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Der Tattoo Guide
Tattoo-Pflege: So bleiben Tätowierungen lange schön Norbert Buduczki / Unsplash.com

Tattoo-Pflege So pflegst du tätowierte Haut richtig

Egal, ob frisch gestochen oder schon älter: Tattoos brauchen besondere Pflege, damit sie lange schön bleiben. So geht’s richtig

Machen wir uns nichts vor: Wer sich tätowiert, fügt seinem Körper eine Verletzung zu. Bei einer Tätowierung dringt mit der Nadel ein Fremdkörper bis in die vierte Hautschicht ein und es entsteht eine Wunde. Damit diese möglichst schnell verheilt, muss dem Körper ein optimaler Heilungsprozess gewährleistet werden.

Und auch langfristig ist es wichtig, dass du tätowierte Haut entsprechend pflegst. "Da die Pigmente in der Haut fest verankert sind, verändert sie sich stark: Die Haut muss geschützt werden, damit auch die Pigmente in der Haut geschützt sind. So beugt man dem Verschwimmen der Farben vor, schützt es vor dem Verblassen und verhindert mitunter auch Hautreaktionen, die bei Tattoos immer wieder auftreten können", weiß Felix Bäuerle, Innovation Manager von der Tattoo-Pflege-Marke Skin Stories.

Hier erfährst du, was bei der Pflege eines frisch gestochenen Tattoos besonders wichtig ist und wie du auch ältere Tätowierungen so pflegst, dass die Farben strahlend und die Konturen lange gestochen scharf bleiben.

In diesem Artikel:

Ab wann kann ich ein Tattoo waschen?

Sauberkeit ist für die Heilung essenziell. Deine Tätowiererin oder dein Tätowierer hat nach dem Stechen wahrscheinlich eine Folie über dein Tattoo geklebt. In der Regel kannst du die nach zirka 3 Stunden abnehmen. Nicht erschrecken: Darunter sammeln sich Blut und Wundwasser. Das ist normal. Zum Abwaschen nimmst du am besten klares Wasser. Jetzt kannst du theoretisch auch schon duschen. Achte darauf, dass du ein Duschgel ohne Duftstoffe verwendest. Parfum kann die Wunde reizen.

Wie schütze ich ein frisches Tattoo?

Wie jede andere frische Wunde sollte auch die Tätowierung vor Schmutz und Schweiß geschützt werden. "In den ersten drei Tagen empfehlen wir ein selbstklebendes Pflaster, um Verunreinigungen und Entzündungen zu vermeiden. Danach kannst du dieses Pflaster ganz vorsichtig unter der Dusche abnehmen und ab Tag 4 mit der Hautpflege starten", so Tattoo-Experte Felix Bäuerle.

Was muss ich bei der Tattoo-Pflege beachten?

Ist das Tattoo, also die Wunde noch frisch, sollte für ein feuchtes Wundklima gesorgt werden. Früher ist man davon ausgegangen, frische Wunden müssten trocken gehalten werden. Das ist aber genau falsch, denn durch eine trockene Wundheilung besteht bei frischen Tätowierungen die Gefahr eines Blowouts, also ein Verlaufen der Farbe in der Unterhaut.

Zudem dient die Feuchtigkeitspflege dazu, Schorfbildung zu vermeiden. Das ist wichtig, denn durch eine Kruste auf dem Tattoo können sich Farbpigmente lösen und das Tattoo wird fleckig. Je nach Hauttyp solltest du die frisch tätowierten Stellen 2-4 Mal am Tag mit einem speziellen Tattoo-Balm eincremen.

Womit pflege ich ein frisches Tattoo?

Du solltest ein frisches Tattoo mit besonders mildem Duschgel waschen. Um die Wundheilung zu unterstützen, verwendest du am besten einen panthenolhaltigen Balsam. Diese Produkte können wir zur Tattoo-Pflege empfehlen:

Hilfe, mein Tattoo juckt. Darf ich kratzen?

Bloß nicht! Ein Juckreiz ist bei Wunden ganz normal. Man sollte es jedoch unbedingt vermeiden, an dem frischen Tattoo zu kratzen, da es sich so entzünden und sogar beschädigt werden kann. Besser: Eine dünne Schichte Tattoo-Balm auftragen oder die Stelle kurz kühl abduschen. Das lindert den Juckreiz.

Darf ich mit einem frischen Tattoo in die Sonne?

Sonne ist immer eine Belastung für die Haut. Sonnenstrahlen sollten nach dem Tätowieren 2-3 Wochen komplett gemieden werden. Durch die UV-Strahlen verblasst die frische Farbe und bei einem Sonnenbrand schält sich nicht nur die Haut, sondern auch das Tattoo ab.

Was darf ich mit einer frischen Tätowierung sonst nicht machen?

Die Haut ist noch eine ganze Zeit nach dem Stechen ziemlich strapaziert und benötigt deshalb viel Pflege. "Gerade in der Anfangszeit muss auf viel geachtet werden", weiß Experte Bäuerle. Folgende Dinge solltest du laut ihm die ersten Wochen nach dem Stechen beachten:

  • Keine langen Duschsessions: Das Tattoo mit lauwarmen Wasser und einer milden Seife waschen und vorsichtig mit sauberem Handtuch aus weichem, fusselfreiem Material trocken tupfen (nicht reiben).
  • Keine Sauna- oder Schwimmbadbesuche, keine Sonnenbäder oder Solarienbesuche während der ersten drei bis sechs Wochen (je nach Größe des Tattoos)
  • Keine körperlichen Anstrengungen (Sport) während der ersten 14 Tage
  • Peelings auf abgeheilter tätowierter Haut stellen kein Problem dar und beeinflussen den Zustand des Tattoos nicht.

Muss ich tätowierte Haut auch langfristig anders pflegen?

Bloß weil die Wunde verheilt ist, heißt das nicht, dass du die Pflege deines Tattoos im Stich lassen kannst. Wer ein dauerhaft bestechendes Tattoo haben möchte, sollte auch nach dem Heilungsprozess auf eine gute Hautpflege achten. "Tattoos unterliegen dem Hautalterungsprozess und fangen mit der Zeit an, zu verblassen und zu verschwimmen. Regelmäßige Feuchtigkeitspflege und ein hoher Sonnenschutz sind das A und O für ein langfristig schönes Tattoo", weiß Bäuerle und ergänzt: "Ein Verblassen der Tattoo-Farben kann zu jedem Zeitpunkt durch die richtige Pflege verlangsamt werden. Besonders bei älteren Tattoos sieht man mit einer intensiven Feuchtigkeitspflege tolle Effekte."

Was bringt Feuchtigkeitspflege für Tattoos?

Der Experte erklärt: "Das können wir wie mit einer Lackpflege für ein Auto vergleichen: Auch oberflächig angewendete Produkte sorgen hier für brillante und strahlenden Lack. Ungefähr genauso ist es auch bei der Tattoopflege." Spezielle Tattoo-Pflegen stärken außerdem das Bindegewebe und helfen so, das Verschwimmen der Konturen zu vermeiden.

Übrigens: Ein Tattoo am Handgelenk wird schneller altern, da das Bindegewebe schwächer ist als zum Beispiel am Oberarm. Gleichzeitig sind Körperstellen, die oft der Sonne ausgesetzt, einem schnelleren Tattoo-Aging ausgesetzt.

Warum ist gerade Sonnenschutz für Tattoos so wichtig?

"Ähnlich wie bei Gemälden oder alten Fotos wird dieser Effekt des sogenannten 'Blurrings' (Verschwimmen der Farben) und 'Fadings' (Verblassen der Farben) von Sonnenstrahlung zusätzlich verstärkt und beschleunigt. Denn UV-Strahlung greift die Farbintensität an und der Hautalterungsprozess bzw. jede Veränderung des Gewebes weicht die Linien auf und macht sie breite", so der Tattoo-Experte.

Gut zu wissen: Das Verblassen des Tattoos durch Sonnenstrahlen erfolgt durch die Kombination von UV-A und UV-B Strahlen, hierbei gilt:

  • UV-B Strahlen dringen nur in die Epidermis (oberen Hautschicht) und sorgen dafür, dass die Haut Melanin bildet und dunkler wird. Diese Bräunung legt sich wie ein Farbfilter über die Tätowierung und lässt die Farbe somit blasser wirken. Dieser Effekt ist jedoch nur vorrübergehend
  • UV-A Strahlen hingegen schaffen es tiefer ins Gewebe, bis in die Dermis (Lederhaut) einzudringen. Auch hier befinden sich noch Farbpigmente der Tätowierung. Durch die UV-A Strahlen werden Kollagenverbindungen zerstört, Farbpigmente abgebaut und verschoben. Über die Jahre erscheint das Tattoo somit blasser und seine Konturen werden unschärfer.

Egal, ob nur ein einziges Motiv deinen Körper ziert oder du von Kopf bis Fuß geschmückt bist: Tätowierte Haut braucht besondere Pflege – vor allem in der Sonne. Worauf es nach dem Stechen und auch langfristig ankommt, weißt du jetzt. So bleibt alles gestochen scharf.

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