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Eigenbluttherapie gegen Haarausfall

Eigenbluttherapie für die Haare So helfen Plasma-Spritzen gegen Haarausfall

Wenn die Haare ausgehen, hilft nur eine Transplantation? Nein, eine neue Methode verspricht volle Haare dank Eigenblut-Spritzen. So funktioniert's

Hast du schonmal was vom Vampir-Lifting gelesen? Dabei wird Blut entnommen und anschließend unter die Haut gespritzt. Was schaurig-schmerzhaft klingt, gilt unter Hollywood-Stars gerade als Garant für einen blutjungen Teint. Deshalb wird die Behandlung in der Klatschpresse rauf und runter besprochen. Worüber aber kaum jemand schreibt: Die Eigenbluttherapie hilft auch gegen Haarausfall.

Men's Health hat mit dem Hamburger Arzt für ästhetische Medizin Jorge Castaneda M.D. von der renommierten Beauty-Praxis Docboom über die Behandlung gesprochen – und es direkt ausprobiert. Ob das Treatment angeschlagen hat, wie genau es funktioniert und welche Risiken das blutige Verfahren birgt, liest du hier.

Was ist eine PRP oder PRF-Behandlung gegen Haarausfall?

Jorge Castaneda M.D.
Jorge Castaneda M.D.
Jorge Castaneda M.D. ist Experte für die PRF-Behandlung gegen Haarausfall

PRP ist die Kurzform für den englischen Begriff "platelet-rich plasma", zu deutsch: thrombozytenreiches Plasma. "Thrombozyten enthalten Wachstumsfaktoren, welche die Zellerneuerung, Regeneration und Kollagensynthese stimulieren", erklärt Jorge Castaneda und ergänzt: "Bei der Behandlung gegen Haarausfall wird nur das Plasma, also der Teil vom Blut, der besonders reich an Thrombozyten ist, mithilfe von feinen Nadeln in die Kopfhaut injiziert, und zwar genau dort, wo die Haare dünner werden." Anders als bei einer Haartransplantation, über die du hier mehr lesen kannst, wird also nicht geschnitten.

In Deutschland noch ganz neu ist die weiterentiwckelte Variante i-PRF. Das steht für injizierbares Plättchen-reiches Fibrin. Der Unterschied: "Durch einen anderen Herstellungsprozess sind körpereigene Stammzellen enthalten und die Kozentration an entnommenen Blutplättchen kann bis zu zehnmal höher sein als beim PRP. Zusätzlich werden die Wachstumsfaktoren über einen längeren Zeitraum entlassen", so Castaneda. Die Behandlung gilt als effektiver und wird bisher nur von wenigen Paxen angeboten.

Wie wirkt eine Eigenblut-Behandlung?

Die Wachstumsfaktoren regen intensiv die Neubildung von kleinsten Blutgefäßen um die Haarwurzel an, sodass diese wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden. Das Haarwachstum wird stimuliert. Jorge Castanedas Trick: "Um die Wirkung zu steigern, kann anschließend noch eine Mesotherapie durchgeführt werden. Mittels Mikro-Injektionen werden Vitamine und Mineralstoffe in die mittlere Hautschicht ('Meso' = Mitte) transportiert", erklärt Castaneda. Übrigens: Das Meso-Verfahren haben wir bereits für das Gesicht getestet. Hier findest du alles, was du über die Mesotherapie wissen musst.

Für die PRP-Therapie wird nur das Blutplasma verwendet
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Nur das goldgelbe Blut-Plasma ist für die Behandlung relevant

Wann ist eine Eigenblut-Therapie für Haare sinnvoll?

Bei dir ist der Kopf schon seit Jahren komplett kahl? Dann ist eine Eigenbluttherapie leider wirkungslos. Wenn die Haare aber langsam lichter werden, ist die Methode möglicherweise gut geeignet. Warum die Haare ausfallen – also, ob die Gene oder Stress schuld sind, sei dabei egal.

"PRP und PRF eignen sich sowohl bei diffusem, androgenetischen und bei kreisrundem Haarausfall. Bei Männern schlägt das Treatment in der Regel besser an als bei Frauen. Voraussetzung ist jedoch, dass noch Haar vorhanden ist, da die im Plasma enthaltenen Wachstumsfaktoren die Zellerneuerung an der Haarwurzel stimulieren", weiß Jorge Castaneda.

Wie oft kann und sollte man eine Eigenbluttherapie machen?

Darüber wie häufig die Behandlung durchgeführt werden sollte, um den Haarausfall dauerhaft zu stoppen und das Wachstum zu stimulieren, streiten sich Experten. Jorge Castaneda empfiehlt etwa drei Behandlungen im Abstand von je einem Monat. Um den Erfolg zu erhalten, sollte man die Behandlung einmal im Jahr wiederholen.

Wie läuft eine Eigenbluttherapie für die Haare ab?

Unser Grooming-Redakteur Philipp Wehsack, 30, hat die Behandlung bei Docboom getestet. Hier kommt sein Erfahrungsbericht

Seit etwa einem Jahr bemerke ich, dass meine Geheimratsecken etwas größer werden. Ein kleines Muttermal, das früher noch von Haaren verdeckt war, verrät mir: Hier war mal mehr Haar. Zeit, etwas zu unternehmen. Ich vereinbare mir einen Beratungstermin bei Docboom in Hamburg. Der behandelnde Arzt schaut sich zunächst die Ausgangslage an und bestätigt meinen Verdacht: "Man kann deutlich erkennen, dass der Haaransatz ganz langsam ein wenig zurückgeht. allerdings noch im Anfangsstadium. Denn es wachsen noch sehr viele Babyhaare." Das macht mich zum perfekten Test-Kandidaten. "In dem betroffenen Areal müssen noch aktive Haarwurzeln liegen, damit eine PRF-Behandlung anschlägt", erklärt der Experte.

Es kann also losgehen. Um an das Plasma zu kommen wird zunächst eine kleine Menge Blut (etwa 20 ml) aus der Vene gezapft, zentrifugiert und anschließend speziell aufbereitet. Zurück bleibt ein goldgelbes Serum, in dem sich die für den Behandlungserfolg ausschlaggebenden Thrombozyten und damit die Wachstumshormone befinden. Die Flüssigkeit injiziert der Arzt mit einer feinen Nadel in die Kopfhaut.

PRP-Behandlung für die Haare im Test
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Bei der PRF-Behandlung injiziert der Art das Plasma direkt in die Kopfhaut

Anschließend bearbeitet der Beauty-Experte meine Kopfhaut noch mit einem kleinen Nadelstempel (Mesopen). Dadurch entstehen unzählige mikroskopisch-kleine Einstiche in die Kopfhaut – das ist übrigens der Grund für die blut-verschmierten Promi-Selfies von Damen, die das Treatment im Gesicht getestet haben. Auf der Kopfhaut ist das etwas anders. Die Einstichstellen nach der Behandlung sieht man nur bei genauem Hinsehen. Ich bin also sofort wieder gesellschaftsfähig.

Bleibt die Frage: Tut das nicht weh? Ein bisschen. Aber Lachgas macht die etwa einstündige Sitzung mit unzähligen Pieksern erträglich. An zwei Folgetagen habe ich leichte Kopfschmerzen. Eine normale Nebenwirkung, wie mir der Arzt vorab erklärt hat. Schmerztabletten sind erlaubt und helfen sofort.

PRP für die Haare: Vorher-Nachher-Vergleich
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Schon nach zwei Behandlungen wachsen bereits mehr Haare in der Geheimratsecke

Philipps Fazit: Die PRF-Behandlung funktioniert

Insgesamt muss ich drei Sitzungen im Abstand von 4 Wochen durchlaufen. Etwa 1 ½ Monate nach der ersten Behandlung, also 14 Tage nach der zweiten Sitzung, stelle ich fest: Es funktioniert! Entlang des Haaransatzes wachsen lauter Babyhaare. Und die Geheimratsecken? Scheinen tatsächlich kleiner zu werden. Ich bin begeistert. Experte Castaneda sagt: "Das ist erst der Anfang. Das Endergebnis wird nach zirka 6 Monaten sichtbar. Dann sollte man die Behandlung 1x jährlich wiederholen." Ich bleibe dran und werde diesen Artikel mit weiteren Vorher-Nachher-Fotos updaten, sobald sich etwas verändert.

Und was sagt die Wissenschaft dazu?

Eine italienische Studie in Padua testete die herkömmliche PRP-Therapie an 1033 Patienten mit androgenetischem diffusen Haarausfall und bestätigte eine Zunahme der Haardichte bei 80 % der Probanden. In 93 % der Fälle kam es zu einer Zunahme der Haardicke. 335 Patienten mit kreisrundem Haarausfall nach zuvor erfolgloser anderweitiger Therapie wurden ebenfalls getestet. Die Ansprechrate lag hier bei 63 %. Falls es dich interessiert, findest du hier alles, was du sonst noch über Haarausfall wissen musst.

Gibt es Risiken und Nebenwirkungen bei einer Eigenbluttherapie?

"Ernste Risiken gibt es bei der PRF- oder PRP-Therapie nicht, da es sich um körpereigene Substanzen handelt", sagt Dr. Castaneda, fügt aber noch hinzu: "Grundsätzlich muss aber über die möglichen Nebenwirkungen einer Behandlung mit Injektionen aufgeklärt werden. Dazu zählen Hämatome, Infektionen oder Irritationen der Hautnerven. Und bei akuten Entzündungen der Kopfhaut, Infektionserkrankungen sowie bei Störungen der Blutgerinnung sollte man von einer Behandlung absehen."

Was kostet eine Eigenblut-Behandlung gegen Haarausfall?

Das Ganze ist nicht billig. Bei Docboom kostet eine Sitzung 259 Euro. Geld, das du komplett selbst aufbringen musst. Die Kassen zahlen in der Regel nicht.

Eine Eigenbluttherapie bei Haarausfall ist eine Investition – aber eine, die sich in den meisten Fällen auszahlt. Und für alle, die schon länger über eine Transplantation nachdenken, ist die Eigenblutbehandlung sogar eine günstigere Alternative, die nahezu schmerzfrei und ohne Nebenwirkungen funktioniert.

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