Finasterid gegen Haarausfall goodluz / Shutterstock.com

Finasterid: gefährliches Haar-Medikament

Finasterid Dieses Haarausfall-Medikament hat starke Nebenwirkungen

In den Hormonhaushalt eingreifen, um Haarausfall zu stoppen. Das kann doch nicht gesund sein, oder? So gefährlich ist Finasterid

Einige Versprechen machen schon skeptisch, weil sie zu nah an der Erfüllung eines Traums liegen: Eine Tablette mit dem Wirkstoff Finasterid am Tag schlucken und der Haarausfall hört auf. Besser noch: Es wachsen sogar Haare nach. Klingt zu gut, um wahr zu sein.

Einen ganz offensichtlichen Haken hat die Wunderpille nämlich: Du sollst täglich ein Medikament schlucken, das in den Hormonhaushalt eingreift. We bitte? Ja, so haben wir auch reagiert.

Wie du damit zur vollen Haarpracht kommen sollst und ob das überhaupt gesund sein kann? Das wollten wir auch wissen. Deshalb haben wir bei Dr. med. Désirée Hölscher, Hautärztin und Haarexpertin im renommierten Dermatologikum in Hamburg, nachgefragt.

Was ist Finasterid und wie wirkt es?

Der Wirkstoff beeinflusst den männlichen Hormonhaushalt. Aus Testosteron entsteht durch die Einnahme weniger Dihydrotestosteron (DHT). DHT sorgt bei Kindern für die Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane, aber auch für das Wachstum der Körperbehaarung. Später im Leben kann es auch Haarausfall verursachen. "DHT verkürzt die Wachstumsphase der Haare, bis die Follikel, die Wachstumsmotoren für Haare, endgültig absterben. Die Folge: Das Haar lichtet sich", weiß Haarexpertin Dr. Hölscher und ergänzt: "Durch die Einnahme von Finasterid wird die DHT-Produktion blockiert. Der Haarausfall wird gestoppt und die Haardichte kann sich erhöhen", so Dr. Hölscher. Weitere Informationen zu Haarausfall haben wir hier zusammengestellt.

Geduld und Ausdauer sind Voraussetzungen für den Erfolg. Denn bis die Wirkung sichtbar wird, können ein paar Monate vergehen. "Erste positive Effekte sind nach 3 – 6 Monaten zu erwarten. Der Wirkstoff schlägt bei 90 Prozent aller Verwender an". Der große Haken: Das Medikament hat starke Nebenwirkungen. Und gehört deshalb nicht zur ersten Empfehlung von versierten Haarausfallexpert:innen wie Dr. Hölscher.

Welche Nebenwirkungen hat Finasterid?

Finasterid ist verschreibungspflichtig und darf nur nach intensiver Absprache mit einer Ärzt:in eingenommen werden. Diese Nebenwirkungen sind bekannt:

  • Erektionsprobleme
  • Libidoverlust
  • Depressionen mit Suizidgedanken
  • Chronische Schmerzen
  • Schlafprobleme und -mangel
  • Es darf kein Blut gespendet werden

"Seit 2018 gibt es deshalb einen Rote-Hand-Brief für das Medikament. Jeder Patient muss über diese Nebenwirkungen gründlich aufgeklärt werden. Finasterid gehört aufgrund der möglichen bekannten Nebenwirkungen nicht zu meiner ersten Empfehlung. Möchte ein Patient unbedingt Finasterid einnehmen, muss er mit seiner Unterschrift bestätigen, dass er über Nebenwirkungen informiert wurde und diese in Kauf nimmt", so Dr. Désirée Hölscher.

Tipp: Als Alternative ohne schwerwiegende Nebenwirkungen empfiehlt die Haarexpertin die Verwendung von Minoxidil-Präparaten, die äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Der REGAINE Männer Schaum mit 5 Prozent Minoxidil reaktiviert inaktive Haarwurzeln und unterstützt so die Bildung neuer Haare.

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Was passiert, wenn ich Finasterid absetze?

Sobald Finasterid abgesetzt wird, setzt der Haarausfall wieder ein. Ob und wie schnell etwaige Nebenwirkungen zurückgehen, lässt sich schwer pauschalisieren. Manchmal bleiben sie auch nach Absetzen des Medikaments bestehen.

Expert:innen vermuten, dass das Medikament das hormonelle Gleichgewicht und damit die ausgeglichene Stimmung dauerhaft schädigt, was schließlich zu anhaltenden psychischen Problemen führen kann. Auch die erektile Dysfunktion kann über das Ende der Einnahmezeit fortbestehen.

Du solltest gründlich darüber nachdenken, bevor du nur wegen Haarausfalls leichtfertig Pillen schluckst. Die Erfolgsaussichten sind zwar hoch, ebenso aber auch das Risiko anhaltender Nebenwirkungen. Wir finden, Haarausfall ist halb so wild. Es gibt risikoärmere Mittel wie Minoxidil – und Frisuren, mit denen du den Haarausfall kaschieren kannst. Ein paar prominente Beispiele findest du hier.

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