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Alles rund um eine gesunde Lunge
Atemprobleme können ein Anzeichen für Lungenkrankheiten sein Lucky Business / Shutterstock.com

Lungenkrankheiten Das sind die 6 häufigsten Atemwegserkrankungen

Sie kommen schnell aus der Puste? Es muss nicht an Ihrer Ausdauer liegen. Vielleicht steckt eine Lungenkrankheit dahinter. Woran Sie sie erkennen und was dagegen hilft, lesen Sie hier

Atmen Sie einmal gaaaanz tief ein und dann schnell wieder aus. Ging das problemlos? Herzlichen Glückwunsch, dann ist Ihre Lunge höchstwahrscheinlich kerngesund. Hat Ihre Lunge komische Geräusche gemacht oder haben Sie einen Hustenanfall bekommen? Vielleicht fiel Ihnen schon vorher das Atmen irgendwie schwerer als sonst? Dann sollten Sie hellhörig werden, denn Lungenkrankheiten sind meistens ein schleichender Prozess, den man oft erst bemerkt, wenn es zu spät ist.

Was sind die Symptome einer Lungenkrankheit?

"Die Anzeichen sind bei den meisten Lungenkrankheiten die Gleichen: Husten, Auswurf und Atemnot", erklärt der Lungenfacharzt Walter Vorderstraße. Keine Sorge: Hin und wieder mal Husten oder eine Erkältung sind noch kein Grund zur Panik. Wenn die Symptome aber über längere Zeit anhalten, ungewöhnlich stark werden, Sie zusätzlich Fieber bekommen oder sogar Blut aushusten, sollten Sie unbedingt zum Arzt. In den meisten Hausarztpraxen können Sie dann einen Lungenfunktionstest machen, der zeigt, ob Sie Lungenprobleme haben. Danach kann ein Lungenfacharzt eine weitergehende Diagnose stellen.

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Was macht die Lunge krank?

Die meisten Lungenkrankheiten entstehen, weil man entweder Keime oder Umweltgifte eingeatmet hat, die der Lunge langfristig schaden. "Für eine gesunde Lunge sollte man nur saubere Luft atmen", rät der Pneumologe. Aber nicht alle Schadstoffquellen lassen sich vermeiden. In Deutschland sind laut dem Arzt das die größten Gefahren für Ihre Lunge:

1. Rauchen
"Mit Abstand am häufigsten sehen wir bei uns Raucher in unserer Praxis", beschreibt Vorderstraße. Egal ob als Zigarette, Shisha oder als E-Zigarette: Durch den Qualm gelangen viele Gifte in die Lunge und richten dort irreparable Schäden an. Im verbrannten Tabak mindestens 100 Stoffe, die erwiesenermaßen krebserregend sind. Gerade wenn Sie schon eine beeinträchtigte Lunge haben, etwa wegen Asthma oder auch nur einer Erkältung, kann Rauchen die Beschwerden deutlich verschlimmern oder zu schlimmeren Krankheiten führen.

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2. Abgase
An großen Straßen und in der Nähe von Häfen oder Flughäfen ist die Atemluft oft mit vielen Giften belastet. Ob Stickoxide, Feinstaub oder Schwermetalle, alle Schadstoffe gelangen über die Atemluft in die Lunge und können dort Schäden anrichten. Übrigens: Wenn Sie Sport machen, atmen Sie auch tiefer. Um dabei nicht auch mehr Schadstoffe einzuatmen, verlegen Sie Ihre Laufrunde lieber von der großen Hauptstraße in den nächsten Park.

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3. Schimmel
Schimmelsporen sind überall in der Luft und in diesen kleinen Mengen unschädlich. "In größeren Mengen können die Sporen aber eine Vielzahl von Krankheiten auslösen, von Asthma bis Lungenfibrose", warnt Vorderstraße. Deshalb sollten Sie zuhause, im Auto und bei der Arbeit immer darauf achten, dass Wände, Möbel und auch Klimaanlagen schimmelfrei sind.

4. Infekte
Wenn kleinere Infekte nicht richtig ausheilen, können sie zu schlimmeren Krankheiten werden. "Wenn man eine Erkältung nicht auskuriert oder durch ein geschwächtes Immunsystem anfälliger ist, kann das Problem chronisch werden, dann ist die Lunge dauerhaft entzündet", warnt der Lungenarzt. Das passiert zwar relativ selten, trotzdem sollten Sie jeden Infekt ernst nehmen und ihn restlos auskurieren. Die jährliche Grippeimpfung und eine Pneumokokkenimpfung können dabei helfen, gar nicht erst krank zu werden.

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Rauchen gehört zu dem Gefährlichsten, das Sie Ihrer Lunge antun können
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Rauchen gehört zu dem Gefährlichsten, das Sie Ihrer Lunge antun können - egal ob Zigarette, Shisha oder E-Zigarette

Welches sind die häufigsten Lungenkrankheiten?

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"Die Lunge besteht im Wesentlichen aus Luftkanälen (den Bronchien), Blutgefäßen und kleinen Bläschen (den Alveolen) die den Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid ermöglichen", erklärt Vorderstraße. Alle diese Bestandteile können akut oder chronisch erkranken. Am Anfang ist das meistens noch harmlos und man bekommt sie kaum mit. Aber je länger man nicht handelt, desto schlimmer wird die Krankheit und kann sogar tödlich enden. Diese 6 Lungenkrankheiten sollten Sie deshalb kennen:

1. Asthma
Wenn Sie unter Asthma leiden, ziehen sich Ihre Bronchien manchmal plötzlich zusammen und Sie können nicht mehr ausatmen. Das passiert besonders häufig nachts, wenn Sie unter Stress stehen, oder bei körperlicher Anstrengung.

Was hilft? Bei einem akuten Anfall schafft ein Asthma-Inhalator Abhilfe. "Das Spray sorgt dafür, dass die Bronchien sich wieder weiten und Sie Luft bekommen", so Vorderstraße. Wenn Sie Asthmatiker sind, sollten Sie außerdem darauf achten, immer möglichst saubere Luft zu atmen. Das heißt: Nicht rauchen, nicht in Ballungszentren leben und mit moderatem Sport die Lunge stärken.

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2. Lungenkrebs
Lungenkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland, und er ist fast immer bösartig. Rauchen ist mit Abstand die häufigste Ursache, und zwar sowohl das aktive als auch das passive. Die giftigen Stoffe können sich sogar in der Kleidung oder den Haaren verfangen und später in die Atemluft gelangen. Besonders wachsam sollten Sie außerdem sein, wenn in Ihrer Familie bereits Lungenkrebs aufgetreten ist, weil dann Ihr eigenes Risiko ebenfalls höher ist.

Was hilft? Wenn man den Krebs erkennt, ist es häufig schon zu spät. Mit einer Chemo oder Strahlentherapie können Sie Ihre Lebenserwartung aber verlängern. Die wirksamste Methode gegen Lungenkrebs ist deshalb die Prävention und dabei vor allem eins: mit dem Rauchen aufhören.

3. Bronchitis
Eine akute Bronchitis wird meistens ausgelöst durch ansteckende Viren oder seltener auch Bakterien, die die Bronchien entzünden und den typischen Hustenreiz auslösen. "Der kann über mehrere Wochen anhalten, bis sich das Gewebe vollständig erholt hat", erklärt Vorderstraße. Wenn der Husten länger anhält, haben Sie vielleicht eine chronische Bronchitis. Das kann vor allem passieren, wenn Sie den akuten Infekt nicht richtig auskurieren und deshalb verschleppen. "Das Risiko für eine Chronifizierung steigt außerdem, wenn Ihre Lunge vielen Schadstoffen ausgesetzt ist", so der Experte.

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Was hilft?  "Eine akute Bronchitis sollten Sie auf jeden Fall auskurieren, indem Sie sich ausruhen, vitaminreich essen und viel trinken", rät der Arzt. Antibiotika brauchen Sie meistens nicht, sondern nur, wenn sich zusätzlich zur Virusinfektion noch Bakterien in Ihrer Lunge einnisten. Bei einer chronischen Bronchitis kann ein Arzt Ihnen einen Hustenhemmer oder auch kurzzeitig eine Inhalationstherapie mit niedrigdosiertem Kortison verschreiben, damit die Entzündung weggeht. Wichtig ist aber, dass Sie Ihre Lunge vor Umweltgiften schützen und komplett ausheilen lassen. Sonst riskieren Sie die schlimmere Krankheit COPD.

4. COPD
Die "Chronic obstructive Pulmonary Disease" oder auch chronisch-obstruktive Lungenerkrankung bezeichnet die dauerhafte und irreversible Zerstörung von Lungengewebe. "COPD entsteht häufig aus einer Bronchitis, bei der die Lunge darüber hinaus Schadstoffen ausgesetzt ist", erklärt Vorderstraße. Rauchen ist dabei mit Abstand die häufigste Ursache, etwa 20 Prozent der Raucher erkranken in ihrem Leben daran. Vor allem das Ausatmen fällt den Betroffenen immer schwerer, weil die kleinen Bronchien nach beim Ausatmen in sich zusammenfallen.

Was hilft? "Die Schäden von COPD kann man nur in geringem Maße rückgängig machen", so der Lungenarzt. Je früher man es erkennt, desto eher kann man sie aber begrenzen. Außerdem kann man die Symptome wie etwa Atemnot oder Hustenanfälle mit Medikamenten eindämmen. Umweltgifte, Rauchen und Infekte müssen Sie ab sofort vermeiden, sonst sinken Ihre Lebensqualität und Lebenserwartung rapide!

5. Lungenentzündung
Bei einer Lungenentzündung oder Pneumonie sind nicht die Atemwege oder Bronchien betroffen, sondern das Lungengewebe selbst. Die kleinen Bläschen in der Lunge entzünden sich und verkleben, dadurch kann kein Sauerstoff mehr ins Blut gelangen. Wie bei einer Bronchitis wird die Lungenentzündung durch ansteckende Keime ausgelöst, die in der Atemluft schwirren. "Als Arzt kann man beim Abhören die Pneumonie daran erkennen, dass die Lunge beim Atmen knistert, weil die Verklebungen sich dann lösen", erklärt der Pneumologe. In dem Fall müssen Sie sofort handeln, denn unter den tödlichen Infektionskrankheiten ist eine Lungenentzündung auf Platz 1.

Was hilft? Wenn Sie sofort handeln, stehen Ihre Heilungschancen gut. "Die meisten Keime, die die Lungenentzündung auslösen, können sehr gut behandelt werden", erläutert Vorderstraße. Noch besser ist es aber, wenn es gar nicht erst zu einer Infektion kommt. Stärken Sie deshalb Ihr Immunsystem mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung. Sie können sich außerdem mit Impfungen schützen: Pneumokokken und die Grippe sind die Hauptursache für Lungenentzündungen, gegen beide gibt es Impfstoffe.

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6. Lungenfibrose
Bei einer Lungenfibrose vernarbt das Lungengewebe und wird zu funktionslosem Bindegewebe. Dadurch wird der Gasaustausch blockiert und das Einatmen fällt immer schwerer. "Diese Schäden sind irreparabel, aber wenn man die Fibrose früh erkennt, kann man den Vernarbungsprozess eindämmen", so Vorderstraße.

Was hilft? Man muss vor allem die Ursache erkennen und bekämpfen. Besonders Berufsgruppen, die viel mit Asbest, Steinstaub oder Schimmel zu tun haben, also beispielsweise Bauarbeiter oder Hafenarbeiter, haben ein hohes Risiko für die Lungenfibrose. Sie müssen dann sofort aus dem Arbeitsprozess heraus! Danach muss die Entzündung des Gewebes gestoppt werden, beispielsweise mit Antibiotika, Kortisonpräparaten oder anderen entzündungshemmenden Medikamenten.                                                                                                                                                                        

Wenn Sie halbwegs gesund leben, nicht rauchen und regelmäßig Sport machen, müssen Sie sich wahrscheinlich nie um Ihre Lunge sorgen. Nehmen Sie Symptome wie Husten und Atemnot trotzdem immer ernst und gehen Sie damit früh zum Arzt, um schlimmere Schäden an Ihrer Lunge zu vermeiden.

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