Aknenarben: Wie Pickelmale entstehen und schnell wieder gehen

Tipps gegen Aknenarben
Aknenarben trüben den Blick in den Spiegel? Was gegen tiefe Krater und dunkle Flecken auf der Haut hilft, verraten wir hier.

Gekommen, um zu bleiben: Warum aus manchen Pickeln Narben werden und was gegen eingesunkene Aknenarben sowie rote Flecken hilft, verraten wir Ihnen hier

Das einzige, das noch frustrierender ist als ein Pickel, ist eine Narbe, die für immer bleibt. Oft sind erhabene oder eingesunkene Narben, dunkle Flecken oder permanente Rötungen die Souvenirs besonders starker Hautunreinheiten. „Noch häufiger sind Aknenarben aber die Quittung dafür, dass wir die Finger nicht von einem Pickel lassen konnten“, erklärt Dr. Hans-Peter Schoppelrey, Dermataloge im Haut- und Laserzentrum an der Oper in München. Poppt ein neuer Pickel auf, heißt es spätestens ab sofort: Finger weg, nicht selber drücken oder kratzen!

Pickel auszudrücken führt schnell zu Aknenarben
Wenn Sie Pickel ausdrücken, entstehen Verletzungen, die zu Narben führen können.

Das Gesicht voll Pickelnarben: Selbst schuld? Nicht unbedingt!

Aknenarben müssen nicht immer durch Drücken und Kratzen selbst verschuldet sein. „Wenn ein Pickel besonders tief sitzt und bis in die sogenannte Basalzellschicht reicht, kann diese Zellschicht zwischen Haut und Unterhautfett verletzt werden, was auch ohne unser Zutun zu dauerhaften Narben führen kann. Übrigens: Wie hoch die Gefahr ist, dass tatsächlich eine bleibende Narbe entsteht, hängt unter anderem von den Genen ab“, weiß Dr. Schoppelrey. „Hinzukommt, dass manche Körperstellen eine erhöhtes Risiko für Aknenarben bergen, darunter zum Beispiel der obere Rücken, die Brust und die Schläfen.“ Blöd also, wenn ausgerechnet hier ein dicker Pickel sprießt.

Wie kriege ich Aknenarben wieder weg?

Abwarten und Tee trinken? Hilft leider nicht. „Echte Narben verblassen im Lauf der Zeit, können aber nie ganz verschwinden. Nur oberflächliche Verletzungen heilen meist komplett ab“, sagt der Hautexperte. Was wirklich gegen Aknenarben hilft, verraten wir Ihnen im folgenden Abschnitt.

Was tun gegen Aknenarben

1. Vorsorge ist besser als Nachsorge

Grundsätzlich gilt: Narben sind einfacher zu vermeiden als wieder loszuwerden. Deshalb gilt es möglichst schon die Pickelbildung zu reduzieren. „Da es unterschiedliche Arten von Akne gibt, unterscheiden sich auch die Behandlungs- und Pflegeempfehlungen“, sagt Dr. Schoppelrey. „Wichtig ist es aber immer, eine sanfte Reinigung und nicht zu fettige Pflege zu verwenden. Wenn Make-up, dann nur solches für unreine Haut.“

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2. Gibt es Cremes gegen Pickelarben?

Leider nicht. „Es gibt zwar gute Narbencremes, aber die helfen bei Aknenarben leider nur sehr wenig“, weiß der Hautarzt aus langjähriger Erfahrung. Das heißt: Um permanente Pickelmale loszuwerden, müssen Sie zu einer Dermatologin oder einem Dermatologen.

3. Was kann der Arzt dagegen tun?

Das hängt vor allem von der Art der Narbe(n) ab! Dr. Schoppelrey erklärt: „Eingesunkene Narben können zum Beispiel sehr gut mit Hyaluronsäure in wenigen Minuten aufgespritzt werden. Erhabene Narben werden mit speziellen Narbenlasern „abgeschliffen“ oder mit starken chemischen Peelings gleichmäßig abgetragen. Sind die Aknenarben nur gerötet, helfen spezielle Laser, die die Gefäße erweitern und so die Rötungen reduzieren."

4. Was kostet eine Behandlung gegen Pickelmale?

Wie viel Geld Sie ansparen sollten, hängt von der Art der Behandlung sowie der Anzahl und Stärke der Narben ab. Dr. Schoppelrey gibt diese Richtwerte an: „Professionelle Peelings liegen bei ca. 100 bis 200 Euro. Unterspritzungen starten, je nach benötigter Wirkstoffmenge, bei ca. 150 Euro. Für kleine Laserungen sollten Sie ca. 120 Euro einplanen. Laserbehandlungen für das ganze Gesicht können auch über 1000 Euro kosten.“

5. Gibt es auch günstigere Möglichkeiten?

Auch in Kosmetikstudios gibt es Peelings, meist auf Fruchtsäure-Basis, aber deutlich milder. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind eine Microdermabrasion, bei der die oberste Hautschicht mittels Sandstrahl abgetragen wird, oder ein Needling. Durch viele kleine Nadelstiche werden die Erneuerungsprozesse der Haut angeregt. Allen Methoden gemein ist, dass eine Sitzung meist deutlich günstiger ist, als ein Termin beim Dermatologen. Der Haken: „All diese Behandlungen müssen öfter wiederholt werden, da jeweils nur zu einer kleine Verbesserung kommt. Unsichtbar werden alte Narben durch Kosmetikbehandlungen nie“, so der Hautarzt.

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6. Wann ist der ideale Zeitpunkt für eine Narben-Behandlung?

Die sanften Behandlungen können laut Dr. Schoppelrey jederzeit durchgeführt werden. Stärkere Peelings oder Laserungen sollten Sie lieber nur im Winter durchführen lassen, weil die Sonne im Anschluss zu meiden ist. Urlaub sollten Sie trotzdem einreichen. „Denn bei den starken Behandlungen muss man mit ca. einer Woche Ausfallzeit mit Krusten und Rötungen rechnen“, weiß der Hautexperte. Zum Heilen braucht die Haut Ruhe. Sport und Saune sind also fürs Erste tabu.

7. Aknenarben kaschieren mit Make-up für Männer

Für viele Männer ein Tabu-Thema, aber mit Make-up können Sie rote oder dunkle Flecken unsichtbar machen. Beim Kauf gilt: Achten Sie auf eine hohe Deckkraft und testen Sie den Ton im Gesicht, keinesfalls auf dem Handgelenk oder -rücken, um sicherzugehen, dass die Farbe passt. So fällt garantiert keinem auf, dass Sie geschminkt sind. Sie plagen eingesunkene Narben? Dann hilft ein Primer. Das ist eine Art Grundierung, die vor dem Make-up aufgetragen wird, um Unebenheiten auszugleichen. Also quasi der Spachtel, bevor "gestrichen" wird.

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Fazit: Wer Aknenarben im Alleingang loswerden will, kann sie zwar abdecken, wegcremen lassen sich die Pickelmale aber leider nicht. Behandlungen bei der Kosmetikerin helfen, das Hautbild sichtbar zu verbessern. Um die Narben komplett loszuwerden, müssen Sie aber leider noch tiefer in die Tasche greifen – In diesem Fall hilft nur eine Behandlung beim Dermatologen.

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