Körpergerüche können Krankheiten verraten Cookie Studio / Shutterstock.com

Körpergeruch Diese 6 Körpergerüche deuten auf Krankheiten hin

Klar, Mundgeruch oder Käsefüße können harmlos sein. Aber was, wenn nicht? Diese Krankheiten lassen sich am Körpergeruch erkennen

Ja, auch wir könnten eine ganze Liste von (durchaus guten) Gründen aufführen, weshalb man unangenehm riechen kann. Etwa, wenn man mal wieder 3 Stunden schweißtreibend durchtrainiert, oder zum Mittag die Knoblauch-Zwiebelpfanne verspeist hat. In solchen Fällen reicht oftmals ein kräftiger Schluck Mundwasser (gurgeln, nicht trinken), ein gutes Deo oder eine Dusche, um den Gestank loszuwerden.

In anderen Fällen ist das leider nicht so einfach. Denn es gibt Krankheiten, die einen ganz bestimmten Geruch im Körper produzieren, behauptet eine schwedische Studie ("Der Duft der Krankheit"). Auf manche Düfte, die unser Körper ausdünstet, solltest du also besonders gut achten. Sie sind ein Frühwarnsystem und zeigen dir, wie es um deine Gesundheit steht.

In diesem Artikel:

6 Körpergerüche, die auf eine Krankheit hinweisen können

1. Süßlicher Mundgeruch kann auf Diabetes hinweisen

Wenn dein Atmen nach überreifen Obst riecht und du vorher keinen vergorenen Obstschnaps getrunken hast, könntest du an Diabetes Typ 1 erkrankt sein. Ärzte führen diesen Eigenduft zurück auf Aceton. Das ist ein Stoffwechselprodukt, das zum Beispiel bei Insulinmangel entsteht.

Um den täglichen Energiebedarf zu decken, benötigt der Körper Glukose. Beim Verbrennen hilft dem Körper dabei Insulin. Steht dem Körper aufgrund einer Störung nicht ausreichend Insulin zur Verfügung, bauen die Zellen stattdessen Fett ab. Das daraus entstehende Aceton kann das Blut übersäuern. Ärzte sprechen dann von einer Ketoazidose. Auch der Urin riecht dann süßlich. Weitere Anzeichen sind vermehrter Harndrang und Schwindelgefühle.

Was du tun solltest: Geh unverzüglich zum Arzt. Unbehandelt ist die Ketoazidose lebensbedrohlich.

2. Käsefüße sind ein Symptom für Fußpilz

Schweißfüße sind schon an sich eine unangenehme Nummer – wohin du auch gehst, es müffelt. Aber jetzt kommt es noch dicker: Wer Käßefüsse hat, der neigt auch zu Fußpilz. Denn der Hautpilze mag besonders gerne warme und feuchte Orte, um sich zu vermehren. Männer sind besonders oft betroffen, weil sie mehr Schweißdrüsen an den Füßen haben als Frauen.

Erste Anzeichen sind eine aufgeweichte Haut und Juckreiz. Zusammen mit Bakterien zerfressen die Pilze die Hautschichten und setzen so den typisch unangenehmen Geruch frei. Wenn deine Sneaker also bis zum Abwinken stinken, wechsel nicht einfach die Schuhe: Schau auch mal in den Zehenzwischenräumen und den Fußsohlen nach – immerhin ist laut Schätzungen jeder Dritte von Fußpilz betroffen. 

Was du tun solltest: Fußpilz verschwindet nicht von alleine. Aber es gibt zum Glück ausreichend rezeptfreie Mittel gegen Fußpilz, die gut helfen. Ignorieren solltest du die Anzeichen auf gar keinen Fall. Ein unbehandelter Fußpilz kann zu Wundinfektionen führen oder auf die Nägel übergreifen. Und Nagelpilz ist ziemlich unangenehm! 

3. Faul riechender Stuhl durch Laktoseintoleranz

Wessen Stuhl riecht schon nach Blumen? Aber falls deiner die Wohnung so vollmüffelt, dass dir selbst schlecht wird, könntest du an Laktose-Intoleranz leiden. Wenn der Körper das Enzym Laktase nicht ausreichend herstellt, kann er Laktose nicht verdauen – ein Zucker, der in Milchprodukten vorhanden ist. Statt den Milchzucker ins Blut abzugeben, sendet der Dünndarm die Laktose dann direkt in den Dickdarm. Dort wird sie unter starker Gasbildung fermentiert und führt unter anderem zu übel riechender Flatulenz, Durchfall, Bauchkrämpfen und Übelkeit – und sogar Depressionen.   

Was du tun solltest: Nicht die Nerven verlieren. Rund 65 bis 90 Prozent der Weltbevölkerung können Laktose nicht verdauen. Oftmals genügt es bereits laktosearm zu essen, ohne das größere Beschwerden auftreten, sagen Experten. Frag deinen Arzt, wie viel für dich persönlich noch verträglich ist. Ansonsten gilt: Zutatenliste von Lebensmitteln durchforsten oder auf die mittlerweile reichhaltigen Alternativen mit dem Beisatz "laktosefrei" achten.   

4. Fischiger Schweißgeruch bei Stoffwechselerkrankung 

Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser und ist damit eigentlich geruchsneutral. Wenn du aber während eines harten Workouts plötzlich anfängst nach Fisch zu müffeln, könntest du am TMAU-Syndrom leiden. Die Stoffwechselerkrankung Trimethylaminuria wird auch Fischgeruch-Syndrom genannt. Sie tritt auf, wenn der Körper zu wenig vom Enzym Flavin produziert. Flavin ist dafür verantwortlich, das Gas Trimethylamin geruchlos in der Leber abzubauen. Der Grund für die Störung kann ein Gendefekt oder ein Nieren- und Leberleiden sein. Bei Frauen tritt die Krankheit öfter auf – schnüffel also ganz genau nach bei deiner Liebsten.

Was du tun solltest: Eine Heilung gibt es bisher nicht. Der unangenehme Geruch, den Betroffene auch über Atem und Urin ausscheiden, kann aber durch eine Ernährungsumstellung vermindert werden. Dazu solltest du auf Nahrung mit dem Nährstoff Cholin verzichten, rät die britische Gesundheitswebseite NHS Choices. No-Gos: Eier, Hülsenfrüchte, Fleisch und Fisch sowie Rosen- und Blumenkohl und Brokkoli. Eine spezielle Antibiotika-Therapie kann auch helfen.

5. Mundgeruch ist ein Symptom für das Schlafapnoe-Syndrom

Ursachen für Mundgeruch gibt es reichhaltig: Nasennebenhöhlen-, Rachen- oder Mandelentzündungen, auch Probleme mit der Magenschleimhaut, und natürlich schlechtes Zahnfleisch und Karies. Im Falle des Schlafapnoe-Syndroms aber wird Mundgeruch indirekt ausgelöst durch Atemaussetzer während des nächtlichen Schlafes. Betroffene schnarchen besonders laut und unregelmäßig, was vermehrt zur Mundatmung führt. Dadurch trocknen die Schleimhäute aus. Die Bakterien, die sich dann ansiedeln können, sind der Grund für den Mundgeruch.

Ein weiterer Hinweis, dass du am Schlafapnoe-Syndrom leidest, ist eine starke Tagesmüdigkeit. Denn das Aussetzen des Atems führt dazu, dass du kurzzeitig aufwachst, um zu atmen, ohne dass du das jedoch bemerkst. Der Körper kann sich nachts also nicht ausreichend ausruhen, so dass du dich tagsüber gereizt und müde fühlst, was bis zum Sekundenschlaf führen kann.  

Was du tun solltest: Such auf jeden Fall einen Arzt auf. Ein nicht diagnostiziertes Schlafapnoe-Syndrom kann zu Bluthochdruck und Diabetes Typ 2 führen.

6. Streng riechender Urin bei Harnwegsinfektionen

Ähnlich wie Schweiß besteht auch Urin fast nur aus Wasser (95 %) und gibt normalerweise keinen zu strengen Geruch von sich (Spargelzeit ausgenommen). Stinkt Urin, ist der Grund dafür häufig eine Infektion mit E.-coli-Bakterien. Die siedeln sich im Harntrakt an und vermehren sich rasant in der Blase. Weil Frauen öfter von einer Blasenentzündung betroffen sind, tendieren Männer dazu, eigene Anzeichen zu ignorieren. Nach dem Motto: Was von alleine kommt, geht auch von alleine. Aber Experten raten dazu, das nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Wenn bei Männern der Urin stinkt, dann verstopft oftmals etwas den Harntrakt – E.-coli-Bakterien sind in dem Fall dann das kleinere Problem. Nierensteine oder eine vergrößerte Prostata könnten der Grund sein.   

Was du tun solltest: Geh zum Arzt. Dort bringt ein Urintest die eindeutige Diagnose. In seltenen Fällen kann übel riechender Urin auch Anzeichen eines Tumors sein. Was die Farbe des Urin dir zudem über deine Gesundheit verrät, liest du hier.

10 Tricks gegen Körpergeruch

Wer kennt ihn nicht, den Moment, wenn man merkt, dass man riecht und weiß, gleich tun das auch die anderen. Also, was tun gegen Körpergeruch?

Auch wir können dich nicht steril machen, aber mit diesen 10 Tricks gegen Körpergeruch hast du gute Voraussetzungen, den penetranten Achselschweiß und alle anderen Eigendüfte in Schach zu halten. 

  1. Duschen hilft, na klar, gegen Körpergeruch. Stell dich einmal ab Tag kurz in die Nasszelle. Schweiß ist quasi geruchsneutral, aber wenn er in Kontakt mit den Bakterien kommt, die auf unserem Körper leben, vermehren sich die kleinen Biester rasant. Und dann fängt es an zu stinken.
  2. Beende die Dusche mit kalten Wasser. Das bringt nicht nur deinen Kreislauf in Gang, was gut für dein Immunsystem ist. Durch das kalte Wasser ziehen sich auch die Poren der Schweißdrüsen zusammen. So findest du die richtige Duschtemperatur.
  3. Keine Zeit zum Duschen? Angst vor der Wasserrechnung? Zu trockene Haut? Kein Problem, nimm einen feuchten Waschlappen und säuber jene Stellen, an denen du besonders schnell schwitzt, etwa unter den Achseln oder an den Füßen.
  4. Geh regelmäßig in die Sauna: Der Temperaturwechsel trainiert die Poren der Schweißdrüsen ebenfalls.
  5. Es gibt Menschen, bei denen reicht Wasser und parfümlose Kernseife gegen Körpergeruch. Alle andere können antiseptische Seife ausprobieren. Sie reduziert die Anzahl der Bakterien auf der Haut.
  6. Trockne dich gründlich ab. Besonders dort, wo du stark schwitzt. Ohne Feuchtigkeit haben es die Bakterien schwerer, sich zu vermehren und alles vollzumiefen.
  7. Trage luftdurchlässige Schuhe sowie Kleidung aus Baumwolle. Dadurch wird die Feuchtigkeit nach außen abtransportiert. Der Schweiß trocknet, bevor ihn die Bakterien zersetzen können.
  8. Kürze oder rasiere deine Achselhaare. Das reduziert die Gesamtfläche, an denen sich Bakterieren ausbreiten können.
  9. Achte auf dein Gewicht: Wer zuviele Kilos mit sich rumschleppt, kommt schneller in Schwitzen
  10. Achte auf deine Ernährung: Kaffee, Alkohol und Nikotin stimulieren durch ihre anregende Wirkung die Schweißproduktion.

Warum verändert sich der Körpergeruch?

  1. Ernährungsumstellungen verändern den Körpergeruch: Wir dünsten aus, was wir essen. Heute zum leckeren indischen Restaurant, morgen riechst du (und andere) noch die Gewürzvielfalt von gestern. Das gilt auch, wenn wir eine spezielle Diät anfangen: Wer plötzlich von High Carb auf Low Carb umstellt, dessen Körpergeruch wird sich wahrscheinlich auch verändern.
  2. Krankheiten beeinflussen den Körpergeruch: Stoffwechselerkrankungen oder andere Erkrankungen können den Körpergeruch beeinflussen.
  3. Hormonelle Umstellungen haben Auswirkungen auf unsere Ausdünstungen: Gerade Jugendliche in der Pubertät (auch Frauen in den Wechseljahren) trifft diese Umstellung. Denn dann stellt sich im Körper eine bestimmte Art von Schweißdrüsen um: die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen. Sie sind für unseren sexuellen 'Urduft' zuständig. Sie entscheiden, ob ein Partner uns attraktiv findet, uns also "gut riechen" kann, oder nicht. 

Wodurch entsteht Körpergeruch überhaupt?

  • Schweiß ist die Hauptquelle für Körpergeruch: Aber er ist immens wichtig, weil wir über ihn unsere Körpertemperatur regulieren und Giftstoffe abtransportieren. 
  • Bakterien und Schweiß sind keine gute Kombi: Obwohl zu 99 Prozent aus Wasser und 0,5 Prozent Salz, sind es die verbleibenden 0,5 Prozent im Schweiß, die einem das Leben schwer machen. Diese enthalten nämlich Harnstoff, Aminosäuren, Milchsäure, Eiweiß, Fett und Zucker, welche wiederum von den Millionen Baktieren auf unserer Haut zersetzt werden, was die Ursache des Körpergeruchs ist. Je besser die Voraussetzungen (Feuchtigkeit) für die Vermehrung der Bakterien, desto mehr Gestank.
  • Körperhygiene ist die Basis gegen Körpergeruch: Wer nur alle paar Wochen duscht, sollte sich nicht wundern, wenn der Körpergeruch überhand nimmt.

Körpergeruch lässt sich vermeiden. Wenn nicht, liegt es an mangelnder Hygiene oder eine Krankheit steckt dahinter. Von daher gilt: Beib wachsam deinen Körpergerüchen gegenüber!

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