Schweiß gehört zum Sport dazu, den Geruch in den Klamotten will trotzdem keiner haben A. and I. Kruk / Shutterstock.com

Schweißgeruch trotz Waschen Das hilft, wenn die Wäsche müffelt

Obwohl die Wäsche frisch gewaschen ist, müffelt sie nach Schweiß? Das steckt hinter dem Problem stinkender Sportkleidung und so wirst du den Geruch erfolgreich wieder los

Einige deiner Shirts und Sportklamotten müffeln unangenehm nach Schweiß, obwohl du sie gerade frisch gewaschen hast? Das ist nicht nur ungemütlich, sondern vor allem auch ärgerlich, denn gute Sport- und Funktionskleidung ist nicht ganz billig und sollte demnach auch möglichst lange halten. Was also tun, wenn die Wäsche müffelt und unangenehm nach Schweiß riecht, obwohl sie frisch aus der Waschmaschine kommt? Wegwerfen? Bloß nicht! Wir verraten dir, wie du den Geruch wieder los wirst und was du tun kannst, damit deine Wäsche gar nicht erst anfängt zu miefen.

Frischer Schweiß stinkt bekanntlich nicht
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Frischer Schweiß riecht bekanntlich nicht, aber wenn das Sportshirt zu alt ist oder bei zu niedrigen Temperaturen gewaschen wurde, kann es selbst nach dem Waschgang unangenehm müffeln

Woher kommt der Schweißgeruch überhaupt?

Wir alle wissen: Frischer Schweiß stinkt nicht! Er ist eine geruchlose Flüssigkeit, die zum größten Teil aus Wasser und Salz besteht. Schuld am Geruch sind vielmehr die Bakterien: Diese sitzen auf der Haut und es gibt davon weit über 100 verschiedene. Wenn sich diese zum Beispiel im feuchtwarmen Bereich der Achseln vermehren, fangen wir an, unangenehm zu riechen. Beim Schwitzen überträgt sich die Feuchtigkeit zusammen mit dem bereits entstandenen Geruch auf unsere Kleidung und diese beginnt ebenfalls zu stinken.

Nicht alle Klamotten riechen dabei gleich intensiv, weiß Dr. Timo Hammer, Leiter des William-Küster-Instituts für Hygiene, Umwelt und Medizin, Teil der Hohenstein-Institute: "Wie stark ein Textil nach Schweiß riecht, hängt zum einen davon ab, wie viele Schweißgeruchsmoleküle das Textil aufnimmt und zum anderen wie viele dieser Moleküle im Zeitverlauf wieder freigegeben werden und damit als unangenehmer Geruch wahrnehmbar sind."

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Wird Wäsche permanent bei zu niedrigen Temperaturen gewaschen, fängt sie irgendwann an zu stinken
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Dauerhaft niedrige Temperaturen beim Waschgang lassen Sportkleidung irgendwann müffeln

Warum müffelt die Sportkleidung auch noch nach dem Waschen?

Trotz duftender Reinigungsmittel riecht das Trainings-Outfit nach dem Waschen oft nicht besser als vorher. Das Problem: Die meisten Sportklamotten sollte man laut Etikett nicht heißer als 30 oder 40 Grad waschen. Die Folge: "Schweißgeruchsmoleküle können am Textil haften bleiben. Sobald dann wieder Wärme dazukommt, zum Beispiel beim Sport oder während des Bügelns, kann die Kleidung wieder schnell nach Schweiß riechen", erklärt der Experte. Kaltwäschen sind also selten effektiv bei Sportkleidung.

"Rein aus hygienischer Sicht und zur Vermeidung des Geruchs gilt beim Waschen: Je heißer, desto besser", so der Experte. Die Waschempfehlung des Herstellers solltest du aber trotzdem beachten. Tipp: Gönn deiner Kleidung ab und zu eine Heißwäsche – allerdings nicht zu oft, um die Faser zu schonen. Alternative: Beim nächsten Waschgang einfach etwas Zitronensäure oder Essig zum Waschmittel hinzufügen. Die Säure entfernt nämlich die geruchsbildenden Bakterien. 

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Welche Stoffe eigenen sich am besten, um unangenehme Gerüche zu vermeiden? 

"Geruchssubstanzen haften unterschiedlich stark an den verschiedenen Fasertypen und dampfen somit auch unterschiedlich schnell ab", erklärt Experte Hammer.

Kunstfasern wie Polyester

Wichtigste Eigenschaft von Funktionskleidung: den Schweiß effizient vom Körper wegleiten. Hier sprechen die Experten von der sogenannten Kapillarität, einem Effekt, bei dem der Schweiß durch die Poren der Faser nach außen transportiert wird. An der Oberfläche der Kleidung kann er dann verdunsten. Besonders künstliche Stoffe wie Elastan und Polyester verfügen über diese wichtige Eigenschaft. Das Problem: Bei Kunstfasern gelangen auch die Geruchsmoleküle leichter nach außen und dringen bis in unsere Nasen vor.

Merinowolle als Sportkleidung

Alternative auf dem Stoff-Markt: Merinowolle. Der Stoff soll auch nach mehrmaligem Tragen noch angenehm riechen, da die darin enthaltenen Eiweißmoleküle (Kreatin) die Bakterien am Vermehren hindern. Außerdem nimmt Merinowolle den Schweiß schnell auf, die Bakterien haben kaum Zeit, den Schweiß zu zersetzen und bleiben aufgrund der Faserstruktur der Wolle auf der Haut. Das Problem: Merinowolle nimmt sehr viel Schweiß auf, ist daher für sehr intensive Aktivitäten und bei Hitze ungeeignet. Das Shirt ist schnell nass. Besser: Cocona-Faser, die auf Aktivkohle basiert (z.B. aus Kokosnussschlalen hegestellt). Diese soll ähnlich schnell trocken wie Kunstfaser. 

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Mit Silber gegen Schweißgeruch

In einigen Stoffen sind Nano-Silberpartikel enthalten, die Gerüche verhindern sollen. "Silber ist, wenn richtig eingesetzt, wirkungsvoll gegen Bakterien. Das heißt, die Anzahl der Bakterien auf dem Textil wird reduziert, was eine gewisse Zeit auch positiv auf die Geruchsentwicklung wirken kann", erklärt Hammer. Beim Tragen werden Silberionen freigesetzt, die wiederum Bakterien abtöten. Der Effekt hält aber nur eine gewisse Zeit an. Plus: Die Ionen töten alle möglichen Bakterien auf der Haut, was bei sensibler Haut möglicherwiese Probleme bereiten kann. Weitere gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen sind noch unklar, weswegen du im Zweifel besser silberfreie Stoffe nutzen solltest. 

Eine gründliche Körperhygiene hilft, damit Schweißgeruch erst gar nicht entsteht
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Wer frisch in die Sportklamotten schlüpft, schont damit bereits seine Kleidung

Lässt sich Schweißgeruch ganz verhindern?

Jeder Mensch schwitzt beim Sport. Das ist ein Fakt. Dabei schwitzen wir alle unterschiedlich stark – je nach Veranlagung und Lebensgewohnheiten. Ein Wundermittel gegen Schweißgeruch gibt es bisher noch nicht, denn früher oder später vermehren sich die geruchsbildenden Bakterien. Zum Glück lässt sich aber mit einer gründlichen Körperhygiene wirksam vorbeugen. "Man sollte dafür sorgen, dass die Bakterien auf der Haut an den stark schwitzenden Stellen schon vor dem Sport reduziert werden, durch Waschen der Achseln und die Benutzung von Antitranspirantien", rät Hammer.

Damit dauert es länger, bis Schweißgeruch entsteht. Dieser kann sehr unterschiedlich sein. Wie stark der Schweiß riecht, hängt von zahlreichen individuellen Faktoren, wie beispielsweise der Ernährung, ab. Wie gut die Geruchssubstanzen entfernbar sind, liegt an der eigenen "Mischung" – ob es wasser- oder fettlösliche Substanzen sind. Das sei bei jedem Menschen anders. 

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Wann sollte ich meine Sportkleidung wechseln?

Selbst bei teuren Sportklamotten kommt irgendwann der Tag, an dem du dich von ihnen trennen musst. Wenn trotz unserer Tipps und Waschempfehlungen der Gestank (eventuell sogar im Kleiderschrank selbst) nicht weggeht, wird es Zeit das Teil auszusortieren. Damit dieser Tag noch in weiter Ferne liegt, solltest du in Zukunft folgende Tipps beachten:

Finger weg von Feinwaschmittel, wenn es um Sportklamotten geht!
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Finger weg von Feinwaschmittel für deine Sportklamotten!

5 Tipps gegen stinkende Sportklamotten

1. Das richtige Waschmittel nehmen

Verwende auf keinen Fall Feinwaschmittel! Diese verstopfen die feinen Poren des Gewebes der Klamotten, die Atmungsaktivität wird eingeschränkt und Schweiß kann schlechter vom Körper weggeleitet werden. Am besten eignen sich spezielle Waschmittel für Sportkleidung. Diese überdecken die Gerüche intensiver als andere. Hygiene- und Sportwaschmittel binden die Substanzen, töten die Bakterien teilweise sogar ab. Hammer: "Generell gilt: Vollwaschmittel ist besser als Color-Waschmittel, je höher die Temperatur, desto effektiver."  

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2. Direkt nach dem Training lüften und waschen

Kleidung nach jeder Art von Sport am besten sofort waschen, damit unangenehme Gerüche gar nicht erst entstehen können. Keine Zeit? Dann häng die verschwitzten Klamotten an die frische Luft zum Trocknen. Wenn die feuchte Kleidung über längere Zeit herumliegt, kann der Schweiß sich in den Stoffen festsetzen und lässt sich noch schwerer entfernen. Es hilft auch, die Kleidung direkt nach dem Training erst einmal in Wasser einzuweichen und anschließend gut zu trocknen; am besten in der Sonne: "Bei Trockenheit und UV-Strahlung vermehren sich Bakterien schlechter und werden abgetötet", erklärt Hammer.  

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Die Sportschuhe waschen

Wenn auch die Schuhe riechen, ist es Zeit für eine Reinigung. Wasch deine Laufschuhe am besten in einem Wäschebeutel bei 30 Grad. Feinwaschmittel und der niedrigste Schleudergang der Maschine schützen vor Schäden. Stell die Schuhe anschließend nach draußen und stopf sie mit Papier aus.  

Auch die Sporttasche säubern

Leere die Tasche gleich nach dem Training und lass sie am besten kurz auslüften. Den Stoff sollte man einmal im Monat mit mildem Shampoo waschen. Um auch das Innere zu reinigen, dreht man die Tasche auf links und lässt sie anschließend gut trocknen. "Es empfiehlt sich, Sporttaschen zu kaufen, die man in der Waschmaschine waschen kann, am besten bei 60 Grad", so der Experte. In jedem Fall: Im Anschluss an der Luft trocknen lassen, ebenfalls auf links gedreht.

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Beim Training schwitzen Sie überall – auch an den Füßen. Vergessen Sie bei der Wäsche daher nicht Ihre Schuhe!)
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Beim Training schwitzen wir überall – auch an den Füßen. Vergiss daher nicht, die Schuhe regelmäßig zu waschen

3. Die Achseln rasieren

Achselrasur ist Frauensache? Von wegen! Die regelmäßige Haarentfernung trägt dazu bei, dem üblen Geruch entgegenzuwirken. Rasieren schützt zwar nicht vorm Schwitzen, Bakterien können sich aber nicht so leicht vermehren. Denn diese sitzen nicht nur auf der Haut, sondern heften sich auch an die Härchen unter den Achseln. Die Rasur hilft, die Oberfläche und den Nährboden der Keime zu verkleinern und wirkt so dem Geruch effektiv entgegen.

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4. Hin und wieder auf Risiko waschen

Die meisten Bakterien sind auch bei 40 Grad nicht klein zu kriegen. Wasch deine Kleidung ab und zu auf 60 Grad – jedoch nicht zu oft, um die Faser zu schonen. Ausnahme: Kleidung mit Elastan-Anteil sollten nicht zu heiß gewaschen werden, da dies die Fasern zerstören kann.

Hausmittel wie Essig, Gallseife oder Zitronensäure wirken mitunter Wunder beim Waschen
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Hausmittel wie Essig, Gallseife oder Zitronensäure wirken mitunter Wunder beim Waschen

5. Mit Hausmittel gegen Schweißflecken und Gerüche

Gegen lästige Schweißflecken, vor allem auf weißer Kleidung, helfen zum Glück ein paar einfache Hausmittel. Zum Beispiel eine selbst angemischte Essiglauge: Das Mittel ist zwar sehr aggressiv, aber effizient im Kampf gegen die unschönen Ränder. Alternativ eignet sich Zitronensäure. Lass deine Klamotten einfach für eine halbe Stunde in einem 1:4-Mischverhältnis mit Wasser einwirken. Danach wäschst du die Kleidung gründlich in der Maschine. Tipp vom Experten: "Gallseife verwenden, um fettlösliche Geruchsmoleküle, die beim Waschen teilweise schwer zu entfernen sind, loszuwerden."

Übrigens: Das Gefrierfach als Hausmittel gegen Schweißbakterien kannst du dir übrigens sparen. Die Frosttemperaturen töten zwar einige Bakterien, versetzen aber wiederum andere nur in eine Art Winterschlaf. Wird es wieder warm, nehmen diese erneut ihre Arbeit auf. 

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