Infektionsrisiko Rasur: 6 fiese Folgen, die Ihnen nach dem Rasieren drohen

Eingewachsene Haare können sich schnell entzünden und zu Furunkeln, Abszessen und Wundrosen führen
So schön glatte Haut auch ist, kann sie doch ziemlich fiese und gesundheitsgefährdende Auswirkungen haben

Was kann schon bei der Rasur passieren? Eine ganze Menge! Wenn Sie nicht aufpassen, werden Sie schnell Opfer von fiesen Infektionen

Das schöne glatte Gefühl nach einer Rasur – wer liebt es nicht? Doch die Wenigsten wissen, dass die Rasur, egal ob im Gesicht oder im Intimbereich, ziemlich fiese und unangenehme Folgen mit sich bringen kann. Welche das sind und was Sie tun können, um Infektionen und andere schmerzhaften Angelegenheiten zu vermeiden, erfahren Sie hier.

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1. Häufiges Rasieren fördert eingewachsene Haare

Bei eingewachsenen Haaren handelt es sich um Haare, die nicht an der Oberfläche wachsen, sondern die unter der Haut einwachsen. Eingewachsene Haare entstehen, wenn abgestorbene Hautschüppchen den Haarkanal verstopfen und das neu wachsende Haar nicht durch die Haut sprießen kann. "Dies kann beim Rasieren durch das abgeschnittene Haar noch leichter passieren, da das gekürzte Haar "scharfkantiger" nachwächst", schildert Monika Matei, Haarentfernungsexpertin bei Senzera, dem Marktführer im Bereich professioneller Haarentfernung mit Waxing und Sugaring.

Besonders häufig sind eingewachsene Haare im Intimbereich, da sich die krausen Schamhaare einkringeln und mit der scharfen Kante wieder in die Haut eindringen und dort weiterwachsen.

Eine der häufigsten Folgen der Rasur sind eingewachsene Haare, die zu Entzündungen führen
Eine der häufigsten Folgen der Rasur sind eingewachsene Haare, die zu Entzündungen führen

Was kann ich gegen eingewachsene Haare tun?

Bei eingewachsenen Haaren gilt grundsätzlich: Vorsorge ist besser als Nachsorge. "Vorbeugen können Sie zum Beispiel, indem Sie die Haut regelmäßig peelen. Ein Peeling trägt sanft abgestorbene Hautschüppchen ab, so können die Haare leichter aus der Haut wachsen", sagt Expertin Matei. Hat sich ein Haar doch mal unter der Hautoberfläche verirrt, sollten Sie Ihren Hausarzt oder Dermatologen aufsuchen, insbesondere, wenn die Stelle sich entzündet, schmerzt, anschwillt oder sich ein roter Rand um das Haar bildet.

Herumdoktern und das Haar mit spitzen Gegenständen hervorholen sollten Sie grundsätzlich vermeiden. Hierbei können Entzündungen entstehen und unschöne Narben zurückbleiben. Und: Ein guter Rasierer mit scharfen Klingen minimiert das Risiko von eingewachsenen Haaren.

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2. Eingewachsene Haare können sich zu Furunkeln, Abszessen und Wundrosen entwickeln

"Eingewachsene Haare alleine sind noch nicht schlimm. Gelangen aber zusätzlich zum Haar Bakterien in die Haut, kann es hier schnell zu Furunkeln, Entzündungen mit Eiterpickelchen, oder gar großen Entzündungen mehrerer Haarwurzeln und Abszessbildung kommen. Spätestens jetzt sollte der Weg zum Arzt führen.", rät Dr. med. Susanne Steinkraus. "Auch Wundrosen können hierdurch entstehen. Sie beginnen mit einer Überwärmung, Schwellung und Rötung, können unbehandelt auch zu schweren systemischen Infektionen führen und sollten unbedingt ärztlich behandelt werden." Zum Verständnis: Bei einer Wundrose versucht der Körper mittels Entzündungen die Bakterien zurück zu drängen. Wird eine Wundrose nicht rechtzeitig behandelt, kann das unter anderem zu Nieren- und Herzinnenwandentzündungen führen, sowie zu einer Entzündung der Hirnhaut.

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Was können Sie gegen Entzündungen tun?

Sollte sich die Haut bereits entzündet haben, gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt! Vermeiden Sie unbedingt, an der gereizten Stelle herumzufummeln. Das sorgt nur für eine Verschlimmerung der Entzündung. Damit es gar nicht erst soweit kommt, gelten die Vorbeuge-Tipps für eingewachsene Haare: Peelen Sie regelmäßig die rasierten Stellen, damit die Haare nicht einwachsen. Auch Aftershave Lotionen sind hilfreich, denn sie vermeiden, dass Bakterien in die Haut eindringen.

3. Rasieren erhöht die Gefahr für Pilzerkrankungen

Pilze gibt's nicht nur zwischen den Zehen. Sie können es sich an vielen Stellen am Körper gemütlich machen. Häufig werden Sie erst spät entdeckt und ziehen so unschöne Folgen mit sich. Besonders ungünstig ist es, wenn Sie über die erkrankte Haut rasieren. Denn durch kleine Hautverletzungen kann der Pilz in den Körper eindringen.

Was viele nicht wissen: Sogar im Gesicht kann Sie eine Pilzinfektion treffen. Wenn die Wangen oder der Bereich um den Mund juckt und sich kreisrunde, schuppige Flecken bilden, könnten Sie an Tinea Barbae erkrankt sein, der sogenannten Bartflechte. "Das ist eine Pilzinfektion, die in der Regel mit Antimykotika behandelt wird", erklärt Hautarzt Dr. Thomas Meyer vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Die Bezeichnung Bartflechte ist übrigens leicht irreführend, weil die Infektion auch ohne Bart entstehen kann. Der Name erklärt sich, weil nur Männer daran erkranken können.

Wie entsteht eine Pilzinfektion?

Die Infektion erfolgt meist über Hautkontakt, wobei der Pilz erst einmal einen Weg durch die natürliche Hautflora finden muss – nach der Rasur geht das aber flott. Eine Bartflechte ist in ländlichen Gegenden häufiger, besonders nach Kontakt mit einem infizierten Tier. Dann reicht es schon, wenn Sie sich am Kinn kratzen. Die Erkrankung kann aber auch durch infizierte Rasierklingen, Bürsten oder Handtücher übertragen werden. Vor allem, wenn Sie gemeinschaftlich benutzt werden (was Sie ohnehin nicht tun sollten).

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Der Bart hört einfach nicht auf zu jucken? Sie könnten unter der Bartflechte leiden, einer fiesen Pilzinfektion
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Was muss ich bei einer Pilzinfektion beachten?

Bei einer Infektion ist es wichtig, dass Sie sich trotz des Juckreizes nicht kratzen. Sonst verteilen Sie im schlimmsten Fall den Pilz. Bleibt die Infektion unbehandelt, werden sich bärtige Männer ärgern: Dann können nämlich permanent haarlose Narben entstehen.

Zur Behandlung können neben Antimykotika auch Cremes und Lotionen mit antibakterieller Wirkung angewendet werden – sprechen Sie sich dafür mit Ihrem Hautarzt ab. "Bei chronischen Infektionen lohnt sich ein Wechsel zwischen Trocken- und Nassrasur. Das sind jeweils andere Reize auf der Haut, die eine Besserung der Erkrankungen bewirken können", rät Dr. Meyer.

4. Tetanus durch rostige Rasierklingen

Wenn Sie an Tetanus denken, fällt Ihnen wahrscheinlich als erstes ein rostiger Nagel im Fuß ein. Doch auch eine rostige Rasierklinge kann die tödliche bakterielle Infektion auslösen, wenn Sie sich damit schneiden.

Wie können Sie Tetanus vorbeugen?

Sofort weg mit alten Klingen, die schon Rost ansetzen! Nach jeder Rasur sollten Sie die Klingen gut mit heißem Wasser ausspülen und ab und an auch desinfizieren. Rasierer sind nämlich echte Bakterienherde. Und nicht vergessen: Eine Tetanus-Impfung sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden – so schützen Sie sich am besten.

5. Rasieren kann zu Impetigo führen

Bei Impetigo handelt es sich um eine oberflächliche Hautinfektion, die durch Streptokokken ausgelöst wird und nässende Blasen verursacht. Trocknet die Flüssigkeit, entstehen gelbe oder honigfarbene Krusten. Neben einem unangenehmen Jucken kann die Hautkrankheit sogar schmerzhaft sein. Und Impetigo ist vor allem eins: hoch ansteckend.

Was kann ich gegen Impetigo tun?

Bei Impetigo sollten Sie schnell zum Arzt gehen und mit einer Antibiotikum-Behandlung beginnen. Dann heilt die Infektion in der Regel ohne Komplikation und Narben ab. Auf gar keinen Fall sollten Sie sich rasieren, wenn Sie schon einen Entzündungsherd im Gesicht haben. "Durch die Rasur verteilt sich die Krankheit über das ganze Gesicht", warnt Dr. Thomas Meyer. Auch Kratzen deshalb tabu. Genau wie enger Körperkontakt mit anderen Menschen.

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6. Die Intimrasur erhöht das Ansteckungsrisiko mit Geschlechtskrankheiten

Auch wenn sich die Entfernung der Intimbehaarung positiv auf die Hygiene auswirken kann, könnte die Rasur der Intimbehaarung die Gefahr erhöhen sich mit Geschlechtskrankheiten anzustecken. "Jede kleine oder große Verletzung kann als Eintrittspforte für Krankheitserreger dienen", erklärt Dr. Susanne Steinkraus. Da wundert es nicht, dass eine Studie der University of California in San Francisco 2016 belegt, dass das Risiko für Clamydien, Tripper, HIV, Herpes, Syphilis und Genital- oder Dellwarzen bei Menschen höher ist, die häufig Ihre Schamhaare entfernen. 

Auch das Risiko, an Papillomviren zu erkranken, ist erhöht. Papillomviren können bei Männern Genitalkrebs, unter anderem Penis- und Analkrebs auslösen. "Herpes kann zwar durch die Rasur allein nicht ausgelöst werden, jedoch durch Hautirritationen provoziert werden", erklärt Dr. Thomas Meyer. Im Genitalbereich sollten Sie deshalb besonders vorsichtig sein, wenn Sie sich rasieren wollen.

Wie können Sie Geschlechtskrankheiten vorbeugen?

Eine saubere und sichere Rasur sind das A und O, um Geschlechtskrankheiten vorzubeugen. Passen Sie bei der Rasur auf, damit keine kleinen Schnittverletzungen entstehen, durch die Krankheitserreger eindringen können. Dann ist laut Dr. Steinkraus auch nichts gegen die Intimrasur einzuwenden. Dennoch sollten Sie ein Kondom benutzen. Denn nur die schützen Sie vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie HIV, Syphilis, Tripper, Hepatitis B und C. 

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Die Rasur im Intimbereich erhöht das Risiko sich sexuell übertragbare Krankheiten einzufangen
Die Rasur im Intimbereich erhöht das Risiko, sich sexuell übertragbare Krankheiten einzufangen

Das sollten Sie bei jeder Rasur beachten

Damit bei der Rasur nichts schief geht, sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten. So können Sie kleinen Schnittwunden und eingewachsenen Haare vorbeugen.

  • Frische Rasierklingen: "Spätestens, wenn Sie ein Ziehen oder Reißen spüren, wird es höchste Zeit, die Klinge zu wechseln. Denn stumpfe Klingen reizen die Haut durch zusätzliche Reibung. Zudem müssen Sie mit einer stumpfen Klinge häufiger über die gleiche Stelle rasieren um alle Haare zu erwischen. Oft drückt man dabei automatisch auch fester auf. All dies sorgt für unnötige Hautreizungen", erklärt Dr.  Kristina Vanoosthuyze, Scientific Communications bei Gillette Innovation Center, Reading.
  • Lange Haare zuerst trimmen: Wenn Sie sich nicht regelmäßig rasieren, sollten Sie die langen Haare zunächst mit einem Trimmer entfernen. So verhindern Sie, dass der Rasierer verstopft, wodurch Sie stärker aufdrücken würden und sich wohlmöglich schneiden könnten.
  • Benutzen Sie Rasiergel oder -schaum: Beides macht das Haar weicher, wodurch es leichter rasiert werden kann. Außerdem gleiten die Klingen über die Haut, wodurch Sie sich nicht so leicht schneiden.
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  • In Wuchsrichtung rasieren: Sie sollten immer in Haarwuchsrichtung rasieren, niemals gegen den Strich. Das verhindert Hautreizungen.
  • Haut straffen: "Achten Sie beim Rasieren besonders darauf, Ihre Haut bei jedem einzelnen Zug ein wenig zu straffen. So verhindern Sie, dass die Haut zwischen die Klingen gerät, was zu schmerzhaften Schnitten führt. Gleiten Sie dann mit sanften Zügen über die Haut", rät Dr. Kristina Vanoosthuyze.
  • Tragen Sie eine Aftershave-Lotion auf: "Spülen Sie die Haut nach dem Rasieren mit kaltem Wasser ab. Das kühlt, beruhigt die Haut und schließt die Gefäße, was zu weniger Rötungen und Pickelchen führt. Ein After-Shave-Produkt beruhigt zusätzlich", verrät Dr. Kristina Vanoosthuyze. Gut helfen Lotionen mit Fruchtsäuren oder einem Antiseptikum, wie es beispielsweise in der Lotion Against Ingrown Hair von Senzera enthalten ist.

Die Rasur ist nicht so harmlos, wie Sie vielleicht dachten. Da, wo Sie die Haut verletzen, bieten Sie Bakterien und Pilzen eine Angriffsfläche. Mit einer sauberen Rasur und einer angemessenen Pflege, können Sie die fiesen Nebeneffekte und Auswirkungen der Rasur jedoch reduzieren.