Alexander Kumptner zählt heute zu den bekanntesten Sterneköchen im deutschsprachigen Raum – TV-Gesicht, Gastronom, Vater, Unternehmer. Der 42-Jährige hat in Wien das Sternerestaurant "Esszimmer". Im TV ist er aktuell in "Roadtrip Australien" (Joyn, Kabel Eins) und ab dem 8. April als Coach bei "Promi Taste" (Sat.1) zu sehen. Sein neuestes Buch heißt "Meine Life-Fit-Balance" (ZS, um 25 Euro). Jetzt ist er auch Covermodel der Men's Health, oben siehst du sein knallhartes Arm-Training im Video.
Doch Alexanders Weg nach oben war keine reine Bilderbuchkarriere. Jahre voller Druck, kaum Schlaf und maximaler Ehrgeiz brachten ihn an einen Punkt, an dem Körper und Kopf nicht mehr mitspielen wollten. Der Wendepunkt kam leise, aber klar: weniger Stress, mehr Bewusstsein. Heute steht Alex für eine Form von Stärke, die nicht laut ist, sondern konsequent. Sport als Ausgleich, Ernährung als Werkzeug, Disziplin ohne Dogma. Uns hat er erzählt, warum Regelmäßigkeit wichtiger ist als Perfektion – und weshalb er niemals aufgibt.
Vom Workaholic zum Workout-Experten
Der heutige Starkoch blickt auf eine lange Reise zurück, die durchaus nicht immer leicht war. Die ersten Jahre als Koch waren hart. "Damals habe ich alles gegeben, nur gearbeitet, kaum geschlafen. Irgendwann bin ich einfach zusammengeklappt und hab trotzdem weitergemacht. Beziehungen sind zerbrochen, ich fühlte mich krank und kaputt. Das war damals für mich die Hölle."
Irgendwann wusste er, dass es so nicht weitergeht. "Es hat anderthalb Jahre gedauert, bis mir endlich klar wurde, dass ich etwas ändern muss. Also: Job gekündigt, neu angefangen, Leben aufgeräumt. Ich bin froh, dass diese Zeit hinter mir liegt. Aber mein Ehrgeiz ist immer noch da, vielleicht sogar noch stärker, eben wegen dieser Erfahrung. Nur habe ich gelernt, ihn besser einzusetzen." Ab jetzt investierte er seine Power zwar auch noch in die Arbeit aber ebenso sehr in ein gesundes Leben mit gesunder Ernährung und Sport. "Ich war immer schon sehr sportlich, hatte Freude an Bewegung. Aber heute weiß ich, dass ich Sport zum Ausgleich brauche. Ich brauche ihn, um Kraft zu haben."
Dabei tut er das Nötige und nimmt das Mögliche als Geschenk mit. "Ich gehe dreimal die Woche zum Sport, alles, was darüber hinausgeht, ist Bonus für mich. Regelmäßigkeit ist das A und O. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer das sein kann. Aber man kann nach einer Pause immer wieder reinkommen – vielleicht mit einmal Training die Woche, dann zweimal. Nur den Satz 'Jetzt ist eh schon Wurscht' sollte man niemals zu sich sagen." Bewegung ist für ihn auch nicht nur Sport nach Plan, sondern auch Alltagsbewegung. "Ich versuche, so viele Strecken wie möglich zu Fuß zu laufen. Zur Arbeit, nach Hause, durch die Stadt – dabei schalte ich ab, mache meinen Kopf klar und finde Fokus."
Der Koch ist nun selbst sein wichtigster Gast
Fürs Wohl aller anderen zu sorgen, hat der Sternekoch lange verinnerlicht. Nun musste er lernen, auch für sich selbst optimal zu sorgen, um fit und leistungsfähig zu sein. "Wenn ich gut esse, dann bin ich klarer im Kopf. Und wenn ich klarer im Kopf bin, kann ich fokussierter trainieren. So entsteht eine konsequente Aufwärtsspirale, die mir im Alltag die Kraft gibt, die ich brauche."
Wichtig dabei ist ihm aber eine gesunde Balance zwischen Genuss und Verzicht. "Ich glaube, vielen Männern fehlt es an Beständigkeit bei der Ernährung. Für mich hat Genuss auch immer mit Verzicht zu tun. Wer sich immer nur gönnt, der verliert irgendwann das Gespür für das Besondere. Jeden Abend Wiener Schnitzel und danach noch ein Becher Eis – worauf soll ich mich dann noch freuen? Wenn ich mich einen Tag beschränke, dann kann ich am nächsten Tag ohne schlechtes Gewissen den Supermarkt zerlegen, das genieße ich dann richtig."
Gutes Essen gleich gutes Training gleich gutes Leben
Alexander Kumptner ist in seiner eigenen Mitte angekommen und lebt das Leben, das er immer wollte. "Mit 30 hatte ich Angst vor dem Älterwerden. Aber als ich dann 40 wurde, habe ich mich richtig gut gefühlt in meinem Körper. Das hat auch viel mit Respekt vor mir selbst zu tun, vor meiner Leistung und dem Gefühl, dass ich auf mich achte. Ich bin jetzt angekommen bei mir selbst und in meinem Leben – das hat auch etwas mit der Geburt meines Sohnes im letzten Jahr zu tun." Der Weg war nicht leicht, er war weit, aber er hat sich gelohnt. "Der Alex mit 22 als Berufsanfänger und der Alex heute mit 42 – das war ein Prozess. Heute kann ich sagen: Ich weiß, wer ich bin und was ich kann. Und ich lasse mir von keinem etwas anderes einreden."





