Die CHALLENGE-Trial, vorgestellt auf der ASCO 2025 und publiziert im New England Journal of Medicine, zeigt: Krafttraining senkt das Rückfall- und Sterberisiko bei Darmkrebs-Überlebenden deutlich.
Training als Therapie – die neuen Beweise
Krafttraining ist längst mehr als ein Mittel zum Muskelaufbau. Es stärkt nicht nur Muskeln und Knochen, sondern wirkt auch auf das Immunsystem, den Stoffwechsel und die allgemeine Widerstandskraft des Körpers. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen: Strukturiertes Training kann das Rückfall- und Sterberisiko bei Darmkrebs-Überlebenden deutlich senken. Damit wird Bewegung zu einem echten Bestandteil moderner Krebstherapie und rückt vom reinen Fitness-Programm hin zu einer medizinisch relevanten Maßnahme. Die Ergebnisse der CHALLENGE-Trial zeigen eindrucksvoll, dass gezieltes Training nach einer abgeschlossenen Chemotherapie nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, sondern auch die langfristigen Überlebenschancen erhöht. Das heißt: Schon regelmäßige Einheiten mit Gewichten oder funktionellen Übungen können einen entscheidenden Unterschied machen.
Durchführung und Ergebnisse der Studie
Die Studie untersuchte 889 an Darmkrebs Erkrankte über einen Zeitraum von fast acht Jahren. Zwei Gruppen wurden verglichen:
- Trainingsgruppe: 3 Jahre strukturiertes Training nach der Chemotherapie.
- Kontrollgruppe: Gesundheitsberatung ohne Training.
Die Ergebnisse der CHALLENGE-Trial sprechen eine deutliche Sprache: Teilnehmende der Trainingsgruppe hatten ein 28 % geringeres Risiko für Rückfall oder Tod im Vergleich zur Kontrollgruppe. Auch das Sterberisiko insgesamt sank um 37 %, was die enorme Bedeutung von strukturiertem Training unterstreicht. Nach fünf Jahren waren 80,3 % der Trainierenden krankheitsfrei, während es in der Kontrollgruppe nur 73,9 % waren. Und selbst nach acht Jahren zeigte sich der Vorteil noch klarer: 90,3 % der Trainingsgruppe lebten, gegenüber 83,2 % in der Kontrollgruppe. Diese Zahlen verdeutlichen, dass regelmäßiges Krafttraining nicht nur die körperliche Fitness steigert, sondern auch einen messbaren Einfluss auf die langfristige Überlebensrate von Krebsüberlebenden haben kann.
Trainingsgruppe vs. Kontrollgruppe – Überlebensrate (%)
Onkologen sehen Training als Game-Changer
Die CHALLENGE-Trial zeigt, dass Training nicht nur die Fitness verbessert, sondern auch medizinisch messbare Effekte hat: weniger Rückfälle, weniger neue Krebsfälle, bessere Lebensqualität. Das heißt: Schon regelmäßiges Krafttraining kann ein entscheidender Faktor für die langfristige Gesundheit sein. Fachleute aus Onkologie und Sportmedizin sehen darin einen Wendepunkt. Dr. Christopher Booth, Professor am Kingston Health Sciences Centre, betont: "Das ist ein Game-Changer für die Darmkrebsversorgung." Auch Dr. Jeffrey Meyerhardt vom Dana-Farber Cancer Institute zeigt sich beeindruckt: "Es ist die erste Studie, die beweist, dass Training Krebsrückfälle reduziert." Und Dr. Kerry Courneya von der University of Alberta zeigt sich überzeugt: "Training sollte eine Standardtherapie für alle Patienten sein."
FAQ: Die häufigsten Fragen zu Krafttraining in der Krebstherapie
Krafttraining stärkt das Immunsystem und reguliert den Stoffwechsel, wodurch die allgemeine Widerstandskraft des Körpers verbessert wird.
Aufgrund der positiven Effekte auf die Überlebenschancen und die Rückfallprävention fordern Fachleute zunehmend, dass strukturierte Trainingsprogramme als Standardversorgung für Krebsüberlebende eingeführt werden sollten.
Regelmäßiges Krafttraining kann die langfristigen Überlebenschancen und die körperliche Leistungsfähigkeit verbessern.





