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Körpersignale Sodbrennen oder Herzinfarkt? So deuten Sie die Symptome richtig

Wissen Sie, worin sich harmloses Sodbrennen von gefährlichen Herzschmerzen unterscheidet? So bekommen Sie es heraus

Nach dem Essen spüren Sie so ein fieses Ziehen im Brustbereich? Ein Drittel aller Männer wissen nicht, ob Sie zu viel gegessen und Sodbrennen haben oder doch unter ernsthaften Herzproblemen leiden – oder sogar ein Anzeichen für einen Herzinfarkt verspüren. Wir erklären Ihnen, wie Sie es mithilfe der Symptome herausfinden.

Wie fühlt sich Sodbrennen an?

Beim Sodbrennen (Reflux) tritt Magensäure in die Speiseröhre über. "Das verursacht brennende, meist auch drückende Schmerzen im Oberbauch, die bis in den Brustkorb aufsteigen können", erklärt Kardiologe Dr. Franz Goss aus München. Die Schmerzen ähneln durchaus denen eines Herzinfarktes. Typisch für Sodbrennen können auch saures Aufstoßen, Heiserkeit oder Husten sein. In der Regel lassen die Reflux-Symptome jedoch nach, wenn man sich aufrecht hinsetzt.

Welche Symptome hat ein Herzinfarkt?

Diese Symptome deuten auf ernsthafte, akute Herzprobleme hin:

  • Extreme Schmerzen im Brustkorb, die sich von der Lagerung des Körpers nicht beeinflussen lassen. Oft strahlt der Schmerz bis in den linken Arm, den Oberbauch, zwischen die Schulterblätter sowie in die Kieferwinkel aus.
  • Ein überwältigendes Enge- bzw. Druckgefühl auf dem Brustbein
  • Heftiges Brennen in der Brustmitte
  • Übelkeit, Erbrechen und Atemnot
  • Kalter Schweiß und eine tiefblasse Hautfarbe.

Treten diese Symptome auf, sofort zum Kardiologen oder im Zweifel lieber den Notruf (112) wählen! "Ein Arzt kann schnell durch ein EKG oder andere detaillierte Labortests prüfen, ob ein akuter Herzinfarkt vorliegt oder nicht", sagt Goss.

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Herzschmerzen treten oft frühmorgens auf
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Herzschmerzen treten oft frühmorgens auf, Sodbrennen meist nach üppigen Mahlzeiten

Wann treten die Symptome meistens auf?

Sodbrennen-Symptome spüren Sie meist im Liegen. Ein weiteres Indiz für Reflux statt Herzinfarkt: Der Schmerz hält lange an (bis zu 2 Stunden) und tritt gehäuft nach Alkohol- und Nikotinkonsum sowie üppigen und fettreichen Mahlzeiten auf.

Die Beschwerden eines typischen Herzinfarktes dagegen können bei Alltäglichem auftreten – beim Treppensteigen oder nach dem Essen zum Beispiel. Trügerisch ist eine schnelle Besserung nach einer Belastung. Herzschmerzen dauern 5 bis 10 Minuten, treten belastungsunabhängig oft frühmorgens auf.

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Was geschieht bei Sodbrennen und Herzinfarkt schlimmstenfalls?

Durch Sodbrennen kann es in Ausnahmefällen zu blutenden Magengeschwüren kommen. "Bei pechschwarzem Blut im Stuhl müssen Sie sofort einen Magen-Darm-Spezialisten aufsuchen", warnt Goss. Eine Magenspiegelung lokalisiert dort die Blutungsquelle. Wer dauerhaft darunter leidet, läuft zudem Gefahr, eine Speiseröhren- oder Magenschleimhautentzündung, schlimmstenfalls sogar Magenkrebs zu entwickeln. Deshalb sollte man häufig auftretendes Sodbrennen nicht ignorieren, sondern einen Arzt aufsuchen.

Bei einem Herzinfarkt kommt es zu einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße. Das kann zu von Herzrhythmus-Störungen über chronische Herzschwäche bis hin zum plötzlichen Tod führen.

Was hilft bei Sodbrennen am besten?

Säureblocker wirken bei akutem Sodbrennen meist binnen 20 bis 30 Minuten. Chronisch Kranke nehmen oft magensaftresistente Kapseln (etwa Omeprazol). Bei häufigen Beschwerden sollten Sie unbedingt eine Magenspiegelung machen lassen.

Vorbeugend sollten Sie nur kleine Portionen essen – nicht zu fettig, nicht zu süß. Dazu täglich 2 bis 3 Liter Wasser, Kräutertee, milde Apfelschorle. Getränke und Speisen nicht zu heiß und nicht zu kalt verzehren. Alkohol nur in Maßen, auf Zigaretten sollten Sie ganz verzichten.

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Wie beuge ich einen Herzinfarkt vor?

Ernähren Sie sich gesund, vermeiden Sie Übergewicht, rauchen Sie nicht und trinken Sie auch nur in Maßen Alkohol. Ausdauersport stärkt das Herz, baut Stress und Übergewicht ab und senkt den Blutdruck, das hilft, die Gefahr eines Herzinfarkts zu reduzieren. Wenn Sie vom Arzt wissen, dass Sie gefährdet sind, sollten Sie sportliche Belastungen jedoch vorher mit Ihrem Arzt abklären. Lassen Sie sich regelmäßig alle 2 bis 3 Monate untersuchen, um abzuklären, ob (und in welchem Maße) Sie doch Sport machen dürfen.

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Bei Männern gehört der Herzinfarkt immer noch zu den häufigsten Todesursachen. Auch wenn Sie jetzt Sodbrennen und Herzinfarkt klar unterscheiden können, sollten Sie im Zweifelsfall immer einen Notarzt rufen.

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