Barbell Rows richtig machen: Maximale Rückenkraft

Langhantel-Rudern
Barbell Rows richtig machen: Maximale Rückenkraft

Übungen von A–Z
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Langhantelrundern - Übung
Foto: gettyimages/Srdjanns74

Mit der richtigen Technik baust du nicht nur Kraft, sondern auch eine stabile Körpermitte und eine athletische Haltung auf.

Summary

  • Schwierigkeitsgrad: Anfänger bis Profis
  • MET-Wert: 5–7
  • Hauptregion: Rücken
  • Equipment: Langhantel

Was sind Barbell Rows und warum ist Langhantelrudern so effektiv?

Barbell Row ist eine der effektivsten Grundübungen für einen starken Rücken, definierte Arme und eine stabile Körpermitte. Bei dieser Übung ziehst du eine Langhantel aus der Vorbeuge zum Oberkörper und aktivierst dabei gleich mehrere Muskelgruppen gleichzeitig.

Das Besondere: Barbell Rows trainieren nicht nur den Latissimus (breiter Rückenmuskel), sondern auch den Trapez, die Rhomboiden, den Bizeps und die Core-Muskulatur. Durch diese Mehrgelenksbewegung verbessert sich nicht nur deine Kraft, sondern auch deine Haltung und Stabilität.

Diese funktionelle Zugübung ahmt Alltagsbewegungen wie Ziehen, Tragen und Heben nach. Sie ist eine der besten Übungen für den Muskelaufbau im Oberkörper und unverzichtbar für eine ausgeglichene Rückenmuskulatur. Varianten wie Rudern mit Langhantel im Untergriff, der klassische Barbell Bent Over Row oder Übungen an der Langhantel-Ruder-Maschine setzen unterschiedliche Reize, damit du immer weiter Fortschritte machst.

Langhantelrudern ist nicht nur eine starke Rückenübung, sondern ein echtes Multitalent für den gesamten Oberkörper.

Diese Muskeln werden beansprucht

Gymvisual

Beim Langhantelrudern arbeitet dein Oberkörper auf Hochtouren, denn die Übung beansprucht mehrere große Muskelgruppen gleichzeitig:

Primäre Muskelgruppen:

  • Latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel): Hauptmotor für die Zugbewegung.
  • Trapez und Rhomboiden: Stabilisieren die Schulterblätter und sorgen für eine aufrechte Haltung.
  • Bizeps: Unterstützt die Zugbewegung und formt die Arme.

Sekundäre Muskelgruppen:

  • Core-Muskulatur: Bauch und unterer Rücken halten die Position stabil.
  • Schultern (hintere Deltamuskeln): Unterstützen die Bewegung für eine definierte Schulterpartie.
  • Unterarme: Für starken Griff und Kontrolle über die Langhantel.

MET-Wert und Kalorienverbrauch

Langhantelrudern ist nicht nur eine Kraftübung, sondern auch ein ordentlicher Kalorienkiller. Durch den Einsatz mehrerer Muskelgruppen liegt der MET-Wert je nach Intensität bei 5 bis 7.

  • Moderates Rudern (leichtes Gewicht): 60–80 kcal pro 10 Minuten.
  • Intensives Training (schweres Gewicht): bis zu 100 kcal pro 10 Minuten.

Zusätzlich sorgt der Nachbrenneffekt für einen gesteigerten Energieverbrauch nach dem Training.

Funktionale Alltagsvorteile

Das Langhantelrudern stärkt Rücken, Schultern und Core – und macht dich nicht nur im Gym, sondern auch im Alltag stärker. Ob beim Tragen von Einkaufstüten, beim Umzug oder wenn du etwas Schweres vom Boden anhebst: Eine stabile Wirbelsäule und kräftige Rückenmuskulatur helfen dir, diese Bewegungen sicherer und mit weniger Verletzungsrisiko auszuführen.

Auch beim Sport profitierst du von der zusätzlichen Rückenkraft – etwa beim Schwimmen, Rudern oder Kampfsport. Und wer viel am Schreibtisch sitzt, wird die Übung doppelt schätzen: Sie kräftigt die Muskeln zwischen den Schulterblättern, verbessert die Haltung und beugt Verspannungen vor.

Die wichtigsten Trainingseffekte im Überblick:

  • Rücken ganzheitlich aufbauen: Vom Latissimus bis zum Trapez – der gesamte obere Rücken wird aktiviert.
  • Arme definieren: Besonders Bizeps und Unterarme profitieren vom Zugtraining.
  • Kernstabilität trainieren: Der Core hält den Rumpf stabil und schützt die Wirbelsäule.
  • Funktionelle Kraft steigern: Ziehen, Heben und Tragen fallen leichter – im Training und im Alltag.
  • Bessere Performance im Gym: Eine starke Basis für Deadlifts, Klimmzüge und andere Grundübungen.

Mit regelmäßigem Training baust du nicht nur Kraft, sondern auch eine athletische, ausgewogene Figur auf. Langhantelrudern ist dabei vielseitig skalierbar – ideal für Einsteigerinnen und Profis gleichermaßen.

Nachteile beim Langhantelrudern

Das Langhantelrudern ist eine hochwirksame Rückenübung, birgt jedoch einige Risiken, wenn Technik und Haltung nicht stimmen. Einer der häufigsten Fehler ist ein runder Rücken, der durch zu schweres Gewicht oder mangelnde Rumpfspannung entsteht. Dies führt schnell zu Überlastungen im unteren Rücken oder sogar Bandscheibenproblemen.

Auch ein zu weiter Griff oder falscher Zugwinkel können dazu führen, dass die Schultern überbeansprucht werden, während der Latissimus nicht optimal arbeitet. Zudem kommt es häufig vor, dass Athleten aus den Beinen "mitziehen" oder Schwung nutzen, was den Trainingseffekt mindert und die Belastung ungleichmäßig verteilt. Wer bereits Rückenbeschwerden hat, sollte das Rudern daher nur mit moderatem Gewicht und sauberer Technik durchführen.

Die richtige Ausführung

Bei dieser Übung kommt es auf die richtige Technik an, um den Rücken effektiv zu trainieren und Verletzungen zu vermeiden. Befolge diese Schritte für eine saubere Ausführung:

Wichtig zu beachten:

  • Die Bewegung kommt aus der Hüfte, nicht aus dem unteren Rücken.
  • Atmung: Einatmen beim Absenken, ausatmen beim Hochziehen.
  • Kein Überstrecken der Wirbelsäule am oberen Punkt.

Griffvarianten:

  • Obergriff (Overhand Grip): Für maximalen Fokus auf den oberen Rücken.
  • Untergriff (Supinated Grip): Betont Bizeps und unteren Latissimus stärker.
  • Breiter Griff: Mehr Belastung für den oberen Rücken.

Dos und Don'ts

Damit dein Training sicher und effektiv ist, solltest du einige Grundregeln beachten. Die richtige Technik ist entscheidend, um die Rückenmuskulatur optimal zu trainieren und Verletzungen zu vermeiden.

Die häufigsten Fehler und deren Lösung

Beim Barbell Row schleichen sich oft kleine Technikfehler ein, die große Auswirkungen haben können. Einer der häufigsten Fehler ist ein runder Rücken. Dieser entsteht meist, wenn das Gewicht zu schwer ist oder die Körperspannung fehlt. Ein Rundrücken kann die Wirbelsäule belasten und zu Verletzungen führen.

Ein weiterer typischer Fehler ist das Ziehen mit Schwung. Wer die Langhantel ruckartig nach oben reißt, trainiert weniger effektiv und setzt den unteren Rücken enorm unter Druck. Auch ein zu weiter Ellenbogenwinkel ist problematisch, da dadurch der Fokus von den Rückenmuskeln weggeht und die Schulter überlastet wird.

Ebenfalls oft zu sehen: hochgezogene Schultern. Dadurch wird der Nacken unnötig angespannt, was Verspannungen und Schmerzen verursachen kann. Schließlich gehört auch das falsche Atmen zu den Fehlern, die viele im Training machen. Wer während des Ziehens die Luft anhält, riskiert Kreislaufprobleme und verliert an Körperspannung.

Checkliste für Anfänger

  • Rücken gerade halten, kein Rundrü Spannung im Core aufbauen.
  • Hüftbreiter Stand, Knie leicht gebeugt, Gewicht gleichmäßig auf beide Füße verteilen.
  • Oberkörper leicht nach vorne neigen (ca. 45 Grad), Blick nach unten/vorne, nicht in den Nacken.
  • Langhantel eng am Körper führen, Zug endet auf Höhe des Bauchnabels.
  • Bewegung kontrolliert ausführen, kein Schwung, keine ruckartigen Bewegungen.

Varianten für dein Langhantel-Ruder-Training

Diese Art des Rudertrainings lässt sich in verschiedenen Varianten ausführen, um unterschiedliche Muskelreize zu setzen. So bringst du Abwechslung in dein Rückentraining und holst das meiste für deinen Muskelaufbau raus:

  • Klassisches Langhantelrudern im Obergriff: Die Standardausführung für den gesamten Rücken.
  • Langhantelrudern im Untergriff: Verändert den Zugwinkel und bindet den Bizeps sowie den unteren Latissimus stärker ein.
  • Pendlay Row: Hier wird die Langhantel bei jeder Wiederholung auf dem Boden abgelegt. Ideal für maximale Spannung und Explosivität.
  • T-Bar Row: Eine Alternative zum Barbell Row mit neutralem Griff, schont die Handgelenke.
  • Langhantel-Ruder-Maschine: Perfekt für kontrollierte Bewegungen, wenn du keine freie Langhantel verwenden möchtest.
  • Einarmiges Rudern mit Kurzhantel: Gute Langhantelrudern-Alternative für zu Hause oder wenn im Gym kein Platz ist.

Übungen für zu Hause

Du willst lieber zu Hause trainieren? Hier findest du starke Alternativen für das Rudern ohne Gerät:

  • Rudern mit Wasserflaschen oder Rucksack: Greif einen gefüllten Rucksack oder zwei Wasserflaschen und rudere im vorgebeugten Stand.
  • Inverted Rows am Tisch: Unter einen stabilen Tisch legen, Kante greifen und den Oberkörper nach oben ziehen – eine perfekte Körpergewichtsübung.
  • Theraband Rows: Ein Fitnessband um eine Türklinke oder ein Geländer befestigen und Ruderbewegungen ausführen.

Diese Varianten sind nicht nur praktisch, sondern auch effektiv, um die Rückenmuskulatur zu stärken, wenn du keine Langhantel oder Barbell zur Verfügung hast.

Progressionsweg für dein Barbell-Row-Training

Langhantelrudern ist eine komplexe Grundübung, die Technik, Core-Stabilität und Zugkraft erfordert. Deshalb ist es wichtig, mit der richtigen Basis zu starten und die Intensität Schritt für Schritt zu erhöhen. Dieser Progressionsweg hilft dir dabei sicher stärker zu werden, ohne deine Technik zu riskieren.

Level 1 Anfänger (Technik und Kontrolle)

Starte mit einer leeren Langhantel oder sehr leichtem Gewicht.

Fokus: Haltung und Core-Stabilität. Ziehe die Hantel langsam und kontrolliert.

Ziel: 3 Sätze à 12–15 Wiederholungen mit perfekter Form, kein Schwung, Rücken bleibt neutral.

Level 2 Fortgeschritten (mehr Gewicht und Varianten)

Steigere das Gewicht schrittweise, sobald du die Technik sicher beherrschst.

Integriere Varianten wie Untergriff (supiniert) für mehr Bizepsaktivierung oder Pendlay Row für maximale Zugkraft.

Intensität: 3–4 Sätze à 8–12 Wiederholungen. Fokus auf Spannung und kontrollierte Bewegung.

Level 3 Profi (einseitige und explosive Varianten)

Baue einarmiges Langhantelrudern oder Landmine Rows ein, um Core-Stabilität und Symmetrie zu fördern.

Für maximale Power: Explosive Pulls mit kontrolliertem Absenken. Achtung, wirklich nur für Profis geeignet.

Ziel: Hohe Intensität, aber Technik bleibt immer an erster Stelle.

FAQ: Häufige Fragen zum Langhantelrudern (Barbell Row)

Fazit