Ein Muskel Faserriss kann sehr schmerzhaft sein Dean Dobrot / Shutterstock.com

Muskelfaserriss & Muskelzerrung Wie du nach Zerrung oder Faserriss schneller fit wirst

Sportunfälle mit Muskelverletzungen sind schmerzhaft. Diese Profi-Tipps und -Tricks bringen dich nach einem Faserriss oder einer Zerrung schnell wieder auf die Beine

Du bist beim Laufen von deiner Muskulatur schmerzhaft ausgebremst worden und fragst dich, wie schnell du dein Training wieder aufnehmen kannst? Worauf es ankommt und welche Tricks helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen, erklärt Orthopäde und Sportmediziner Dr. Markus Klingenberg, Chefarzt der Beta Klinik in Bonn.

Was ist eine Muskel-Zerrung?

"Zerrungen entstehen zum Beispiel durch die Überanstrengung eines Muskels, durch einen Zusammenstoß oder Fehlbelastungen", sagt Dr. Klingenberg. Dabei tritt ein krampfartiger Schmerz auf, der Muskel verhärtet sich plötzlich. "Auf Zellebene sind Mikroverletzungen entstanden, einzelne Muskelfasern oder -bündel sind gerissen", so Dr. Klingenberg. Wenn die Verletzung einige Stunden alt ist, kann eine spindelförmige Schwellung tastbar sein, allerdings ohne Unterbrechung in der Kontur. Innerhalb von wenigen Tagen sollte sich dieser erhöhte Muskeltonus wieder normalisieren.

Welche Symptome hat ein Faserriss?

Ein Muskelfaserriss macht sich durch einen plötzlichen, stechenden und anhaltenden Schmerz bemerkbar. Es lässt sich eine Delle im Faserverlauf ertasten. Bei schweren Verletzungen bildet sich eine spürbare Lücke im Muskel. Durch den Riss blutet es in den Muskel und es kommt zu einer Schwellung: Je schneller eine Behandlung einsetzt, desto schneller und besser verläuft der Heilungsprozess.

Was tun bei einer Zerrung?

Zunächst musst du abklären, ob du eine Zerrung oder einen Faserriss hast. Das ist von außen oft gar nicht so einfach. Faustregel: "Wenn der Muskel nur weh tut und verhärtet wirkt, ohne Funktionsverlust und tastbare Lücke, ist es vertretbar, erst einmal abzuwarten", erklärt Dr. Klingenberg, "Bei ungewöhnlich starken Schmerzen, Einblutungen und Funktionseinschränkungen jedoch sollte man zügig einen Arzt aufsuchen." Dieser wird dann mit Hilfe eines Ultraschalls oder MRTs klären, ob und wie weit der Muskel gerissen ist.

Welche Behandlung hilft bei Zerrungen?

Wenn die oben genannten Symptome erst einmal zum Abwarten raten, kannst du die Heilung mit diesen Sofort-Maßnahmen unterstützen:

  1. Kühlen, um die Schmerzen zu lindern
  2. Kompressen, bzw. feste Wickel anlegen, um der Schwellung entgegen zu wirken
  3. Betrifft die Verletzung die untere Extremität, sollte das verletzte Bein hochgelegt werden
Muskel Faserrisse sollten schnell gekühlt und bandagiert werden
Light Field Studios / Shutterstock.com
Faserrisse sollten schnell gekühlt und bandagiert werden

Wie lange dauert eine Zerrung?

"Das hängt vom Schweregrad der Verletzung ab", sagt Dr. Klingenberg, "Man rechnet mit zwischen 2 Tagen und 6 Wochen." Solange du Schmerzen hast, rät der Orthopäde, die verletzte Muskulatur nicht sportlich zu belasten. "Natürlich kann man auch mit Schmerzen trainieren", weiß Dr. Klingenberg, "Aber man erkauft sich die Bewegung mit Mehrbelastungen in anderen Regionen und Ausweichbewegungen, die Schmerzen in anderen Körperpartien nach sich ziehen können."

Welche Hausmittel helfen bei einer Zerrung?

Wer kein Coolpack zur Hand hat, kann mit kalten Quarkumschlägen die gezerrte Stelle kühlen. Das Einreiben mit Arnika verspricht ebenfalls Linderung der Schwellungen. "Auch entzündungshemmende, Diclophenac-haltige oder pflanzliche Salben über einen kurzen Zeitraum unterstützen die Heilung", sagt Dr. Klingenberg. Wer häufig an einer bestimmten Stelle unter einer Zerrung leidet, könnte zudem unter einem gestörten Säure-Basen-Haushalt leiden. Denn eine chronische Übersäuerung der Muskulatur und des Bindegewebes hängen stark von der Ernährung ab. Stell deine Ernährung auf mehr basische Produkte um, iss also viel Gemüse, Obst und Soja und weniger Fleisch. Gegebenenfalls empfiehlt sich die Einnahme eines Basen-Präparats oder eines hochwertigen Nahrungsergänzungsmittels zur ausreichenden Versorgung mit Mikronährstoffen.

Wie kann man eine Zerrung vorbeugen?

"Man sollte nicht mit Schmerzen trainieren und auf eine gute Bewegungsqualität achten", rät Dr. Klingenberg. Wer muskulären Dysbalancen vorbeugt, baut einen guten Sicherheitspuffer auf. Dafür solltest du dein Muskulatur regelmäßig mobil halten und den Bewegungsradius deiner Muskeln durch gezielte Funktionsgymnastik für deine Sportart ausweiten. Läufer sollten dabei vor allem die Waden und Oberschenkelrückseite im Blick haben, Schwimmer ihren Nacken und die Brustwirbelsäule und Golfer bzw. Tennisspieler Schultern und Rücken. Wer neu ins Training einsteigt oder häufig unter wiederkehrenden Zerrungen leidet, sollte in einen Screen beim Sportorthopäden investieren, um Schwachpunkte frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Handele schnell, wenn du dir einen Faserriss zuziehst. Kühle und bandagiere die betroffene Muskelpartie zügig, dann bist du auch schon bald wieder beim Training dabei. Und ab sofort werden Dehn- und Beweglichkeitsübungen fest ins Sportprogramm integriert!

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