Tattoo entfernen: So werden Sie Ihr Tattoo wieder los

Nicht immer lassen sich Job und sichbares Tattoo vereinabaren
Nicht immer lassen sich Job und sichtbares Tattoo vereinbaren

Was tun, wenn das Tribal am Hals nicht zum neuen Job passt? Mit welcher Methode Sie ein ungeliebtes Tattoo am besten wieder los werden und was das kostet

Ob großflächiges Bildmotiv, Sinnspruch oder Namenszug – Tätowierungen sollen immer Aspekte der Persönlichkeit ausrücken oder Vorlieben illustrieren. "Jeder 4. Deutsche über 18 ist inzwischen tätowiert, bei den 20 bis 30-jährigen sogar jeder 3., und es werden immer mehr", weiß die Lasertherapeutin Leoni Raab vom Tattoo-Entfernungs-Spezialisten Endlich Ohne in Stuttgart. Doch was tun, wenn das Tattoo am Hals nicht mehr mit dem Job vereinbar ist? Der Name auf dem Arm nicht mehr von der großen Liebe, sondern der verhassten Ex ist? Das ehemalige Trend-Motiv nur noch lächerlich aussieht? 

Wie funktioniert die Tattooentfernung?

Jeder 10. Deutsche mit Tattoo ist unzufrieden mit seiner Kunst am Körper. "Deshalb lassen pro Jahr etwa 1,2 Millionen Menschen ihre Tätowierung entfernen", erklärt Raab. Die beste Methode ist die Laserbehandlung, sie erzielt die mit Abstand besten Erfolge: Durch sehr kurze, hochenergetische Lichtimpulse werden dabei die Farbpigmente in der Haut zerstört. Vor allem schwarze und rote Farbpigemente kann der Laser in der Regel gut loswerden, gelbe, braune und violette dagegen sind selbst für gute Laser oft nicht völlig eliminierbar. Sie enthalten mehr Pigmente, die feiner unter der Haut verteilt sind und zudem so hell sind, dass sie das Laserlicht weniger gut absorbieren können. "Die zerstörten Pigment-Überreste baut der Körper ab, die Nebenwirkungen der Behandlung sind gering und die Schmerzen aushaltbar: Es fühlt sich ungefähr so an, als würde man mit einem Gummiband über die Haut schnalzen", erklärt die Expertin.

Welche Gefahren gibt es beim Tattoo entfernen?

Zu leichtfertig sollten Sie jedoch eine Tattooentfernung nicht machen lassen. Es gibt immer wieder Dematologen und Studien, die davor warnen, dass Pigmentbruchstücke im Körper zurück bleiben, die wiederrum giftig oder krebserregend sein können.

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Per Laser lassen sich Tattoos am sichersten entfernen
Per Laser lassen sich Tattoos am besten entfernen

Welche Tattooentfernungs-Methoden gibt es neben dem Laser?

Von anderen Methoden als dem Laser sollten Sie dagegen lieber die Finger lassen, rät die Expertin. Sowohl beim veralteten und sehr schmerzhaften Abschaben als auch bei der sogenannten "Remover"-Technik kann die Farbe oft nicht vollständig entfernt werden. Bei der Remover-Technik wird Milch- oder Fruchtsäure in die Haut eingebrannt, oft bleiben fiese Narben zurück. "Die Remover-Technik ist meistens auch noch genauso teuer wie die Laserbehandlung", so Raab.

Wer mit einem misslungenen Motiv unzufrieden ist, grundsätzlich aber noch immer auf Tattoos steht, kann sich alternativ zu der Laserbehandlung auch erneut unter die Nadel legen und sich ein Cover-up verpassen lassen: Profi-Tätowierer schaffen dann aus ungeliebter Körperbemalung neue Kunstwerke. Dabei wird über das alte Tattoo ein neues gestochen. "Lassen Sie das alte Tattoo aber am besten aufhellen, dann sieht man das alte Bild garantiert nicht mehr durch und Sie haben mehr Freiheit bei der Wahl des neuen Motivs", rät Raab. Aufhellen funktioniert genau wie die Entfernung, nur dass Sie weniger Behandlungen brauchen.

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Wie lange dauert eine Tattooentfernung?

Tattooentfernung erfordert Zeit. Meistens braucht es 6 bis 12 Sitzungen für ein Profi-Tattoo. "Die Behandlung dauert deshalb mindestens 6 Monate, meistens brauchen wir zwischen 0,5 und 2 Jahren", erklärt Raab. Denn zwischen den Sitzungen müssen Sie immer 4 bis 8 Wochen Pause einlegen, damit die Haut sich regenerieren und die Farbe vom Körper über das Lymphsystem abtransportiert werden kann. Wie lange Ihre Tattooentfernung dauert, hänge vor allem davon ab, wie groß, detailliert und farbig das Tattoo ist. Logisch, denn je größer und komplexer das Tattoo ist, desto länger braucht ein Profi, um alle Farbpigmente zu erreichen. Das geht umso leichter, je höher der Kontrast der Farbe zur Haut ist. "Dunkle Farben absorbieren das Licht besser und platzen schneller auf", erklärt die Spezialistin. Wenn Sie selbst ein dunklerer Hauttyp sind, kann die Behandlung wiederum länger dauern. Generell kann man im Voraus nie genau sagen, wann das Tattoo wirklich verschwunden ist, weil Haut und Stoffwechsel bei allen Menschen sehr unterschiedlich sein können.

Sie können selbst aber auch dazu beitragen, dass die Entfernung möglichst schnell geht. Pflegen Sie deshalb Ihre Haut immer sorgfältig nach jeder Sitzung. Eine Woche lang sind Sport, Sauna und Schwimmbäder tabu, UV-Strahlen während der gesamten Behandlungszeit. Sonst können Infektionen der Haut oder Pigmentstörungen auftreten. Trinken Sie außerdem ausreichend, das hilft der Haut bei der Regeneration. Nach einer Woche ist Sport nicht nur wieder möglich, sondern sogar erwünscht. "Der Stoffwechsel wird dadurch angeregt und die alte Farbe wird schneller abgebaut", erklärt Raab.

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Wie viel kostet die Tattooentfernung?

Als grobe Faustregel gilt, dass man mit dem 10-Fachen rechnen muss, was das Tattoo beim Stechen gekostet hat, so die Expertin. Je nachdem, wie viele Sitzungen Sie brauchen, können das am Ende zwischen 400 und 4000 Euro werden.

Lassen Sie sich deswegen aber keinesfalls zu Billig-Angeboten hinreißen! "Am besten gehen Sie für die Entfernung zu spezialisierten Einrichtungen", rät Raab. Achten Sie darauf, dass der Raum für die Laserbehandlung abgetrennt und hygienisch ist und die Lasertherapeuten erfahren sind. Vorher sollten Sie auf jeden Fall eine ausführliche Beratung bekommen, bei der Sie zu nichts überredet werden und während der auch keine Pauschalaussagen getroffen werden wie "Nach 3 Sitzungen ist das Ding weg". "Professionelle Anbieter weisen immer darauf hin, dass man nicht vorhersagen kann, wie schnell das Tattoo entfernt ist, und geben deshalb immer nur einen Richtwert", erklärt Raab. 

Überlegen Sie sorgfältig, bevor Sie sich für ein Tattoo-Motiv entscheiden. Denn eine Entfernung kostet Zeit und Geld – und ganz schmerzlos ist die Prozedur auch nicht. Wenden Sie sich unbedingt an einen Profi, dann ist die Chance, dass Ihr ungeliebtes Tattoo auch wirklich verschwindet, am größten. 

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