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Ist Saft ungesund? 5 Gründe, warum Sie weniger Saft trinken sollten

Sie glauben, Saft wäre gesund, da er "nur" Fruchtzucker enthält? Falsch gedacht, denn Fruchtsäfte sind auch nicht viel besser als Cola – hier kommt die garnicht süße Wahrheit über Säfte aus Obst

Wer sich eine Coke gönnt, weiß in der Regel, dass er sich da gerade eine Zuckerbombe reinkippt. Doch auch Saft hat es (nicht nur) in Hinblick auf den Kaloriengehalt faustdick hinter den Ohren. Obwohl Fruchtsäfte immer noch als super gesund gelten, ist die Wahrheit leider eine ganz andere. Diese 5 Gründe, warum Saft ungesund ist, sprechen für sich: 

1. Säfte haben genau so viele Kalorien wie Softdrinks

Sie wollen endlich ein paar Kilo abnehmen und Ihre geliebten Softdrinks gegen gesunde Säfte tauschen? Gute Idee, schlechte Ausführung: Man mag es kaum glauben, aber ob Sie nun ein Glas Cola oder ein Glas Apfelsaft trinken, macht vom Kalorien- und Zuckergehalt her fast keinen Unterschied. Die Säfte haben meist sogar MEHR Kalorien als gezuckerte Erfrischungsgetränke. Kalorien sparen mit Saft? Fehlanzeige!

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Aber: In Sachen Vitaminen und Nährstoffen haben frisch gepresste Säfte immer noch die Nase vorn. Mit einem eigenen Entsafter (z.B. dem Amazon-Bestseller für 155 Euro) können Sie frisch gepresste Säfte zu Hause ganz easy selber machen.

In Fruchtsaftgetränken und Nektar aus dem Supermarkt ist zudem noch zusätzlicher Zucker enthalten. Sprich: Ihr Blutzuckerspiegel fährt nach einem Glas O-Saft erstmal eine schöne Runde Achterbahn, die oft in einer Heißhungerattacke endet. Wer abnehmen will, lässt also lieber die Finger von Saft. 

Getränk, 1 Glas entspricht 200 ml Kalorien
1 Glas Cola  84 kcal 
1 Glas Orangensaft 86 kcal 
1 Glas Apfelsaft 99 kcal 
1 Glas Sauerkirschnektar  122 kcal 
1 Glas Grapefruitsaft  122 kcal 

3. Säfte sind nicht so gesund wie pures Obst

"Obst ist gesund, also ist Saft es auch." Klingt logisch, stimmt nur leider nicht. Ein Fruchtsaft kann aus ernährungsphysiologischer Sicht niemals einen Apfel oder eine Kiwi ersetzen. Denn damit aus den Früchten ein Saft werden kann, erfordert es vor allem eines: hohe Temperaturen. Bei der Saftherstellung muss das Obst einiges mitmachen und wird u.a. zerkleinert, gepresst und pasteurisiert – und das alles unter hohem Druck und Hitzeeinwirkung.

Säfte sind nicht so gesund wie pures Obst
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Frisches Obst zu essen, ist gesünder als Saft zu trinken

Nur blöd, dass Vitamine ziemliche Mimosen sind, die bei Hitze gerne einfach mal flöten gehen. Die meisten sitzen aber eh unter der Schale und die verbleibt leider im Pressrückstand. Sprich: Das Endprodukt "Saft" enthält viel weniger Vitamine, Mineralstoffe sowie sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe als das entsprechende Obst in seiner ursprünglichen Form.

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3. Fruchtzucker ist kein "gesunder" Zucker

Fruchtsaft enthält neben Glukose (Traubenzucker) auch Fructose, den sogenannten Fruchtzucker. Doch das Wörtchen "Frucht" macht diese Zuckerart nicht besser als normalen Zucker. Da Fructose – im Gegensatz zu Glukose – insulinunabhängig verstoffwechselt wird, erhält das Gehirn nach einer Ladung Fruchtzucker kein Sättigungssignal. Das führt dazu, dass schnell mal mehr davon gegessen – beziehungsweise – getrunken wird, als der Körper braucht. Und der tut sich zudem relativ schwer damit, große Mengen an Fruchtzucker zu verdauen.

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Während wir Glukose zur Insulingewinnung benötigen, ist der Körper auf Fructose im Grunde nämlich gar nicht angewiesen und muss ihn im Darm erstmal in Glukose umwandeln, um ihn überhaupt nutzen zu können. Überschüssiger Fruchtzucker wandert wiederum in die Leber – wo eigentlich nur Abfallprodukte landen. Das sollte Ihnen zu denken geben.

Übrigens: Wenn die Leber mehr Fructose bekommt als sie verarbeiten kann, wird der Überschuss in Fett umgewandelt. 

4. Fruchtsaft greift den Zahnschmelz an

Zucker ist bekanntlich schlecht für die Zähne und Fruchtzucker macht da leider keine Ausnahme. Wer regelmäßig Fruchtsäfte trinkt, schadet daher auch seinen Zähnen. Besonders schlimme Schäden hinterlassen die Fruchtsäuren, die den Zahnschmelz angreifen und auf Dauer zu Zahnerosionen führen können. Dadurch werden die Zähne im Laufe der Zeit empfindlicher und brüchiger, die Schneidekanten dünnen aus und die Kauflächen flachen ab.

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5. Saft erhöht das Diabetes-Risiko

Eine Studie der Harvard School of Public Health kam bereits vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass ein zu hoher Saftkonsum das Diabetes-Risiko erhöhen kann. Dabei wurden Ernährungsgewohnheiten von rund 190.000 Teilnehmern ausgewertet.

5 Gründe, warum Sie keinen Saft trinken sollten
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Zu viel Saft kann die Entstehung von Diabetes begünstigen

Die Forscher fanden zudem heraus, dass es durchaus einen Unterschied macht, ob man sein Obst in flüssiger oder fester Form zu sich nimmt. Denn sie stellten auch fest, dass das Risiko an Diabetes mellitus zu erkranken sogar sinkt, wenn man mindestens 2 Portionen frisches Obst pro Woche isst.

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Was ist der Unterschied zwischen Saft und Nektar?

Wirklich gesund sind Fruchtsäfte im Grunde ja alle nicht, doch natürlich gibt es gute und weniger gute Säfte. Doch welche Anforderungen müssen eigentlich erfüllt sein, damit sich ein Saft auch Saft nennen darf? 

  1. Saft und Direktsaft müssen zu 100 % aus dem Fruchtfleisch oder -saft von Obst oder Gemüse gewonnen werden. Direktsaft wird (direkt) gepresst und abgefüllt. Einfacher Saft hingegen wird meist mit Hilfe von Konzentrat hergestellt, das ist deutlich günstiger. Dafür entzieht man dem Direktsaft durch Erhitzen das Wasser, so entsteht das Konzentrat. Später macht man aus Konzentrat und zugesetztem Wasser dann Saft. 
  2. Fruchtnektar enthält nur 25 bis 50 % Früchte, der Rest ist Wasser. Er darf bis zu 20 % zugesetzten Zucker enthalten, um den Süßegrad zu erhöhen. Ein Saft, der wenig Frucht enthält, schmeckt halt auch weniger süß. 
  3. Fruchtsaftgetränke sind eindeutig die schlechteste Wahl! Der geforderte Fruchtanteil iegt bei nur 6 bis 30 %. Neben Zucker und Wasser landen je nach Hersteller auch jede Menge Zusatzstoffe wie Farbstoffe und künstliche Aromen, im Fruchtsaftgetränk. 

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Merke: Fruchtnektar ist oft stark nachgesüßt, genau wie Fruchtsaftgetränke. Doch auch Direktsaft ist nicht immer die beste Wahl. Denn genau wie Saft aus Konzentrat, wird Direktsaft erhitzt, um haltbar gemacht zu werden. Doch dabei gehen Aromen und Vitamine verloren.

Welche Säfte sind wirklich gesund? 

Eine gute Alternative zu gewöhnlichen Säften sind kaltgepresste Säfte. Anders als Saft enthalten die nämlich noch wesentlich mehr gesunde Inhaltsstoffe, da bei der Herstellung nicht mit Hitze gearbeitet wurde, sprich: Das Obst und Gemüse wurde nicht hoch erhitzt, denn dadurch gehen Vitamine & Co. flöten. Kaltgepresste Säfte werden zudem nicht pasteurisiert, um sie haltbar zu machen, hier kommen spezielle, viel schonendere Verfahren zum Einsatz.

Kaltgepresste Säfte gibt es in immer mehr Supermärkten, aber auch online: Hier zum Beispiel eine Mix-Box mit sechs unterschiedlichen kaltgepressten Säften (30 Euro bei amazon.de).

Fazit: Saftschorlen sind die besseren Säfte

Es muss nicht immer Saft sein, vor allem nicht, wenn Sie abnehmen wollen. Wasser, ungesüßter Tee (Kräuter- oder Früchte, egal) oder auch mal eine verdünnte Fruchtsaftschorle sind definitiv die bessere Wahl im Alltag. Wem die Umstellung sehr schwer fällt, der geht ganz langsam vor und reduziert den Saftanteil im Glas Stück für Stück, in dem Sie das Getränk immer mehr verdünnen. Am Ende werden Sie den puren Saft kaum noch runterbekommen, weil er so süß ist, wetten? 

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