädchen dazugehört —, statt ständig Sehnsucht nach einem Jungen gehabt zu haben. Ich durfte keine typischen Mädchen-Hobbys haben, die ich gerne ausgeübt hätte, wie zum Beispiel Leichtathletik oder Tanzen. Stattdessen durfte ich nur Fußball spielen. Rosa war verpönt, genauso wie lange Haare. Er hat meinem Cousin immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, da der — typischerweise — eben auf Autos, Technik und Fußball stand", sagt Sabrina Katzbach (@mama_liebt_laufen), Fitness- und Lauftrainerin aus Fürth und Mutter von drei Kindern.

… mir mehr zugetraut hätte."

"Ich bin Papas Prinzessin. Aus dieser Perspektive scheint es unmöglich, dass mein Vater irgendetwas hätte besser machen können. Schon in der Schule traute er mir alles zu und unterstützte mich. Er gibt mir auch heute noch das Gefühl, ich sei verdammt schlau. Ich bin aber immer noch etwas missmutig, dass ich damals mit 8 Jahren die Holzverkleidung nicht an die Wand schrauben durfte. Mein jüngerer Bruder durfte. Möglich, dass es Sorgen ob meiner legendären Tollpatschigkeit gab; Überlegungen, ich würde mich mit dem Akkuschrauber umbringen. Es blieb mir trotzdem in Erinnerung", sagt Kerstin Neumann, Bloggerin (www.chaoshoch2.com) und Mutter von Zwillingen aus Schwerte.

… uns beigebracht hätte, Autoreifen zu wechseln."

"Papa kam jeden Tag um vier nach Hause, um mit uns ins Schwimmbad zu gehen oder zu spielen. Ich habe ihm abends von meiner Angst vor Einbrechern und später von meinem Liebeskummer erzählt. Was ich aber total schade finde: Er hat uns Töchtern nicht gezeigt, wie man einen Reifen wechselt oder eine Bohrmaschine bedient. Dabei ist er ein echter Handwerker­könig, der (fast) alles reparieren kann. Meine Schwester und ich haben von all dem keine Ahnung, und wir würden noch heute zu weinen anfangen, hätten wir mit unserem Auto einen Platten. Daher finde ich es toll, wenn Väter ihren Mädchen zeigen, wie man einen Wagenheber benutzt oder was ein Dremel alles kann. Sollten die Töchter keine Lust haben, dürfen die Väter hartnäckig bleiben. Ihre Mädchen werden sich großartig fühlen, wenn sie auf der Landstraße ihren Reifen selbst gewechselt haben.", sagt Laura Fröhlich (www.heuteistmusik.de) aus Remseck. Die Mutter von drei Kindern ist Journalistin und Buchautorin ("Die Frau fürs Leben ist nicht das Mädchen für alles!: Was Eltern gewinnen, wenn sie den Mental Load teilen").

… mir gezeigt hätte, wie stolz er auf mich ist."

"Er war immer präsent und hat mit uns, seinen Töchtern, viel unternommen. Im Nachgang hätte ich mir trotzdem gewünscht, dass mein Vater mir öfter gesagt hätte, dass er stolz auf meine Entscheidungen, meinen Weg, mich ist. Denn eine frühe Eigenständigkeit geht auch mit vielen Unsicherheiten einher — gerade in der Pubertät. Lobende Worte, eine Umarmung und der Satz ,Ich bin stolz auf dich‘ hätten mir sicher viele Unsicherheiten genommen. Ansonsten ist mein Vater ein wunderbarer Vater. Auch wenn er mir nie meinen Wunsch nach den über Jahre heiß ersehnten Lackschuhen erfüllt hat. Meine Kinder werde ich damit überschütten", sagt Inga Sarrazin, Mutter von Zwillingen und Mitgründerin von Maternita (www.maternita.de), einem Schwangerschafts-Concierge und Baby Plannungsservice, und Bloggerin (www.es-sind-zwei.de) aus Berlin.

… nicht so cholerisch und eifersüchtig gewesen wäre."

"Der Papa hat das meiste gut gemacht. Aber ich hätte mir gewünscht, er wäre nicht so cholerisch gewesen. Und auch auf seine Eifersucht gegenüber meiner Mutter hätte ich gut verzichten können. Im Nachhinein wünschte ich, er hätte nicht so gern ungesund gegessen, denn leider hat ihn schließlich ein Herzinfarkt dahingerafft und ihn mir im Alter von nur 12 Jahren genommen", sagt Béa Beste aus Berlin. Die Mutter einer Tochter ist Bloggerin (www.tollabea.de) und Buchautorin ("Gemeinsam schlau statt einsam büffeln: So lernen Kinder und Eltern zusammen").

… seine Gefühle auch mal ausgesprochen hätte."

"Vater ist ein stolzer Mann, mein Held. Leider hat der Stolz ihn aber auch gehemmt. Ich hätte mir oft gewünscht, einfach mal ein 'Ich bin stolz auf dich' zu hören — gerade in der Pubertät. Dass er mich liebt, weiß ich, aber ich wünschte, er hätte mir öfter gesagt, dass ich schön bin, obwohl ich noch nie einem Schönheitsideal entsprochen habe", sagt Anne-Luise Kitzerow, Bloggerin (www.grossekoepfe.de), Buchautorin ("Geschwister - eine ganz besondere Liebe") und Mutter von drei Kindern aus Berlin.

… mich öfter in den Arm nimmt und mir auch zuhört."

"Mein Vater war immer ein starker, kluger und viel arbeitender Mann. Als ich 14 Jahre alt war, schenkte er mir ein Buch, in das er Briefe an mich geschrieben hatte, als ich ein Baby war. Die Briefe starten mit 'Meine geliebte Püppi' und enden mit 'Wir lieben dich so sehr'. Dieses Buch hüte ich wie einen Schatz, denn es zeigt mir eine Seite meines Vaters, die ich nie wissentlich kennengelernt habe, die aber anscheinend existiert. Ich hätte mir gewünscht, dass er mich mehr in den Arm nimmt und mir zuhört. Das er mir seine Zeit schenkt und seine Aufmerksamkeit. Ich hätte mir gewünscht, dass er mit mir spazieren geht, meine Seele kennenlernt und mich sein Herz sehen lässt. Ich wünschte, er hätte sich die Zeit genommen, um mir nicht nur auf Papier, sondern auch in echt zu begegnen", sagt Priska Lachmann, freie Journalistin, Bloggerin (www.mamalismus.de) und Mutter von drei Kindern aus Leipzig.

… weniger arbeitet."

"Er hätte weniger arbeiten und mehr Zeit für mich haben sollen. Und weniger Leistungsdruck wäre auch schön gewesen. Dafür ist er meist ruhig geblieben, egal, was ich für Blödsinn gemacht habe." Sarah Wiedenhöft (Facebook: mutterseelenalleinerziehend), alleinerziehende Mutter und Bloggerin aus Hamburg.

… für mich da gewesen wäre, als ich ins Heim kam."

"Als Kind wuchs ich in der Lüge auf, dass mein Vater mich nicht liebt. Als er starb und mir meine Halbschwester unter Trä­nen sagte, dass er immer von mir gesprochen hat, von seiner ersten Prinzessin, und dass er mich nie vergessen hatte, berührte mich das tief — es stellte aber auch meine ganze Kindheit infrage. Ich hätte ihn gebraucht als Fels in der Brandung. Starke Hände, die sanft die meinen halten ... Einen fassbaren Vater. Und ich hätte mir selbst mehr Mut gewünscht. Mut, ihn zu fragen, wo er die ganzen Jahre war, als ich ihn gebraucht hätte. Mut, ihn zu fragen, warum ich im Heim lebte statt bei ihm. Aber ich war feige, verletzt, hatte Angst und war noch ein Kind. Heu­te bleibt das Bereuen. Und das Gefühl, nicht zu wissen, ob er mich lieb hatte", sagt Jessica Schonk, Fotografin, Mentorin und Mutter einer Tochter (www.feiersun.de) aus Drochtersen.

… Grillen nicht als reine Männersache gesehen hätte."

"So gerne hätte ich von ihm das Grillen gelernt — da ist er ein Meister seines Fachs. Das war für ihn aber Männersache. Inzwischen habe ich sogar einen Profi-­Grillkurs belegt und mache diebesseren Steaks — und sogar Gemüse", sagt Nadine Luck, Bloggerin (www.mama-und-die-matschhose.de), Buchautorin ("Die Nabel der Welt: Die verrücktesten Bräuche rund ums Babymachen, -kriegen und -haben (Weltweit"), Journalistin und Mutter von zwei Kindern aus Bamberg.

… sich nach der Scheidung mehr für mich interessiert hätte."

"Nach der Scheidung von meiner Mutter hätte ich mir gewünscht, dass mein Vater mit professioneller Hilfe daran gearbeitet hätte, emotional offener zu werden. Für getrennte Eltern ist es wichtig, sich mit ihrer Vergangenheit zu befassen, zu versuchen zu verstehen, was warum wie gelaufen ist, und sich letztendlich damit auch auszusöhnen und daraus zu lernen. Doch das war leider nicht sein Weg, sodass die Ferne zwischen uns blieb — und ich eigentlich noch immer Verhaltensweisen zeige, die aus diesen Jahren resultieren. Ich hätte mir gewünscht, dass er mich gefragt hätte, wie es am neuen Wohnort ist, warum ich auf Demos gehe, ob mein Freund nett zu mir ist, was ich genau studiere — alles. Ich hätte mir gewünscht, dass er mich nicht auf ewig als das zehn­jährige, stille Mädchen gesehen hätte, das er oder das ihn verlassen hat", sagt Inke Hummel, Bloggerin aus Bonn (www.sachtsam-hummel.de). Die Mutter von drei Kindern arbeitet als Familienbegleiterin und Buchautorin ("Miteinander durch die Pubertät").

… mehr in den Dialog mit meiner Mutter gegangen wäre."

"Ich hätte mir von meinem Vater gewünscht, dass er mehr von seiner Art an meine Mutter abgegeben hätte. Ich war schon immer ein Papakind und bin es auch heute noch. Da er damals, als ich auf die Welt kam, noch studierte, hat er auf mich aufgepasst, wenn meine Mutter arbeiten gegangen ist. Er ist perfekt, so wie er ist: locker, aber nicht zu locker, streng, aber nicht zu streng, für fast jeden Blödsinn zu haben und für mich da, ohne zu psychologisieren. Das hätte er gerne auch meiner Mutter beibringen können, die ein ganz anderer Typ ist", sagt Nathalie Klüver aus Lübeck. Die Mutter von drei Kindern ist Bloggerin (www.ganznormalemama.com) und Buchautorin ("Das Kind wächst nicht schneller, wenn man daran zieht").

… länger gelebt hätte."

"Für mich war mein Vater der perfekte Vater: Er hat mich auf Baustellen und in Autowerkstätten mitgenommen. Dort habe ich gehämmert und geschraubt, mich als Mechanikerin und Konstrukteurin versucht. Was zählt, sind gemeinsame Zeiten und Erinnerungen. Ich wünschte nur, er hätte länger gelebt", sagt Christina Tropper aus Linz, Zwillingsmutter, Bloggerin (www.einerschreitimmer.com) und Buchautorin ("Die Trotzphase ist kein Ponyhof").

… mich reiten ließ."

"Eigentlich habe ich an meinem Papa nichts auszusetzen. Bis auf eine Sache: Weil er als junger Arzt Notdienste an der Pferderennbahn schob, durfte ich nicht reiten. Seine Überzeugung: Pferde wollen dich abwerfen und treten. Stimmte vielleicht für Rennpferde in den 1970ern, aber sicher nicht für flauschige Shettys! Tja, was wurde mein größtes Hobby? Reiten. Ich wäre sehr gerne mal mit ihm ausgeritten. Ich finde Eltern­-Kind ­Hobbys nämlich ziemlich cool. Immerhin: Neulich habe ich ihn dazu gebracht, ein Pferd zu streicheln, da war er 71. Ich finde, da wäre mehr drin gewesen", sagt Dani Clément, Autorin ("111 Dinge, die Eltern kennen müssen"), Bloggerin (www.hanse-mamis.de), freiberufliche Journalistin und Mutter von drei Kindern aus Hamburg.

Gewappnet mit dem Wissen dieser 14 Frauen kannst du es mit deiner Tochter nun besser machen. Denn Wissen ist Macht und wissen, wie man's besser macht, ist, nun bedacht, 'ne Pracht!

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