Die 5 wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen für Männer

An Vorsorgeuntersuchungen sollten Männer jeden Alters teilnehmen
Auch wenn Sie sich top gesund fühlen: Vorsorgeuntersuchungen sollte jeder Mann wahrnehmen

Sie treiben viel Sport und leben gesund? Gut. Doch erst mit diesen 5 Checks ist Ihre Gesundheitsvorsorge komplett

Mal ehrlich: Wenn Männer sich krank fühlen, können sie ganz schön leiden. Vor allem in Gegenwart einer Frau. Doch zum Artz gehen? Nö, nicht nötig. Zwingt der eigene Körper einen schlussendlich doch zum Arzt, lautet die nüchterne Diagnose vom Experten im schlimmsten Fall: "Wären Sie mal früher gekommen, dann hätten wir noch was retten können." Ob Ignoranz, Angst oder angeblich keine Zeit: Die Daten sprechen gegen Sie! Die häufigsten Todesursachen bei Männern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Tumore. Diese und viele andere schleichende Krankheiten lassen sich durch Früherkennungs-Screenings aber oftmals rechtzeitig erkennen. Problem: Den kostenlosen Gesundheits-Check-up für Männer ab dem 35. Lebensjahr nutzen nur lausige 17 Prozent.  

Lassen Sie es nicht soweit kommen. Wir sagen Ihnen, auf welche 5 Vorsorgeuntersuchungen Sie ein Recht haben, ab welchen Alter Sie sinvoll sind und wie oft Sie sie in Anspruch nehmen sollten. Tipp: Viele Krankenkassen vergeben bei einer Teilnahme an den sogenannten Screenings Punkte für Bonusprogramme. Die Rechnung: Sie achten auf einen gesunden Lebensstil und lassen sich untersuchen, dafür belohnen Sie die Krankenversicherungen, etwa mit Geldprämien (bis zu 300 Euro) oder Sachleistungen. Eine Übersicht finden Sie auf dem unabhängigen Informationsportal www.krankenkassen.de  

Diese 5 Früherkennungsmaßnahmen sollten Sie unbedingt wahrnehmen

Sie gehören zum sogenannten Leistungskatalog für Männer und sind für Sie kostenfreiLöschen

Das sagt die Urinfarbe über Ihre Gesundheit aus
Viele Krankenkassen belohnen Sie bei einer Teilnahme an den sogenannten Screenings

1. Hautkrebs-Screening

Ab wann und wie oft? Ab dem Alter von 35 Jahren, oft sogar deutlich früher, haben Sie als gesetzlich Krankenversicherter alle 2 Jahre Anspruch auf die "Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs".

Dabei wird Ihr gesamter Körper auf unterschiedliche Hautkrebsarten untersucht, etwa das Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs). Ja, der Arzt schaut sich Ihren gesamten Körper an, darunter die behaarte Kopfhaut und jede Körperfalte. Glauben Sie nicht, nur weil an bestimmte Körperregionen keine direkte Sonne kommt, dass Sie dort keinen Hautkrebs bekommen könnten.  

Wichtig: Sie müssen nicht zwingend zu einem Dermatologen. Ein Facharzt für Allgemeinmedizin kann das Screening durchführen, informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Außerdem: Viele Krankenkassen bieten deutlich früher die Früherkennungsuntersuchung an. Es kann gar von Bundesland zu Bundesland variieren. Beispiel: Bei der Techniker Krankenkasse können Patienten sich ab einem Alter von 20 Jahren auf Hautkrebs untersuchen lassen. Deshalb: Fragen Sie unbedingt bei Ihrer Krankenversicherung nach.

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Sprechen Sie beim Gesundheits-Check-up mit Ihrem Arzt auch über scheinbare Bagatell-Beschwerden

2. Gesundheits-Check-up

Ab wann und wie oft? Ab einem Alter von 35 Jahren haben Sie als gesetzlich Krankenversicherter alle 2 Jahre Anspruch auf den Gesundheits-Check-up.

Sie können sich die Untersuchung wie eine Art Inventur vorstellen: Der Arzt wird Sie zunächst zu Vorerkrankungen und Krankheiten von Familienmitgliedern sowie zu eventuellen Beschwerden befragen. Danach wird ein Blutbild gemacht und Gleichgewicht, Reflexe, Muskeltonus geprüft, Blutdruck und Pulsfrequenz gemessen. Auch Ihr Nervensystem wird untersucht.  

Sie fühlen sich wohl und fit, warum sollen Sie diesen Check also wahrnehmen? Das kostet doch nur Zeit! Wir wiederholen es gerne für Sie: weil viele Krankheiten, wie etwa Diabetes, nun Mal unauffällig beginnen! Für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) kann ein erhöhter Cholesterinwert und Blutdruck ausreichen. Im schlimmsten Fall endet das mit einem Herzinfarkt. Und wissen Sie, was Ihr Urin Ihnen erzählt? Farbe und Geruch können Hinweise auf eine Nieren- und Blasenerkrankungen oder Diabetes geben.  

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3. Krebsfrüherkennung

Ab wann und wie oft? Ab einem Alter von 45 Jahren übernehmen die Krankenkassen einmal pro Kalenderjahr diese sinnvolle Vorsorgeuntersuchung.

Hier geht es um eine ärztliche Untersuchung der äußeren Genitalorgane, der örtlichen Lymphknoten sowie um eine Enddarm-Austastung zur Untersuchung der Prostata. Hoden- und Prostatakrebs sind eine der häufigsten Krebsarten: Allein Prostatakrebs liegt auf Platz 3 der durch Krebs bedingten Todesursachen bei Männern. Prostatakrebs ist nicht automatisch eine Erkrankung älterer Männer. Der Schauspieler Ben Stiller erhielt die Diagnose mit nur 48 Jahren.    

Viele Experten und Krankenkassen raten zudem: Männer sollten sich bereits ab dem 18. Lebensjahr einmal im Monat selbst am Hoden abtasten. Achten Sie auf Verhärtungen, Knoten, Vergrößerungen oder Verkleinerungen und ausgeprägte Druckempfindlichkeit der Hoden. Denn: Der bösartige Hodentumor ist für Männer zwischen 20 und 35 Jahren die häufigste Krebserkrankung.  

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Erwachsene können 2 Mal im Jahr ihre Zähne beim Zahnarzt checken lassen

4. Zahnvorsorge

Ab wann und wie oft? Für Ihre Beißer bieten die gesetzlichen Krankenkassen 3 Arten von Gesundheitsvorsorge. Zunächst ist da die allgemein bekannte Kontrolluntersuchung. Erwachsene können sich 2 mal im Jahr ihre Zähne beim Zahnarzt auf Krankheiten wie etwa Karies kontrollieren lassen. Als nächstes: Einmal im Jahr dürfen Sie sich Zahnstein entfernen lassen. Darauf sollten Sie auf keinen Fall verzichten. Denn: Aus einer Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann unbehandelt schnell Parodontitis werden. Zudem dürfen Sie alle 2 Jahre zur Parodontitis-Früherkennung gehen, dem sogenannten Parodontale Screening-Index, informiert die Verbraucherzentrale. Alles kostenlos. Tun Sie es.  

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5. Darmkrebs-Früherkennung

Ab wann und wie oft? Ab 50 bis 55 Jahren haben Sie einmal im Jahr Anspruch auf die Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs. Das wird zunächst über einen Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl gemacht, dem sogenannten immunologischen Stuhlbluttest (iFOBT). Danach könne Sie diesen Test alle 2 Jahre machen lassen. Das macht der Proktologe, aber auch Ihr Hausarzt. Ab 55 Jahren bieten die Krankenkassen eine Darmspiegelung (Koloskopie) an, die im Abstand von 10 Jahren wiederholt werden kann. Werden Darmpolypen gefunden, kann der Arzt sie gleich vor Ort entfernen.  

Bislang galt der Stuhlbluttest erst ab dem 55. Lebensjahr. Warum wurde das Screening vorverlegt? Weil festgestellt wurde, dass 10 Prozent der Diagnosen bereits vor dem 55. Lebensjahr gestellt wurden! Plus: Darmkrebs ist unter allen Krebserkrankungen die zweithäufigste Diagnose und auch die zweithäufigste Todesursache, berichtet das Robert-Koch-Institut. Im Jahr 2018 werden ihren Schätzungen zufolge 33.000 Männer an Darmkrebs neu erkrankt sein. Je früher die Krankheit erkannt wird, desto höher die Überlebenschancen. Ihre relative 5-Jahres-Überlebensrate? Solide 62 Prozent. Also zögern Sie nicht: Machen Sie einen Termin bei Ihrem Facharzt! 

Sie suchen einen Arzt oder Psychotherapeuten? Die Kassenärztliche Vereinigung bietet unter www.kbv.de/arztsuche eine deutschlandweite Arztsuche an.

Fazit: Vorsorgeuntersuchungen können Ihr Leben retten

Viele Krankheiten entstehen schleichend über Jahre hinweg. Früherkennungsuntersuchungen für Männer sind deshalb nicht nur für die Ü-50 Generation sinnvoll. Im Gegenteil: Wenn Sie zwischen 18 und 45 Jahre jung sind, haben Sie Glück: Krankenkassen sind verpflichtet, eine bestimmte Anzahl von Vorsorgeuntersuchungen kostenlos für ihre Patienten anzubieten. Nutzen Sie die Chance, Krankheiten im Frühstadium zu erkennen und zu entschärfen.