Vor einer Ansteckung mit Grippeviren kann man sich schützen. file404 / Shutterstock.com

Grippe vorbeugen So schützt du dich jetzt vor Grippe und Erkältung

Grippe und Erkältung kann man vorbeugen. Mit diesen simplen, aber effektiven Tipps vermeidest du Husten, Schnupfen und Fieber

Warum die Grippe jedes Jahr genau im Winter ausbricht, können sich Experten noch nicht ganz erklären. "Mehrere Studien haben bislang gezeigt, dass sich Influenzaviren bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft besonders wohl fühlen und vermehren", sagt Dr. Thomas-Michael Grasser, Facharzt für Allgemeinmedizin aus München. Im Gegenzug wird vermutet, dass unser Immunsystem unter diesen Bedingungen weniger schlagkräftig ist und die Schleimhaut der oberen Atemwege anfälliger für eine Infektion wird.

Pro Jahr erkranken nach Schätzungen des Robert Koch Instituts (RKI) etwa 5 bis 20 Prozent der Deutschen an Grippe – quer durch alle Altersschichten. In durchschnittlich 10.000 Fällen davon führt die Influenza sogar zum Tod. Besonders hart war zuletzt die Grippe-Saison 2014/2015 mit geschätzten 21.300 Todesfällen. Gefährdet sind vor allem Kinder, chronisch Kranke, Schwangere und ältere Menschen (ab 60 Jahren).

Während einer Grippe entwickelt man meist auch Fieber.
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Bei einer echten Grippe geht es einem meist noch schlechter als bei einer Erkältung. Verbeugen lohnt sich!

Warum ist Grippe so ansteckend?

Grippeviren übertragen sich durch eine Tröpfcheninfektion von einem auf den anderen Körper, etwa durch Niesen, Sprechen, Husten oder Küssen. Allerdings können sich die Erreger auch eine gewisse Zeit lang auf Kontaktflächen wie etwa Türklinken halten und gelangen dann über die Hand auf die Schleimhäute, zum Beispiel beim Griff an den Mund oder die Nase. "Hat man sich angesteckt, bricht die Grippe meist nach ein bis zwei Tagen aus und hält bis zu eine Woche lang an", erklärt Grasser. "Die typischen Symtpome sind hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizhusten und Schüttelfrost."

Wie lange ist eine Grippe ansteckend?

Bereits einen Tag vor den ersten Symptomen kann die Grippe ansteckend sein. Auch gilt die Faustregel: Je heftiger die Beschwerden, desto ansteckender ist man für andere Menschen.

Waschen Sie Ihre Hände mit Seife, um sich vor Grippeviren zu schützen
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Wichtig, um sich vor Ansteckung zu schützen: regelmäßig Hände waschen

Diese 8 Alltagstipps bieten den besten Schutz vor einer Grippe-Ansteckung:

  1. Wasch dir deine Hände nicht nur regelmäßig, sondern auch gründlich mit warmen Wasser und Seife – insbesondere vor dem Kochen, Essen oder nach dem Gang auf die Toilette.
  2. Halte deine Hände aus dem Gesicht fern und fass niemals mit ungewaschenen Fingern an Mund, Augen oder Nase.
  3. Meide engen Kontakt mit Erkrankten und halte mindestens 2 Meter Abstand. Ist zu Hause jemand an Grippe erkrankt, solltest du auf eine räumliche Trennung achten und gemeinsam genutzte Bereiche wie Küche oder Bad besonders sauber halten.
  4. Halte die Schleimhäute möglichst feucht. Meide trockene, überheizte Räume, lüfte regelmäßig gut durch und trink viel.
  5. Schütze Wunden mit einem Pflaster oder Verband, damit keine Viren an die Stelle gelangen.
  6. Versuche, in den Grippe-Monaten auf das Händeschütteln zu verzichten. Tipp: Auf die Schulter klopfen wird genauso als freundliche Begrüßung aufgenommen.
  7. Achte auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Vitamin A, C und B6 schützen besonders gut im Kampf gegen die Grippeviren.
  8. Wer sich eine Grippe einfängt, bleibt zu Hause, bis er wieder gesund ist. Dein kränkelnder Kollege will das partout nicht einsehen? Damit ist er eine Gefahr für alle anderen im Büro. Mach das notfalls deinem Chef klar. Wenn er ihn nicht nach Hause schickt, fallen nächste Woche womöglich noch mehr Mitarbeiter aus.
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Senkt die Grippe-Impfung die Ansteckungsgefahr?

"Die rechtzeitige und jährliche Impfung gilt als beste Vorsorgemaßnahme gegen Influenzaviren", sagt Grasser. Allerdings schützt kein Impfstoff zu 100 Prozent, da jedes Jahr nie mit Gewissheit vorauszusehen ist, welche Virusstämme sich in der nächsten Grippe-Welle genau durchsetzen werden. Bei einer guten Übereinstimmung kann allerdings eine Schutzwirkung von bis zu 80 Prozent erreicht werden. Auch haben Wissenschaftler in diversen Studien beobachtet, dass eine Influenza-Erkrankung bei geimpften Menschen in der Regel milder und mit weniger Komplikationen verläuft als bei Ungeimpften.

Wann ist eine Grippe-Impfung sinnvoll – und für wen?

In den meisten Fällen ist eine Impfung ratsam. Allerdings sollte man darauf achten, dass diese in Absprache mit einem Arzt geschieht. Nur er kann vorab klären, ob du gegen bestimmte Bestandteile des Impfstoffes vielleicht allergisch bist. Am besten lässt du dich im Oktober oder November impfen, denn es dauert bis zu zwei Wochen, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Es ist allerdings auch noch sinnvoll, sich während einer Grippe-Welle impfen zu lassen. Schließlich schwappt sie bis zu 5 Monate lang umher.

Im Alltag helfen dir unsere 8 Verhaltenstipps, um den fiesen Grippeviren sicher aus dem Weg zu gehen. Wer das Risiko einer Ansteckung noch weiter minimieren will, kümmert sich um einen rechtzeitigen Impfschutz, der jährlich aufgefrischt werden sollte.

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