Gesichtspflege für Männer: Das sind die besten Hautpflegetipps

Gesichtspflege Mann
Die richtige Creme schützt vor Feuchtigkeitsverlust und schädlichen Umwelteinflüssen

Wie viel Pflege braucht Mann, was ist Frauenkram und was bloß Marketingmasche? Wir zeigen Ihnen, welche Produkte unbedingt in Ihr Badezimmer gehören und worauf Sie getrost verzichten können

Frisch, gepflegt und gesund soll sie sein – die attraktive Männerhaut. Dafür brauchen Sie allerdings keinen vollgestopften Schrank mit teuren Pflegeprodukten. Hier erfahren Sie was Männerhaut im Allgemeinen und Ihr Hauttyp im Besonderen braucht, um ausgeschlafen, jung und anziehend auzusehen.

Sind Männer- und Frauenhaut wirklich unterschiedlich?

Dass es Pflege-Produkte für Frauen und Männer gibt, ist nicht bloß Marketing. "Es gibt wesentliche Unterschiede zwischen Männer- und Frauenhaut, die auf die verschiedenen Hormonhaushalte zurückzuführen sind. Das Sexualhormon Testosteron ist dafür veranwtortlich, dass Männer eine 20 Prozent dickere Haut haben", erklärt die Dermatologin Dr. Susanne Steinkraus aus Hamburg. Gleichzeitig hat Männerhaut eine höhere Durchlässigkeit in der Schutzbarriere, was sie verletzlicher macht.

Gute News: Die Hautalterung verläuft bei Männern langsamer. Grund dafür, dass Frauenhaut schneller altert, ist der abfallende Östrogenspiegel. In der Folge nehmen Wasserspeicherkapazität und Talgproduktion ab, Falten werden schneller sichtbar. Damit haben Männer kein Problem.

"Ein weiterer Unterschied ist die Talgproduktion", erklärt Steinkraus: "Durch eine Vielzahl an Talgdrüsen produziert Männerhaut täglich etwa doppelt so viel Talg wie Frauenhaut, die sehr viel weniger Talgdrüsen aufweist." Das lässt das Hautbild oft grobporig und fettiger wirken und ist auch der Grund, warum Männer häufiger mit Unreinheiten zu kämpfen haben.

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Wie viel Gesichtspflege ist nötig?

Für Dr. Pia Paes, Ärztin am Dermatologikum in Hamburg sind zwei Schritte besonders wichtig: Reinigung und Gesichtswasser. Sie sollten die Haut jeden Abend gründlich, aber schonend, reinigen. Morgens reicht es, das Gesicht mit warmem Wasser abzuspülen, es sei denn, Sie haben besonders fettige Haut. Dieser tut es gut, auch morgens entsprechend gereinigt zu werden. Danach empfiehlt unsere Expertin, ein pH-Wert ausgleichendes Gesichtswasser zu benutzen.

Nach dieser Vorarbeit kann zusätzlich noch eine Creme, ein Fluid oder ein Gel verwendet werden, um die Hautbarriere bei der eigenen Regeneration und Stabilisation zu unterstützen. Welche Pflege dafür geeignet ist, hängt von Ihrem jeweiligen Hauttyp ab, da diese an den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut angepasst sein sollte.

Experten-Tipp für reine Haut: Machen Sie diese zwei Schritte zu Ihrer Routine, wie das Zähneputzen oder die frischen Socken!

Sonnenschutz nicht vergessen
Zusätzlich sollten Sie immer einen Sonnenschutz auftragen, wenn Ihre Haut der Sonne ausgesetzt ist. UV-Strahlen lassen die Haut nämlich nicht nur schneller altern, sondern erhöhen auch das Hautkrebsrisiko. 

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Wie erkenne ich meinen Hauttyp?

Hauttypen gibt es so viele wie Menschen. Jeder Hauttyp ist individuell und von einer Vielzahl an Faktoren abhängig. "Neben Alter, dem Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut, der Hautfarbe und der Schweißneigung kommen auch schwer messbare Größen wie die Empfindlichkeit dazu", so Dr. Paes.

Tipp bei Hautproblemen: Suchen Sie unbedingt einen Dermatologen auf. Dieser kann Sie optimal beraten und Ihnen bei der Wahl der richtigen Produkte helfen.

  • Kennzeichen von normaler Haut: Sie haben kaum mit Problemen zu kämpfen. Ihre Haut ist pflegeleicht und unkompliziert. Dennoch sollte auch normale Haut bei der Pflege nicht vernachlässigt werden. Reinigen Sie ihre Haut regelmäßig und  verwenden Sie Gesichtswasser.
  • Kennzeichen von trockener Haut: Trockener Haut fehlt es an Feuchtigkeit. Meist ist sie sehr zart, empfindlich und neigt im Laufe des Tages zu Rötungen. Durch den Feuchtigkeitsmangel kann es zu einem Spannungsgefühl, Juckreiz oder schuppigen Stellen kommen. 
  • Kennzeichen von fettiger Haut: Eine starke Talgproduktion lässt die Haut im Laufe des Tages glänzen. Das Hautbild ist eher grobporig und neigt zu Mitessern oder Pickeln.  
  • Kennzeichen von Mischhaut: In der T-Region, die sich über Stirn, Nase und Kinn zieht, ist die Haut fettig und glänzt. Die Region um Augen und den Wangen ist hingegen eher trocken.

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Was hilft gegen typische Hautprobleme bei Männern?

Egal ob mit oder ohne Pflege, manchmal spinnt die Haut. Männer haben, durch die hohe Talgproduktion, häufig mit Unreinheiten zu kämpfen. Zu trocken, zu fettig oder Rötungen, die nicht verschwinden. Es nervt. Damit kann jetzt Schluss sein. Mit diesen Tipps können Sie vorbeugen oder im akuten Fall Ihre Haut unterstützen.

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Trockene Haut: Kälte und trockene Heizungsluft stellt die Haut gerade im Winter auf eine besondere Belastungsprobe. Nicht selten wird trockene Haut im Winter so zum Problem. 
Experten-Tipp gegen trockene Haut:
 Die Haut sollte über reichhaltigere Cremes mit guten Fetten versorgt werden. Besonders gut eignen sich hautidentische oder -ähnliche Inhaltsstoffe wie Ceramide und Cholesterol, sowie pflegende, natürliche Öle. Enthalten sind diese guten Inhaltsstoffe zum Beispiel in der Hautcreme + von Beyer & Söhne.

Fettige Haut: Durch die hohe Talgproduktion, die durch das Testosteron angeregt wirkt, neigen Männer tendenziell eher zu fettiger Haut. Kommt eine falsche Reinigung und Pflege dazu, kann das schnell zu einem lästigen Begleiter werden. Dennoch kann das auch Veranlagung sein.
Experten-Tipp gegen fettige Haut
: Achten Sie auf eine schonende Reinigung. Dafür eignen sich besonders Gele. "Zu scharfe Reinigungsprodukte können die Haut austrocknen und dadurch die Fettproduktion der Haut steigern, um das wieder auszugleichen", erklärt Dr. Paes. Danach unbedingt eine leichte Pflege (etwa Hydrogele) verwenden.

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Zu Rötungen neigende Haut: Rötung der Haut kann verschiedene Ursachen haben. Diese sollten Sie laut Hautexpertin keinesfalls unterschätzen. Eine rötliche Gesichtsfarbe kann zwar auch anlagebedingt sein, andere Ursachen können jedoch auch Entzündungen, Bluthochdruck oder andere seltene Krankheiten sein.
Experten-Tipp gegen zu Rötungen neigende Haut
:
 Halten die Rötungen über einen längeren Zeitraum an, unbedingt ärztlichen Rat einholen. Der Arzt erstellt dann ein Therapie- oder Pflegekonzept. 


Welche Inhaltsstoffe gehören in gute Männerpflege?

Unabhängig vom Geschlecht empfiehlt die Dermatologin hautähnliche oder hautidentische Inhaltsstoffe zu wählen, welche die natürliche Zellumgebung ergänzen und regenerieren. Beispiele hierfür sind Ceramide oder Cholesterol. Ceramide findet man in der Hornschicht der Haut. Sie schützen vor Feuchtigkeitsverlust und bilden die Schutzbarriere Ihrer Haut. Cholesterol ist ein wichtiger Baustein der Zellmembranen. Beide unterstützen die natürliche Haut- und Zellstruktur. 

Da sich Männer- und Frauenhaut in ihrer Struktur unterscheiden, sollten Sie nicht zum Cremetiegel der Freundin greifen. Männerhaut braucht Pflege, die auf diese Bedürfnisse zugeschnitten ist. Das heißt, eine schonende Reinigung, ein ph-Wert ausgleichende Gesichtswasser und eine leichte Creme, ein Fluid oder Gel. Achten Sie zudem auf die individuellen Bedürfnisse Ihrer Haut und suchen Sie sich bei Problemen Hilfe beim Dermatologen. 

Wie kann ich der Hautalterung vorbeugen?

Der Alterungsprozess von Männerhaut verläuft schleichender als bei Frauen. Die typischen Kennzeichen kommen später, sind aber gleich: kleine und größere Fältchen, die sich in der Dermis, der Lederhaut, bilden. Dort sitzen die Kollagen- und Elastinfasern, die für die Hautalterung verantwortlich sind. Der Anteil dieser Fasern nimmt im Alter deutlich ab. Die Haut verliert an Spannkraft, Falten bilden sich.

Hinzu kommt, dass die Kapazität an Feuchtigkeit, welche die Haut speichern kann, im Alter sinkt und auch die Gesichtsmuskulatur langsam nachlässt. Die Zellteilung wird langsamer und die Haut dünner. Neben der genetisch bedingten Zellalterung kann die Hautalterung jedoch von äußeren Faktoren verstärkt werden. Der Feind heißt: freie Radikale. Dabei handelt es sich um aggressive Sauerstoffteilchen, die zum Beispiel durch UV-Strahlen oder Nikotinkonsum gebildet werden. Manchmal kann es dabei auch zu Veränderungen des Hauttons, zum Beispiel durch eine unregelmäßigere Pigmentierung, kommen. Auch ein fahl wirkender Teint kann diesen Prozess begleiten.

Falten wegcremen können Sie leider nicht. Aber durch gute Pflegeprodukte können Sie die Hautbarriere unterstützen und dazu beitragen, den Alterungsprozess noch ein wenig aufzuhalten. Deshalb am besten rechtzeitig anfangen und nicht erst, wenn das Gesicht schon mit Falten übersäht ist.

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Was sind die besten Anti-Aging-Tipps für Männerhaut?

  • Sonnenschutz: Achten Sie bei Ihrer Gesichtspflege unbedingt darauf, dass ein Lichtschutzfaktor enthalten ist, um einer sonnenbedingten vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen.
  • Radikalfänger: Den freien Radikalen kann man mit Hilfe von Pflegeprodukten, die antioxidative Wirkstoffe – zum Beispiel Vitamin C – enthalten, entgegenwirken. Diese sollen dafür sorgen, die schädlichen Sauerstoffteilchen zu neutralisieren und so unschädlich zu machen.
  • Feuchtigkeitsboost: Das Speichern von Feuchtigkeit fällt der Haut mit steigendem Alter immer schwerer. Durch feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte kann dieses Defizit jedoch ausgeglichen werden.

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Muss ich meine Hautpflege an die Jahreszeit anpassen?

Grundsätzlich sollte die Kombination aus Reinigung, Gesichtswasser und Schutz in Form von Creme, Gel oder Fluid das ganze Jahr über die Basis Ihrer Pflegeroutine sein. Trotzdem gilt: Beobachten Sie den Zustand Ihrer Haut und passen Sie die Pflege daran an. So wappnen Sie Ihre Haut für die unterschiedlichen Herausforderungen, die Sommer und Winter bringen:

Vor der Sonne schützen: Da Sonne der größte Feind im Kampf gegen Falten und Hautalterung ist, gilt es, sich im Sommer zu schützen und entsprechenden Sonnenschutz zu verwenden.

Vor Feuchtigkeitsverlust schützen: Im Winter sollten Sie sich vermehrt um den Fett- und Feuchtigkeitsgehalt der Haut sorgen. Durch Kälte und trockene Heizungsluft wird er auf eine Belastungsprobe gestellt.

Vor Frost schützen: Setzen Sie auf biologisch wertvolle Lipide wie Ceramide, Sheabutter und andere pflanzliche Öle. Diese helfen auch Feuchtigkeit zu speichern.  Vorsicht! Bei stärkerer Kälte rät die Dermatologin dringend von stark feuchtigkeitspendenden Produkten ab, da das enthaltene Wasser die Entstehung von Mikroerfrierungen fördern kann. Besser: wasserarme, lipidreiche Cremes beziehungsweise wasserfreie Formulierungen wie Salben, die auch einen gewissen Kälteschutz bieten.

Kann Sport das Hautbild verbessern?

Sport ist nicht nur für Körper und Geist gut, auch Ihre Haut profitiert, wenn Sie ins Schwitzen kommen. Die gesteigerte Durchblutung verbessert die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Haut, sodass zum Beispiel freie Radikale leichter abgetragen werden können. Beim Schwitzen öffnen sich die Hautporen. Angestauter Talg und Zellabfälle haben freie Bahn abzufließen. Auch Hautschüppchen, die für die Verstopfung von Poren verantwortlich sind, werden abgetragen. Vor dem Sport reicht es, die Haut zu reinigen und gegebenenfalls einen Sonnenschutz aufzutragen.

Übrigens: Nach dem Sport ist die Haut besonders aufnahmefähig. Wertvolle Inhalststoffe können dann besonders gut aufgenommen werden. Packen Sie Ihre Gesichtspflege als unbedingt in die Gym-Bag.

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Fazit: Ein gesunder Lifestyle schützt vor Falten

Sie können so viel pflegen wie Sie wollen, Ihren Lifestyle müssen Sie trotzdem anpassen. "Ein absolutes Muss für eine schöne, frische, vitale Haut ist ein gesunder Lifestyle", sagt Dr. Steinkraus. Verringern Sie alles, was die Haut schneller altern lässt. Dazu gehören neben Sonne auch Nikotin und Alkohol. Eine ausgewogene Ernährung und die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen unterstützt Ihr Hautbild von innen. Achten Sie zudem darauf, regelmäßig Sport zu treiben. Besonders Ausdauersport kurbelt die Kapillardurchblutung an und lässt die Haut in neuer Frische strahlen. Ganz wichtig: Trinken Sie viel Wasser, am besten stilles. Davon profitiert Ihr ganzer Organismus, auch Ihre Haut. Ein hoher Feuchtigkeitsgehalt glättet laut Dermatologin kleine Knitterfältchen von selbst.

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