Graue Haare: Das hilft bei grauen Haaren

Gepflegte graue Haare können Sie mit Stolz tragen
Klar können Sie graue Haare färben. Pflegen Sie Ihren Schopf jedoch ordentlich, können Sie die helle Pracht durchaus mit Stolz tragen

Wir erklären, wie graue Haare entstehen, welche Mittel es dagegen gibt und wie Sie trotz weißer Haare attraktiv wirken

Warum bekommen Männer graue Haare?

Aus dem gleichen Grund wie Frauen: Unsere Haare wachsen aus Haarwurzeln, in denen sich Zellen befinden, die für die Farbe unserer Haare verantwortlich sind. Im Fachjargon heißen diese Zellen Melanozyten, die Farbpigmente Melanin.

Sobald die Haare an der Kopfhautoberfläche sichtbar werden, sind sie pigmentierte Hornfäden. Sie zeigen die Information, die sie in der Zelle mitbekommen haben: zum Beispiel blonde Locken. Die Farbe und Struktur verändert sich jetzt nicht mehr. Denn sobald sie sichtbar werden, sind Haare quasi tote Materie, die keine Informationen aus der Wurzel mehr bekommen kann.

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Aber warum wachsen mir dann plötzlich graue Haare?

Verwirrt? Verständlich! Deshalb holen wir jetzt noch weiter aus: Um den Haarfarbstoff Melanin produzieren zu können, braucht der Körper die Aminosäure Tyrosin. Ist davon nicht ausreichend vorhanden, wird in der Zelle kein Melanin mehr gebildet. Bei der Haarproduktion wird es dann durch Leerräume, so genannte "Vakuolen", ersetzt. "Fehlt das Melanin, wächst das Haar farblos beziehungsweise weiß nach", erklärt Dr. Frank-Matthias Schaart, Dermatologe und Haarexperte aus Hamburg.

Graue Haare sind also in der Regel eine optische Täuschung: Durch die Kombination von weißen, farblosen und noch pigmentierten, dunklen Haaren wirken die Haare insgesamt grau.


Sind graue Haare mit 20 oder 30 normal?

Keine Sorge, dass im Laufe des Lebens immer mehr Haare grau nachwachsen, ist ein natürlicher, genetisch festgelegter Prozess. Die Melanin-Produktion in den Haarwurzeln verlangsamt sich, bis der Körper sie irgendwann ganz einstellt. Wann es soweit ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Gene, Ernährung, Lebensstil etwa. Wann die ersten weißen Haare hervorblitzen, ist daher bei jedem anders. Bei Mitteleuropäern beginnt das in der Regel mit Mitte 30, bei Afrikanern und Asiaten deutlich später. Manche Menschen bekommen aber auch schon graue Haare mit 20 oder 25. Das ist genauso normal, wie graue Haare mit 50 oder 60 zu bekommen.

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Wieso verursacht Stress graue Haare?

Dass Ihnen durch eine Stress-Phase im Job plötzlich ein graues Haar wächst, ist reichlich unwahrscheinlich. Aber: "Stress kann ein Auslöser für Haarausfall und damit eben doch für frühzeitiges Ergrauen der Haare sein", erklärt Haarexperte Schaart. Wieso? "Wenn sich Abbauprodukte von Stresshormonen im Körper ansammeln, können sie einen hormonell bedingten Haarausfall auslösen. Da dunkle Haare weniger fest in der Haarwurzel verankert sind als unpigmentierte, fallen dunkle Haare bei anhaltendem Stress schneller aus, zurück bleiben die grauen Haare."


Kann ich graue Haare mit der richtigen Ernährung verhindern?

Mangelnde Ernährung beziehungsweise Übersäuerung stehen im Verdacht, durch Nährstoffmangel Auslöser fürs Ergrauen zu sein. "Allerdings gibt es keine Studie, die belegt, dass ein bestimmtes Nahrungsmittel graue Haare verhindern kann", sagt Dermatologe Schaart. Da aber pigmentierte Haare aus medizinisch noch ungeklärter Ursache weniger fest in den Haarwurzeln verankert sind,  kann eine gesunde Ernährung und Lebensweise, die generell die Körperzellen schützt, dazu beitragen, das diese länger auf dem Kopf verbleiben.

Die Empfehlungen: Obst, Gemüse und Proteine liefern dem Körper reichlich Nährstoffe, während Kaffee, Alkohol und Zucker Säurebilder und Nährstoffräuber sind. Und: "Über die Ernährung zusätzlich Tyrosin aufzunehmen, um das Ergrauen der Haare zu verhindern oder hinauszuzögern, hat sich als wirkungslos erwiesen", sagt Dermatologe Schaart.

Was kann ich tun gegen graue Haare? 

Welches Mittel das richtige ist, hängt vom Stadium des Ergrauens ab. Sind es nur ein paar Härchen oder ist schon der ganze Kopf weiß? Das hilft:

1. Stadium: Hier und da ein graues Haar

In Ihrem ansonsten kräftigen Haar sprießen ein paar graue Strähnchen? Das kann viele Gründe haben: Alter, Stress, Ernährung und Ähnliches. Prüfen Sie, ob und was sich bei Ihnen verändert hat, und stellen Sie es wenn möglich ab – vielleicht wachsen dann wieder dunkle Haare nach. Anti-Grau-Shampoos versprechen, dass sich bei regelmäßigem Gebrauch Farbpigmente gezielt in den für die weiße Farbe verantwortlichen Leerräumen anlagern können, um die dort fehlenden Farbpigmente zu ersetzen (etwa Alpecin Tuning Braun Shampoo). "Ihr Haar erhält dadurch seinen natürlichen Farbton zurück", erklärt Rudolf Reisbeck, Vizepräsident des Zentralverbandes des deutschen Friseurhandwerks.

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2. Stadium: Graue Schläfen und erste weiße Barthaare

Die Vorstufe zum vollständigen Ergrauen sehen Sie zuerst an Schläfen und Bart, wo die Haare eine kürzere Lebensdauer haben. In diesem Stadium ist die Produktion des Farbpigmentes Melanin bereits gedrosselt. Tipp: Möchten Sie das Ergrauen tarnen, hilft ein Produkt zur Repigmentierung (zum Beispiel Re-Nature von Schwarzkopf), das Sie alle 6 bis 8 Wochen in das Haar massieren. Dabei wird tief in die Haarwurzeln eine Vorstufe der Farbpigmente eingeführt, wo sich diese dann entwickeln. Reisbeck: "Das Gute an einer Repigmentierung ist, dass die Farbveränderungen nicht so plötzlich passieren, weil das Haar seinen natürlichen Farbton erst nach ein paar Tagen zurückbekommt." Sie sehen also nicht schlagartig "gefärbt" aus.

3. Stadium: Voll und ganz grau

Sie sind bereits komplett grau? Dann fehlt Ihnen die Möglichkeit, Melanin zu bilden. Nachwachsende Haare sind weiß beziehungsweise farblos. Verstärkend kommt hinzu, dass Sie keine dunkleren Haare mehr haben, die den Effekt optisch abschwächen. Sie haben jetzt 2 Möglichkeiten: 1.) Die grauen Haare tönen oder färben. Oder aber 2.) Das graue Haar einfach mit Stolz tragen und dafür sorgen, dass es gepflegt aussieht.

Was muss ich beachten, wenn ich graue Haare färben will?

Friseure können Männern helfen, ganz gleich, in welchem Stadium des Ergrauens sie sich befinden. Aber Vorsicht: Gefärbte Haare sehen schnell unnatürlich aus – vor allem, wenn sie am Tag vorher noch komplett grau waren. "Männer kommen deshalb selten mit dem Wunsch in den Salon, die Haare zu färben, da sie Angst haben, dass es zu künstlich wirkt", sagt Friseur Markus Salm. "Ich würde graue Haare niemals färben, sondern tönen, da es die weißen Haare nicht komplett abdeckt, sondern hier und da noch leicht durchschienen lässt. Das wirkt viel natürlicher!" Eine gute Alternative ist es ergraute Stellen mit Kammsträhnen im Naturton zu kaschieren. Dabei kämmt der Friseur die Haarfarbe gezielt in weißen Haarpartien, lässt aber ein paar Härchen aus, damit die Farbe am Ende nicht helmartig wirkt.

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Tipp: Am besten, Sie lassen sich vom Friseur bei der Farbwahl beraten. Zu dunkle Haare lassen Männer älter erscheinen, als sie sind. Deshalb immer lieber einen Ton zu hell als zu dunkel wählen. Auch fallen verbliebene und nachwachsende graue Haare dadurch weniger auf. Da die Farbe nach und nach bei jeder Haarwäsche schwächer wird. Nachfärben sollten Sie am besten immer dann, wenn Sie ohnehin zum Haareschneiden gehen.

Übrigens kann man auch graue Bärte tönen. "Die meisten grauen Bärte sehen in der Regel cool aus", sagt Markus Salm, "Jedoch kann man bei einigen partiell mit einer Tönung nachhelfen. Auch hier gilt: Leichte Transparenz erhöht die Natürlichkeit."

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Was hilft gegen einen Gelbstich in grauen Haaren?

Sie haben sich entschieden, zu Ihrem grauen Haar zu stehen? Sie befinden sich in bester Gesellschaft: Ryan Reynolds, Ben Affleck und Bastian Schweinsteiger machen vor, wie attraktiv dieser Look sein kann. Wenn er richtig gepflegt ist. Denn weiße Haare sind empfindlicher als dunkle. So können sie sich gegen UV-Licht mangels Melanin nicht gut schützen. Chlor, Nikotin oder Autoabgase lagern sich in ihnen sichtbarer an. Folge: Das Haar bekommt einen Gelbstich.

Dagegen hilft ein Silbershampoo. Es enthält violette Pigmente. Im Farbkreis steht Lila gegenüber von Gelb. Heißt: Nach dem Komplementärfarbenprinzip neutralisieren sich die beiden Töne. Das Ergebnis sind silbrig-graue Haare. Lassen Sie das Shampoo für einen intensiven Effekt am besten 1-2 Minuten einwirken, während Sie Ihren restlichen Körper mit Duschgel einschäumen und es abduschen. Danach sollten Sie Ihre Haare schleunigst ausspülen. Denn bleibt Silbershampoo zu lange auf dem Kopf, bekommen die Haare einen Lila-Stich. Den kennen Sie bestimmt von älteren Damen.

Das ist Ihnen zu heikel? Dann können Sie beim Friseur eine Silber-Tönung machen lassen, die etwa 4 Wochen hält. Beim Nachschneiden können Sie den kühlen Glanz dann wieder auffrischen lassen.

Kann ich graue Haare einfach zupfen?

Im Volksmund heißt es: "Wenn man ein graues Haar zupft, wachsen zwei neue". Völliger Blödsinn! "Man verliert den Kampf gegen die grauen Haare", sagt Star-Friseur Manfred Kraft. "Das ist nun mal der Lauf der Dinge. Je älter man wird, desto mehr graue Haare bekommt man. Deshalb erscheint es vielleicht so, als würde man nach dem ersten ausgerissenen Haar viele weitere graue Haare bekommen." Auch wenn Sie das Ergrauen dadurch nicht beschleunigen, sollten Sie weiße Haare nicht zupfen. Denn das schädigt auf Dauer die Haarwurzeln und kann dazu führen, dass ursprünglich glatte Haare plötzlich krisselig und drahtig sprießen oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr nachwachsen. Und dann haben Sie doch lieber graue, als gar keine Haare – oder?

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Welche Haarschnitte passen zu grauen Haaren?

Starfriseur Tobias Tröndle aus Frankfurt findet, dass graue Haare Männer interessanter machen. Tendenziell rät er bei grauen Haaren zu kurzen, präzisen Haarschnitten à la George Clooney, David Beckham oder Ben Affleck. "Längere Haare wirken oft trocken, spröde und lassen sich nur schlecht stylen. Sie benötigen intensive Pflege und viel Feuchtigkeit. Es gibt nur wenige Ausnahmen wie zum Beispiel das Haar von Colin Farrell", so der Experte.

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Fazit: Machen Sie graue Haare zu Ihrem Vorzug statt zum Makel

"Ich beobachte, dass die heutigen Männer selbstbewusst sind und kein Problem damit haben, graue Haare zu bekommen", sagt Trendfriseur Tröndle. Es gibt so viele Möglichkeiten, mit leichten Tönungen, einem guten Schnitt und passender Pflege ein attraktives Grau zu kreieren, so dass der Farbverlust bei Männern zum Imagegewinn wird.

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