Gut durch die Corona-Krise kommen
Gesund und fit im eigenen Zuhause
Ein positiver Coronatest bedeutet, dass du dich in Isolation begeben musst Jarun Ontakai / Shuttertstock.com

Positiver Coronatest: Was muss ich beachten?

Positiver Coronatest Coronatest positiv? Das solltest du jetzt tun

Gesund durch die Corona-Krise Die Coronazahlen bleiben leider weiterhin hoch und immer wieder fallen Tests positiv aus. Was du in diesem Fall tun musst, was gegen leichte Symptome hilft und ab wann du ärztliche Hilfe brauchst

Du willst dich mit Freunden treffen und machst vorher zuhause einen Corona-Selbsttest. Das ist sinnvoll, selbst wenn du geimpft oder genesen bist. Denn das Coronavirus mutiert nach wie vor weiter und schafft es so leider, die Zahlen hochzuhalten.

Ist der Test positiv, gilt es nach wie vor einiges zu beachten und für viele stellen sich dann Fragen wie: "Wie verhalte ich mich jetzt richtig?" und: "Bei welchen Symptomen muss ich zum Arzt?". Fragen, die wir mit Lungenfacharzt und Internist Dr. Michael Barczok aus Ulm klären.

Was muss ich bei einem positiven Schnelltest machen?

Erst einmal nicht in Panik geraten. "Die meisten Infektionen verlaufen mild oder ohne Symptome", schreibt das Gesundheitsministerium auf ihrer Seite "Zusammen gegen Corona". Etwa 10 % der Corona-Infektionen würden so schwer verlaufen, dass der Infizierte ins Krankenhaus muss. Bist du geimpft, wird ein schwerer Krankheitsverlauf sogar sehr unwahrscheinlich. Achtung: So heftig können auch 'milde Verläufe" verlaufen.

Pneumologe Dr. Barczok empfiehlt, erst einmal einen zweiten Test zu machen, wenn möglich von einem anderen Hersteller. Fällt dein Selbsttest positiv aus, solltest du das Ergebnis offiziell durch einen Antigen-Schnelltest oder PCR-Test bestätigen lassen. Bei der Terminvereinbarung mit Arzt oder Testzentrum zu einem zweiten Schnelltest oder einem PCR-Test bitte klar mitteilen, dass der Selbsttest positiv war.

Wichtig: Um zum Arzt oder Testzentrum zu gelangen, solltest du kein öffentliches Verkehrsmittel benutzen. Denn sobald der zweite Balken deines Testes sichtbar macht, dass du dich wahrscheinlich mit Coronaviren infiziert hast, sollst du den Kontakt zu anderen Menschen gänzlich meiden und Personen, mit denen du in den letzten Tagen Kontakt hattest, informieren.

Wenn du zu den Haupt-Risikogruppen für einen schweren Krankheitsverlauf gehörst, also zum Beispiel unter fortgeschrittener COPD leidest, stark übergewichtig oder Diabetiker:in bist, solltest du dich zügig per Telefon oder Mail mit deinem Hausarzt bzw. deiner Hausärztin in Verbindung setzen. "Es sind inzwischen Medikamente zugelassen, die gefährdeten Patienten helfen, schwere Komplikationen zu vermeiden, jedoch nur, wenn man sie innerhalb der ersten 3 bis 5 Tage nach der Infektion einnimmt", weiß Dr. Barczok aus seiner Praxis.

Übrigens: Eine zum dritten Mal aktualisierte Überblicks-Studie des unabhängigen Wissenschaftsnetzwerks Cochrane, das rund 150 Studien über die Wirksamkeit von Antigenschnelltests auswertete, fand heraus, dass diese Personen mit Covid-19-Symptomen häufiger korrekt erkennen (zu 73 %) als Infizierte ohne Symptome (54,7 %).

Muss ich mich auch ohne Symptome in Isolation begeben?

Ja, sobald dein Test positiv ist, musst du grundsätzlich in Quarantäne. Auch ein schwacher zweiter Strich ist ein positives Testergebnis und bedeutet, dass du dich absondern musst. Nur wenn ein PCR-Ergebnis beweist, dass du doch nicht infiziert bist, wird auch keine Isolationspflicht verhängt. Die Isolation dauert offiziell 5 Tage, gezählt wird ab dem ersten Tag nach dem positiven Ergebnis. Ein Freitesten ist aktuell nicht mehr angeordnet, doch es ist dringend empfehlenswert, dass du dich am fünften Tag erneut testest und so lange in Selbstisolation bleibst bis der Test negativ ausfällt.

Für Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Wiedereingliederungshilfe ist es zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit verpflichtend ein negatives Testergebnis (PCR- oder Schnelltest) vorzuweisen. Dabei gilt zusätzlich, dass die Probe hierfür frühestens am 5. Tag der Isolation entnommen werden darf, wenn bereits seit 48 Stunden keine Symptome mehr vorliegen.

Wer muss alles in Quarantäne?

Grundsätzlich gilt, dass nur infizierte Personen in Isolation müssen. Für Kontaktpersonen ist es ratsam, sich regelmäßig selbst zu testen, so weit es möglich ist zu Hause zu bleiben und Kontakte zu vermeiden.

Tipp: Generell ist es nicht einfach zu durchschauen, was wo gilt. In vielen Bundesländern und Städten gibt es unterschiedliche und sich immer wieder ändernde Regeln. Was in deiner Stadt gerade gilt, kannst du mit der kostenlosen App "Darf ich das?" der Björn Steiger Stiftung immer aktuell herausfinden.

Brauche ich einen PCR-Test?

Sowohl um in die Isolation zu müssen, also auch zur Beendigung, ist prinzipiell kein PCR-Test notwendig. Wenn dein Antigen-Schnelltest oder dein Selbsttest positiv ist, hast du aber Anspruch auf einen PCR-Test. Den Test veranlassen kann allerdings nur dein Arzt bzw. deine Ärztin und das örtliche Gesundheitsamt. Setze dich unbedingt mit diesen in Verbindung, um entsprechende Schritte einzuleiten.

Wichtig: Für einen Genesen-Status ist jedoch ein positiver PCR-Test Voraussetzung. Dieser Status wiederum ist zum Beispiel für Ungeimpfte nach einer Infektion Bedingung, um an vielen Bereichen des öffentlichen Lebens teilnehmen zu können.

Was soll ich bei leichten Covid-19-Symptomen tun?

In Ruhe die Symptome auskurieren. Man sollte sich körperlich schonen, sich gesund mit viel Obst und Gemüse ernähren, viel Wasser trinken, häufig lüften und fiebersenkende Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin in Griffweite haben, rät Pneumologe Dr. Barczok. Wirklich zum Einsatz kommen sollten die Fiebersenker jedoch erst ab 38,5 Grad Körpertemperatur. Leichtes Fieber kann man zulassen, da es das Immunsystem in der Virenabwehr unterstützt.

Da die meisten Covid-19-Symptome einer klassischen Erkältung ähneln, kann man sie auch entsprechend behandeln: Halsschmerzen lindern Lutschpastillen. Tipp von Dr. Barczok: Isla Moos, Nasensprays und Nasenduschen (z.B. von Emsa) helfen, verstopfte Nasennebenhöhlen zu belüften und bei Kopf- und Gliederschmerzen verschaffen Ibuprofen, Paracetamol oder Aspirin Linderung.

"Um die Viruslast möglichst gering zu halten, kann man zudem regelmäßig mit einem Mundwasser gurgeln", rät Dr. Barczok. Mit Mundwasser (z.B. Chlorhexamed) linderst du Schmerzen im Rachenraum und gibst auch weniger Viren an die Umwelt ab, was vor allem dann sehr sinnvoll ist, wenn du dir die Wohnung mit Mitbewohnern teilst.

Wem muss ich bei einem positiven Coronatest Bescheid geben?

Allen Personen, mit denen du in den letzten Tagen vor dem positiven Testergebnis engeren Kontakt hattest. Denn selbst wenn du geimpft bist und keine Symptome hast, kannst du Viren übertragen haben. Sie sollten sich dann selbst zeitnah testen.

Natürlich musst du auch deinem Arbeitgeber Bescheid geben. Wenn es dir gut geht, kannst du eventuell im Home-Office weiter arbeiten. Eine Krankschreibung per Telefon ist seit dem 4. August 2022 wieder möglich und gilt erst einmal bis Ende November. Wenn du danach tatsächlich wieder zu deinem Arzt oder deiner Ärztin musst, um dich krankschreiben lassen zu können, ist es wichtig, dass du dich unbedingt vorab telefonisch anmeldest und erklärst, dass dein Testergebnis positiv ist. So kann das weitere Vorgehen individuell abgesprochen werden.

Woran erkenne ich, dass mich Covid-19 so schwer erwischt hat, dass ich einen Arzt brauche?

Die meisten Corona-Infektionen verlaufen mittlerweile so mild, dass du sie zu Hause gut auskurieren kannst. "Seitdem Omikron die vorherrschende Corona-Variante ist, erlebe ich auch unter meinen Risikopatienten mit Vorerkrankungen seltener schwere Verläufe", berichtet Dr. Barczok. Diese 3 Symptome aber sollten dich wachsam werden lassen:

  • Atemnot: Wenn du selbst im Sitzen nur schwer Luft bekommst, wird es kritisch. "Da Covid-19 in erster Linie in der Lunge zu Komplikationen führt, sollte man bei Atemnot Hilfe holen", weiß Lungenfacharzt Dr. Barczok. Sein Tipp: Schaff dir ein Pulsoxymeter (z.B. von Pulox) an. Es wird einfach an einen Finger geklemmt und zeigt die Sauerstoffsättigung im Blut an. Normal sind etwa 98 Prozent Sauerstoffsättigung. Bis 92 Prozent ist sie noch tolerabel, darunter wird es jedoch gefährlich und du wirst wahrscheinlich ins Krankenhaus gebracht werden müssen.
  • Fieber über 39 Grad: "Ab 39 Grad wird Fieber gefährlich und man sollte sich telefonisch ärztlichen Rat holen", erklärt Dr. Barczok. Hält der behandelnde Arzt bzw. die behandelnde Ärztin es für nötig, dich selbst zu untersuchen, wird er/sie dir einen Termin für eine spezielle Sprechstunde ohne Kontakt zu anderen Patienten geben oder einen Hausbesuch machen.
  • Sehr starke Kopfschmerzen: Anhaltende sehr starke Kopfschmerzen sollten ebenfalls ein Anlass sein, ärztliche Hilfe zu suchen.

Ansprechpartner bei schweren Symptomen sind deine Haus- und Fachärzte, ansonsten wende dich an den rund um die Uhr erreichbaren ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117.

Bei einem positiven Coronatest behalte erst einmal Ruhe und informiere deine Kontaktpersonen. Schone dich und beobachte deine Symptome. Bist du geimpft und geboostert, wirst du die Infektion mit großer Wahrscheinlichkeit gut überstehen.

Nur weil du husten musst, heißt das nicht automatisch, dass du mit Coronaviren infiziert bist. Könnte auch eine Influenza oder Erklältung dahinter stecken
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