Allergischer Schnupfen gegen Pollen ist in den Industrieländern die häufigste Allergie wavebreakmedia / Shutterstock.com

▷ 7 Tools gegen Heuschnupfen

Pollen-Saison Das hilft jetzt gegen Heuschnupfen

Diese teils kuriosen Tools versprechen Linderung bei Heuschnupfen. Wie sie wirken und was sie wirklich können, erfährst du hier

Die Heuschnupfensaison läuft auf Hochtouren und mit ihr die Nasen geplagter Allergiker. Mehr als 15 Prozent der Deutschen sind Pollenallergiker, Frauen sind mit 16,5 Prozent häufiger betroffen als Männer (13 Prozent), informiert der Allergieinformationsdienst. Ihr Leidensdruck ist hoch: Ohne Tabletten und Desensibilisierungs-Spritzen werden Aufenthalte in der Natur zur Tortur, an Sport entlang blühender Wiesen ist nicht zu denken.

Deshalb tüfteln Wissenschaftler an immer neuen Methoden und Tools, die Heuschnupfen-Symptome lindern sollen. Doch halten sie, was sie versprechen? Wir haben einige vielversprechende unter die Lupe genommen.

Woran erkenne ich Heuschnupfen?

Bei wem in diesem Frühjahr plötzlich vermehrt die Nase läuft, der hat die Wahl: Man hat sich erkältet, Corona-Viren haben einen doch noch erwischt oder man reagiert auf Allergene aus der Natur, Birkenpollen beispielsweise.

Ob dein Immunsystem gerade allergisch auf Pollen reagiert, erkennst du daran, dass deine Nase läuft und das Sekret sehr dünnflüssig ist, deine Nasenschleimhäute anschwellen, du häufig niesen musst, kratzende Halsschmerzen entwickelst und die Symptome draußen schlimmer sind als drinnen. Auch sind geschwollene Augen und Reizhusten bei Covid-19 und klassischen Erkältungen eher selten.

Welche Hausmittel und Tools helfen bei Heuschnupfen?

Die Auswahl ist groß, wir haben diese 7 unter die Lupe genommen:

1. Masken für Pollenallergiker

Dank Corona fällt es auch dieses Frühjahr gar nicht auf, wenn du eine Atemschutzmaske trägst, um dir nicht nur die Coronaviren, sondern auch Pollen von Mund und Nase fernzuhalten. Und das macht auch doppelt Sinn: Studien belegen, dass Pollen die Gefahr, sich mit Covid-19 zu infizieren, erhöhen. Der Grund: Wenn Pollen fliegen, reagiert die Körperabwehr schwächer auf Viren der Atemwege und der Körper produziert weniger antivirale Signalproteine, so ein Studie der Technischen Universität München. Studienautorin Claudia Traidl-Hoffmann, Umweltmedizinerin am Helmholz Zentrum München, empfiehlt sogar Staubfilter-Masken (z.B. von AstroAl) zu tragen, wenn die Pollenkonzentration hoch ist.

Staubfilter-Maske wie die von Toys4Boys oder 4sold Mesch versprechen Staub und Pollen zu filtern und zudem sporttauglich zu sein. Sie bestehen aus mehr-lagigem Vliesstoff, Einweg-Luft-Auslassventilen und austauschbaren Aktivkohlefiltern - was dem Gesicht den Charme eines Hannibal Lecter aus Das Schweigen der Lämmer verleiht. Dafür versprechen die Hersteller, Pollenallergikern ihren Outdoor-Ausdauersport dank atmungsaktivem Entlüftungssystemen zu ermöglichen.

Das bringt‘s: In der Praxis wird es beim Sport darunter schnell ziemlich warm werden und kaum jemand, der länger Sport treibt, wird die Maske als angenehm auf der verschwitzten Haut empfinden. Allergiker, bei denen auch die Augen betroffen sind, müssten zusätzlich eine Brille tagen.

Alternativen sind einfache Einweg- oder OP-Masken, sie sind leicht luftdurchlässig, manche Allergiker kommen bereits mit einer solchen Einwegmaske aus. Als sporttauglich gelten auch waschbare Mikrofaser-Fitness-Masken (z.B. von Livinguard) dank ihrer atmungsaktiven Funktionsfasern z.B. aus Baumwolle oder Lyocell. Nicht Ausdauersport-geeignet dagegen sind FFP2- und KN95-Masken, sie erschweren die Atmung, es sei denn, sie verfügen über ein Ventil wie die von Alpidex.

Wichtig: Wenn du dich für eine Maske beim Sport entscheidest, solltest du die Intensität deines Trainings immer der zwangsläufig geringeren Sauerstoffaufnahme anpassen. Auch solltest du auf eine gründliche Hygiene achten und Masken nach dem Sport immer waschen oder entsorgen: Durch die verstärkte Atmung wird der Stoff feucht, wodurch sich schnell Bakterienherde bilden können.

2. Rotlicht-Nasenstecker (Medinose) gegen Heuschnupfen und allergische Rhinitis

Die Nasenstecker bestehen aus zwei Dioden, die in die Nase eingeführt werden. Dort sollen sie mittels Rotlicht-Therapie Heuschnupfen und Allergische Rhinitis bekämpfen. Das Rotlicht soll in den betreffenden Zellen die Histamin-Freisetzung unterdrücken. Medinose-Geräte (z.B. von LifeBasis, mit zusätzlicher Anti-Schnarch-Funktion) sollen allergische Symptome wie tränende Augen und laufende Nase eindämmen können.

Das bringt‘s: Studien, die den versprochenen Effekt wissenschaftlich nachweisen, sucht man vergebens. Zudem sind die möglichen Nebenwirkungen der Rotlichtbestrahlung im Naseninneren noch nicht ausreichend erforscht. Deshalb können Nebenwirkungen wie bösartige Wucherungen nicht ausgeschlossen werden. Kurzfristig, nur in akuten Phasen angewandt, sollten sie jedoch noch keine ernsthafte Gefahr sein.

3. Nasenfilter, die vor dem Einatmen von Pollen schützen sollen

Das Anti-Pollen-Filtersystem Best Breath besteht aus einem Filterträger aus medizinischem Silikon (in drei Größen erhältlich), den man sich in die Nasenlöcher schiebt und der auch beim Sport nicht herausfallen soll. Darin steckt man einen auswechselbaren Filter, der Partikel und Allergene zwischen 20 bis 60 Mikrometer aus der Atemluft herauszufiltern vermag (also keine Viren oder Bakterien). Ähnlich funktioniert auch der Nasenfilter von WoodyKnows.

Das bringt‘s: Die Größe muss passen und das Handling auch geübt werden, damit der Filterträger nicht drückt oder womöglich Nasenbluten auslöst. Aber wenn man sich an den Fremdkörper und die leichte Dehnung in den Nasenlöchern gewöhnen kann, soll es durchaus hilfreich bei Aufenthalten und auch leichtem Sport im Freien während der Pollensaison sein.

4. Luftbefeuchter zur Entfernung von Pollen aus der Raumluft

Luftbefeuchter und Luftreiniger gibt es inzwischen von verschiedenen Herstellern (z.B. Domestic Appliances von Philips). Die Konsolen lindern mit feuchter Luft und Filtersystemen Heuschnupfensymptome wie Husten und juckende Augen. Viele Hersteller versprechen, bis zu 99 % der in der Raumluft enthaltenen Pollen entfernen zu können. 

Das bringt‘s: Luftbefeuchter und -reiniger sind durchaus wirksame Mittel gegen die Pollenbelastung in Innenräumen, wenn auch nicht alleiniges Allheilmittel, d.h. die meisten Pollenallergiker werden um Medikamente trotzdem nicht herumkommen. Achte bei der Anschaffung darauf, dass die Leistung des Geräts die Raumgröße deines (Schlaf-)Zimmers abdecken kann, da gibt es große Unterschiede. Auch sollte es so leise arbeiten, dass du es nachts laufen lassen kannst.

5. Nasendusche für pollenfreie Schleimhäute

Nasenduschen gibt es verschiedenen Formen, als Keramik-Kännchen (z.B. von Bodhi-Store) oder Flasche (z.B. von DermaSel). Darin wird 0,9 g Kochsalz auf 100 ml Wasser gelöst. Du kannst Kochsalz benutzen, aber auch fertig abgepackte und optimal dosierte Mischungen (z.B. von Emser) kaufen. Für die Spülung beugst du dich mit weit geöffneten Mund nach vorne über ein Waschbecken, neigst deinen Kopf zur Seite und ziehst die Flüssigkeit über ein Nasenloch ein und lässt es durch das andere wieder herauslaufen.

Das bringt‘s: Nach einem Aufenthalt im Freien kann man durch eine Spülung die Schleimhäute von Pollen oder anderen Allergieauslösern sehr gut befreien und dadurch Linderung der Heuschnupfen-Symptome erreichen. Wichtig: Wenn die Nasenschleimhäute bereits angeschwollen sind, solltest du vor der Nasendusche ein abschwellendes Nasenspray (z.B. von nasic) benutzen, sonst kann die Flüssigkeit der Nasenspülung nicht optimal abfließen.

Tipp: Es gibt auch Meersalzsprays für unterwegs, die vor allem vorbeugend eine gute Wirkung erzielen können, z.B. von Tetesept.

6. Eukalyptusöl zur Hemmung allergieauslösender Botenstoffe

Hauptbestandteil von Eukalyptusöl (z.B. von NeoOrganic) ist der Arzneistoff Cineol, der allergieauslösende Botenstoffe hemmen und so Beschwerden der oberen und unteren Atemwege lindern kann. Heuschnupfengeplagte sollten das ätherische Öl inhalieren (ein paar Tropfen auf 2 l heißes Wasser) oder als Badezusatz verwenden. Den Wirkstoff des Eukalyptusöls gibt es aber auch als Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Cineol von mp-pharma oder Soledum Kapseln).

Das bringt’s: Leichte Heuschnupfen-Symptome klingen durch Eukalyptusdämpfe merklich ab, bei schweren Attacken wird die Wirkung nicht ausreichen.

7. Pollen-Barriere-Balsam bei allergischem Schnupfen

Ein Nasen-Balsam wird um die Ränder der Nasenflügel aufgetragen. Dort soll es als Barriere für Allergieauslöser wirken: Pollen & Co. würden daran festkleben und auf diese Weise gar nicht erst in die Nase gelangen.

Das bringt’s: Ein Nasenbalsam (z.B. Nuage Hayfever & Allergen Barriere Balsam) kann bei der Pollenabwehr eine sinnvolle Ergänzung zu einem Heuschnupfen-Nasenspray oder Anti-Histamin-Tabletten sein, allein wird es nicht wirklich ausreichen, um Heuschnupfen-Attacken vorzubeugen. Wichtiger wäre es, die Pollen von vornherein von sich fernzuhalten.

Welche weiteren Methoden gibt es, um Heuschnupfen zu bekämpfen?

Die oben aufgezählten Mittel helfen in akuten Phasen, aber langfristig solltest du dir Hilfe bei einem HNO-Arzt bzw. einer HNO-Ärztin suchen. Da es unzählige Heuschnupfen-Auslöser gibt, ist es wichtig herauszufinden, welche Allergene gerade dein Immunsystem in Allarmbereitschaft versetzen. Damit solltest du nicht lange warten. Wird eine Pollenallergie in einem frühen Stadium therapiert, in Form von Desensibilisierung oder Impfung, stehen die Chancen gut, so zahlreiche Studien, dass die Bronchien seltener betroffen werden und allergisches Asthma gar nicht erst entwickelt wird.

Auch wird dir deine HNO-Ärztin bzw. dein HNO-Arzt erklären, welche Mittel dir bei akuten Anfällen schnell helfen. Es gibt eine Vielzahl von Antihistamin-Tabletten, Nasensprays, Augentropfen bis hin zu Kortison-Produkten. Zu den nicht müde machenden, zur sogenannten. 2. Generation von Antihistamin-Wirkstoffen gehören Cetirizin, z.B. in Cetirizin von Stada, und Loratadin, z.B. in Lorano. Beide Produkte sind frei verkäuflich.

Aber auch diese Verhaltensmaßnahmen helfen dir, um in der Heuschnupfen-Saison wenigstens zuhause zur Ruhe zu kommen:

  • Entledige dich zuhause gleich deiner Straßenkleidung, an ihnen haften häufig Pollen, auch wenn du sieh nicht siehst. Keinesfalls sollten sie in dein Schlafzimmer gelangen
  • Dusche dich und wasche dir die Haare vor dem Schlafengehen, sodass du keine Allergene mit ins Bett nimmst und dir so den Schlaf raubst
  • Lüfte deine Wohnung nur morgens zwischen 6 und 8 Uhr, dann ist der Pollenflug noch gering
  • Verwende einen Staubsauger mit Mikrofilter und wische häufig feucht nach, um Pollen gründlich zu entfernen

Wen im Frühjahr regelmäßig tränende Augen, eine tropfende Nase und ein kratzender Hals plagen, sollte unseren 7 vorgestellten Hausmitteln eine Chance geben. Langfristig jedoch solltest du bei regelmäßigen, heftigen Heuschnupfen-Attacken eine*n Allergolog*in aufsuchen, damit sich aus dem Heuschnupfen keine Bronchitis oder ein Asthma entwickelt.

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