Narben behandeln: So pflegst du sie richtig Albina Gavrilovic / Shutterstock.com

Narben pflegen: So werden sie unsichtbar

Narben behandeln Wie du Narben nahezu unsichtbar machst

Narben sind völlig normal, können Betroffene aber schnell stören. Wie du ihr Erscheinungsbild lindern kannst

Narben erinnern an das, was war — aber manchmal wünscht man sich, sie würden es nicht tun. Deshalb haben wir die renommierten New Yorker Dermatolog:innen Dr. Marina Peredo und Dr. Dennis Gross gefragt: Gehen Narben von alleine weg und was können wir tun, damit sie schneller verblassen? Das solltest du wissen:

Warum und wie entstehen Narben überhaupt?

Eine OP, ein mieser Sturz – oder bloß ein fieser Pickel: All das kann eine Narbe hinterlassen. Die Betonung liegt auf kann. Denn ob aus einer Wunde tatsächlich eine Narbe wird, hängt davon ab, wie tief die Verletzung ist.

Ist nur die oberste Hautschicht in Mitleidenschaft gezogen (bspw. bei einer Schürfwunde), bildet der Körper neue Zellen. Die Wunde wächst zu und alles sieht wieder aus wie vorher. Geht die Wunde allerdings tiefer, also bis in die zweite Hautschicht, kann der Körper keine neuen Hautzellen produzieren. Stattdessen bildet sich von den Wundrändern her ein weiches Ersatzgewebe, das der Körper mit Kollagen auffüllt, um es zu festigen. "Schießt dabei allerdings zu viel Kollagen ein, wird die Narbe wulstig. Produziert der Körper zu wenig, sinkt die Narbe ein", weiß Hautärztin Dr. Peredo.

Wann sollte ich mit Narbenpflege starten?

Sobald die Wunde verheilt ist. Die meisten Menschen warten zu lange – in der Hoffnung, die Narbe würde von selbst verschwinden. Tu dir selbst den Gefallen und handele schneller: "Je früher man eine Narbe behandelt, desto besser sieht sie später aus", weiß Promi-Arzt Dr. Dennis Gross.

Warum sind frische Narben rot?

Weil das Narbengewebe während des Heilungsprozesses – der übrigens bis zu einem Jahr andauern kann – stärker durchblutet wird. Mit der Zeit wird die Stelle heller und ebener. Ganz verschwinden wird eine Narbe von selbst allerdings nie. Die gute Nachricht: Pflegst du die Narbe von Anfang an korrekt, sieht sie später viel, viel besser aus und kann je nach Tiefe tatsächlich nahezu unsichtbar werden.

Narben behandeln: So pflegst du sie richtig
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Die Rötung der Narbe schwindet meist von selbst. Stört dich eine Erhebung, solltest du rechtzeitig mit der richtigen Pflege starten

Wie pflege ich Narben richtig?

Wie die optimale Narbenpflege aussieht, hängt zu großen Teilen vom Typ der Narbe ab: Ist sie erhaben oder eingesunken? Dunkler oder heller als deine restliche Haut. Was immer gleich ist: Sonnenschutz ist essenziell, um Narben möglichst unsichtbar werden zu lassen. Was sonst noch wichtig ist:

1. Schütze deine Narbe vor der Sonne

Egal, wie deine Narbe aussieht und wodurch sie entstanden ist: Sie vor der Sonne zu schützen, ist das Beste, was du tun kannst, um die Heilung zu unterstützen und so auch die Optik positiv zu beeinflussen. "Viele Leute unterschätzen, dass die UV-Strahlen die Narbe aufhellen oder verdunkeln können – wodurch sie noch stärker auffällt. Das gilt übrigens auch im Winter bei schlechtem Wetter. Schädliche UV-Strahlen sind immer da", sagt Dr. Peredo. "Die Kombination aus Entzündung, erhöhter Kollagenproduktion im heilenden Gewebe und Sonneneinstrahlung kann zu einer post-inflammatorischen Hyperpigmentierung führen, die dazu führt, dass sich die Narbe und die umgebende Haut verfärben." Bei Aknenarben also unbedingt jeden Tag eine Creme mit Lichtschutzfaktor verwenden – wir empfehlen Sun Care Urban Environment UV von Shiseido. Andere Körperstellen solltest du am besten mit Kleidung, einem Hut, einem Pflaster oder einem Verband abdecken. Denn textiler Lichtschutz ist immer effizienter als eine Creme.

2. Wulstige Narben glätten

Wenn das Narbengewebe über die umliegende Haut erhebt, spricht man von einem Keloid oder einer hypertrophen Narbe. So eine erhabene Narbe tritt auf, wenn der Körper während der Heilung zu viel Kollagen verwendet. Das hilft: Spezielle Narbenpflaster wie diese von Hansaplast verbessern den Feuchtigkeitsgehalt des Narbengewebes und erhöhen zudem die Temperatur im Narbengewebe. Narben werden auf diese Weise dauerhaft flacher, heller und auch weicher. Wie bei allen Mitteln gegen Narben gilt auch hier: Je früher du die Pflaster anwendest, desto besser sind die Erfolgsaussichten.

Außerdem können Kortison-Injektionen helfen, die Kollagenproduktion in der Region zu verringern. Obwohl mehrere Sitzungen erforderlich sind, lässt sich meist schon nach der ersten Behandlung eine leichte Verbesserung feststellen. Sprich dein:e Ärzt:in darauf an.

3. Eingesunkene Narben richtig pflegen

Hier ist das Gegenteil der Fall: Der Körper produziert zu wenig Kollagen, um die Narbe auf ein Niveau mit der umliegenden Haut zu bringen. Das hilft: Dr. Gross empfiehlt in diesem Fall Laser-Behandlungen, um die Kollagenproduktion anzuregen. Ein teures Unterfangen, das du in der Regel aus eigener Tasche zahlen musst. Deutlich günstiger: Seren mit Vitamin C wie z.B. das Kiehl's Dermatologist Solutions Powerful-Strength Line-Reducing Concentrate. Vitamin C wirkt langsamer als Laserbehandlungen, kurbelt aber ebenfalls die Kollagenproduktion an. "Die besten Ergebnisse erzielt man mit einer Kombination aus Laser und Serum", so Dr. Gross.

4. Dunkelrote Narben verblassen lassen

Stört dich vor allem die dunkle Färbung deiner Narbe, gilt ausnahmsweise: Gedulde dich. Meist geht die Rötung innerhalb des ersten Jahres deutlich zurück. Ist das bei dir nicht der Fall, ist das effektivste Mittel auch hier eine Laserbehandlung. Zu Hause kannst du versuchen Rötungen mit Bisabolol zu reduzieren. Das ist ein natürlicher Wirkstoff, der im ätherischen Öl der Kamille vorkommt. Wir empfehlen entweder puren Kamillenextrakt oder z.B. die Aquaphor Salbe von Eucerin.

Narben sind völlig normal. Jeder Mensch sammelt in seinem Leben ein paar von ihnen. Wenn dich deine Narben allerdings stören, weil du sie zum Beispiel mit einer schlechten Erinnerung verbindest, handele lieber früher als später, um sie schon bald Vergessenheit werden zu lassen.

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