Das Impfserum gegen Grippe wird jedes Jahr neu zusammengestellt New Africa / Shutterstock.com

Grippesaison Wie sinnvoll ist eine Grippeimpfung?

Die Grippesaison naht. Zeit zu überlegen, ob du dich impfen lässt oder nicht. Diese Fakten helfen dir bei der Entscheidung

Eine Erkältung erwischt fast jeden mindestens einmal im Jahr. Lästig, aber das geht vorbei. Wer jedoch schon einmal von einer echten Grippe niedergestreckt wurde, weiß, was Leiden ist. Und die nächste Grippewelle kommt bestimmt. Deshalb solltest du diese Fakten kennen:

Wer sollte sich gegen eine Grippe impfen lassen?

Mit nur einer Grippe-Impfung kann man sich effektiv vor einer Ansteckung mit Grippe-Viren und den möglichen Folgen schützen. Daher sollte sich im Prinzip jeder impfen lassen, so die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Vor allem empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI eine Grippe-Impfung für Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, die sogenannte "Risikogruppen". Dazu gehören Personen mit chronischen Erkrankungen wie Immunschwäche, Diabetes, Herzleiden und Asthma, Menschen, die in Krankenhäusern, Altenheimen oder Kindergärten arbeiten, sowie Menschen über 60 Jahren und Schwangere.

Das Impfserum gegen Grippe wird jedes Jahr neu zusammengestellt
Photoby Thawat / Shutterstock.com
Das Impfserum wird jedes Jahr neu zusammengestellt

Wie funktioniert der Schutz vor Influenza-Erregern?

Die Grippe-Viren verändern sich häufig, daher empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedes Jahr eine neue Zusammensetzung für die Herstellung aktueller Grippe-Impfstoffe. Auf diese Weise können Grippe-Epidemien verhindert werden, erklärt Susanne Glasmacher vom RKI. Der Gemeinsame Bundesausschuss beschloss im April 2018, dass die Grippeschutzimpfung ab der nächsten Impfsaison mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen soll.

Sollte man sich schon vor der Grippewelle impfen lassen?

Am besten bietet sich die Zeit zwischen September und November für eine Schutzimpfung an. Zu der Zeit ist die Grippewelle im Normalfall noch nicht ausgebrochen, da sie sich erst im Januar entwickelt, so Glasmacher. Aber auch zu einem späteren Zeitpunkt, selbst zu Beginn der Grippewelle ist eine Grippe-Impfung sinnvoll, allerdings muss man bedenken, dass der Impfschutz 10 bis 14 Tage braucht, um vollständig aufgebaut zu sein.

Wie lange hält der Grippeschutz?

Man sollte sich einmal pro Jahr gegen die Influenza impfen lassen, da in jeder Grippesaison andere Erreger beteiligt sein können, so Glasmacher. Die Impfstoffzusammensetzung wird jedes Jahr neu an die jeweils erwarteten Influenzaviren angepasst. Auch lässt die Schutzwirkung mit der Zeit nach und hält vermutlich nur eine Saison lang an, so die Experten des RKI.

Was kostet eine Grippeimpfung?

Für Menschen, die einer der "Risikogruppen" angehören, ist die Grippeimpfung kostenlos. Für alle weiteren gesetzlich Versicherten gibt es keine bundesweiten Regelungen und keine Verpflichtung der Krankenkassen, die Kosten zu übernehmen. Es ist regional und kassenabhängig, ob die Impfkosten erstattet werden, so Tanja Hinzmann von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

Die Symptome einer Grippe sind wesentlich schwerer als bei einer Erkältung
Andrey Popov / Shutterstock.com
Grippe-Symptome sind in der Regel schwerer als die einer Erkältung

Wenn Nebenwirkungen auftreten, wann treten sie in der Regel auf?

Es kann innerhalb der ersten 3 Tage nach der Impfung gelegentlich zu Nebenwirkungen kommen. Leichte Rötungen, Schwellung der Einstichstelle oder Allgemeinsymptomen wie Müdigkeit, Fieber und Übelkeit sind mögliche Erscheinungen. Diese Symptome sind aber meist nur von kurzer Dauer, so Glasmacher. Die Befürchtung, durch eine Impfung an einer Grippe zu erkranken, sind unbegründet. Denn der Impfstoff besteht aus Bruchstücken bereits abgetöteter Viren, so dass sich daraus keine Krankheit mehr entwickeln kann. Nur sehr selten trägt man dauerhafte Schäden nach einer Schutzimpfung gegen die Grippe davon.

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Wer unter einer fiebrigen Erkältung mit über 38 Grad Fieber oder einer schweren Infektion leidet, sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt impfen lassen. Wer eine schwere Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffs hat, sollte das vorab mit seinem Arzt besprechen.

Wann ist eine Impfung während einer Schwangerschaft sinnvoll?

Deine Liebste ist schwanger? Das rät die Sprecherin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): "Eine Grippeerkrankung (Influenza) in der Schwangerschaft kann die Gesundheit von Mutter und Kind ernsthaft gefährden. Beispielsweise steigt im Laufe der Schwangerschaft das Risiko für schwere Verläufe der Grippe mit Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung. Zudem erhöht eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft die Gefahr von Wachstumsverzögerungen sowie von Fehl- oder Frühgeburten. Eine Grippeimpfung für Schwangere kann vor diesen Gefahren schützen."

Auch deine schwangere Freundin kann und sollte sich gegen Grippe impfen lassen
George Rudy / Shutterstock.com
Auch deine schwangere Freundin kann und sollte sich gegen Grippe impfen lassen

Da es sich bei den in Deutschland zugelassenen Grippeimpfstoffen für Erwachsene um sogenannte Totimpfstoffe handelt, ist eine Impfung grundsätzlich in jedem Stadium der Schwangerschaft möglich. Für gesunde Schwangere empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel. "Frauen, bei denen aufgrund einer chronischen Grundkrankheit eine Empfehlung zur Grippeimpfung besteht, sollten direkt zu Beginn der Impfsaison im Herbst geimpft werden. Bei ihnen wird eine Impfung bereits ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel empfohlen", so die Expertin.

Wann kann man nach einer Grippeimpfung wieder Sport treiben?

"Es spricht nichts gegen eine leichte körperliche Belastung, zum Beispiel Spazierengehen oder moderates Radfahren nach der Impfung", sagt die Impf-Expertin, "Extreme sportliche Aktivitäten, beispielsweise sportliche Wettkämpfe, sollten unmittelbar nach der Impfung vermieden werden."

Nach einer Impfung sollte man nur moderat Sport treiben
djile / Shutterstock.com
Nach der Grippeimpfung sollte man erst einmal nur moderat Sport treiben

Fazit: 100 % Sicherheit vor Husten und Schnupfen gibt es nicht

Auch mit einer Grippeimpfung bist du nicht völlig vor Husten und Schnupfen sicher. Denn einerseits schützt eine Grippeimpfung nicht vor bakteriell bedingten Erkältungen. Und andererseits kannst du dir Grippeviren einfangen, gegen die das Impfserum nicht immunisiert. Unterm Strich aber lohnt sich der kleine Impf-Piks gegen die Influenza, denn er reduziert das Risiko, an einer echten Grippe mit ihren schweren Krankheits-Symptomen zu erkranken, enorm.

Vor einer Ansteckung mit Grippeviren kann man sich schützen.
Behandlung
Mit diesen Tipps besiegen Sie Husten, Schnupfen und Heiserkeit aus eigener Kraft
Behandlung
Intensiver Sport bei Erkältung kann noch kränker machen
Vorsorge
Health Behandlung Wer viel Zucker isst, riskiert Diabetes Diabetes So senkst du das Risiko, an Diabetes zu erkranken

Diabetes vorbeugen: Die besten Tipps