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So wirst du zum Profi am Grill
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Rinderfilet grillen: So wird dein Steak perfekt

Rinderfilet am Stück grillen So bereitest du das perfekte Rinderfilet auf dem Grill zu

Mit unserer Schritt-für-Schritt-Grill-Anleitung wird dein Rinderfilet zart und saftig – am Stück oder als Medaillon

Während der Grillsaison landet so einiges auf dem Grill, vor allem Wurst und Fleisch. Rinderfilet zählt dabei zum echten Premium-Fleisch, denn kein anderer Cut vom Rind ist so zart wie die Lende. Vor der Zubereitung schrecken aber viele zurück, schließlich ist der perfekte Garpunkt beim Grillen eines Rinderfilets extrem wichtig. Ein paar Minuten mehr oder weniger auf dem Grill entscheiden darüber, ob es beim Anschnitt Grund zur Freude gibt – oder du dich mit einer zähen Schuhsohle begnügen musst.

Dabei ist es gar nicht so schwierig ein Rinderfilet am Stück oder in Form von Medaillons zu grillen. Mit unseren Tipps und Tricks gelingt dir die Rinderlende auf dem Rost garantiert perfekt!

Fleischqualität: Darauf solltest du beim Kauf achten

Schön saftig und zart: Ein gutes Stück Fleisch sollte idealerweise auf der Zunge zergehen. Rinderfilet erfüllt, dank seiner feinen Struktur, dafür schon fast alle Voraussetzungen. Es ist das edelste Teil des Rindes. Dabei handelt es sich um einen Muskelstrang in der Lendengegend. Da dieser nicht stark beansprucht wird, ist er fein-faserig, hat kaum Fett und eine schöne Marmorierung. Das sorgt für die extreme Saftigkeit.

Vorausgesetzt, die Qualität stimmt. Dafür lohnt es sich auf jeden Fall, ein paar Euros mehr auszugeben und zum Metzger deines Vertrauens oder auf den Wochenmarkt zu gehen. Achte dabei idealerweise auf Bio-Qualität.

Tipp aus der Food-Redaktion: Du kannst hervorragendes Bio-Fleisch auch online bestellen, zum Beispiel bei Grutto. Passend zur Grillsaison gibt es sogar BBQ-Specials, wie das "Bio-Rind Gourmet Paket" mit 10 leckeren Cuts. Das Besondere: Erst nachdem das Rind vollständig "verkauft" ist, wird es geschlachtet, so kann das ganze Rind (Huhn oder Schwein) komplett verarbeitet werden.

Ein qualitativ hochwertiges Rinderfilet erkennst du an der dunkelroten Farbe. Die bekommt es, wenn es zirka drei bis vier Wochen nach Schlachtung abgehangen hat, dadurch werden die Muskelfasern schön mürbe. 

Soll ich Rinderfilet im Ganzen oder als Medaillon kaufen?

Nicht jedes Rind ist gleich, daher variiert auch das Filet in Größe, Dicke und Länge. Die Größe sagt aber generell nichts über die Qualität aus. Das Filet muss natürlich nicht im Ganzen verarbeitet werden: Einzelne Rinderfiletsteaks (zum Beispiel das zarte Filet mignon) werden aus der Mitte des Filets geschnitten und lassen sich ebenfalls gut auf dem Grill zubereiten. 

Bei den Medaillons gilt: je dicker, desto besser. Lass dir von deinem  Metzger ruhig schöne, dicke Scheiben aus dem Filetstrang schneiden, die rund 5 bis 8 Zentimeter dick sind. Klingt erst einmal ziemlich viel, jedoch verliert das Fleisch beim Garen an Flüssigkeit und damit an Masse. Außerdem bekommst du so eine schöne Kruste und gleichzeitig einen rosa Kern. Sind die Steaks zu dünn, musst du meist auf eines von beiden verzichten. Und das wäre bei der Fleischqualität mehr als schade. 

Muss ich Rinderfilet marinieren?

Echte Grillmeister verzichten beim Rinderfilet meist auf eine aufwendige Marinade, da sie den Eigengeschmack des Fleisches nicht mit anderen Aromen überdecken wollen. Alternativ empfiehlt sich eine leichte Marinade aus Olivenöl und frischen Kräutern (wie in unserem Rezept in der Step-by-Step Anleitung), die das Fleischaroma perfekt zur Geltung bringt. 

Holzkohle oder Gasgrill: Auf welchem Grill gelingt Filet perfekt?

Bei der Frage nach dem richtigen Grill scheiden sich die Geister: Die einen plädieren für den guten alten Holzkohlegrill, die anderen für einen Gasgrill. Fakt ist: Damit das Rinderfilet außen knusprig und innen schön zart wird, muss der Grill richtig Power haben und dem Fleisch ordentlich einheizen können. 200 Grad sollte er locker hinbekommen und 250 Grad sollten auch kein Problem sein. Ein Elektrogrill ist dem meist nicht gewachsen und wird daher zum Grillen von Rinderfilet nicht empfohlen.

Ein guter Gasgrill (zum Beispiel dieser hier von LANDMANN) hat den Vorteil, dass du die Temperatur viel besser kontrollieren und zum Nachgaren schnell(er) herunter regeln kannst. Mit Holzkohle geht das nicht ganz so einfach. Bis die gewünschte Hitze hier erreicht ist, dauert es schon mal 30 bis 40 Minuten. Um unterschiedliche Temperaturbereiche für direktes und indirektes Grillen zu bekommen, musst du dann wiederum die Mengen oder den Platz der Kohle verändern, zum Beispiel über eine entsprechende Wanne. Auch durchs Verstellen der Höhe des Rosts verringerst du die Hitze. Ein wenig aufwendiger ist das Grillen mit dem Holzkohlegrill daher schon.

Unser Tool-Tipp für Grill-Profis: Es gibt auch hervorragende Kombi-Grills, wie du den Char-Broil Gas2Coal. Dieser sogenannte "Hybrid-Grill" kann in nur 60 Sekunden vom Holzkohle- zum Gasgrill umgebaut werden.

Welchen Garpunkt braucht die Lende?

Blutig, medium oder well-done: Die Geschmäcker gehen beim Garpunkt von Fleisch weit auseinander. Umso schwerer ist es, das Rinderfilet genauso hinzubekommen, wie man es eben gerne hätte.

Ein Fleischthermometer, das die Kerntemperatur misst, schafft hier Abhilfe. Denn über die Temperatur im Inneren des Fleischs erfährst du auf einen Blick, wie gar es ist. Die Anwendung ist ganz leicht: Einfach das Thermometer in die Mitte, am besten an der dicksten Stelle des Rinderfilets stecken, und schon kannst du die Temperatur ablesen. Es gibt zwar verschiedene Modelle und Preisklassen, aber im Grunde funktionieren alle nach demselben Prinzip.

Besonders cool: Ein Bluetooth-Grillthermometer, wie dieser Bestseller von Inkbird, welches dir die Kerntemperatur auch via App auf deinem Handy anzeigt.

Bei welcher Kerntemperatur ist welche Garstufe erreicht?

Garpunkt

Beschreibung  

Kerntemperatur

Rare

innen noch blutig

49-52 Grad

Medium Rare

rosa, aber noch etwas blutig

52-55 Grad

Medium

rosa

55-59 Grad

Well-done

durchgebraten

60-62 Grad

Step by step: Das perfekte Rinderfilet am Stück grillen – so geht's

Genug geredet, jetzt geht’s an den Grill. Wir erklären Schritt für Schritt, wie du das Rinderfilet im Ganzen auf den Punkt perfekt grillst. Und das ist gar nicht so schwer – versprochen!

  1. Hol das Fleisch mindestens eine halbe Stunde bevor es auf den Grill kommt, aus dem Kühlschrank. Ein ganzes Rinderfilet muss außerdem vor dem Grillen pariert werden, wie es im Fachjargon heißt. Dafür werden Sehnen und die Silberhaut entfernt. Das kann aber auch der Metzger erledigen. 
  2. Im nächsten Schritt das Rinderfilet mit Bindfaden kompakt (nicht zu fest) zusammenbinden. Die Filetspitze sollte dabei umgeklappt werden, damit sie nicht zu trocken wird und die Rinderlende überall ungefähr die gleiche Dicke und Form bekommt. Und das ist wichtig, denn je gleichmäßiger die Höhe des Fleischs, umso leichter ist es, überall den gewünschten Garpunkt zu erreichen. Ein Muss ist es allerdings nicht. Tipp: Den Bindfaden vorher in Wasser einweichen, damit er nicht verbrennt. 
  3. Das Fleisch mit Meersalz und Pfeffer würzen. Optional kannst du das Fleisch vorher mit Olivenöl einreiben und um frische Kräuter wie Estragon, Oregano, Petersilie, Rosmarin und Thymian sowie Knoblauch ergänzen, und diese ebenfalls auf dem vorbereiteten Rinderfiletstrang verteilen. Eine Marinade ist aber generell kein Muss. 
  4. Grillrost eventuell nochmal mit einer Grillbürste reinigen und den Grill auf 200 Grad vorheizen. 
  5. Das Rinderfilet bei direkter Hitze auf den Grill legen und alle vier Seiten jeweils 7 Minuten grillen. Deckel vom Grill zwischendurch schließen. Am besten so wenig wie möglich drehen und wenden. Mit dieser Zeitangabe sollte es beim Aufschneiden schön rosa sein. Um sicherzugehen, kannst du die Kerntemperatur mit einem Thermometer nachmessen.

Alternativ-Methode: Rinderfilet im Ganzen indirekt grillen

Du kannst das Rinderfilet natürlich auch indirekt grillen. Das braucht jedoch mehr Zeit, da das Fleisch viel langsamer gart. Es geht auch in Kombination: Grill auf rund 250 Grad heizen und die Rinderlende je zwei Minuten von allen vier Seiten bei direkter Hitze scharf anbraten. Dann Deckel öffnen, die Hitze reduzieren (100 bis 150 Grad) und ein Grillthermometer in die Mitte der Rinderlende stecken.

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Auf einem Gasgrill und mit Hilfe eines Fleischthermometers gelingt dein Filet ganz sicher

Filet bis zur gewünschten Kerntemperatur (56 Grad für medium) weiterziehen lassen, zwischendurch einmal drehen. Das dauert zirka weitere 30 Minuten. Vom Grill nehmen und zirka 5 Minuten ruhen lassen. In dieser Zeit verteilt sich der Fleischsaft gleichmäßig im ganzen Rinderfilet und macht es noch zarter. 

Rinderfilet-Medaillons auf den Punkt grillen

Möchtest du kein ganzes Rinderfilet am Stück grillen, kannst du natürlich auch einzelne Filetsteaks auf dem Rost zubereiten. Hierfür brauchst du eine Temperatur von rund 250 Grad, bevor es auf den Grill kommt. Pinsel das Medaillon von oben und unten mit Öl ein (zum Beispiel mit so einem hitzebeständigen BBQ-Pinsel) und gib etwas Salz drauf.

Wichtige Info vorab: Ein Medaillon sollte nur einmal (!) gewendet werden. Also ab mit dem Fleisch auf den heißen Rost und pro Seite rund 2 bis 3 Minuten anbraten. Es sei denn, du willst ein perfektes Grillmuster auf dein Steak zaubern: Dafür musst du die Filetsteaks nach etwa 1,5 Minuten um 90 Grad drehen und dort weitere 1,5 Minuten grillen.

Welche Beilagen passen zum gegrillten Rinderfilet?

Zum Beispiel eine würzige Backkartoffel (beziehungsweise Grillkartoffel), gegrilltes Gemüse (wie diese Maiskolben) oder Salat. Deinem Sixpack zu Liebe sollten es allerdings keine schweren Salate mit Mayo sein, sondern eher grüne Salate mit einem leichten Essig-Öl-Dressing und viel Gemüse. Oder wie wäre es mit einem Avocado-Tomaten-Salat oder einem Knoblauchbrot? Die Rezepte findest du hier.

Gemüse aller Art (zum Beispiel Aubergine, Zucchini, Spargel) lässt sich auch gut grillen. Pinsel es vorher am besten mit Öl ein und würze es mit Salz und Pfeffer. Mehr braucht gutes Grillgemüse nicht.

Rinderfilet im Ganzen zu grillen, ist gar nicht schwer und schmeckt vor allem richtig gut. Mit etwas Salz und Pfeffer, sowie den richtigen Kerntemperaturen zauberst du ein Rinderfilet, das dir auf der Zunge zergehen wird.

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