Deo ohne Aluminium: Ist der Wechsel auf alufreies Deo sinnvoll?

Deo lieber mit oder ohne Aluminium?
Wie gefährlich sind Aluminiumsalze wirklich? Wir klären auf

Antitranspirante halten die Achseln trocken, treiben aber auch Angstschweiß auf die Stirn: Die enthaltenen Aluminiumsalze sind angeblich gesundheitsschädlich. Die Fakten und aluminiumfreie Alternativen

Bei den meisten Autos zahlen Sie drauf, beim Menschen gibt es sie serienmäßig: die Klimaanlage. Es ist das Schwitzen, das dem Körper den Temperatur-Ausgleich ermöglicht. Die Haut ist dabei der Thermostat und der Schweiß die Kühlflüssigkeit. Rund zwei Millionen Schweißdrüsen sind über den Körper verteilt. Sie sondern täglich ein bis zwei Liter Schweiß ab, bei starken Anstrengungen wie einem Marathonlauf sogar bis zu 10 Liter.

Warum schwitze ich?

Eigentlich ist Schwitzen eine gesunde Sache: Die Verdunstungskühle auf der Haut reguliert die Temperatur und schützt den Körper so vor einer Überhitzung. Schweiß ist aber auch eine Art Müllabfuhr für den Körper. Mit dem Schweiß werden nämlich auch Schadstoffe ausgeschieden.

Schön und gut, wären da nicht die unangenehmen Schweißflecken und der üble Geruch. Aluminiumsalze in Antitranspirantienmit Aluminiumsalzen versprechen Abhilfe gegen beides. Allerdings ist der Wirkstoff in den letzten Jahren in Verruf geraten. Krebs sollen die Alu-Verbindungen offenbar auslösen und der Begriff Alzheimer taucht immer wieder auf.

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Was machen Aluminiumsalze überhaupt in Antitranspirantien?

"Ein Antitranspirant vermindert die Schweißbildung um bis zu 70 Prozent, indem es die Drüsengänge vorübergehend schließt. Und für dieses Verschließen sind nun einmal die Aluminiumverbindungen unerlässlich", erklärt Christiane Bayerl, Dermatologin an der Wilhelm-Fresenius-Klinik in Wiesbaden. Aktuell gibt es keinen alternativen Wirkstoff, der den schweißhemmenden Effekt von Aluminiumsalzen ersetzen kann.

Sind Aluminiumsalze wirklich so schlimm wie ihr Ruf?

Aluminiumsalze verhindern Schweißflecken
Aluminiumsalze hemmen den Schweißfluss und verhindern dadurch Schweißflecken

Der Einsatz von Antitranspirantien mit Aluminiumsalzen wird bereits seit Jahren hinterfragt. Kritiker gehen davon aus, dass sie Krebs auslösen und Alzheimer-Erkrankungen fördern. Zurecht? Das ist wissenschaftlich bisher nicht zweifelsfrei belegt. Aber: Eine Studie, die von der Universität Genf im "International Journal of Cancer" veröffentlicht wurde, erhärtet den Verdacht. Die Forscher haben in Tierversuchen an Mäusen festgestellt, dass Aluminiumkonzentrationen im Blut, wie sie auch bei Menschen gemessen wurden, bei den Tieren zu Krebs führen können.

Gilt das auch für die Aufnahme über die Haut?

Manchmal gibt es auf einfache Fragen keine einfachen Antworten. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung konnte bisher kein kausaler Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Aluminium aus Kosmetikprodukten wie Antitranspirantien und der Entstehung von Krebs wissenschaftlich belegt werden. Zwar geht man derzeit davon aus, dass Aluminium hauptsächlich über die Nahrung in den Organismus gelangt, Entwarnung will man trotzdem nicht geben. Es gäbe Studien, die für einen Zusammenhang sprechen, aber auch solche, die das Gegenteil belegen. Die Datenlage sei insgesamt uneinheitlich und zum Teil widersprüchlich. Es müsse also noch weiter geforscht werden, um eindeutige Empfehlungen auszusprechen.

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Was ist der Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant?

Antitranspiranten hemmen den Schweißfluss
Ob Roller oder Spray: Als Antitranspirante werden nur Produkte mit schweißhemmender Wirkung

Was viele nicht wissen: Deo ist nicht gleich Antitranspirant. Als Antitranspirante werden nur Produkte mit schweißhemmender Wirkung bezeichnet. Also solche mit Aluminiumsalzen. Deos hingegen kommen ohne Aluminiumsalze aus.

Im Vergleich zu Antitranspirantien hemmen Deodorants allerdings nur die Körpergeruchsbildung, aber nicht die Schweißbildung. Was halb so schlimm ist, denn frischer Schweiß riecht nicht. Erst wenn Bakterien auf der Haut ihn zersetzen, beginnt es zu müffeln. Aber auch das verhindern viele aluminiumfreie Deos – mit antibakteriellen Inhaltstoffen wie zum Beispiel Alkohol oder ätherischen Ölen. Außerdem überlagern Deos unangenehme Gerüche mit Parfüm.

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Was ist besser: ein Deo ohne oder ein Antitranspirant mit Aluminium?

Ein Deo ohne Aluminium ist völlig unbedenklich, schützt aber nicht unendlich vor Schweißgeruch. Wer selbst bei starker körperlicher Anstrengung trocken und geruchsfrei bleiben will, muss leider auf ein Antitranspirant mit Aluminiumverbindungen zurückgreifen. Eine unbedenkliche Alternative mit gleicher Wirkung gibt es bisher nicht.

Aber kann man mit gutem Gefühl überhaupt noch ein Antitranspirant mit Aluminium verwenden?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat die Empfehlung ausgesprochen, wenn möglich auf Deos ohne Aluminium umzusteigen und Antitranspirante, wenn überhaupt, nicht unmittelbar nach der Rasur aufzutragen. Denn bei jeder Rasur entstehen Mikroverletzungen, so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Und über diese Wunden könnten die Aluminiumverbindungen in den Blutkreislauf gelangen.

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Fazit: Keiner will unter den Achseln schwitzen und stinken schon gar nicht. Trotzdem sollten Sie jetzt lieber ein Deo ohne Aluminium wählen. Klar, wenn Sie extrem schwitzen, zum Beispiel beim Sport, besteht weiterhin Schweißwolken-Gefahr. Aber danach duschen Sie hoffentlich ohnehin. Im Alltag können Deos ohne Aluminium mittlerweile problemlos mithalten.