Warzen sollten immer sofort behandelt werden, da sie hoch ansteckend sind Andrey_Popov / Shutterstock.com

Warzen behandeln: 5 hilfreiche Tipps

Warzen behandeln So gefährlich sind Warzen wirklich

Nicht nur an Füßen und Händen, sogar am Penis können sich Warzen ansiedeln und hochgefährlich werden. Was dagegen hilft

Beim ersten komischen Hautknötchen hast du dir noch nichts gedacht, doch es werden immer mehr? Warzen haben die lästige Eigenschaft, sich bei Kontakt schnell zu verteilen – und schön sehen sie erst recht nicht aus.

Sind deine Hände und Füße voller Warzen, wirst du dich in der Öffentlichkeit sehr unwohl fühlen. Damit du sie schnell wieder loswirst, solltest du möglichst früh mit der Behandlung beginnen und nicht erst warten, bis sie von allein verschwinden.

In diesem Artikel:

Welche Arten von Warzen gibt es?

Bei den meisten Warzen handelt es sich um gutartige Wucherungen der Haut. Grundsätzlich werden die durch Infektionserkrankungen entstandenen Warzen von denen unterschieden, die durch altersbedingte Veränderungen der Haut entstehen. "Die infektionsbedingten Warzen entstehen durch HPV-Viren, von denen es viele verschiedene Typen gibt", sagt Dr. Christoph Liebich, Hautarzt in München. So gibt es über 100 verschiedene Arten von Warzen – und einige kommen besonders häufig vor.

1. Dornwarzen

An den Fußsohlen gibt es vor allem zwei Warzentypen, die besonders häufig auftreten: die Dornwarzen und Mosaikwarzen. "Wenn Dornwarzen an der Fußsohle entstehen, werden sie eingetreten und können dadurch nicht nach außen wachsen", so Experte Liebich. Beim Gehen können sie dir teilweise auch Schmerzen bereiten.

Dornwarzen kannst du an ihrer verhornten Oberfläche und ihren dunklen Pünktchen erkennen. "Die schwarzen Pünktchen auf den Dornwarzen entstehen dadurch, dass die HPV-Viren den Körper zwingen, Blutgefäße zu bilden und diese durch das Auftreten kaputtgehen", erklärt der Hautarzt.

2. Mosaikwarzen

Die flachen Mosaikwarzen treten meist in großer Zahl auf. Sie machen aufgrund ihrer beetartigen Anordnung ihrem Namen alle Ehre. Im Gegensatz zu Dornwarzen verursachen sie aber für gewöhnlich keine Schmerzen.

3. Vulgäre Warzen

Eine häufige Art von Warzen sind die sogenannten Vulgären Warzen, auch Stachelwarzen genannt. Du erkennst sie daran, dass sie rau und schuppig aussehen und optisch fast schon an einen Blumenkohl erinnern. Ihre Größe variiert zwischen der eines Stecknadelkopfes bis hin zu einer Erbse. Sie treten hauptsächlich an den Fingern, im Gesicht und unter der Nagelplatte auf.

4. Genitalwarzen

Feigwarzen oder Genitalwarzen betreffen die Genitalien und den Analbereich. Sie können durch ungeschützten Sex übertragen werden – und sind keinesfalls harmlos: "Genitalwarzen sind eine Geschlechtskrankheit, die zu Gebärmutterhalskrebs, Peniskarzinomen oder Analkarzinomen führen kann", warnt Liebich. Daran erkennst du Peniskrebs.

Wenn du also im Genital- oder Analbereich plötzlich rötliche bis grau-weißliche Knötchen hast, solltest du also schnell zum Hautarzt. Oft bilden sich aus den Knötchen eine sogenannte Warzenbeete. Das sollte jeder Mann über Geschlechtskrankheiten wissen.

5. Alterswarzen

"Alterswarzen sind pigmentierte, bräunliche Verhornungen auf der Haut, die aber nicht infektiös sind", sagt Hautarzt Liebich. Sie können unterschiedlich aussehen, sind für gewöhnlich aber linsen- bis bohnengroß und haben eine rundliche bis ovale Form.

Ihre braune bis schwarze Farbe kann vielen Betroffenen einen ordentlichen Schrecken einjagen: "Alterswarzen können oft von Betroffenen mit Hautkrebs verwechselt werden. Es ist also wichtig, sie kontrollieren zu lassen", sagt Liebich. Die Verhornungen treten meist ab 50 Jahren und hauptsächlich an der Brust, am Rücken und im Gesicht auf.

6. Dellwarzen

Dellwarzen werden im Gegensatz zu anderen Warzen nicht durch HPV-Viren hervorgerufen, sondern durch ein Pockenvirus. Sie sind ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf und kommen vorwiegend im Gesicht, am Hals, an den Armen und den Beinen vor. In der Mitte weisen die hautfarbenen bis hellroten Knötchen eine – wie der Name schon sagt – Delle auf. Wenn du zu trockener Haut oder Neurodermitis neigst, bist du besonders anfällig für diese Art von Warzen, weil das Abwehrsystem deiner Haut geschwächt ist.

Wie entstehen Warzen überhaupt?

Die durch humane Papillomaviren (HPV) verursachten Warzen können von Mensch zu Mensch übertragen werden. "Bei infektionsbedingten Warzen sind die Schuppen ansteckend, die abfallen. Denn da befinden sich die Viren", sagt der Experte. Dazu reicht oft schon ein Händeschütteln oder ein Gegenstand, der dir von jemandem überreicht wird, der auch Warzen hat. Auch in öffentlichen Duschen kannst du dich leicht an den Füßen infizieren. Wenn die Viren auf deine Haut oder Schleimhaut gelangen, können sie über kleine Verletzungen oder Risse in die oberste Hautschicht eindringen – und dadurch einzelne Zellen infizieren und die Haut wuchern lassen.

Doch nur weil sich HPV-Viren in der obersten Hautschicht angesiedelt haben, heißt das noch nicht, dass du auch Warzen bekommst. Einige Menschen neigen eher zu Warzen als andere. "Das muss aber nicht immer bedeuten, dass sie ein schlechtes Immunsystem haben", betont Liebich. Gleichwohl haben beispielsweise HIV-Patienten ein höheres Risiko, sich Warzen zu einzufangen. Als weitere Risikofaktoren gelten etwa verletzte oder angegriffene Haut, so wie es etwa bei Neurodermitis der Fall ist. Auch Rauchen und Diabetes begünstigen die Entstehung von Warzen.

Wie vermeide ich Warzen?

"Wichtig ist es, beispielsweise in der Sauna, im Hotel oder in öffentlichen Duschen stets Badeschuhe zu tragen. Die Füße sollten stets warm und trocken bleiben", betont Liebich. Denn Feuchtigkeit und Kälte am Fuß, aber auch kalte und schlecht durchblutete Hände begünstigen die Entstehung von Warzen.

Wenn du Warzen hast, solltest du dir und deiner Partnerin oder deinen Mitbewohnern zuliebe zudem Handtücher oder Waschlappen nicht gemeinsam mit anderen nutzen und Textilien bei 60 Grad waschen, die mit den Warzen in Berührung kommen. So vermeidest du auch, dass du dir an anderen Körperstellen Warzen holst.

Wie werde ich Warzen wieder los?

Bis auf Genitalwarzen sind die meisten Arten harmlos und verschwinden auch wieder ohne Behandlung. "Etwa 60 Prozent der infektiösen Warzen verschwinden innerhalb von 5 Jahren von allein", sagt Liebich.

Aber bis zu 5 Jahre mit Warzen an den Händen und Füßen leben? Das muss nun wirklich nicht sein, zumal sie teilweise auch sehr ansteckend sein können. Wenn du sie schon deutlich früher loswerden willst, wird dir dein Hautarzt je nach Warzenart eine Therapie empfehlen. Aber auch dann kann es teilweise Wochen bis Monate, bis die lästigen Wucherungen verschwinden. Also gilt: Besser früher als später mit der Behandlung beginnen.

"Zur Behandlung werden abtragende oder verätzende Verfahren eingesetzt", sagt der Experte. Wichtig: Genitalwarzen müssen anders behandelt werden als gewöhnliche. Wie das gelingt, kannst du hier nachlesen:

  • Salizylsäure oder Milchsäure gegen gewöhnliche Warzen: Wenn es sich etwa um Dornwarzen handelt, helfen meist schon spezielle Pflaster oder Lösungen mit Salizyl- oder Milchsäure. Denn diese Arzneimittel weichen die verhornte Haut auf, damit sie dann bei einem anschließenden Fuß- oder Handbad abgetragen werden kann. Dadurch entstehen meist kleine punktförmige Blutungen, die aber ungefährlich sind. Danach werden die Pflaster oder die Lösungen erneut aufgetragen und die Prozedur wiederholt, damit auch die tieferen Anteile der Warze nach und nach verschwinden. Nach jeder Behandlung solltest du gründlich deine Hände oder benutzten Gegenstände desinfizieren, damit sich die Viren nicht verteilen.
  • Kyrotherapie gegen hartnäckige Wucherungen: Warzen können auch mit einem Wattebausch mit flüssigem Stickstoff vereist werden. Zur sogenannten Kyrotherapie gibt es auch frei verkäufliche Vereisungs-Sticks, doch bei besonders hartnäckigen Warzen solltest du lieber zum Hautarzt. Bei einer regelmäßigen Vereisung werden deine Warzen vom Arzt für einige Sekunden betupft oder auch mit einem Spray besprüht. Dadurch stirbt das Warzengewebe schließlich ab und fällt nach einiger Zeit von allein ab.
  • Alternative Methoden: Normalerweise sollte eine Behandlung per Kyrotherapie oder Salizyl- und Milchsäure bereits helfen. Sollte die Warze dennoch nicht verschwinden, kann dir dein Hautarzt das Mittel 5-Fluoruracil als Tinktur verschreiben. Allerdings sollte das wirklich das allerletzte Mittel sein, da es die Hautzellen angreift.
  • Laser und OP: Warzen können auch per Laser stark erhitzt und zerstört werden. Alternativ können Warzen auch herausgeschnitten werden, jedoch wird diese alte Methode kaum noch angewendet, weil es zu Infektionen kommen kann und so Narben hinterlassen werden.
  • Hausmittel gegen Warzen: Wer Warzen erstmal mit Hausmitteln bekämpfen möchte, kann es mit Apfelessig oder Teebaumöl versuchen. Diese Mittel trägst du mehrmals täglich auf die Warze auf. Auch Knoblauch lässt sich in manchen Fällen zur Therapie anwenden. Doch wissenschaftlich ist die Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Warzen kaum belegt. Um sicher zu gehen, dass die Hautwucherungen auch wirklich in absehbarer Zeit verschwinden, solltest du also lieber zum Arzt.

Fazit: Warzen besser schnell behandeln lassen

Gewöhnliche Warzen sind per se zwar nicht gefährlich, können sich aber schnell ausbreiten. Wenn du im Gym duschen gehst und in der Sauna bist, sind Badeschuhe deshalb stets Pflicht. Damit du dich und andere nicht weiter infizierst, solltest du Warzen außerdem schnell beim Hautarzt behandeln lassen. Das gilt vor allem auch wenn du im Genital- oder Analbereich Feigwarzen vorfindest. Eine Therapie kann zwar einige Wochen oder Monate dauern, doch je schneller du sie behandelst, desto schneller wirst du sie auch wieder los.

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