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Erstes Tattoo: Das müssen Sie wissen Allef Vinicius / Unsplash.com

Das erste Tattoo 9 Fragen, die Sie vorm Tätowieren klären sollten

Sie wollen sich das erste Tattoo stechen zu lassen? Wir beantworten alle Fragen, vom richtigen Motiv über den Ablauf bis zur Pflege danach

Keine Frage, Tattoos sind mit die coolsten Accessoires, die ein Mann tragen kann – aber eben auch die dauerhaftesten. Das perfekte Tattoo sollte deshalb über Trends hinausgehen und etwas sein, das Sie für immer lieben werden. Aber wie können Sie da so sicher sein? Wir haben mit der berühmten Tätowiererin Lalo Yunda und Miki Vialetto, der die Website Tattoo Life führt, gesprochen und klären die 9 Fragen, die Sie sich stellen und beantworten sollten, bevor es ernst wird.

1. Wie wähle ich das richtige Tattoo-Motiv?

So finden Sie das passende Tattoo-Motiv
Ramiz Dedakovic / Unsplash.com
Tattoos sollten zu Ihrer Persönlichkeit passen und nicht nur Trends widerspiegeln

Ein Tattoo bleibt für immer – und genau deshalb ist die Entscheidung für das richtige Motiv so wichtig. Es zu entfernen, ist nicht nur kostspielig, sondern auch mit enormen Schmerzen verbunden – mehr als beim Stechen. Setzen Sie sich deshalb lieber lang und gründlich mit der Wahl Ihres Tattoo-Motives auseinander. Reichlich Inspiration finden Sie zum Beispiel in den sozialen Medien. Schauen Sie sich bei Instagram und Pinterest die Profile von Tätowierern an und speichern Sie Motive, die Ihnen gefallen. Tipp: Die Favoriten ausdrucken und dort aufhängen, wo Sie oft hinschauen – neben den Computer, im Büro oder an die Wand neben dem Badezimmerspiegel. Wenn Sie sich nach einigen Wochen an einem Motiv statt gesehen haben, sollten Sie es sich keinesfalls stechen. Gefällt's Ihnen noch immer, stehen die Chancen gut, dass es für immer so bleibt.

>>> Beliebte Tattoo-Motive und ihre Bedeutung

2. Welche Stelle eignet sich für das erste Tattoo?

Genauso entscheidend wie die Frage nach dem richtigen Motiv, ist die Wahl der perfekten Stelle. "Tätowierungen können einen Körperbereich verbergen, den Sie nicht besonders mögen, oder einen Part noch mehr zur Schau stellen. Alles hängt von der Größe des Tattoos und seiner Platzierung ab", sagt Experte Miki Vialetto.

Grundsätzlich gilt: Für Einsteiger ist der Bizeps gut geeignet – hier tut's nämlich nicht so sehr weh. Rippen und Bereiche mit wenig Muskeln über den Knochen schmerzen am meisten. “Ellbogen, Schulterblätter und Knöchel sind nur was für sehr entschlossene Masochisten", so der Experte.

Und auch bei der Platzierung gilt: Lieber einmal mehr Gedanken machen als zu wenig. Ein Gesichts-Tattoo könnte durchaus zum Karriere-Hindernis werden. Ob das Motiv Ihrer Mutter gefällt, sollte aber keine Rolle spielen. "Lassen Sie sich nicht auf den Rücken statt auf das Handgelenk tätowieren, nur weil Ihre Familie es nicht sieht", sagt Yunda. "Sie werden sich danach immer wünschen, es so gemacht zu haben, wie Sie es ursprünglich wollten."

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So finden Sie ein gutes Tattoo-Studio
Brianna Santellan / Unsplash.com
Erkundigen Sie sich vorab im Netz und Bekanntenkreis über gute Studios

3. Wie finde ich das perfekte Studio?

Wenn Sie einen seriösen Künstler finden, erarbeitet er mit Ihnen gemeinsam das Design und hilft Ihnen bei der Auswahl einer Stelle. Womit wir beim nächsten Punkt sind: Suchen Sie sich den Nadel-Meister gut aus. "Arbeitet Ihr Tätowierer mit unsauberen Geräten, riskieren Sie eine Hepatitis- oder sogar HIV-Infektion", warnt der Experte. Lassen Sie sich vor dem Stechen alle Geräte zeigen, fragen Sie nach den Hygienemaßnahmen (wenn die Tätowiererin oder der Tätowierer unfreundlich wird, machen Sie lieber die Biege). Und bestehen Sie darauf, dass nur Farbpigmente verwendet werden, die zur Not mit dem Laser entfernt werden können, falls Sie später doch keine Lust mehr auf das Motiv haben. Sicher ist sicher.

4. Wie bereite ich mich auf meine erste Tätowierung vor?

Auf diese Dinge sollten Sie in den 24 Stunden vorm Tattoo-Termin achten:

  • Erscheinen Sie ausgeschlafen und nicht auf leerem Magen, damit der Kreislauf stabil bleibt.
  • Auf Alkohol und Kaffee verzichten, stattdessen viel Wasser trinken, damit die Haut ausreichend hydriert ist. 
  • Vorsicht mit Medikamenten: Aspirin-Tabletten zum Beispiel sind wegen ihren blutverdünnenden Wirkung ein Tabu. Trotzdem geschluckt? Dann unbedingt dem Tätowierer sagen!
  • Tragen Sie weite Kleidung, die auch bei langem Sitzen oder Liegen bequem ist und nach dem Stechen nicht auf der wunden Haut scheuert.

5. Was genau passiert beim Tätowieren?

Die Hautstelle, die Sie für Ihr Wunschmotiv gewählt haben, wird gründlich desinfiziert und auch rasiert, da schon kleinste Härchen beim Aufbringen des Motivs stören können. Der Tätowierer sollte stets Handschuhe tragen, denn immerhin arbeitet er an einer offenen Wunde. Nachdem die Hautfläche zur Vermeidung von Schorf mit Melkfett eingerieben wurde, wird die Vorlage auf die Haut gebracht: Entweder mittels einer Art "Abziehbildchen" oder auch frei Hand. In diesem Prozess kann man durchaus noch Änderungen vereinbaren.

Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten, Farbe in die Haut zu bekommen: Entweder ist die Tätowiermaschine selbst mit Farbe gefüllt oder aber die Nadel wird während des Tätowiervorgangs immer wieder in Farbe getaucht. Je nach Körperstelle und eigener Schmerzempfindlichkeit schmerzt die Prozedur mehr oder weniger. Vor allem Knöchel und Handgelenk sind dabei besonders schmerzempfindlich. Zuerst werden Außenlinien tätowiert. Später folgen dann Füllung und Schattenbereiche. Für die Umrandung setzt man in der Regel nur eine, für die Füllung mehrere Nadeln in die Maschine ein.

Zum Abschluss muss die Tätowierung noch einmal desinfiziert, mit Melkfett eingerieben und schließlich überklebt werden (mit einem Verband oder Klarsichtfolie), damit kein Dreck an die frische Wunde gelangen kann.

>>> Die richtige Pflege nach dem Tätowieren

Das passiert beim Tätowieren
Julia Giacomini / Unsplash.com
Tattoo-Preise variieren je nach Größe und Künstler

6. Wie viel kostet eigentlich ein Tattoo?

Die Preise für ein Tattoo variieren je nach Aufwand und Bekanntheitsgrad des Tätowierers. Im Schnitt liegt eine Stunde bei zirka 100 Euro aufwärts. Größere Motive, bunte Farben und auffällige Schattierungen dauern lange und kosten entsprechend mehrere 100 Euro. Viel Geld. Davon sollten Sie sich aber keinesfalls abschrecken lassen und ins nächstbeste Billig-Studio gehen: Qualität hat ihren Preis und schließlich haben Sie lebenslänglich etwas von dem Motiv – auch im negativen Sinne, wenn schlecht gearbeitet wurde.

7. Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Für Sonnenanbeter sind Tätowierungen im Sommer ein absolutes "No-go", denn die Sonne bleicht Tattoos aus, so dass die Farbintensität verringert wird. Vor dem Termin sollte die zu tätowierende Stelle nicht mit UV-Strahlung in Berührung kommen. Die Strahlung erweitert nämlich die Poren, sodass beim Tätowieren mehr Blut fließen wird.

8. Wie pflege ich die frische Tätowierung?

Sie haben's geschafft, das gewünschte Tattoo-Motiv ziert nun Ihren Körper. Doch damit ist es nicht getan. Denn eine frische Tätowierung kommt einer oberflächlichen Hautwunde gleich. Deswegen kann Wundsekret austreten oder Krusten auftreten. Essentiell sind vor allem zwei Sachen: Hygiene und Pflege.

  • Fassen Sie das Tattoo am besten nicht an und wenn, dann nur mit gewaschenen Händen.
  • Die frische Tätowierung muss regelmäßig eingecremt werden.
  • Langes Duschen und Baden in chlorhaltigem Wasser sollte komplett vermieden werden.
  • Besuche in der Sauna oder im Fitnessstudio sollten Sie ebenfalls vermeiden bis alles verheilt ist.

9. Was, wenn ich mein Tattoo bereue?

Als Letztes sollten Sie sich darüber bewusst sein, dass das Motiv Ihren Körper für immer zieren wird. Seien Sie sich also sicher, dass das Tattoo Ihnen auch in Zukunft gefällt und nicht irgendwann langweilt oder gar Reue aufkommt. Wenn Sie es sich lange überlegen und einen guten Tattoo-Künstler raussuchen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Sie Ihr Tattoo bereuen.

Vorausgesetzt, Sie lassen sich nicht den Namen Ihres Partners stechen. Liebe geht. Tattoos nicht. Sie denken vielleicht, dass eine Trennung schmerzhaft ist, aber die Laserbehandlung danach ist noch viel schlimmer. Und tut auch dem Geldbeutel weh: Im Schnitt zahlen Sie 100 Euro pro Sitzung und Sie werden wahrscheinlich weit mehr als einen Durchlauf benötigen.

>>> So werden Sie Ihr Tattoo wieder los

Egal, welches Motiv und welche Körperstelle Ihnen für Ihr erstes Tattoo vorschweben: Fragen Sie sich genau, ob Ihnen das auch noch in ein paar Jahren gefallen könnte. immerhin werden Sie die Tätowierung Ihr restliches Leben auf der Haut tragen. Immer noch entschlossen? Na, dann los!

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