Babytragen: Das sind die besten Modelle für Väter

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Babycarrier im Test Woran man eine gute Babytrage erkennt

Mit einem Babycarrier kannst auch du es wie die Kängurus machen und deinen Nachwuchs ganz einfach vor dem Bauch tragen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu diesem Tragesystem. Plus: 6 Modelle im Vergleich

Anders als viele Kinderwagen ist die Babytrage vor allem eins: praktischer! "Ich habe damit immer die Hände frei“, sagt Benjamin Drost aus Schweinfurth, einer der wenigen männlichen Trageberater in Deutschland und selbst Vater von zwei kleinen Kindern. "So kann ich den Haushalt oder andere Dinge draußen erledigen, ohne auf den Kinderwagen achten zu müssen.“ Doch bevor du dich für eines der vielen auf dem Markt erhältlichen Modelle entscheidest, solltest du dir diese Fragen stellen (und unsere Antworten lesen).

Was ist eine Babytrage?

Grundsätzlich muss man die Trage abgrenzen vom Wagen: sei es Einkaufs-, Boller- oder Kinderwagen. Man schiebt das Kind dabei nicht vor sich her, sondern nimmt es sich direkt zur Brust. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, sein Kind zu tragen. Zur Auswahl stehen die Babytrage und das Tragetuch. Die Babytrage ist am ehesten mit einem Rucksack zu vergleichen, den man verkehrt herumträgt. Das Kind wird darin eingepackt und über Schnallen oder Schnüre an den Papa befestigt.

Auf der anderen Seite gibt es das Tragetuch: der Endgegner vieler Männer, da die Handhabung und das Binden des Tuches auf den ersten Blick komplizierter wirken. Hier wird der Nachwuchs in ein gewebtes Tuch an den Papa gebunden. Zwar kann das Tuch noch individueller an das Baby angepasst werden, was besonders in den ersten Monaten wichtig ist, dafür sind Babytragen unkomplizierter und gerade für frischgebackene Väter deutlich zeitsparender und auch bequemer.

Wer jedoch das Beste aus beiden Welten möchte, der kann eine Halbschnallen-Trage wählen. Diese besteht aus einem Beckengurt und Trägern zum Binden. Das Rückenpanel stützt hier – richtig angelegt – das Kind sicher ab. Die von uns vorgestellte Nabaca von Hoppediz ist hier ein gutes Beispiel dafür.

Wie trägt man ein Baby in der Trage richtig?

Wie in vielen Dingen des Lebens ist auch beim Babytragen die Technik entscheidend. "Zuerst achte ich darauf, dass der Steg richtig eingestellt ist“, erklärt Petra Wilhelm, Leiterin der ClauWi Trage- und Geschwisterschule aus Dresden, eine der ersten Trageschulen Deutschlands, die schon seit über 20 Jahren weltweit mehr als 2000 Berater und Beraterinnen ausgebildet hat. Der Steg ist so einzustellen, dass die Trage von Kniekehle zu Kniekehle des Kindes geht. Wilhelm: "Dann wird der Beckengurt umgeschnallt und das Baby sicher gegriffen." Dass weitere Vorgehen ist nun abhängig von der Trage. "Generell halte ich das Kind an meiner Brust, lege die Schultergurte um und ziehe die Gurte fest, während ich das Kind dabei mit der Trage gut abstütze. Wichtig ist, dass ich erst den Brustgurt schließe, da sonst dieser beim Festziehen der Träger nach oben rutscht und mir so im Nacken liegt.“ Das Hinterteil des Kindes sollte sich auf Höhe des väterlichen Bauchnabels befinden. Um die optimale Sauerstoffversorgung des Kindes sicherzustellen, sollte das Gesicht des Kindes nicht vom Rückenpanel, der Kopfstütze oder Trägern verdeckt werden. Zum Schluss auf einen symmetrischen Sitz des Kindes und ein gutsitzendes — enganliegendes und stützendes — Rückenpanel achten. Und Voilà, man ist Eingeweihter im Club der tragenden Väter.

Sind Babytragen gesund fürs Baby?

Kindererziehung ist wie Politik: Jeder hat eine Meinung zu allem. Babytragen sind da keine Ausnahme. Grundsätzlich gibt es bei Babytragen zwei große Bedenken: Blickrichtung und Hüftwinkel. An Ersterem, der Blickrichtung, ist bedenklich, dass das Kleinkind durch eine vorwärts gerichtete Tragrichtung abgelenkt und so reizüberflutet wird. Also in den ersten Monaten entweder das Kind auf die Papabrust gerichtet tragen oder gar nicht. Die nach vorne gewandte Trageweise wird von Wilhelm nicht empfohlen, da, neben der Reizüberflutung, die Trage das Kind so nicht richtig stützen kann.

Zum weiteren Streitpunkt, dem Hüftgelenk: Tendenziell will das Kind die Beine hoch angehockt und ein wenig von der Körpermitte abgespreizt halten. Für Wilhelm können einige Tragesystem diese Haltung nicht so gut unterstützen. Als Faustregel gilt, dass die Oberschenkel des Babys nicht nach unten hängen sollten. Gute Tragen geben hier durch eine Vielzahl an Einsätzen oder Klettverschlüssen die Möglichkeit, die Trage der Entwicklung des Kindes anzupassen. Die verschiedenen Trageweisen eröffnen sich dann mit der fortschreitenden Entwicklung des Kindes.

Welche Vorteile hat die Babytrage für Väter?

"Das Kind kommt dorthin, wo es sich am geborgendsten fühlt – an den Körper der Eltern", erklärt Trageberater Drost. Davon profitieren Vater und Kind: Der Vater kann Nähe und Körperkontakt zum eigenen Kind herstellen und das Kind bekommt die Sicht des Vaters auf die Welt. Drost: "Das macht das Tragen einzigartig." Zwar ist, laut Wilhelm, das Tragen für Mütter nach der Geburt nicht verboten, jedoch sollte die Mutter hier auf ihren Körper hören und sich ausruhen, um gut in die Rückbildung zu kommen. Dies kann der Vater mit dem Tragen aktiv unterstützen. "Der Vater ist der Wochenbettmanager nach der Geburt", sagt Trageberaterin Wilhelm. Eine Babytrage ist also die perfekte Lösung, um als Vater den wichtigen Körperkontakt für das Bonding zu schaffen und die Partnerin zu entlasten.

Worauf muss man beim Kauf achten?

Am besten ist es natürlich, wenn man die Trage mit Baby und Partner ausprobiert. Jeder sollte zufrieden sein mit der Babytrage. Das Kind sollte auch beim Ausprobieren in die Trage hineinbugsiert werden. Nur so wirst du feststellen, ob’s passt. Auch eine Trageberatung ist hier sehr zu empfehlen, da durch die große Auswahl an Tragen, aber auch durch den sich immer wieder ändernden Beinwinkel des Kindes sehr viel zu beachten ist. Plus: Trageberater haben oftmals eine Vielzahl an Tragen zur Verfügung, die im Alltag ausprobiert werden können. Hier sind die wichtigsten Punkte, die man beim Kauf im Blick haben sollte:

Kopf- und Nackenstütze

Bis zum dritten Monat kann das Kind seinen Kopf noch nicht selbstständig sicher halten. Unbedingt deshalb in eine Trage mit Kopfstütze, die die Kopf- und Nackenmuskulatur des Kindes unterstützt, investieren. Wilhelm betont, dass hier besonders auf eine stufenlos anpassbare Kopfstütze geachtet werden soll, die den Kopf des Kindes diagonal unterstützt, sodass er nicht zur Seite oder nach Hinten fällt.

Sitzposition

Hier ist eine gute Stützung des Rückens wichtig. "Der Steg sollte möglichst stufenlos einstellbar sein“, empfiehlt Wilhelm. Kinder sind, zum Entsetzen vieler Bürokraten und Designer, nicht genormt und so kann es schnell passieren, dass die Oberschenkel nicht waagerecht anhocken. Hier gilt das Motto: vom Kind für das Kind. Schau darauf, wie das Kind sitzen will und such nach einer Trage, die die natürliche Sitzweise unterstützt. Hier ist darauf zu achten, dass die Tragehilfe eng genug anliegt, damit das Kind nicht in sich zusammenrutscht. Der Papa kann dies durch eine leichte Beugung nach vorne überprüfen. Das Kind sollte eng am Papa bleiben und nicht wegrutschen.

Schultergurte

Hier ist die Stelle, die Papa und Kind — im wahrsten Sinne des Wortes — zusammenbringt: Dementsprechend wichtig ist es, hier auf stabile und bequeme Gurte zu achten. Doch bequem heißt nicht unbedingt gepolstert, sondern wie beim Wanderrucksack: auf die Körper- und Schulterform des Trägers abgestimmt, um punktuelle Belastung zu vermeiden. Die Trage sollte den Schwerpunkt nahe an den eigenen Körper bringen und die Haltung des Babys unterstützen. "Tragen tut nicht weh. Sollte man Schmerzen beim Tragen oder danach Verspannungen haben, dann kann dies an einer nicht ganz passend eigenstellten Tragehilfe liegen", sagt Wilhelm.

Rückenpanel

Wer einen billigen Bürostuhl hat, weiß um diesen Punkt bereits aus eigener Erfahrung Bescheid. "Das Rückenpanel sollte mit den Schultern es Kindes abschließen", so Wilhelm. Weiterhin sollte auf eine rückenschonende Konstruktion für das Kind geachtet werden, die den ganzen Rücken des Kindes fest umschließt, sich an das Baby anpasst und den Rücken unterstützt. Das Panel sollte nicht zu hart, aber auch nicht zu weich sein.

Verschluss

Der Verschluss solltest du mit einer Hand bedienen können. Der Verschluss darf nicht in die Haut drücken und muss gut für dich erreichbar sein. Hier ist es Geschmacksache, welche Verschlussart man bevorzugt.

Prüfzeichen

"Babys nuckeln gerne an allem, deshalb ist bei einer Trage unbedingt auf die Schadstofffreiheit zu achten", rät Wilhelm. Auch wenn billige Ware hier verlockt, so sollte man deshalb auf das GS-Zeichen achten. Dies bescheinigt, dass die Konstruktion deutschen Standards genügt und die Sicherheit des Babys und Vaters garantiert ist. Soll heißen: keine fiesen Weichmacher und sichere Fixierung des Babys.

Welche Babytragen sind empfehlenswert?

Hersteller und Modelle gibt es wie Sand auf dem Spielplatz. Hier kommt eine kleine Auswahl an Babytragen, die in Tests sowie in der Praxis gut abgeschnitten haben.

Nabaca von Hoppediz

Die graue Nabaca von Hoppediz.
Die Bindekönigin: die Nabaca von Hoppediz
© PR / Hoppediz (hoppediz.de)

Hier bestellen: Nabaca von Hoppediz

Diese Trage wurde von der Stiftung Warentest (Ausgabe 01/20) mit einer Note von 1,9 zum Testsieger in der Kategorie Halbschnallen-Tragen ernannt. Ökotest (04/20) zeichnete die Trage mit der Note "Sehr gut" aus. Sie wird mit zwei Tragepanels (Größe S/M) mitgeliefert; so ist man für die ersten 18 Monate ideal ausgestattet.

XT von Manduca

Die schwarze XT-Trage von Manduca.
Die Testsiegerin: die XT von Manduca
© PR / Manduca (www.manduca.de)

Hier bestellen: XT von Manduca

Mit einer Note von 2,0 bei Stiftung Warentest, sowie der einzigen Vollschnallenbabytrage, die in der Kategorie "Schadstoffe" die Note "sehr gut" erhielt, stellt dieses Modell eine solide Wahl dar. Bereits ab einem Babygewicht von 3,5 Kilogramm einsetzbar, ist die Trage über eine Vielzahl an Zügen — denn das Verstellen kommt ganz ohne nervende Druckknöpfe und Bänder zurecht — optimal für das Wachstum des Kleinen vorbereitet.

One-Air von Babybjörn

Die schwarze One-Air von Babybjörn.
Die Luftige: die One-Air von Babybjörn
© PR / Babybjörn (www.babybjorn.de)

Hier bestellen: One-Air von Babybjörn

Diese Babytrage ist die luftige Version des beliebten Modells One und kann besonders durch sein atmungsaktives 3D-Mesh überzeugen — so wird die Sommerhitze deutlich erträglicher. Plus: Der Stoff erfüllt alle Anforderungen des Öko-Tex 100 Klasse 1 Standard.

Adapt von Ergobaby

Die schwarze Ergobaby Adapt
Die Preis-Leistungs-Siegerin: die Adapt von Ergobaby
© PR / Ergobaby (www.ergobaby.de)

Hier bestellen: Adapt von Ergobaby

Als Preistipp der Stiftung Warentest (01/20) mit der Note 2,4, kann man mit dieser Trage nichts verkehrt machen. Mit einer zusätzlichen Lordosenstütze für den Träger punktet diese Trage besonders im Komfortbereich. Auch dieses Modell ist für Neugeborene geeignet. Außerdem ist sie ist so leicht, dass man denkt, man hätte das Baby zuhause vergessen.

MAIRA.tie von Cybex

Die schwarze MAIRA.tie von Cybex.
Die Elegante: die MAIRA.tie von Cybex
© PR / Cybex (www.cybex-online.com)

Hier bestellen: MAIRA.tie von Cybex

Dieses Modell überzeugt besonders mit einem schönen, angenehmen Stoff, der sowohl Papa als auch Kind zufriedenstellen sollte. Die Stiftung Warentest (01/20) gab der Trage die Note 2,5. Besonders gut: Mit ihr ist eine Vielzahl an Tragestellung — sogar die Rückenposition — möglich.

CUDL von Nuna

Die graue CUDL von Nuna
Die Extravagante: die CUDL von Nuna
© PR / Nuna (www.nunababy.com)

Hier bestellen: CUDL von Nuna

Nicht nur für Neugeborene ab 3,5 Kilogramm geeignet — auch Babys mit stolzen 16 Kilogramm passen noch hinein. Die Vielzahl an ausgefeilten Extras machen diese Trage zum verdienten Gewinner des Red Dot Design 2020. So kommt sie mit Gurtschonern, einem Beutel sowie einem Spuckschutz daher.

Wer sein Baby trägt, sorgt für Nähe, Zuneigung und Wärme — die Grundbedürfnisse eines jeden Kindes. "Tragen ist etwas, dass jede Vater-Kind-Beziehung bereichert", sagt deshalb auch Trageberater Benjamin Drost. Am besten testen!

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