COVID-19
Alles rund um das Corona-Virus
Das Coronavirus kann gefährliche Lungenentzündungen auslösen Soni's / Shutterstock.com

Coronavirus-Ansteckung vorbeugen So schützt du dich wirksam vor dem Coronavirus

Das Coronavirus hat inzwischen auch Deutschland erreicht. Diese Tipps schützen dich und andere wirklich vor einer Ansteckung mit der gefährlichen Lungenkrankheit. Plus: Was du im Verdachtsfall tun kannst

Das Coronavirus, wissenschaftlich SARS-CoV-2 genannt, breitet sich seit Dezember von China kommend immer weiter aus und hat nun auch Deutschland erreicht. Während ein Krisenstab der Bundesregierung die weiteren Schritte berät, mehren sich die bestätigten Infektionen in Deutschland und anderen Ländern Europas. Folge: Die Angst, sich mit dem gefährlichen, Lungenkrankheiten auslösenden Virus anzustecken, wächst. Ein Run auf Mundschutzmasken und Desinfektionsmittel hat auch in Deutschland begonnen. Doch nicht alles ist so wirksam, wie es scheint. Wir erklären, was dich wirklich vor Ansteckung schützt.

Was ist SARS-CoV-2?

SARS-CoV-2 gehört zur Familie der Coronaviren, benannt nach der zackenförmigen Struktur der Viren, die an eine Krone oder einen Kranz erinnern. Da es mit dem 2002 ausgebrochenen SARS-Virus eng verwandt ist, heißt es Sars-Coronavirus-2. Gelangen Viren in den menschlichen Organismus, können sie verschiedene Krankheiten auslösen, von einer harmlosen Erkältung bis hin zu schweren, potentiell tödlichen Lungenentzündungen. Die durch die SARS-CoV-2 ausgelöste Lungenkrankheit heißt Covid-19: Corona Virus Disease 19 (19 nach dem Jahr des ersten Auftretens 2019).

Tipp: Wenn du unterwegs bist und das Gefühl hast, mit Viren in Kontakt gekommen zu sein, aber keine Gelegenheit hast, dir die Hände zu waschen, kann dich ein Handdesinfektionsmittel vor einer Infektion schützen – übrigens auch vor den "normalen" Grippeviren.

Das Coronavirus hat eine zackenförmige Oberfläche, die an eine Krone erinnert.
Corona Borealis Studio / Shutterstock.com
Das Coronavirus hat eine kranzförmige Oberfläche, daher der Name Corona, dem lateinischen Begriff für Kranz, Krone.

Wie wird das Coronavirus übertragen?

Coronaviren werden nach heutigem Kenntnisstand zuerst von Tier auf Mensch übertragen. Es ist inzwischen sicher, dass das neue Virus auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. SARS-CoV-2 kann durch eine Tröpfcheninfektion übertragen werden, also wenn man zum Beispiel von einem infizierten Menschen angeniest oder angehustet wird. Anzeichen häufen sich, dass eine Ansteckung auch über oral-fokale Schmierinfektion möglich ist. Das kann zum Beispiel passieren, wenn man einen Türgriff anfasst, den eben ein Infizierter betätigt hat.

"Es gibt derzeit keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen auf anderem Weg, etwa über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel oder durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben", so die Information des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), "Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel oder den Kontakt mit trockenen Oberflächen bekannt. Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind allerdings durch Schmierinfektionen denkbar. Aufgrund der relativ geringen Stabilität von Coronaviren in der Umwelt ist dies aber nur in einem kurzen Zeitraum nach der Kontamination wahrscheinlich." (Stand 19.3.2020)

Welche Symptome hat das Covid-19?

Die Symptome ähneln einer Grippe. "Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall", informiert das RKI. In selteneren, schweren Fällen kann es zu Atembeschwerden und Lungenentzündungen führen.

Das Coronavirus kann gefährliche Lungenentzündungen auslösen
joel bubble ben / Shutterstock.com
Das Coronavirus kann lebensgefährliche Lungenentzündungen auslösen.

Das Tückische des Virus ist, dass es ab dem Zeitpunkt der Infektion übertragbar ist, die Inkubationszeit jedoch zwischen 2 bis 14 Tage beträgt. Das heißt, dass es bereits in die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, wie Fieber und Husten, ansteckend ist. Um sich vor Ansteckung zu schützen, muss man also immer achtsam sein, nicht nur in Gegenwart von offensichtlich kranken Menschen.

Was kann ich in einem Verdachtsfall tun?

Erstmal Ruhe bewahren. Wer kürzlich in Risikogebieten unterwegs war oder Kontakt zu Infizierten hatte und jetzt Symptome verspürt, sollte sich an einen Arzt wenden, allerdings nicht in der Sprechstunde aufkreuzen. Am besten anrufen. Einige Ärzte machen Hausbesuche. Sollte der Hausarzt überfordert sein, kann er bestimmt die richtige Ansprechstelle nennen. Bei schweren Symptomen solltest du dich telefonisch bei der Rettungsstelle des nächsten Krankenhauses melden. In Berlin gibt es zudem eine zentrale Hotline (030 34 64 65 100). Diese ist aktuell allerdings rege frequentiert und die Wartezeiten sind mitunter lang. Du kannst dich auch bei dem für dich zuständigen Gesundheitsamt melden. Dieses Tool vom RKI zeigt, wo du anrufen kannst.

Wie kann ich mich wirklich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen?

Jeder ist aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, um aktiv seinen persönlichen Schutz vor Ansteckung zu erhöhen und einer Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Doch Händewaschen und Co. erfüllen ihre Aufgaben nur, wenn sie richtig anwendet werden:

1. Händewaschen: Sich häufig die Hände zu waschen, ist nach Meinung sowohl des RKI als auch der WHO (World Health Organisation) die effektivste Methode, sich vor einer Ansteckung zu schützen. Doch Händewaschen ist nicht gleich Händewaschen. Damit du Viren wirklich von den Händen abwäschst, muss du sie mindesten 30 Sekunden lang säubern und mit der Seife nicht nur die Handflächen, sondern auch die Fingerzwischenräume und den Handrücken gründlich reinigen.

Zum Abtrocknen solltest du keinesfalls ein Handtuch benutzen, an dem sich auch andere die Hände abtrocknen. Feuchte Handtücher sind eine ideale Brutstätte zur Vermehrung von Viren und Bakterien. Feuchte Rückstände auf der Haut übrigens auch. Deshalb gehört zum wirksamen Händewaschen auch das sorgfältige Abtrocknen der Hände und Finger, am besten mit Einmalhandtüchern aus Papier oder unter einem Luftpuster. Anschließend drehst du den Wasserhahn mit dem Papierhandtuch wieder zu und nutzt dieses auch, um beim Herausgehen den Handgriff der Toilettentür zu betätigen.

Regelmäßiges, gründliches Händewaschen hilft am effektivsten vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus
fongbeerredhot / Shutterstock.com
Gründliches, mindestens 30 Sekunden dauerndes Händewaschen gilt zur Zeit als die effektivste Vorbeugung vor der Ansteckung mit dem Coronavirus.

2. Hände weg vom Gesicht: Gewöhne es dir ab, dir mit den Händen ins Gesicht zu fassen. Viren können über den Kontakt der Schleimhäute von Mund, Nase und Augen übertragen werden. So können Coronaviren zum Beispiel auch durch das Reiben der Augen in den Körper gelangen.

3. Desinfektionsmittel: Wenn du unterwegs bist und das Gefühl hast, mit Viren in Kontakt gekommen zu sein, aber keine Gelegenheit hast, dir die Hände zu waschen, kann dich ein Handdesinfektionsmittel vor einer Infektion schützen – übrigens auch vor den Grippeviren. Aber Vorsicht: Nicht jedes bietet auch wirklich Schutz. Lies auf der Verpackung nach, ob es auch gegen Viren und nicht nur gegen Bakterien schützt. Im Falle des Coronavirus ist es wichtig, dass es "begrenzt viruzent" ist. Hintergrund: Coronaviren gehören, wie auch die Grippeviren, zu den "behüllten Viren". Ihre Hüllen machen sie empfindlich und leicht angreifbar — deshalb reichen "begrenzt viruzide" Mittel aus, um sie zu eliminieren.

Aber übertreibe es nicht: Denn Desinfektionsmittel greifen den Säureschutzmantel der Haut an. Zu häufiger Kontakt mit Desinfektionsmitteln machen ihn empfindlich und er kann seine Schutzfunktion verlieren. Ergebnis: Viren haben es leichter, ihn zu überwinden und in den Körper einzudringen.

4. Abstand halten: Zeigt eine Person in deinem Umfeld Krankheitssymptome wie Niesen oder Husten, solltest du einen Mindestabstand von etwa 1 bis 2 Metern halten. Hintergrund: Die Deutsche Gesellschaft für Infektiologie (dgi) geht davon aus, dass man - um sich bei einem Infizierten anzustecken - über einige Zeit Kontakt auf einer Entfernung unter einem Meter haben müsste. Halte also ausreichend Abstand. Auch aufs Händeschütteln sollte man momentan verzichten.

5. Nies- und Husten-Etikette: Du hast als Kind gelernt, beim Niesen die Hand vor den Mund zu halten? Leider gelangen dadurch die Viren auf die Handinnenflächen, wo sie im warm-feuchten Milieu optimale Bedingungen zur Vermehrung finden — und leicht durch Händeschütteln oder Türklinken zum nächsten Opfer gelangen. Deshalb gilt heute: Man niest und hustet in die Armbeuge, und dreht dabei den Oberkörper von anderen Menschen weg. Halte dich selbst daran und weise Menschen mit Erkältungssymptomen darauf hin.

6. Mundschutz: Dass Menschen mit Erkältungs- und Grippesymptomen einen Mundschutz tragen, macht Sinn: Wenn sie unwillkürlich niesen müssen, bewahrt es die Umstehenden vor einer sogenannten Tröpfcheninfektion. In Kliniken helfen Gesichtsmasken, um Patienten vor Keimen zu schützen, die Pflegekräfte oder Besucher übertragen könnten.

Als Gesunder zum Schutz vor Ansteckung einen Mundschutz zu tragen wird dagegen von der WHO nicht empfohlen. Zum einen habe es sich in zahlreichen Studien als sinnlos erwiesen, da sie von Nicht-Fachpersonal meist nicht sachgemäß angewendet und auch nicht häufig genug gewechselt werden, wodurch sie womöglich sogar zu einem Keimreservoir werden können. Zum anderen würden Masken in falscher Sicherheit wiegen und dazu verleiten, zentrale Hygienemaßnahmen wie das regelmäßige Händewaschen zu vernachlässigen.

Ein Mundschutz hilft nur bedingt gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus
Dima Berlin / Shutterstock.com
Wenn man selber krank ist, schützt ein Mundschutz andere vor einer Ansteckung. Umgekehrt gilt ein Mundschutz bei Gesunden als nicht sehr effektiver Ansteckungsschutz.

Wobei Gesichtsmasken allerdings helfen, ist zu vermeiden, sich unbewusst ständig ins Gesicht zu fassen und so mit kontaminierten Händen Mund-, Nasen- oder Augenschleimhäute zu berühren.

Übrigens: Auf der Straße „fliegen“ nicht einfach so infektiöse Konzentrationen von Cornonaviren durch die Luft. Um sich welche einzufangen, muss man schon näher als einen Meter an einem niesenden Menschen stehen.

Wie gefährlich ist Covid-19?

Für gesunde Menschen nicht gefährlicher als eine Grippe. "Todesfälle traten bisher vor allem bei Patienten auf, die älter waren und/oder zuvor an chronischen Grunderkrankungen litten. Derzeit liegt der Anteil der Todesfälle an den labordiagnostisch bestätigten Erkrankungen bei etwa 2 Prozent, es ist aber wahrscheinlich, dass dieser Anteil tatsächlich geringer ist, weil sich die Daten auf hospitalisierte Patienten beziehen", so das RKI, Stand 10.2.2020.

Die WHO hält die Grippe zur Zeit sogar als gefährlicher als das Coronavirus, da SARS-CoV-2 bei etwa 80 Prozent der Infizierten gar keine oder kaum Symptome macht, so dass man gar nicht merkt, dass man erkrankt ist. So scheint es auch bei dem verzweifelt gesuchten Patient 0 in Italien der Fall gewesen zu sein.

Eine Grippeimpfung wird vom Bundesgesundheitsministerium deshalb nach wie vor empfohlen, auch, um die Identifizierung des Coronavirus bei Menschen mit Krankheitssymptomen zu erleichtern.

Fazit: Nicht von Panik anstecken lassen, sondern richtig vorbeugen

Auch wenn dramatische Bilder und Zahlen zum Coronavirus deine Angst vor einer Ansteckung verständlicherweise steigern, lass dich nicht von einer Panik mitreißen. Für gesunde Menschen besteht in den allermeisten Fällen keine Lebensgefahr, zu 80 Prozent bekommst du von der Infektion womöglich gar nichts mit. Aber du kannst sie übertragen und damit andere gefährden. Auch wenn es banal klingt: Um dich und andere zu schützen, ist regelmäßiges, mindestens 30 Sekunden langes Händewaschen die effektivste Vorgehensweise. Trage ein „begrenzt viruzent“ wirksames Desinfektionsmittel bei dir und halte mindesten 1 Meter Abstand zu offensichtlich Kranken. Und verzichte in der Öffentlichkeit, solange du dich gesund fühlst, auf einen Mundschutz, er schürt nur die allgemeine Hysterie.

Erkältungsviren werden meist über die Hände übertragen. Um sich nicht anzustecken, sollten Sie Ihre Hände regelmäßig richtig waschen
Behandlung
Das könnte Sie auch interessieren
Haare selber schneiden: So geht's
Haare
Weltweit sind Forscher auf der Suche nach einem Medikament gegen das neuartige Coronavirus
Behandlung
Corona-Mundschutz: sinnvoll oder nicht?
Vorsorge
8 Tipps, die dich vor dem Corona-Koller bewahren
Mind