Nicht jedes Protein-Supplement lohnt sich: Darauf solltest du achten

Protein-Supplements
Sind Proteinshakes und Eiweiß-Riegel wirklich gesund?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.09.2026
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Ein Mann steht vor einem Regal mit Protein-Supplementen und schaut sich die Inhaltsstoffe von zwei Produkten an
Foto: JackF / GettyImages

Proteinriegel, Shakes, Bites, Balls, Puddings: Protein-Supplements gibt es inzwischen in fast jeder Form. Für manche sind sie praktische Helfer für Muskelaufbau und Sättigung. Für andere sind Protein-Supplements nichts weiter als im Labor hergestelltes Junkfood, das sich Marketingfirmen ausgedacht haben, um dir ein paar Euros aus der Tasche zu ziehen (und deine Gesundheit gleich mit).

Diese kritische Haltung hat in den vergangenen Jahren tatsächlich deutlich an Zuspruch gewonnen, auch durch die Debatte um ultraverarbeitete Lebensmittel. Wichtig ist aber: Nicht jedes Proteinprodukt ist automatisch sinnvoll und nicht jedes hochverarbeitete Produkt ist automatisch ein Problem. Die Wahrheit liegt, wie so oft bei Ernährung, irgendwo dazwischen.

Wann Protein-Supplements sinnvoll sind, woran du gute Produkte erkennst und warum "High Protein" allein noch kein Qualitätsversprechen ist, erfährst du hier. Das Wichtigste vorab: Proteinprodukte können helfen, deine Proteinziele zu erreichen, sie sollten aber nicht die Basis deiner Ernährung ersetzen.

Sind Protein-Supplements tatsächlich gesund?

Wenn es um Makronährstoffe geht, gibt es eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Belegen dafür, dass Protein einen Ehrenplatz in deiner Ernährung einnehmen sollte, da es Muskelaufbau, Muskelerhalt und Sättigung unterstützt. Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine höhere Proteinzufuhr vor allem in Verbindung mit Krafttraining die Zunahme von Muskelmasse und Kraft begünstigen kann.

Sollte dieses zusätzliche Protein aus minimal verarbeiteten, vollwertigen Lebensmitteln, wie zum Beispiel Fleisch, Fisch, Eiern, oder Hülsenfrüchten und Soja stammen? In einer idealen Welt: ja. Aber der Alltag ist nicht immer ideal. Wenn ein Shake oder Riegel entscheidet, ob du dein Proteinziel schaffst oder nicht, ist das oft die bessere Option als gar keine sinnvolle Proteinquelle. Es schadet allerdings nicht, sich regelmäßig zu fragen: "Gibt es gerade bessere Optionen für mich?" Oder gelegentlich die Grenze zwischen Bequemlichkeit und Faulheit zu hinterfragen.

Wie viel Protein brauchst du wirklich?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat den allgemeinen Referenzwert für Erwachsene bei etwa 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag festgelegt. Für alle, die 65 Jahre oder älter sind liegt er bei 1,0 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag. Für Männer wird daraus häufig ein Richtwert von rund 56 Gramm Protein täglich abgeleitet. Wer regelmäßig Krafttraining macht, profitiert aber oft von höheren Mengen.

Was die Studienlage zeigt:Für Muskelaufbau ist die Evidenz recht robust: Eine Meta-Analyse von 49 Studien im British Journal of Sports Medicine (2017) zeigte, dass Protein-Supplementierung in Kombination mit Krafttraining Muskelmasse und Kraft unterstützen kann. Der Zusatznutzen flachte in der Analyse bei ungefähr 1,6 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag ab.

Sind Proteinriegel und Shakes schlecht für dich?

Für die meisten gesunden Männer sind Proteinshakes oder Proteinriegel in normalen Mengen nicht problematisch. Entscheidend ist, was drinsteckt, wie viel du davon isst und ob du Unverträglichkeiten hast. Ein Produkt mit gutem Proteinanteil, wenig Zucker und solider Zutatenliste kann sinnvoll sein.

Problematisch wird es eher, wenn ein Proteinprodukt viele Kalorien, viel Zucker, viel Fett oder sehr viele Zusatzstoffe liefert, aber kaum hochwertiges Protein. Dann kaufst du im Zweifel keinen Fitness-Snack, sondern eine Süßigkeit mit Protein-Marketing.

Gerade Proteinriegel enthalten außerdem häufig Zuckeralkohole, auch Polyole genannt. Sie werden eingesetzt, um Süße zu liefern und Kalorien zu sparen. In größeren Mengen können sie aber Blähungen, Bauchkrämpfe oder eine abführende Wirkung auslösen. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also immer, da bestimmte Inhaltsstoffe nicht bedenkenlos übermäßig konsumiert werden sollten. Dasselbe lässt sich jedoch über viele Lebensmittel sagen. Wie immer gilt: Die Dosis macht das Gift.

Achtung bei ZuckeralkoholenZuckeralkohole wie Sorbit, Maltit, Xylit oder Erythrit stecken häufig in zuckerreduzierten Proteinriegeln. Sie sind nicht automatisch gefährlich, können aber bei größeren Mengen den Darm stressen. Wenn du nach Proteinriegeln Blähungen oder Durchfall bekommst, lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste.

Wie erkennst du ein gutes High-Protein-Produkt?

Ein gutes High-Protein-Produkt liefert nicht nur ein paar Gramm Eiweiß, sondern einen relevanten Proteinanteil im Verhältnis zu Kalorien, Zucker und Fett. Genau hier tricksen manche Produkte mit dem "Health Halo": die Unternehmen werben mit Aussagen wie "proteinreich", "mit zusätzlichem Protein" oder "hoher Proteingehalt", um dir Produkte zu verkaufen, die tatsächlich gar keine nennenswerte Menge Protein enthalten.

In der EU sind Nährwertangaben wie "Proteinquelle" oder "High Protein" reguliert. Ein Produkt darf als Proteinquelle beworben werden, wenn mindestens 12 Prozent des Brennwerts aus Protein stammen. Für High Protein müssen mindestens 20 Prozent des Brennwerts aus Protein kommen.

Für die Praxis kannst du noch strenger prüfen:

Die Regel ist besonders hilfreich, um proteinreiche Snacks auszuwählen: Wenn ein Riegel 250 Kalorien hat und nur 8 Gramm Protein liefert, ist er wahrscheinlich kein besonders gutes Proteinprodukt. Wenn ein Shake 120 Kalorien und 24 Gramm Protein liefert, erfüllt er seinen Job deutlich besser. Eine Ausnahme gilt, wenn du bewusst nach etwas Sättigenderem suchst, das neben Protein auch Kohlenhydrate und Fette liefert.

FAQ: Protein-Supplements

Fazit