Mesotherapie im Test Philipp Wehsack

Mesotherapie im Test Jünger aussehen ohne OP: Lohnt sich eine Mesotherapie?

Glatte, junge Haut ganz ohne Botox und OP? Klappt das wirklich? Unser Kollege Philipp hat’s getestet

Was wollen alle werden, aber wie will keiner aussehen? Alt. Oder noch schlimmer: Älter aussehen als man ist. Geht mir genauso. Deshalb creme ich bereits seit Jahren gegen die Hautalterung an. Als Beauty-Redakteur teste ich regelmäßig neue Produkte und kann sagen: Ja, Vorsorge ist besser als Nachsorge. Doch selbst mit der besten Pflege kann man die Hautalterung eben nicht ganz aufhalten.

Ich bin gerade 30 geworden und an meinen Augen zeigen sich langsam Krähenfüße. Die Nasolabialfalte war auch nicht immer so stark und irgendwie sah die Haut auch einfach mal praller aus. Klar, könnte ich mir jetzt einfach Botox oder Filler spritzen lassen. Weil das für mich aber nicht infrage kommt, suche ich nach einer subtileren Methode – die sichtbar verjüngt, aber bitte nicht aufpolstert oder lähmt. Bei meiner Recherche nach Alternativen stoße ich schnell auf einen neuen Trend: die Mesotherapie. Und vereinbare direkt einen Info-Termin bei Anika Ziegler, Heilpraktikerin und Hautexpertin beim Dermedis Schönheitsfachzentrum in Hamburg.

Was ist eine Mesotherapie?

"Bei der Mesotherapie werden mittels Mikro-Injektionen extra auf die Haut abgestimmte Wirkstoffcocktails, bestehend aus hochwirksamen zugleich gut verträglichen Inhaltsstoffen wie Vitaminen, Antioxidantien, Aminosäuren, Mineralien, Hyaluronsäure und Coenzymen in die Haut transportiert", erklärt mir Ziegler. Genau genommen in die mittlere Hautschicht ('Meso' = Mitte). Also tiefer als Anti-Aging Cremes – und genau dort, wo die Ursache für die Problematik entsteht, sozusagen "unter der Haut".

"Das dabei entstehende Wirkstoffdepot wird nach und nach vom Körper 'angezapft' und gewährleistet einen langanhaltenden und schnellen Effekt, verstärkt durch ein anschließendes Microneedling."

Übrigens: Erfunden wurde die Mesotherapie bereits in den 50er-Jahren – ursprünglich zur Behandlung von Asthma. Mit mäßigem Erfolg. Stattdessen besserte sie bei vielen Patienten das Hörvermögen. Schließlich fand man heraus, dass die Behandlung auch die Haut verjüngen kann.

Was bringt eine Mesotherapie?

"Die Haut wirkt durch die Behandlung wacher und frischer. Kleine Fältchen werden geglättet, Aknenarben reduziert und Pigmentstörungen gelindert", erklärt die Hautexpertin und ergänzt: "Die Behandlung kann aber auch die Durchblutung verbessern und dem Körper helfen Toxine abzubauen, so wirkt die Haut rosiger – davon profitieren insbesondere Raucher."

Was die Mesotherapie vor allem für Männer interessant macht: Auf der Kopfhaut und in der Bartregion angewandt, kann das Treatment sogar den Haarwuchs anregen. Klingt insgesamt alles sehr vielversprechend. Die Wirksamkeit ist allerdings auch umstritten. Denn die wissenschaftliche Forschung zur Mesotherapie ist noch recht dünn.

Gibt es Nebenwirkungen?

"Manchmal kommt es zu leichten Schwellungen, noch seltener zu kleinen Blutergüssen. Allergien sind extrem selten", sagt Expertin Ziegler, die diese beliebte Behandlung mehrfach täglich durchführt. Allerdings ist in Fachliteratur auch von Nervenschädigungen und Taubheitsgefühlen durch falsch oder zu tief gesetzten Injektionen zu lesen. Deshalb solltest du unbedingt darauf achten, wer die Behandlung bei dir durchführt. In Deutschland dürfen nur Schönheitschirurgen, Dermatologen oder Heilpraktiker eine Mesotherapie durchführen. Unbedingt Abstand halten solltest du von Kosmetiker'innen ohne entsprechende Qualifizierung.

Wie viele Sitzungen sind nötig?

"Eine Mesotherapie sollte für bestmögliche Ergebnisse immer als Kur erfolgen. Wir empfehlen in der Regel 5-7 Behandlungen im Abstand von 21 Tagen", so die Hautexpertin. Manchmal sind aber auch weniger Sitzungen nötig – ein Beratungstermin vorab gibt darüber Aufschluss. Anika Ziegler riet mir bei meinem Alter (30) und mit meinem Hautzustand (leicht trockene Mischhaut mit vergrößerten Poren und einigen feinen Mimikfalten rund um Augen und Mund) zu 3 Behandlungen.

Wie läuft eine Mesotherapie ab?

Schon eine Woche nach dem Beratungsgespräch liege ich das erste Mal auf der Behandlungsliege. In der Mittagspause. Hunger habe ich eh nicht, weil ich so aufgeregt bin: Was, wenn ich danach total "gespritzt" aussehe? Die Expertin beruhigt mich: Die injizierten Mengen sind so gering, dass die Haut danach zwar frischer, das Gesicht aber nicht verändert wirkt. Muss sie ja sagen, denke ich mir. Aber sie sollte recht behalten.

Bevor es an die (wirklich sehr) kleinen Spritzen geht, trägt Ziegler eine Betäubungscreme im Gesicht auf. Die wirkt anscheinend sehr gut: Bei den ersten Pieksern auf der Stirn merke ich fast nichts. So entspannt geht es weiter. Die Expertin injiziert innerhalb kürzester Zeit verschiedene Präparate in mein Gesicht:

  • Vitamine, Mineralien und Aminosäuren für feinere Poren und einen strahlenderen Teint
  • Unvernetzte Hyaluronsäure und Panthenol für mehr Feuchtigkeit und gegen Volumenverlust im Augenbereich

Anika Ziegler macht mit der kleinen Nadel kurze Einstiche im ganzen Gesicht, keine Partie wird ausgelassen. Halb so wild. Zwar gibt es Stellen, an denen es etwas ziept (bei mir die Stirn und die Oberlippe), ansonsten ist die Behandlung aber kaum spürbar.

Mesotherapie im Test
Philipp Wehsack
Mit einer feinen Nadel wird der Wirkstoff in die mittlere Hautschicht injiziert

Etwas fieser wird es dann beim Microneedling. Autsch! Das fühlt sich ehrlicherweise so an, als würde eine Katze das Gesicht zerkratzen. Nicht, dass mir das schon mal passiert wäre. Aber genau so stelle ich es mir vor.

Mesotherapie im Test
Philipp Wehsack
Ein Microneedling verstärkt den Effekt der Mesotherapie

Die abschließende Gesichtsmaske mit Hyaluron, die meine Haut kühlt und beruhigt, lässt die Schmerzen aber sofort vergessen. Der erste Blick in den Spiegel erinnert mich leider wieder dran: Die Haut ist knallrot und man sieht die Kratzer deutlich. Huch, und so soll ich jetzt zurück ins Office?

Mesotherapie im Test
Philipp Wehsack
Eine Maske soll die gerötete Haut nach dem Treatment beruhigen

"Keine Sorge, das ist normal und wir können die Rötungen sofort abdecken", beruhigt mich die Hautexpertin. Klappt super, mit Puder sieht keiner mehr etwas von der Behandlung. Am Nachmittag gehe ich wieder in die Redaktion und keiner merkt etwas.

Wie ist das Ergebnis?

Am nächsten Tag sehe ich schon einen ersten Effekt: Die Haut wirkt praller. Gut, ein wenig gerötet ist sie noch, aber die Kratzer sind fast weg. Ich muss nicht einmal mehr abdecken. Zwei Tage später ist alles im Lot und besser als vorher: Die Haut strahlt richtig. Wow! Ich finde, ich sehe tatsächlich jünger aus. Meine Krähenfüße sind viel feiner und die Nasolabialfalte ist auch weniger ausgeprägt. Freunde, denen ich von der Behandlung erzählt habe, bestätigen mir den Effekt.

Mesotherapie im Test: Vorher-Nachher-Vergleich
Philipp Wehsack
Der Vorher-Nachher-Vergleich zeigt: Die Haut strahlt mehr und wirkt straffer

Ist die Behandlung für jeden geeignet?

"Prinzipiell könnten wir jeden Hauttypen und jedes Alter behandeln. Es gibt allerdings auch Grenzen. Kontraindikationen für die Behandlung sind zum Beispiel akute Infektionen, Ekzeme, Wunden, Allergien auf die Wirkstoffe, Multipile Sklerose, Erkrankungen des Nervensystems oder der Schilddrüse. Frauen dürfen in der Schwangerschaft und Stillzeit nicht behandelt werden", so Ziegler.

Wie viel kostet eine Mesotherapie?

Die Kosten sind in jeder Praxis unterschiedlich hoch. Bei Dermedis kostet eine Einzelbehandlung inklusive Betäubung und Micro-Needling 199 Euro. Buchst du von Anfang an eine ganze Kur, sparst du. Finger weg von Billig-Angeboten: bei minimalinvasiven Kosmetikbehandlungen hat Qualität einfach ihren Preis.

Fazit: Die Mesotherapie ist das perfekte Einstiegstreatment

Ich kann die Mesotherapie mit bestem Wissen und Gewissen empfehlen: Noch Wochen nach der dritten und letzten Behandlung strahlt meine Haut viel mehr und fühlt sich deutlich praller an. In der Bartregion schließen sich die Lücken sogar langsam – was das angeht, war ich vorher sehr skeptisch. Und ich habe sogar das Gefühl, dass mir am Haaransatz mehr kleine Härchen sprießen als sonst. Allein dafür würde ich die Behandlung wiederholen. Zum Auffrischen habe ich übrigens schon einen Termin. In einem halben Jahr bin ich wieder auf der Liege. Vorsorge ist schließlich besser als Nachsorge.

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