Läuferknie werden Knieschmerzen bei Läufern häufig genannt. Breslavtsev Oleg / Shutterstock.com

Knieschmerzen Das solltest du unbedingt bei Knieschmerzen beachten

Ursachen für Knieschmerzen gibt es viele. Wie du Symptome richtig einschätzt und damit am besten umgehst. Plus: Darauf sollten Kraftsportler und Läufer besonders achten

Wenn das Knie plötzlich weh tut, kann das viele Ursachen haben. Denn das Kniegelenk ist das größte Gelenk im menschlichen Körper. Mit einer Vielzahl von Knochen, Teilknochen, Gelenken, Bändern, Sehnen, Muskeln und Menisken stellt es die Verbindung zwischen dem Schienbein und dem Oberschenkelknochen her. Mit Hilfe von Dr. Ivo Breitenbacher, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin in Böblingen, bringen wir Orientierung in die zahlreichen möglichen Kniebeschwerden, und erklären, was in welchem Fall am besten hilft.

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Welche Arten von Knieschmerzen gibt es?

Knieschmerzen können sowohl plötzlich als auch zeitverzögert auftreten – in diesen Fällen stehen die Beschwerden im Zusammenhang mit einer Fehlbelastung, einem Sturz oder einer Verdrehung, erklärt Sportmediziner Breitenbacher. Nicht nur beim Sport, sondern auch bei der Arbeit oder im Haushalt kann es dazu kommen.

Zudem wird zwischen schleichenden oder wiederkehrenden Schmerzen unterschieden, bei denen Schwellungen oder Ergussbildungen entstehen. "Dies kommt vor bei Gelenkverschleiß, sowie Knorpel- oder Meniskusschäden, die auch zu einem Blockierungsgefühl oder Bewegungseinschränkungen am Kniegelenk führen können", erklärt Dr. Breitenbacher.

Ferner können Verletzungen am Bindegewebe und den Bändern des Kniegelenks für Symptome sorgen: Dabei sind insbesondere die Seit- und Kreuzbänder, jedoch auch die Kniescheibe oftmals ursächlich für ein Instabilitätsgefühl.

Auch Rheuma und Stoffwechselerkrankungen wie z.B. Gicht können plötzliche oder langanhaltende Reizbeschwerden auslösen.

Welche Art Knieschmerzen treten am häufigsten auf?

Das hängt vom Alter der Patienten ab: Jüngere Menschen leiden zumeist an kleinen bis größeren Verletzungen von Knorpel und Meniskus. Bei älteren Patienten hingegen dominiert eher der fortgeschrittene Gelenkverschleiß, meist in Kombination mit degenerativen Meniskusveränderungen und erheblichen muskulären Defiziten – auch ein Bewegungsdefizit könne zu Beschwerden des Knies führen. So erkennst du muskuläre Dysbalancen rechtzeitig.

Was sind die häufigsten Ursachen für Kniebeschwerden?

Die Ursachen für Knieschmerzen lassen sich nur eingeschränkt verallgemeinern. Der Experte unterscheidet diese:

  • Verletzungen des Gelenks durch Instabilität, Über- und Fehlbelastung
  • Mangelhaftes Training der Knie
  • Abgeschwächte sowie verkürzte Muskeln oder Muskelketten, die sich auf das Knie auswirken können, wie z.B. Hüfte, Bauch, Becken und Rumpf (der Bereich des Körperschwerpunktes)
  • Verschleiß der Gelenke
  • Stoffwechselstörungen
  • Autoimmunkrankheiten (zum Beispiel rheumatoide Arthritis und autoimmune Schilddrüsenerkrankungen)
  • Infektionen
  • Statik-Veränderungen an Bein- und Beckenachsen, Kniescheibe und Fußfehlstellungen
  • Sportliche Überlastung und eine mangelhafte technische Ausführung von Kraftübungen

Welche Sportarten sind besonders anfällig für Knieverletzungen?

Sport kann einerseits als vorbeugende Maßnahme für Knieverletzungen genutzt werden, indem die Muskelgruppen im Bereich des Knies und Teile des Oberkörpers regelmäßig trainiert werden. Andererseits ist Sport auch eine häufige Ursache von Knieschmerzen. Dabei stellen Sportarten mit abrupten Stoppbewegungen, Richtungswechseln und explosiven Starts ein Risikodar. "Hierzu zählen Tennis, Tischtennis, Badminton oder Squash, aber auch solche, bei denen die Knie unter hoher Last gebeugt und gedreht werden, wie Fußball, Basketball, Volleyball, Handball und Hockey", so Dr. Breitenbacher.

Solltest du dich beim Kraftsport mit den Gewichten übernehmen oder Übungen über einen längeren Zeitraum falsch ausführen, schadest du deinen Knien ebenfalls – es kann neben einer akuten auch eine chronische Knieverletzung entstehen. Achte also darauf, dass du deine Kraftübungen mit der korrekten Technik ausführst und dir Tipps geben lässt, wie du den Bewegungsablauf optimierst.

Welchen Sport kann ich bei bzw. nach Knieschmerzen treiben?

Je nach Art und Schwere der Verletzung, grundlegend nach dem akuten Stadium, können Wassergymnastik, Nordic Walking oder Fahrradfahren mit geringem Widerstand sowie leichtes Laufen durchgeführt werden. Im akuten Zustand ist es ratsam, vorerst auf Sport zu verzichten, die Knie zu schonen, zu kühlen und schließlich langsam wieder ins Training zu starten. "Nach OPs wird klar vorgegeben, welcher Sport zu welchem Zeitpunkt wieder getätigt werden kann", erklärt Breitenbacher – das Sporttreiben steht somit in Abhängigkeit vom Heilungsprozess und sollte mit dem zuständigen Arzt abgesprochen sein. Darum sind Schmerztabletten gefährlich für Sportler.

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Auch Läufer müssen häufig mit Knieproblemen kämpfen

Was versteht man unter Springer-, Läufer- und Schwimmer-Knie?

Das Springerknie, auch Patellaspitzensyndrom genannt, entsteht durch starke Überlastungen und wiederkehrende Fehlbelastungen beispielsweise beim Basketball. Es kommt zu Verletzungen des Patellasehneansatzes, wobei die Patellasehne vom Oberschenkelmuskel über die Kniescheibe bis hin zum Schienbein verläuft. feine Mikroverletzungen oder Umbauprozessen wie Fett- und Kalkablagerungen, so der Experte – in schweren Fällen seien sogar Teilrisse denkbar. Die Behandlung umfasst zunächst eine Schonungsphase, auch Kühlen kann helfen.

Anschließend können verschiedene Therapien zum Einsatz kommen, zum Beispiel eine Gangschulung, Taping und Bandagen. Mit dem zuständigen Arzt solltest du Statikprobleme abklären, womöglich sind Einlagen und eine Laufstilberatung erforderlich – schließlich möchtest du dich bald wieder beim Sport auspowern.

Was ist ein Läuferknie?

Vom Läuferknie, wie der Name schon sagt, werden vornehmlich Läufer geplagt. Dieses wird auch ilio-tibiales Bandsyndrom genannt und führt bei Belastung zu Knieschmerzen an der Außenseite des Kniegelenks. Auslöser für das Bandsyndrom ist Breitenbacher zufolge die Reizung des breiten, straffen Faserzugs, der außen am Oberschenkel verläuft und am Schienbein ansetzt. Die Reizung kann auch sowohl durch eine Fehlbelastung als auch durch statische Probleme sowie muskuläre Dysbalancen ausgelöst werden. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung kann das Syndrom diagnostiziert werden und wird oftmals mit Einlagen, Physio-, Faszientherapie oder Taping behandelt. So hilft Taping bei Sportverletzungen wie Läuferknie. "Statik- und Ketten- oder Laufstilprobleme sollen erkannt und beseitigt werden, um wiederkehrende Beschwerden zu vermeiden", erklärt der Orthopäde.

Insbesondere beim Brustschwimmen ist das Kniegelenk vielen Drehungen ausgesetzt, weshalb auch Schwimmer ihr eigenes "Knie-Syndrom" zugeschrieben bekommen: Das Schwimmerknie entsteht bei andauernder Belastung, nicht, wenn du einmal in der Woche ein paar Bahnen ziehst. Flossen erhöhen dabei die Beanspruchung der Knie- und Sprunggelenke und können zu Schmerzen in diesen Bereichen führen. "Auch das Wenden im Becken (Rollwende) bei Leistungsschwimmern belastet die Knie und kann Knieschmerzen auslösen", erklärt Dr. Breitenbacher.

Wie werden Knieschmerzen behandelt?

Ob konservativ behandelt wird oder operiert werden muss, hängt vom Alter der Patienten ab: "Jüngere sportlich aktive Patienten mit hoher Kniebelastung sollten eher frühzeitig operiert werden", rät Breitenbacher. Dabei ist zu beachten, dass eine gesicherte Diagnose durch ein MRT vorliegt – eine konservative Behandlung (zum Beispiel Schonung, Kühlen, Tapen) sollte lediglich begrenzt durchgeführt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Letztere können schwerwiegend sein, vor allem, wenn Meniskus- oder Kreuzbandverletzungen vorliegen.

Ältere Patienten mit Arthroseschmerzen und reduzierter Lebensqualität können von einem Gelenkersatz (endoprothetische Versorgung) profitieren.

Welcher Arzt behandelt Knieschmerzen?

Die Wahl des Arztes für die Behandlung deiner Knieschmerzen steht im Zusammenhang mit den Symptomen, die du hast. Generell kannst du dir eine erste Diagnose in der Orthopädie oder Unfallchirurgie holen. In speziellen Fällen, wie z.B. Instabilitäten aufgrund einer Vor-OP oder bei hochgradigen Arthroseschmerzen, wirst du zu den jeweiligen Experten weitergeleitet. Auch bei Hinweisen auf rheumatologische Probleme empfiehlt sich die Vorstellung bei einem entsprechenden Facharzt mit rheumatologischer Erfahrung.

Wann muss ich mit Knieschmerzen zum Arzt?

Von einer Eigendiagnose solltest du definitiv absehen, von einer eigenständigen Behandlung, die über das Kühlen und Schonen hinaus geht, erst recht. Für Breitenbacher ist ein Arztbesuch in folgenden Fällen unbedingt ratsam:

  • Bei sehr starken und anhaltenden Schmerzen trotz Selbstbehandlung
  • Sofern ein anhaltendes Instabilitätsgefühl vorliegt nach einem Trauma bei der Arbeit oder beim Sport
  • Zunehmende Bewegungseinschränkungen oder ein Blockierungsgefühl
  • Bei starker Schwellung, einem Blut- oder Gelenkerguss (vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Gelenk)
  • Wiederkehrende Rötung sowie Überwärmung – oftmals bei bekannten Vorerkrankungen wie Gicht, Rheuma, Schuppenflechte oder einem Zeckenstich
  • Bei Symptomen nach Infekt, Vorbehandlung oder OP: akute Schwellung mit Überwärmung, Fieber oder Ergüssen

Wie kann ich meine Knie stärken?

Vorab ist es wichtig, dass du keine Angst vor einer Knieverletzung hast. Wenn du regelmäßig Sport treibst, kannst du davon ausgehen, dass diese einer regelmäßigen Belastung standhalten. Extremsportarten musst du getrennt davon betrachten.

Generell bieten sich gleichmäßige Bewegungen wie beim Fahrradfahren oder Schwimmen an, um ein ausgewogenes Training ohne übermäßige Belastungen auszuführen. Du kannst jedoch auch ohne Bedenken, so dein Knie keine Vorerkrankungen hat, stoßartige Trainingsmethoden durchführen – das Laufen auf Beton oder Asphalt solltest du dennoch vermeiden, ebener Waldboden ist da viel besser.

Beim Krafttraining solltest du die Belastung sukzessiv und vorsichtig steigern und deine Knie mit Beinübungen stärken. Das sind die 10 häufigsten Fehler beim Krafttraining.

Auch statische Übungen, die unter anderem den Körperschwerpunkt (Rumpf) trainieren, unterstützen das Aufbautraining. Beispielsweise kannst du regelmäßig Unterarmstütz (Planks) machen und so einer Knieverletzung vorbeugen. Das ist das beste Beintraining für Männer. Sobald du Schmerzen hast, musst du die Übung abbrechen – ansonsten verfehlt das Training seinen Zweck und ist kontraproduktiv.

Akute Knieschmerzen lassen sich zwar vorerst eigenständig mit Schonen und Kühlen behandeln, solltest du jedoch anhaltende Beschwerden haben, gar eine Instabilität oder starke Schwellungen feststellen, musst du zum Arzt. Regelmäßiges Training der Beine und des Oberkörpers können die schlimmsten Knieverletzungen sogar weitestgehend verhindern.

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