Schrank ausmisten: So kommt Ordnung ins Klamotten-Chaos Pixel-Shot / Shutterstock.com

Kleiderschrank ausmisten So kommt endlich Ordnung ins Klamotten-Chaos

Ertappt: Du trägst doch bestimmt nur einen Bruchteil der Kleidung, die du im Kleiderschrank hast! Wie du dich erfolgreich von unnötigen Klamotten trennst

Die Wahrheit ist: Wer mehr Klamotten im Schrank hängen hat, ist nicht unbedingt besser angezogen. Wenige, wirklich gute, qualitativ hochwertige Stücke sind um Längen besser als ein Haufen Kleider, die nicht mehr passen oder die du gekauft hast, weil sie a) so günstig waren oder b) mal irgendwann im Trend lagen.

Trenne dich rigoros von allen Altlasten. Kleidungstücke, in denen du dich noch nie wirklich wohl gefühlt hast, die dir einfach nicht stehen oder die du bislang nur noch nicht aussortiert hast, weil sie teuer waren, kommen jetzt weg!

Wie gehe ich beim Kleiderschrank ausmisten am besten vor?

Wenn du zu den Männern gehörst, die sich das große Kleiderschrank-Ausmisten immer wieder vornehmen, aber letztlich scheitern, weil sie sich von nichts so recht trennen wollen – bitte dringend weiterlesen! Wir haben eine Liste von Tipps erstellt, an die du dich beim Ausmisten halten kannst. Du wirst sehen: So fällt dir das große Entrümpeln viel leichter.

1. Verschaffe dir zunächst einen Überblick

Und zwar darüber, was du überhaupt alles hast. Räume dazu sämtliche Schränke, Kommoden und Kisten aus und werfe alle Sachen auf einen Haufen – etwa auf das Bett. So siehst du genau wie viel du eigentlich besitzt. Wetten, es ist mehr, als du dachtest? 

2. Im zweiten Schritt geht's ans Sortieren

Lege Jacken zu Jacken, Pullis zu Pullis, T-Shirts zu T-Shirts. Und versuche dabei direkt ähnliche Teile aufeinander zu legen. Findest du von einer Kategorie viele Doppelgänger? Von gut sitzenden weißen Hemden fürs Office oder besondere Anlässe darfst du auf jeden Fall 4 oder 5 Exemplare behalten. Aber brauchst du wirklich 5 identische graue Sweatshirts? Wohl kaum. Behalte nur die zwei, die du am liebsten trägst – weil sie beispielsweise ein bisschen besser sitzen oder sich besser anfühlen.

Wirf auch einen Blick auf deine Boxershorts. Wenn du nicht nur alle 4 Wochen Waschtag hast, reichen zehn Unterhosen. Ausmisten solltest du alles, was ausgebeult oder verwaschen ist, oder einfach alt aussieht. Das gleiche gilt für Strümpfe, Unterhemden und Pyjamas.

Tipp: Keine Lust auf nerviges Zusammenlegen? Mit Faltbrettern geht's einfacher, schneller und ordentlicher.

3. Kaputtes reparieren oder aussortieren

Auf dem einstigen Lieblingshemd ist ein riesiger Fleck, der nicht mehr rausgeht? Das kannst du jetzt eh nicht mehr anziehen – weg damit! Auch Kleidungsstücke, bei denen lediglich ein Knopf fehlt oder bei denen sich eine Naht gelöst hat, fristen häufig ein ziemlich trauriges Dasein im Schrank. Und das bloß, weil du schlichtweg zu faul bist, sie endlich zum Schneider zu bringen oder selbst auszubessern. Suche genau diese Teile einmal zusammen und packe entweder die Reparatur an oder trenne dich. Du hast schon richtig verstanden: Gleich rausnehmen und ab auf den "Weg-damit-Stapel".

4. Sei ehrlich zu dir selbst

"Aber das kann man noch beim Reifenwechseln oder zur Gartenarbeit tragen." Flunker dich nicht an. Wetten, dass du gar nicht so viel Drecksarbeit machst, wie du inzwischen Klamotten dafür gehortet hast? Gleiches gilt für labberige T-Shirts, die zum Schlaf-Shirt werden und ausgebeulte Jogginghosen, die du zu Chill-Hosen umfunktionierst. Trägst du die Teile wirklich zum Putzen, Streichen, Unkrautzupfen, Schlafen und Reifenwechseln? Oder sind das alles nur Ausreden, um sich nicht trennen zu müssen? Falls Letzteres der Fall ist: Weg damit!

Kleiderschrank aufräumen
Africa Studio / Shutterstock.com
Ein aufgeräumter, übersichtlicher Kleiderschrank spart dir vor allem morgens viel Zeit

5. Raus mit allem, was nicht mehr passt

Die T-Shirts aus dem letzten Sommer spannen auf der Brust, weil du so viel trainiert hast? Die brauchst du nicht mehr! Du wirst jetzt ja sicherlich nicht plötzlich mit dem Training aufhören und dich wieder halbieren.

Du hast über die letzten Jahre eher an Bauchumfang zugelegt? Auch dann solltest du dich von zu enger Kleidung trennen. Ist es wirklich realistisch, dass du jemals wieder in die Jeans reinpassen wirst, die vor 5 Jahren schon verdammt eng saß? Wahrscheinlich nicht. Zu große Teile könntest du, sofern es sich rechnet, bei dem Schneider deines Vertrauens anpassen lassen. Bei zu kleinen Sachen geht das aber meist nicht.

6. Klammere dich nicht an teure Kleidung

Manchmal ist der einzige Grund, der dich vom Klamotten-Entsorgen abhält, der, dass du mit Entsetzen an das viele Geld denkst, dass du einst dafür hingeblättert hast. Schade, wenn du das Teil dann nie wirklich getragen hast oder es zumindest jetzt nicht mehr anziehst.

Aber es ist, wie es ist: Das Geld ist sowieso futsch – ob das Teil nun ungetragen im Kleiderschrank vor sich hin gammelt oder ob du dich gleich davon trennst. Mache lieber wieder Geld draus und verkaufe es. Wo das am besten klappt, verraten wir dir weiter unten im Text.

7. Weg mit Fehlkäufen

"Was habe ich mir denn dabei gedacht?" Alles, was du ein oder sogar kein Mal anhattest, kommt jetzt weg! Denn wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dir die Teile irgendwann doch nochmal gefallen werden? Verschwindend gering. Die gute Nachricht: Kaum Getragenes und Klamotten mit Etikett lassen sich einfach zu Geld machen. Irgendeinen Geschmack werden die Teile schon treffen.

Was mache ich mit alter, aussortierter Kleidung?

Ordentlich was zusammengekommen? Super! Aber wohin jetzt mit den Altlasten? Am besten spenden – dann sammelst du statt massig altem Zeug richtig viele Karma-Punkte. Andere Menschen freuen sich über die Kleidung, die dir nicht mehr passt oder gefällt. Aber bitte keine durchlöcherten Kleidungsstücke weitergeben. Wer soll die bitte noch anziehen? Lieber als Putzlappen recyclen! Und entsorgen, wenn du davon schon mehr als genug hast.

Übrigens: Vorsicht gilt bei Sammelbehältern vor der Tür – hier stecken oft Organisationen dahinter, die deine Altkleider weiterverkaufen und das Geld in die eigene Tasche stecken. Wer mit seiner Spende Bedürftigen helfen möchte, sollte direkt an Obdachlosenheime oder ähnliche Organisationen spenden. Wenn Altkleider-Container, dann nur mit dem Label von "FairWertung."

Kleiderschrank aufräumen / Kleiderspende
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Schmeiß deine alten Klamotten nicht weg. Es gibt viele Organisationen (z.B. Obdachlosenheime), die deine Kleidung gerne annehmen

Wo kann ich aussortierte Kleidung verkaufen?

Am meisten Kohle machst du im Internet. Secondhand-Plattformen wie Kleiderkreisel oder auch eBay Kleinanzeigen kosten zwar Zeit und Nerven. Aber jede Wette, dass deine "Altkleider" dort neue, glückliche Besitzerinnen finden.

Wer keine Lust hat, für eBay & Co. alles einzeln zu fotografieren und nervige Anfragen nach der Passform mit "Trage-Bildern" zu beantworten, stellt sich einfach auf den guten alten Flohmarkt. Hier gibt's zwar weniger Geld  für die Einzelteile. Dafür wirst du aber an einem Tag viel Masse los, was sich sofort im Geldbeutel bemerkbar macht. Nimm einen Kumpel mit, dann wird's lustiger und du kannst dir die Standmiete teilen.

Das Marken-Teil war mal verdammt teuer und du hattest es fast nie an? Dann ist es viel zu schade für den Flohmarkt und die üblichen Apps. Viel mehr Kohle bekommst du über die beiden Designer-Secondhand-Shops Vestiaire Collective und Rebelle los. Hier zahlst du zwar Provision, schlägst am Ende aber trotzdem noch mehr Geld raus als bei eBay, weil der Preis von vornherein höher angesetzt ist. Das ist möglich, weil die Shops alle Teile auf Echtheit prüfen und die Kunden keine Angst vor Fakes haben müssen und dann auch bereit sind mehr zu zahlen.

Kleiderschrank aufräumen
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Online kannst du mit deinen aussortierten Klamotten die Urlaubskasse aufstocken

Was behalte ich beim Kleiderschrank ausmisten?

Als Faustregel gilt: Wenn du dich absolut nicht von einem Kleidungsstück trennen kannst, hilft der Schnellcheck: Zieh es nochmal an und stelle dich vor den Spiegel. Wenn es dir optimal passt und du es auch wirklich gern und oft trägst, darf es bleiben. Du willst es konkreter? Basics wie Jeans, T-Shirts und Wollpullis in schlichten Farben sind zeitlos und können immer wieder anders gestylt werden. Diese Teile sollten bleiben – vorausgesetzt sie passen!

Mal abgesehen von den Kombi-Talenten für den Alltag, solltest du auch einen gut sitzenden Anzug und ein paar passende Hemden für besondere Anlässe im Schrank behalten. Auch wenn jetzt gerade vielleicht noch kein Event absehbar ist.

Einsortieren mit System: Wie ordne ich meine Kleidung am besten?

Du hat dich an unseren ersten Tipp gehalten und Schrank und Schubladen wirklich bis aufs letzte Teil ausgeräumt? Prima! Das ist deine Chance, deine Kleidung endlich so zu organisieren, dass du alles auf den ersten Blick findest. Das klappt allerdings nur, wenn die Stapel wirklich ordentlich sind und nicht auseinander fallen. Besonders platzsparend und übersichtlich ist es zum Beispiel Sweater und T-Shirt zu falten und dann hochkant in eine Schublade einzuordnen.

Wollkleidung solltest du übrigens immer falten, nicht aufhängen. Weil sich Pullis und Co. sonst aushängen. Hemden, Sakkos, Stoffhosen und alles was durchs Falten unschön knicken würde, kommt auf die Stange.

Was kann ich gegen Kleidermotten im Schrank tun?

Dir flattert beim Aussortieren eine Motte entgegen? Bevor sich deren Nachkommen während des Sommers durch die Pullover fressen, solltest du die Schädlinge abtöten. Und zwar im Backofen. Eine Stunde bei 60 Grad – so beugst du Mottenlöcher vor. Kleidung aus Synthetik schmilzt dir bei diesen Temperaturen allerdings weg. Da ist die Kälteschock-Methode besser geeignet: Klamotten in eine Plastiktüte legen und einfrieren, schon nach einem Tag sind die Schädlinge hinüber.

Wenn du Getragenes in Zukunft stets nur gelüftet aufhängst oder zusammenlegst und Zedernhölzer oder Lavendel im Schrank verteilst, sind solche Maßnahmen nicht mehr erforderlich.

Aussortieren und organisieren schafft nicht nur Platz für neue Lieblingsteile. Wenn du dich genau an unsere Tipps hältst, hast du bald garantiert den perfekten Überblick im Schrank – und das spart dir morgens massig Zeit.

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