Gerade die Muskeln am Bein und am Auge zucken sind anfällig für die Muskelzuckungen. Hier erfahren Sie die Ursachen. Estrada Anton / Shutterstock.com

Muskelzucken Das hilft gegen zuckende Muskeln

Ständig zuckt Ihr Auge, oder ein Muskel im Bein macht sich selbstständig? Wie gefährlich Muskelzucken wirklich ist, was dahinter steckt und wie Sie es vermeiden

Muskelzucken kennt fast jeder. Wenn sich etwa in einem wichtigen Gespräch befindet, wenn das Auge anfängt zu zucken, kann nur hoffen, dass der Gegenüber einen nicht für einen gefährlichen Psychopathen hält. Doch wieso zucken die Muskeln plötzlich und ohne jeglichen offensichtlichen Grund? Und wie kann man das verhindern? Diese Fragen beantworten wir mit dem Arzt und Schmerzforscher Dr. Tobias Weigl, der neben seiner Tätigkeit in einer Unikinik auf seinem YouTube-Kanal über medizinische Themen aufklärt.

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Was sind Muskelzuckungen?

Das Muskelzucken (auch Faszikulation genannt) entsteht durch das blitzartige, meist arrhythmische Zusammenziehen einzelner kleiner Muskelbündel, den sogenannten Faszikeln. Je nach Ursache können Muskelzuckungen in "benigne" oder "pathologische" Faszikulation eingeteilt werden, wobei die erstere die weitaus häufigere Ursache für Muskelzucken darstellt.

  • Bei der benignen Faszikulation entsteht das Zucken der Muskeln zumeist durch Stress, aber auch durch körperliche oder anderweitige nervliche Belastung. Zusätzlich können auch bestimmte Medikamente oder ein Nährstoffmangel für das Zucken verantwortlich sein. "Diese Zuckungen finden sich primär in den Waden, im Bereich um die Augen (speziell im Augenlid) sowie in der Oberarmmuskulatur", erklärt der Experte.
  • Pathologische Faszikulationen hingegen sind das Ergebnis einer Schädigung der Nervenzellen (des sogenannten zweiten Motoneurons). Diese Form des Muskelzuckens ist typischerweise bei ALS (amyotrophe Lateralsklerose) zu beobachten, einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems.

Wann sollten Sie den Arzt aufsuchen?

Leiden Sie schon länger unter Muskelzucken (kontinuierlich über 2 bis 3 Wochen) oder ist das Zucken von Schmerzen begleitet, ist der Gang zum Arzt Pflicht. Ihr Hausarzt wird Sie zu einem Neurologen überweisen, der die Ursachen herausfinden und eine passende Behandlung einleiten wird.

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Stress ist die Hauptursache für Muskelzuckungen
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Stress ist die Hauptursache für Muskelzuckungen

Was sind die Ursachen für Muskelzuckungen? 

Benigne Faszikulation kann mehrere Ursachen haben:

1. Stress und psychische Belastungen können Zuckungen verursachen 

Die mit Abstand häufigste Ursache ist Stress im Job, der Schule oder Uni oder privat. Auch psychische Probleme und andere Belastungen erhöhen Ihren Stresspegel und sorgen für eine Überlastung des Gehirns. "Dies kann zu unwillkürlichen sowie unerwünschten Reizweiterleitungen führen, die sich möglicherweise in Muskelzucken äußern", erläutert Weigl.

2. Ein Elektrolytmangel kann Muskelzuckungen hervorrufen

"Ein Ungleichgewicht im Mineralienhaushalt (vor allem in Bezug auf Calcium und Magnesium) kann zu Störungen der Muskelaktivität führen", betont unser Experte. Ernähren Sie sich zu einseitig, nehmen Sie eventuell nicht genügend Mineralien zu sich. Die Elektrolyte leiten im Körperwasser jedoch die Nervensignale an die Muskelzellen weiter, wodurch sich die Muskeln anspannen oder entspannen. Ist der Elektrolythaushalt gestört, können die Impulse der Nerven jedoch nicht richtig weitergeleitet werden.

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3. Flüssigkeitsmangel verhindert die Nährstoffversorgung der Muskeln 

Trinken Sie ein paar große Gläser Wasser mehr pro Tag! Denn wenn Ihr Körper dehydriert, verdickt sich das Blut. Dadurch können die Nährstoffe nicht mehr gut zu den Muskelzellen gelangen, wodurch diese in Ihrer Funktion beeinträchtigt sind.

Laufen Sie den Muskelzuckungen einfach davon
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Laufen Sie den Muskelzuckungen einfach davon: Bewegungsmangel kann nervöses Muskelzucken verursachen

4. Bewegungsmangel senkt Ihren Blutdruck und führt zu Zuckungen

Dass ständiges Sitzen ungesund ist, wissen die meisten. Aber dass Inaktivität zu nervösen Muskelzuckungen führen kann, weiß kaum jemand. "Ein Bewegungsmangel kann einen verminderten Blutdruck zur Folge haben, wodurch die Muskulatur letztlich unterversorgt ist und darauf möglicherweise mit Faszikulationen reagiert", erklärt Weigl.

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5. Falsche Körperhaltungen kann Faszikulation auslösen

Nicht nur ein Mangel an Bewegung, sondern auch eine schlechte Körperhaltung oder falsche Bewegungen können Muskelzuckungen hervorrufen. "Sie können im Alltag verschiedene Maßnahmen berücksichtigen, mit denen Sie Schmerzen lindern oder gar verhindern können. Wichtig ist vor allem regelmäßige Bewegung. Dies sorgt dafür, dass die Bandscheiben mit wichtigen Nährstoffen versorgt sind, während die Wirbelsäule beansprucht wird und aktiv bleibt. Passen Sie jedoch auf, dass bei belastenden Tätigkeiten der Rücken nicht unnötig stark belastet wird. Denn dies kann zu einer schädigenden Überlastung der Wirbelsäule führen", rät Schmerzforscher Weigl.

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6. Zu viel Koffein und Alkohol löst Muskelzucken aus

Ähnlich wie Stress und psychische Belastungen wirken auch Koffein und Alkohol auf das Gehirn. "Stimulierende Substanzen wie Koffein oder Alkohol können zu sogenannten 'Impulskurzschlüssen' führen", erklärt Weigl. Die Folge: unwillkürliche Muskelzuckungen.

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Kaffee und Alkohol können zu Muskelzuckungen führen
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Kaffee und Alkohol können zu Muskelzuckungen führen

Was hilft gegen Muskelzucken? 

Die gute Nachricht: Benigne Faszikulation, also die Art von Muskelzuckungen, die unter anderem durch Stress oder Nährstoffmangel entsteht, lässt sich relativ gut vorbeugen, wenn Sie die Trigger-Faktoren reduzieren. Hierauf sollten Sie besonders achten:

1. Ernähren Sie sich ausgewogen

Pommes, Pizza und Nudeln schmecken super, keine Frage. Dennoch sollten Sie darauf achten, genügend Nährstoffe, die Ihr Körper dringend braucht, zu sich zu nehmen. Ansonsten riskieren Sie einen Nährstoffmangel mit einer fehlerhaften Muskelaktivität als Begleiterscheinung. In diesen Lebensmittel sind am meisten Nährstoffe für die Muskeln enthalten:

  • Magnesium: Banane, Himbeere, Hülsenfrüchte, Nüsse, Vollkornprodukte, Leinsamen
  • Kalium: Aprikosen, Bananen, Hülsenfrüchte, Tomaten, rote Paprika, Lachs, Spinat, Amaranth
  • Kalzium: Milchprodukte, grünes Gemüse, Mandeln, Grünkohl, Käse, Eier, Beeren

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Zudem sollten Sie nicht vergessen, ausreichend zu trinken, damit Ihr Körper nicht dedydriert und die Nährstoffe optimal an die Muskeln weitergeleitet werden können. Vermeiden Sie Kaffee und Alkohol!

2. Seien Sie aktiv

Regelmäßige Bewegung im Alltag sorgt nicht nur dafür, dass Sie sich fitter fühlen und Ihr Herz-Kreislauf-System angeregt wird. Gleichzeitig gelangen die Nährstoffe aus dem Blut zu den Muskeln. Denn beim Sitzen werden vor allem die Beine schlechter durchblutet. Achten Sie beim Sport und auch im Alltag jedoch stets auf eine gute Körperhaltung, ansonsten belasten Sie Ihre Wirbelsäule zu stark.

Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und reduzieren Sie Ihren Stress
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Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst und reduzieren Sie Ihren Stress

3. Nehmen Sie sich Zeit zum Entspannen

Der Großteil der Muskelzuckungen entsteht durch Stress und durch psychische Belastungen. Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich selbst. Entspannen Sie sich und versuchen Sie Stressfaktoren zu eliminieren. Sport ist eine gute Möglichkeit, um den Kopf frei zu bekommen. Doch auch Entspannungsübungen und Selbstreflexion können dabei helfen, den Stress zu reduzieren.

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Muskelzucken ist nervig und gibt einen Hinweis darauf, dass sich Ihr Körper im Ungleichgewicht befindet. Mit unseren Tipps werden die lästigen Zuckungen innerhalb kurzer Zeit jedoch verschwinden. Geschieht dies nicht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um mögliche Krankheiten auszuschließen.

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