Wie Sie schneller fit werden nach Zerrung oder Faserriss

Ein Muskel Faserriss kann sehr schmerzhaft sein
Ein Faserriss kann verdammt schmerzhaft sein. Schnelles Handeln ist jetzt gefragt

Diese Profi-Tipps und -Tricks bringen Sie nach einem Faserriss oder einer Zerrung schnell wieder auf die Beine

Sie sind beim Laufen von Ihrer Muskulatur schmerzhaft ausgebremst worden und fragen sich, wie schnell Sie Ihr Training wieder aufnehmen können? Worauf es ankommt und welche Tricks helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen, erklärt Orthopäde und Sportmediziner Dr. Markus Klingenberg, Chefarzt der Beta Klinik in Bonn.

Was ist eine Muskel-Zerrung?

"Zerrungen entstehen zum Beispiel durch die Überanstrengung eines Muskels, durch einen Zusammenstoß oder Fehlbelastungen", sagt Dr. Klingenberg. Dabei tritt ein krampfartiger Schmerz auf, der Muskel verhärtet sich plötzlich. "Auf Zellebene sind Mikroverletzungen entstanden, einzelne Muskelfasern oder -bündel sind gerissen", so Dr. Klingenberg. Wenn die Verletzung einige Stunden alt ist, kann einen spindelförmige Schwellung tastbar sein, allerdings ohne Unterbrechung in der Kontur. Innerhalb von wenigen Tagen sollte sich der dieser erhöhte Muskeltonus wieder normalisieren.

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Welche Symptome hat ein Faserriss?

Ein Muskelfaserriss macht sich durch einen plötzlichen, stechenden und anhaltenden Schmerz bemerkbar. Es lässt sich eine Delle im Faserverlauf ertasten. Bei schweren Verletzungen bildet sich eine spürbare Lücke im Muskel. Durch den Riss blutet es in den Muskel und es kommt zu einer Schwellung: je schneller eine Behandlung einsetzt, desto schneller verläuft besser der Heilungsverlauf.

Was tun bei einer Zerrung?

Zunächst müssen Sie abklären, ob Sie eine Zerrung oder einen Faserriss haben. Das ist von außen oft gar nicht so einfach. Faustregel: "Wenn der Muskel nur weh tut und verhärtet wirkt, ohne Funktionsverlust und tastbare Lücke, ist es vertretbar erst einmal abzuwarten", erklärt Dr. Klingenberg, "Bei ungewöhnlich starken Schmerzen, Einblutungen und Funktionseinschränkungen jedoch sollten Sie zügig einen Arzt aufsuchen." Dieser wird dann mit Hilfe eines Ultraschalls oder MRTs klären, ob und wie weit der Muskel gerissen ist.

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Welche Behandlung hilft bei Zerrungen?

Wenn die oben genannten Symptome erst einmal zum Abwarten raten, können Sie die Heilung mit diesen Sofort-Maßnahmen unterstützen:

  1. Kühlen, um die Schmerzen zu lindern
  2. Kompressen, bzw. feste Wickel anlegen, um der Schwellung entgegen zu wirken
  3. Betrifft die Verletzung die untere Extremität, sollte das verletzte Bein hochgelegt werden

Muskel Faserrisse sollten schnell gekühlt und bandagiert werden
Faserrisse sollten schnell gekühlt und bandagiert werden

Wie lange dauert eine Zerrung?

"Das hängt vom Schweregrad der Verletzung ab", sagt Dr. Klingenberg, "Rechnen Sie mit zwischen 2 Tagen und 6 Wochen." Solange Sie Schmerzen haben, rät der Orthopäde, die verletzte Muskulatur nicht sportlich zu belasten. "Natürlich können Sie auch mit Schmerzen trainieren", weiß Dr. Klingenberg, "Aber Sie erkaufen sich die Bewegung mit Mehrbelastungen in anderen Regionen und Ausweichbewegungen, die Schmerzen in anderen Körperpartien nach sich ziehen können."

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Welche Hausmittel helfen bei einer Zerrung?

Wer kein Coolpack zur Hand hat, kann mit kalten Quarkumschläge die gezerrte Stelle kühlen. Das Einreiben mit Arnika verspricht ebenfalls Linderung der Schwellungen. "Auch entzündungshemmende, Diclophenac-haltige oder pflanzliche Salben über einen kurzen Zeitraum unterstützt die Heilung", sagt Dr. Klingenberg.
Wer häufig an einer bestimmten Stelle unter einer Zerrung leidet, könnte zudem unter einem gestörten Säure-Basen-Haushalt leiden. Denn eine chronische Übersäuerung der Muskulatur und des Bindegewebes hängen stark von der Ernährung ab. Stellen Sie Ihre Ernährung auf mehr basische Produkte um, essen Sie also viel Gemüse, Obst und Soja und weniger Fleisch. Gegebenenfalls empfiehlt sich die Einnahme eines Basen-Präparats oder eines hochwertigen Nahrungsergänzungsmittels zur ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen.

Wie kann man eine Zerrung vorbeugen?

"Trainieren Sie nicht mit Schmerzen und achten Sie auf eine gute Bewegungsqualität", rät Dr. Klingenberg. Wer muskulären Dysbalancen vorbeugt, baut einen guten Sicherheitspuffer auf. Dafür sollten Sie Ihre Muskulatur regelmäßig mobil halten und den Bewegungsradius Ihrer Muskeln durch gezielte Funktionsgymnastik für Ihre Sportart ausweiten. Läufer sollten dabei vor allem die Waden und Oberschenkelrückseite im Blick haben, Schwimmer Ihren Nacken und die Brustwirbelsäule und Golfer bzw. Tennisspieler Schultern und Rücken. Wer neu ins Training einsteigt oder häufig unter wiederkehrenden Zerrungen leidet, sollte in einen Screen beim Sportorthopäden investieren, um Schwachpunkte frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

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Also, handeln Sie schnell, wenn Sie sich einen Faserriss zuziehen. Kühlen und bandagieren Sie die betroffene Muskelpartie zügig, dann sind Sie auch schon bald wieder beim Training dabei. Und ab sofort werden Dehn- und Beweglichkeitsübungen fest ins Sportprogramm integriert!

Buchtipp für Fitness-Wiedereinsteiger: Return to Sport. Funktionelles Training nach Sportverletzungen (von Dr. Markus Klingenberg, Pflaum Verlag, 39,90 €)

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