Welche Methode beim Rauch-Stopp hilft ist sehr individuell; vielleicht klappt es bei dir mit der Schlusspunkt-Strategie. ANDRANIK HAKOBYAN / Shutterstock.com

5 Rauch-Stopp-Methoden im Vergleich

Rauch-Stopp 5 Methoden, um mit dem Rauchen aufzuhören

Fünf Men’s-Health -Kollegen wollten Nichtraucher werden. Mit welchen Methoden es klappte und mit welchen nicht. Unser Praxis-Check

Wer den festen Entschluss gefasst hat, das Rauchen aufzugeben, ist bei seinem Kampf gegen die Nikotin-Sucht nicht allein. Es gibt auf dem Markt jede Menge Produkte und Techniken, die helfen sollen, den Nikotin-Entzug leichter, angenehmer und schneller zu machen. Ob’s was bringt, haben unsere Mitarbeiter für dich getestet.

1. E-Zigarette – keine gesunde Methode, um mit dem Rauchen aufzuhören

Sieht aus wie eine Fluppe, wird geraucht wie eine und enthält Nikotin wie eine. Was fehlt, sind Giftstoffe wie Teer und Kohlenmonoxid. Auf diese Weise soll man sich laut der Hersteller das Rauchen langsam abgewöhnen. Das Problem: "Wer nikotinhaltige E-Produkte - ob E-Zigaretten oder E-Tabakerhitzer - konsumiert, kann relativ schnell vom Nikotin abhängig werden, denn Nikotin hat ein hohes Suchtpotenzial. Außerdem kann der Konsum eine Nikotinabhängigkeit aufrechterhalten, die zuvor durch das Rauchen von Tabakzigaretten entstanden war. Deshalb sind E-Produkte als Methode für einen kompletten Nikotinverzicht, also einen Rauchstopp, der sowohl das Rauchen von Tabakzigaretten, als auch den Konsum von E-Produkten umfasst, nicht empfohlen", erklärt Michaela Goecke, Leiterin der Abteilung für themenspezifische gesundheitliche Aufklärung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). "Wie sich der Konsum von E-Produkten langfristig auf die Gesundheit auswirkt, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend untersucht - kurzfristig können Herzfrequenz und Blutdruck erhöht werden oder Allergien auftreten." Mehr zu den Folgen des E-Zigaretten-Rauchens findest du hier.

Tom Heinzius, ehemaliger Praktikant: "Wenn ich Schmacht hatte, griff ich zur E-Kippe. Weniger geraucht habe ich leider nicht."

2. Hypnose – eine teure Methode, um mit dem Rauchen aufzuhören

Wie im Schlaf soll man bereits durch ein bis drei Sitzungen zum Nichtraucher werden. Kostenpunkt: etwa 150 Euro pro Sitzung. Der Therapeut verknüpft den Glimmstängel mit negativen Bildern und treibt so die Sucht in die Flucht. "Man muss nicht an Hypnose glauben. Wichtig ist nur, dass man den Willen hat aufzuhören", sagt Dr. Elmar Basse, Hypnotiseur aus Hamburg. Hypnose-CDS findest du zum Beispiel bei Amazon.

Anna Grobler, freie Mitarbeiterin: "Ein wenig mulmig war mir schon, mich bei einem Fremden so fallen zu lassen. Aber das Ergebnis spricht für sich: Sofort nach der ersten Behandlung war mein aggressives Verlangen nach Zigaretten verschwunden. Und das Beste daran ist: Es hält bis heute an. Jetzt kann ich endlich Sport treiben, ohne zu röcheln."

3. Nikotin-Kaugummi – eine langwierige Methode, die Nikotinsucht einzudämmen

Hierbei wird die Sucht durch Kauen befriedigt, denn Nikotin wird über die Schleimhäute aufgenommen. Es kann drei bis sechs Monate dauern und kostet dich pro Nikotin-Kaugummi rund 56 Cent. Der Nachteil: "Bei hohem Konsum besteht die Gefahr einer Nikotin-Überdosierung", sagt Chef-Apotheker Professor Christian Franken aus Heerlen. Der Vorteil: Für viele ist Rauchen ein Ritual – wie Kaugummikauen.

Christopher Zlotos, ehemaliger Trainee: "Gern mochte ich die nicht – sie schmecken grässlich und kratzen im Hals. Aber sie haben mein Verlangen gezügelt, ich rauche nur noch am Wochenende. Bei mir wirken jetzt auch normale Kaugummis."

4. Nikotin-Pflaster – eine Rauch-Stopp-Methode für starke Raucher

Es gibt Nikotin-Pflaster mit verschiedenen Stärken. Am Arm angebracht, geben sie über den Tag konstant Nikotin ab. "Sie eignen sich daher vor allem für starke Raucher", erklärt Professor Franken. Man sollte bis zur Entwöhnung drei bis sechs Monate einplanen. Preis: rund 25 Euro für 7 Stück.

Christian Pätzold, Moderedakteur: "Die Anwendung war top: morgens aufgeklebt, fertig! Bei mir, dem Rauchen Spaß macht, hat es die Sucht aber nicht bekämpft, da nicht das Gewohnheitsgefühl, sondern nur der Nikotinbedarf befriedigt wird. Durchgehalten habe ich genau drei Wochen." Inzwischen hat Christian seine Nikotinsucht besiegt. Wie, liest du hier.

5. Akupunktur – Methode für Raucher, die sofort mit dem Rauchen aufhören wollen

Sei jetzt ganz Ohr, denn: Genau da sticht ein Akupunkteur für rund 50 Euro kurze Dauernadeln ein, die aussehen wie kleine Pflaster. Eine Woche lang bleiben sie auf der Haut. Die Entzugssymptome sollen dadurch abgeschwächt werden. "Die Nadeln kann man noch zusätzlich mit einem Magnet stimulieren", sagt Dr. Christina Sander, Akupunkteurin aus Hamburg.

Anja Baumgarten, Kollegin bei Women’s Health: "Das Einstechen der Nadeln war das einzig Unangenehme. Ansonsten war ich positiv überrascht, dass ich innerhalb der sieben Tage absolut kein Suchtgefühl hatte. Danach hielt ich noch drei Monate durch, bis ich wieder rauchte. Vielleicht fehlte der endgültige Wille – oder noch ein paar Nadeln."

Diese Bücher unterstützen dich womöglich effektiver auf dem Weg zum Nichtraucher:

Wie gehe ich das "Rauchen aufhören" am besten an?

Mit dem Rauchen aufhören kann jeder. Aber dauerhaft dem giftigen Qualm abschwören, das gelingt nicht allen auf Anhieb. Wer es zu oft versucht, verliert irgendwann gänzlich den Glauben daran, tatsächlich Nichtraucher werden zu können. Deshalb: Informiere dich über die Methoden, die dir beim Rauchentzug helfen können.

Background: Etwa 36,1 Prozent der 18- bis 24-Jährigen und 30,8 Prozent der über 25-jährigen Deutschen sind laut der "Deutschen Befragung zum Rauchverhalten"-Studie 2021 (DEBRA) aktive Tabak-Raucher*innen, hinzu kommen aktuell 2,8 Prozent E-Zigaretten-Nutzer*innen. Im europaweiten Vergleich liegen wir mit an der Spitze. 9,2 Prozent der deutschen Raucher*innen haben 2021 mindestens einen ernsthaften Versuch gestartet, mit dem Rauchen aufzuhören, die meisten davon mithilfe von E-Zigaretten, so eine Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt.

Bewegung an der frischen Luft gehört zu den besten Begleitern in der ersten Nichtraucher-Zeit. Tipp: Starte mit dem Laufen. Setz dir Ziele, unser Trainingsplan hilft dir dabei:

Unterstütze deine Psyche, indem du dich mit den Gefahren des Rauchens ernsthaft auseinandersetzt. Mache dir zum Beispiel klar, dass Raucher*innen im Durchschnitt 10 Jahre früher sterben als Menschen, die nie geraucht haben, so die Stiftung Gesundheitswissen.

Und dann: Halt durch! Vielen Neu-Nichtrauchern hilft es, zu verfolgen, wie ihr Körper mit jeder Stunde von dem Nikotinentzug profitiert. Das kannst du hier nachlesen: Was bei einem Rauch-Stopp genau in deinem Körper passiert.

Welche ist denn nun die beste Methode, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Der Weg zum Rauch-Stopp ist laut den Experten der BZgA individuell sehr unterschiedlich (auch die Suchtberatungsstelle bietet Hilfen, Infos dazu findest du hier). Für unsere Kollegen war außer der Hypnose keine der oben genannten 5 Methoden wirklich hilfreich.

Als bewährteste Methode, Nichtraucher zu werden, gilt die Schlusspunkt-Methode. Hier haben wir dir die wichtigsten Infos zur Schlusspunkt-Methode zusammengestellt. Bei dieser legst du einen Tag fest, ab dem du rauchfrei sein möchtest. Auf den Stichtag bereitest du dich mental vor, indem du dir dein Rauchverhalten zuvor bewusst machst. Studien belegen, dass die verbale Vermittlung der Nachteile des Rauchens allein bessere Resultate bringt, als die Kombination der gleichen Inhalte in Kombination mit z.B. Nikotin-Kaugummis. Lass dich nicht von vermeintlichen Rauch-Stopp-Hilfsmittel ablenken, sondern setze deinen gesunden Menschenverstand ein!

Überlege dir zudem, was dir am besten hilft, auch nach dem Rauch-Stopp nicht mehr zur Zigarettenschachtel zu greifen. Probiere simple Tricks wie einen Anti-Stress-Ball oder ein Nichtraucher-Tagebuch aus. Im Zweifelsfall hilft es, einen zügigen Spaziergang zu machen.

Die eine, richtige Methode, um mit dem Rauchen aufzuhören, gibt es nicht. Setze dich mit den verschiedenen Wegen zum Nichtraucher auseinander, aber probiere nicht wahllos eine nach der anderen aus. Versuche, die für dich am besten geeignete Methode ausfindig zu machen und halte dich daran, als gäbe es keine andere. Mit festem Willen wirst auch du es schaffen, dem Rauchen endlich abzuschwören!

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