Wenn draußen die Temperaturen fallen, steht dein Training still? Nicht zwingend. Nordic Walking verbindet Bewegung an der frischen Luft mit messbarem Leistungs-Plus – und trifft damit genau die Winterlücke zwischen "zu wenig" und "zu hart" – besonders bei Kälte, Matsch und kurzen Tagen.
Warum Nordic Walking mehr ist als Gehen
Der entscheidende Unterschied sind die Stöcke: Sie holen Arme, Schultern und Rumpf ins Spiel. Dadurch steigt die Ganzkörperbelastung – ohne dass du sofort sprinten oder dich im Gym durchbeißen musst. Für viele Männer ist genau das der Punkt: Du trainierst ernsthaft, aber alltagstauglich.
Eine randomisierte, kontrollierte Studie von Tschentscher et al., veröffentlicht 2019 im Fachjournal Sports Medicine – Open, untersuchte ältere, zuvor inaktive Erwachsene über 8 Wochen Nordic Walking.Das Ergebnis: Die sogenannte Walking Economy verbesserte sich signifikant – also die Effizienz beim Gehen. Zudem stieg die metabolisch optimale Gehgeschwindigkeit um rund 0,5 km/h.
Effizienter Winter-Cardio mit Funktion
Nordic Walking ist kein reines "Beine-und-Puls"-Programm, sondern ein funktionelles Ausdauertraining für den ganzen Körper. Durch den aktiven Stockeinsatz entstehen funktionelle Bewegungsmuster: stabiler Oberkörper, sauberer Rhythmus, mehr Koordination. Auf rutschigem Untergrund kann das ein Vorteil sein – weil du bewusster gehst und den Oberkörper aktiv führst.
Spannend ist auch der mentale Aspekt: Eine systematischer Review in Frontiers in Aging Neuroscience (2025) berichtet signifikante Verbesserungen der Exekutivfunktion bei älteren Erwachsenen nach Nordic-Walking-Interventionen – stärker als bei anderen Gehformen (Hedges’ g = 0,89).
Zur Exekutivfunktion zählen kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Planung, Entscheidungsfindung und die Fähigkeit, sich flexibel auf neue Situationen einzustellen. Verbesserungen in diesem Bereich gelten als zentral für Selbstständigkeit und mentale Leistungsfähigkeit im Alltag.
Was bedeutet das für dich
Du musst weder Einsteiger noch "Best Ager" sein, um zu profitieren. Der Transfer ist simpel: Mehr Ganzkörperarbeit, bessere Bewegungseffizienz – und eine Ausdauerbasis, von der auch Krafttraining und Laufen profitieren. Gerade wenn Laufen dir bei Kälte zu hart ist oder du im Winter weniger ins Gym kommst, ist Nordic Walking eine starke Zwischenlösung: fordernd genug für Fortschritte, niedrigschwellig genug fürs Dranbleiben.
So startest du mit Nordic Walking
Technik-Check
- Stock aktiv nach hinten drücken (nicht vor dem Körper abstützen)
- Arme bewusst mitschwingen, Griff nur locker führen
- Aufrecht bleiben, Schrittlänge natürlich halten
Frequenz
- 2-3x pro Woche
- 30-45 Min. pro Einheit
- Intensität: so, dass du noch sprechen kannst – aber kein Telefonat mehr führen würdest
Winter-Varianten
- Leichte Anstiege für mehr Herz-Kreislauf-Reiz
- Unebenes Gelände für Stabilität und Koordination
- Intervall-Option: 3 Min. zügig, 2 Min. locker (8-10 Runden)
Ausrüstung und Sicherheit im Winter
- Verstellbare Stöcke mit passenden Schlaufen/Handschuhen
- Rutschfeste Sohlen, bei Glätte optional Spikes
- Sichtbarkeit: Reflektoren oder helle Jacke, besonders in der Dämmerung
FAQ: Nordic Walking im Winter für Männer
Ja, weil die Stöcke den Oberkörper aktivieren und die Ganzkörperbelastung erhöhen. Studien berichten zudem von Verbesserungen der Geheffizienz nach Trainingsprogrammen.
Viele Studien arbeiten mit Zeiträumen um 8 Wochen. Im Alltag merkst du oft früher, dass du länger zügig gehen kannst und dich stabiler fühlst.
Für den Start reichen verstellbare Nordic-Walking-Stöcke mit passenden Schlaufen. Wichtig ist eine Länge, die einen aktiven Armschwung ermöglicht.
Es ersetzt kein Krafttraining, aber es aktiviert Arme, Schultern und Rumpf deutlich stärker als normales Gehen – das ist der "Upgrade"-Effekt.
Kommt auf Ziel, Untergrund und Belastbarkeit an. Nordic Walking ist oft gelenkschonender und bei Kälte leichter durchzuziehen, liefert aber trotzdem einen soliden Ausdauerreiz.





