So wird deine Pflege-Routine nachhaltiger Olena Yakobchuk / Shutterstock.com

Pflege ohne Plastik 8 nachhaltige Pflegeprodukte für weniger Plastikmüll im Badezimmer

Gerade im Bad tummeln sich unendlich viele Einmalprodukte und zu viel Plastik. Dabei gibt es diese 8 nachhaltigen Alternativen

Das Thema Umweltverschmutzung ist präsenter denn je und inzwischen wissen und beherzigen fast alle, dass man Plastiktüten meiden und den Müll trennen sollte. Aber wie ist das eigentlich mit dem Badezimmer? Wir klären, warum Plastik nicht ins Bad gehört und welche innovativen Produkte Lust machen, endgültig die Finger von Kunststoff zu lassen.

Warum ist Plastik so umweltschädlich?

Die Problematik bei Plastik liegt vor allem darin, dass es sich im Gegensatz zu Materialien natürlichen Ursprungs nur sehr langsam zersetzt. Im Laufe des Abbauprozesses verschwindet Plastik nicht einfach irgendwann, sondern zerfällt nur in immer kleinere Teilchen. Ein großer Teil unserer Plastikverpackungen landet nicht im Recyclingmüll, sondern in Parks oder Gewässern. Tatsächlich macht Kunststoff mit rund 75 Prozent den größten Teil des Meeresmülls aus. Im Meer angekommen wird Plastik beispielsweise von Vögeln für Futter gehalten und verspeist. Andere Tiere verfangen sich in den Tüten und Netzen aus Plastik oder nehmen kleine Plastikpartikel über das Wasser auf.

Übrigens: Wer regelmäßig Fisch oder andere Meerestiere auf dem Teller hat, nimmt über die Nahrungskette möglicherweise auch Plastik in sich auf.

Wie hilfreich ist Mülltrennung bei Plastik?

Natürlich wird nicht aller Plastikmüll willkürlich im Gebüsch entsorgt oder landet irgendwann im Meer. Tatsächlich sind wir in Deutschland in Sachen Mülltrennung recht vorbildlich: Biomüll, Plastikmüll, Papiermüll, Restmüll. Und trotzdem bleibt ein großes Problem - selbst bei ordnungsgemäßer Mülltrennung. Denn nicht mal die Hälfte des anfallenden Plastikmülls wird tatsächlich recycelt. Alles andere wird entweder zum alternativen Brennstoff verarbeitet oder zu Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff verbrannt – mit entsprechenden Folgen für das Klima.

Fakt ist also: Plastik muss richtig entsorgt werden, sollte aber bestenfalls komplett gemieden werden.

Wie viel Plastik verbrauchen wir wirklich?

Das Umweltbundesamt berichtet, dass ein Deutscher im Jahr durchschnittlich rund 220 Kilo Plastik verbraucht – und das beinhaltet ausschließlich den Verpackungsmüll. Insgesamt sind es 19 Millionen Tonnen Plastik, die jährlich von der deutschen Bevölkerung benutzt werden. Das durch Kosmetika verbrauchte Mikroplastik und flüssige Plastik scheint mit 0,25 prozentigen Anteilen zwar vergleichsweise unbedeutend, gelangt dafür aber direkt in die Gewässer und kann nicht recycelt werden. Eine Auswahl nachhaltiger Pflegeprodukte findest du hier.

Tipp: Wenn du mit diesen Zahlen nichts anfangen kannst, bist du der perfekte Kandidat für einen Selbstversuch. Sammle einfach über einen Zeitraum deiner Wahl alle aufgebrauchten Kosmetikverpackungen und-produkte in einer Kiste in deinem Badezimmer. Du wirst dich wundern, wie schnell sich die Kiste füllen wird und nimmst dir damit die Möglichkeit, deinen Konsum mit dem Wegschmeißen der Produkte auszublenden. So fällt es schwerer, sich von dem Plastikproblem zu distanzieren und du wirst motiviert, in Zukunft weniger Plastik in deiner Routine zu benutzen. Und wo wir schon beim Umstieg auf einen bewussteren Lifestyle sind: Hier findest du coole nachhaltige Sneaker.

Warum enthalten Pflegeprodukte Plastik?

Inzwischen sind sich viele Verbraucher der Problematik von Plastikverpackungen jeder Art bewusst – auch in Form von Duschgelflasche & Co. Viele wissen aber nicht, dass Plastik in unterschiedlichen Formen auch in Kosmetikprodukten auffindbar ist.

Mikroplastik: Als Mikroplastik werden feste Plastikpartikel beschrieben, die in ihrer Größe unter 5 Millimetern liegen. Sie dienen unter anderem als Peeling-Körnchen in Körperspeelings, sind aber auch in Körperlotionen und Deos enthalten. Beim Abwaschen dieser Kosmetika landen die Mikroplastikpartikel über das Abwassersystem in unseren Gewässern und richten im dortigen Ökosystem ihren Schaden an.

Flüssiges Plastik: Im Rahmen des Umweltschutzes verzichten viele deutsche Kosmetikmarken zwar inzwischen auf Mikroplastik in ihren Produkten, bedienen sich aber weiterhin unter anderem an wachs- oder gelförmigen Plastikarten. Insbesondere Cremes, Duschlotionen und Seifen enthalten diese Arten von Kunststoff, deren Wirkung auf die Natur noch nicht ausreichend erforscht ist. Manche Studien suggerieren aber bereits, dass die flüssigen Plastikarten ebenso langlebig und giftig sind wie Mikroplastik.

Plastikfreie Alternativen

Im Rahmen des neuen Bewusstseins für Nachhaltigkeit bringen Kosmetikhersteller zunehmend umweltfreundliche neue Produkte auf den Markt. Hier kommen ein paar Vorschläge, wie du deine Pflegeroutine im Badezimmer zukünftig nachhaltiger gestalten kannst:

1. Wattstäbchen mit Bambus

Wattestäbchen mit Bambus wie diese hier erfüllen genau denselben Effekt wie solche mit Plastik – ohne das schlechte Gewissen beim Entsorgen. Denn ­Bambusrohre sind eine natürliche Ressource und dank ihres schnellen Wachstums bereits nach 3 Jahren erntereif.

Übrigens: Bambus ist dank seines natürlichen Ursprungs im Gegenteil zu Plastik komplett biologisch abbaubar und in der Herstellung noch weniger energieaufwändig als Holz.

2. Duschgel am Stück

Seit jeher nutzen wir Duschgel nur auf eine Art: flüssig aus der Plastiktube. Um den Verpackungsmüll zu minimieren und Plastik zu meiden, wird jetzt zunehmend aber auch Duschgel am Stück angeboten – auch speziell für Männer. Benutzt werden sie genau wie Stückseife: In den Händen aufschäumen und den Körper einseifen. Einfach, oder? Es gibt also keine Ausreden, sie nicht auszuprobieren.

Festes Duschgel
Duschbrocken / PR
"Maxi Minz" von Duschbrocken, um 8 Euro

3. Rasierer aus Metall

Herkömmliche Rasierer – ob nun fürs Gesicht oder für den Körper – haben sowohl Griffe als auch Fassungen aus Plastik. Sie tragen also bei der Entsorgung automatisch immer zur Verschmutzung der Umwelt bei. Um dem entgegenzuwirken kommen jetzt alternativ immer mehr Rasierer aus Metall auf den Markt. Das ist insofern ein Fortschritt, weil Metall im Vergleich zu Plastik mehr als einmal recycelt werden kann.

4. Feste Shampoos

Ähnlich wie Duschgel wird auch Shampoo fast ausschließlich in Plastiktuben verpackt. Alternativ kann man das Haarpflegeprodukt jetzt von immer mehr Marken unter dem Begriff "festes Shampoo" am Stück erwerben. Diese sind Shampoos, wie wir sie kennen, am Ähnlichsten – ihnen wird lediglich Wasser entzogen, um sie in feste Form zu pressen. Die sogenannten "Haarseifen" sind weniger vergleichbar, da sie aus Laugen, Fetten und Ölen zusammengesetzt und damit auch vorrangig für trockene Haar- und Kopfhauttypen empfehlenswert sind.

Festes Shampoo von Guhl
Guhl / PR
Guhl "Nature Repair festes Shampoo", zirka 5 Euro

5. Deocreme und -sticks

Um Sprühflaschen aus Plastik und unnütze Inhaltsstoffe zu meiden, bieten sich Deocremes und Deostifte ideal an. Sie sind dank ihrer natürlichen Inhaltsstoffe besser für sensible Haut geeignet und man verliert nicht die Hälfte des Inhalts beim Auftragen, weil das Produkt überall in der Luft landet statt unter den Achseln.

Alverde Deocreme
Alverde / PR
Alverde "Rough Nature Deocreme", um 4 Euro

6. Seife am Stück

Ein allgemein bekannterer Tipp ist es, nur noch Seife am Stück zu kaufen. Denn Flüssigseifen in Plastikverpackungen schaden der Umwelt und enthalten teilweise auch Mikroplastikpartikel, welche beim Händewaschen mit ins Abwassersystem gespült werden. Außerdem halten Seifen am Stück im Schnitt länger und kommen inzwischen sogar vereinzelt unverpackt in den Handel. Und wir wissen ja: Die beste Verpackung ist keine Verpackung.

7. Zahnbürste aus Bambus

Auch bei Zahnbürsten beweist sich Bambus als geeignetes Alternativmaterial zu Plastik. Denn die Bambuszahnbürste ist extrem widerstandsfähig und wird auch durch Feuchtigkeit beim Zähneputzen nicht instabil. Plastikfreie Zahnpasta zu finden, ist tatsächlich schwieriger, da bis jetzt kein idealer Plastikersatz für die Verpackung gefunden wurde. Zahnpasten ohne Mikroplastik gibt es aber zur Genüge.

Zahnbürste aus Bambus
Humble Brush / PR
Zahnbürste mit 2 Wechselköpfen von Humble Brush, zirka 6 Euro

8. Hautpflege ohne Plastik

Um Plastik bei Körperlotionen und Gesichtscremes zu meiden, bieten sich unter anderem Pflegeprodukte am Stück an. Alternativ sind natürliche Öle wie Kokos- oder Arganöl aus Glasflaschen ideal, um selbst empfindliche Haut zu pflegen. Auch für die Haare, den Bart und zur Rasur eignen sich diese Öle, was sie zum echten Grooming-Allrounder macht.

Fazit: Jede Veränderung zählt

Fakt ist: Plastik zu meiden lohnt sich. Und wenn es nur zwei Produkte auf der Liste sind, die dich ansprechen – probiere sie aus! Denn jede noch so kleine Veränderung zählt und hilft, den Planeten und unsere Gewässer zu entlasten.

Nachhaltige Pflege für Haut und Umwelt
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