Mode-Wissen: Die wichtigsten Hemdkragenformen

Hier geht's um den Kragen!
Guter Stil fängt mit der Wahl der richtigen Kragenform an

Hier kriegen Sie Kragen! Nichts prägt den Hemden-Stil so maßgeblich wie die Kragenform. Auf einen Blick finden Sie hier die wichtigsten Hemdkragenformen

Herrenhemden werden maßgeblich von der jeweiligen Kragenform geprägt. Einfluss auf die Wirkung eines Hemdkragens haben vor allem 2 Dinge: die Spreizung und die Höhe des Hemdkragens. Mit ersterem ist der Abstand der beiden Kragenenden voneinander gemeint. Durch ihn wird der Kragenstil festgelegt und es ergibt sich, welcher Krawattenknoten angemessen ist. Die Höhe des sogenannten Kragenstegs bestimmt, wie viel vom Hals bedeckt wird. Je höher er ist, desto förmlicher wirkt das Outfit. Auch nicht unwichtig ist, wie hoch die Kragenflügel vorne sind, damit ist die Strecke vorn zwischen Kragenrand und Kragenflügelspitze gemeint.

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Je nachdem, wie diese Stilelemente variiert und teilweise durch Spezialdetails wie Nadeln oder Knöpfungen ergänzt werden, ergibt sich eine kaum überschaubare Zahl an Kragennamen: Kent, New-Kent, Haifisch- oder Cutaway-Kragen, Tabkragen, Button-down-Kragen und viele mehr. Lassen Sie sich davon nicht verwirren, im Grunde gibt es nur zwei förmliche Kragentypen, die man leicht auf einen Blick unterscheiden kann, auch wenn man nicht Vokabeln gelernt hat: die spitzen Kragenformen, bei denen die Kragenflügel nah beieinander liegen, also in einem nach unten offenen Winkel zwischen 90 und 45 Grad, und die gespreizten Kragenformen, bei denen die Kragenflügel weit nach außen stehen, also in einem Winkel bis zu 180 Grad.

Und für alle Hemdkragenformen gilt die Faustregel: je gespreizter und voluminöser der Kragen, umso größer darf der Knoten sein. Und umgekehrt. Wir zeigen hier nicht nur Hemdenliebhabern die gängigsten Kragenformen für jede Situation. Denn egal, ob für Business, Festlichkeit, formellen oder entspannten Anlass – wahrer Stil und Modebewusstsein fängt schon mit der Wahl der richtigen Kragenform an.

Diese Hemdkragen-Formen sollten Sie kennen

 

Der Kent-Kragen
Der Kentkragen ist ein echter Evergreen

1. Kentkragen

Der Klassiker unter den Hemdkragenformen ist der Kentkragen. Der Kentkragen entstand in den 1930er Jahren und geht auf George, 1. Duke of Kent zurück, dem er auch seinen Namen verdankt. Der Herzog soll nach einer Möglichkeit gesucht haben, einen großen Krawattenknoten, wie den damals beliebten doppelten Windsorknoten zu tragen, ohne sich dabei beengt zu fühlen. Den Kentkragen erkennt man am großen Umschlagkragen mit langen Schenkeln. Er bietet genug Platz für fast alle Knoten und Krawattenformen, aber auch die klassische Fliege. Dank dieser Vielseitigkeit passt der Kentkragen sowohl zum Business-Anzug als auch zur Lederjacke.

Der New-Kent-Kragen
Der New-Kentkragen wird häufig auch Windsorkragen genannt

2. New-Kentkragen

Der New-Kentkragen ist eine Mischung aus Haifischkragen und Kentkragen und wird häufig auch Windsorkragen genannt. Die Kragenflügel sind nicht ganz so gespreizt wie beim Haifischkragen und die Spitzen sind runder und etwas kürzer als beim Kentkragen. Hemden mit New-Kentkragen können sowohl offen als auch geschlossen getragen werden. Da genügend Platz zwischen den Kragenflügel ist, kann beim Krawattenknoten frei gewählt werden. Er eignet sich auf jeden Fall auch für voluminöse Krawattenknoten.

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Der Haifischkragen
Die modisch derzeit angesagteste Kragenform

3. Haifischkragen

Der Haifischkragen, der auch als Shark-Kragen, Haikragen oder Cutaway-Kragen bezeichnet wird, ist momentan die modisch angesagteste Hemdkragenform. Darum ist der Haifischkragen die aktuell beste Wahl fürs Business. Die extravagante Variante mit den weit auseinandergezogenen Kragenspitzen bringt Sie stilsicher durch die Bürowoche und eignet sich besonders für Business-Sakkos mit einem tiefen, breiten Ausschnitt. Dazu passt hervorragend eine breite bis mittelschwere Krawatte und ein großer Krawattenknoten wie z.B. der Windsor-Knoten. Vorsicht: Eine zu dünne Krawatte mit schmalem Knoten wirkt in diesem weit geöffnetem Kragen zierlich und verloren.

Der Haifischkragen mit hohem Steg
Je höher der Kragensteg, umso formeller die Wirkung

4. Haifischkragen mit hohem Steg

Die Wirkung eines Kragens hängt sehr stark von seiner Höhe ab. Je höher der sogenannte Kragensteg, desto förmlicher wirkt das Outfit. Eine weit ausgestellte Haifischform mit zwei Schließknöpfen sorgt darum für ein besonders elegantes Erscheinungsbild. Männern mit kurzem Hals steht sie allerdings nicht. Bei einem kurzen Hals sollte man immer einen Kragen tragen, der mehr davon freilässt, damit die Proportionen stimmen.

Der Pin-Kragen
Der Pin-Kragen hat eine rund 100jährige Geschichte

5. Pin-Kragen

Beim Pin-Kragen, der häufig auch im deutschsprachigen Raum Pin-Collar genannt wird, werden die Kragenschenkel durch eine Nadel zusammengezogen, um den Krawattenknoten einzufassen und anzuheben. Der Pin, der durch zwei Löcher im Kragen steckt und diesen durch daraufgeschraubte Enden zusammenhält, verleiht dem ganzen Kragen einen stilvollen Eindruck. Der Pin-Kragen tauchte das erste Mal am Anfang des 20. Jahrhunderts auf, als man ein Hilfsmittel brauchte, um den immer beliebteren, heruntergeklappten Kragen aus weicherem Material eine Form zu geben und zusammenzuhalten. Diese Kragenform wird nicht ohne Binder getragen.

Button-down mit weichem Kragen
Diese Kragenform ist in den USA besonders beliebt

6. Button-down classic

Die Urform des Button-down-Kragens wird mit weicher Einlage verarbeitet, damit sich die Schenkel weich rollen. In den USA heißt dieses Modell auch "soft roll collar". Wie der Name schon andeutet, werden bei diesem Kragen die Kragenenden durch Knöpfe stabil am Platz gehalten. Der Button-down classic eignet sich aufgrund der weicheren Zwischeneinlagen eher für ein Casual-Hemd und gilt auch als einer der am wenigsten formellen Kragen. Wichtig ist hier, dass die Kragenenden immer geknöpft bleiben.

Der moderne Button-down-Kragen
Die Kragenenden sollten immer geknöpft bleiben

7. Button-down modern

In Europa wird oft eine kleinere Ausgabe des klassischen Button-down-Kragens bevorzugt. Wie der Name schon andeutet, liegen bei diesem Kragen die Kragenenden unten an. Sie werden durch kleine Knöpfe stabil am Platz gehalten. Das ist besonders praktisch, wenn Sie das Hemd mit einem Pullover oder Jackett darüber tragen. Dann verrutschen die Kragenenden nicht. Der Button-down-Kragen wird wenn überhaupt mit einem kleinen Krawattenknoten getragen. Am besten passt er zu einem Casual-Hemd und wird als der am wenigsten formelle Kragen angesehen. Wichtig: Die Kragenenden sollten immer zugeknöpft bleiben!

Weit gespreizter Hemdkragen
Der perfekte Begleitkragen zu Wollkrawatten

8. Weit gespreizter Kragen

Weit gespreizt aber nicht so hochgeschlossen ist dieses Modell. Diese Kragenform eignet sich besonders gut für sehr dicke Knoten, zum Beispiel in Wollkrawatten. Der einzelne Schließknopf am Kragensteg sorgt dafür, dass der Hals nicht eingeengt wird.

Der gespreizte Kragen
Diese Kragenform wirkt zugleich elegant und förmlich

9. Wenig gespreizter Haifischkragen

Den derzeit extrem beliebten Haifischkragen gibt es in vielen verschiedenen Variationen, zum Beispiel wie hier abgebildet, nicht ganz so extrem gespreizt wie sein Vorbild. Dadurch wirkt diese Hemdkragenform zugleich elegant und förmlich. Sowohl schmale als auch breite Krawattenknoten kommen darin optimal zur Geltung. 

Der besonders breite und weite Haifischkragen
Eine offene Kragenform lässt Sie in Gänze offener erscheinen

10. Weiter, breiter Haifischkragen

Eine weitere Variante des beliebten Haifischkragens ist diese zugleich weit ausgeschnittene und breite Kragenform. Dadurch wirkt dieser Kragen weniger förmlich als der Kentkragen. Die auseinanderstehenden Schenkel machen ihn offener, und lassen auch Sie bei Verhandlungen offener erscheinen. Hemdenkenner tragen diese Kragenform gerne mit weicher Einlage.

Der Club-Kragen
Der Clubkragen war das Markenzeichen der frühen Beatles

11. Clubkragen

Clubkragen (engl. Club Collar) sind Kragen mit abgerundeten Spitzen und einem die Schenkel verbindenden Steg. Lange Zeit fristeten Sie ein Schattendasein und wurden als kurios abgetan. Doch immer wieder bringen ihn einige Modehäuser zurück ins Spiel. Zu Recht finden wir, da der Clubkragen garderobetechnisch ganz neue Türen öffnet: Er kommt immer elegant und fein daher und das sogar ohne Krawatte. Man kann ihn auch gut offen tragen, dann wirkt er lässig wie bei einem Polo-Shirt. Die frühen Beatles waren die Letzten, die ihn aus Überzeugung getragen haben. Schön, dass er endlich sein Comeback erlebt.

Der Tabkragen
Ein Tabkragen sollte stets mit Krawatte getragen werden

12. Tabkragen

Der Tabkragen unterscheidet sich dadurch vom Kentkragen, dass die Kragenspitzen viel enger beieinander liegen. Die Besonderheit bei dieser Kragenform liegt in einem schmalen Steg, der die beiden Kragenspitzen verbindet. Der Steg sorgt somit für den perfekten Sitz der Krawatte. Ein Hemd mit Tabkragen sollte stets mit Krawatte getragen werden, am besten eignen sich schmale Krawatten, die sich zu einem kleinen Knoten binden lassen. Dieser Kragen ist ein beliebter Begleiter im Business-Alltag.

Der Tabkragen mit abgerundeten Spitzen
Mit eckigen Kragenspitzen wirkt der Tabkragen extravagant

13. Tabkragen mit eckigen Spitzen

Auch den Tabkragen gibt es in zahlreichen Variationen, so wie hier mit eckigen Spitzen. Diese Kragenform wirkt besonders förmlich, da der Krawattenknoten exakt in der Mitte des Kragens sitzt und optisch fast eingerahmt ist. Dadurch entsteht ein besonders formeller aber auch extravaganter Look.

Der Stehkragen
Der Stehkragen steht gerade nach oben

14. Stehkragen

Der Stehkragen ist ein Hemdkragen, der um den Hals aufgestellt getragen wird. Er wird manchmal auch Mao-Kragen, Schornsteinkragen oder Mandarin-Kragen genannt. Ursprünglich konnte an den Stehkragen ein separater Kragen angeknöpft werden. Heutzutage hat der Umlegekragen ihn fast vollständig verdrängt. Der Stehkragen kann sowohl hochgeschlossenim Uniform-Lookals auch locker mit geöffnetem Kragengetragen werden. Da sich dieser Hemdkragen nicht mit einer Krawatte kombinieren lässt, ist er vorrangig für die Freizeit geeignet.

Der Kläppchenkragen
Die festlichste Kragenform

15. Kläppchenkragen

Der Kläppchenkragen war am Beginn des 20. Jahrhunderts noch Teil der Geschäftskleidung. Heutzutage wird diese elegante Kragenform zu Smoking, Cut oder Frack bei festlichen Anlässen getragen. Zu diesem Kragen kombiniert man ausschließlich eine Fliege oder Plastron. Hemden mit dem Kläppchenkragen sind in der Regel auch mit verdeckter Knopfleiste (weil diese ja nicht wie sonst üblich von der Krawatte verdeckt wird) und Umschlagmanschette ausgerüstet.

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